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Altötting - Altstadt

Schwerpunkte: Konzepte / Handel, Handwerk und Dienstleistungen / Öffentlicher Raum / Stadtgestalt und Baukultur / Mitwirkung und Kooperation / Einsatz von Verfügungsfonds

Zusammenfassung

Die Stadt Altötting im Südosten Bayerns ist Marienwallfahrtsort, der jährlich über eine Million Pilger anzieht. Das Fördergebiet in der Innenstadt, rund um den bekannten Kapellplatz, weist städtebauliche Missstände auf, die im Kontrast zu der hohen Aufmerksamkeit stehen, die das Zentrum durch die Touristen und Pilger erfährt. Mit dem Zentrenprogramm werden seit 2008 im Rahmen einer integrierten und kooperativen Gesamtmaßnahme die Bausubstanz aus den 1960er und 1970er Jahren sowie die umliegenden Freiflächen erneuert. Mit den Maßnahmen wird weiterhin das Ziel verfolgt, die Funktionsvielfalt in der Altöttinger Innenstadt zu erhalten und zu stärken sowie die Rahmenbedingungen für private Investoren zu verbessern. Die Umsetzung wird durch ein Zentrenmanagement gesteuert. Ein Verfügungsfonds wurde eingerichtet, um lokale Akteure zu aktivieren.

Kontext

Das Alleinstellungsmerkmal als Marienwallfahrtsort sowie ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum in den vergangenen Jahrzehnten führten dazu, dass die Region Inn-Salzach mit Altötting als Hauptort deutschlandweit zu den strukturstärksten ländlichen Räumen zählt. Dennoch fehlte in der Innenstadt ein funktionsfähiger Geschäftsbereich und Leerstände häufen sich. Der Kapellplatz, auf den die wichtigsten Einfallstraßen strahlenförmig ausgerichtet sind, ist Kern des Fördergebietes im Zentrum der Stadt Altötting. Dieser Platz und sein Umfeld sind stark durch die sakrale Nutzung sowie durch Gemeinbedarfseinrichtungen geprägt. Die Innenstadtentwicklung wird in der Stadtverwaltung Altötting als Chefsache betrachtet. Dementsprechend bringt sich die Leitungsspitze aktiv in den Prozess ein – der Bürgermeister ist bei allen relevanten Aktivitäten persönlich beteiligt.

Projektbeschreibung

Mit dem Zentrenmanagement, in Altötting Projektmanagement genannt, wurden zwei externe Büros beauftragt, die eng mit der Stadtverwaltung zusammenarbeiten. Das Projektmanagement erstellte zunächst einen Entwurf für ein integriertes Entwicklungskonzept, der im Rahmen von drei Innenstadtforen qualifiziert und vom Stadtrat im Jahr 2010 beschlossen wurde. Das Entwicklungskonzept enthält einen Ziel‐ und Maßnahmenplan, der aufzeigt, welche Szenarien und städtebaulichen Leitlinien zur Aufwertung des Fördergebietes verfolgt werden sollen und wie diese mit konkreten Maßnahmen umgesetzt werden können. Im Entwicklungskonzept enthalten ist weiterhin ein gesamtörtliches Standortkonzept des Einzelhandels. 2012 und 2013 stand die Fertigstellung und Eröffnung eines Kultur- und Kongressforums im Mittelpunkt. Diese Maßnahme wurde mit einem Ideen- und Realisierungswettbewerb umgesetzt, der auch den Bau einer Fußgängerpassage und die Gestaltung der Außenanlagen beinhaltete. Wichtige Straßen‐ und Platzräume mit hohem Geschäftsbesatz oder stadtbildprägender Bedeutung wurden bereits aufgewertet, um die Nutzbarkeit der Gehwegflächen zu verbessern, zum Beispiel als Bereiche für Außengastronomie. Das Projektmanagement bezieht durch direkte persönliche Ansprache einzelne Immobilieneigentümer und Gewerbetreibende ein, um Modernisierungs- und Gestaltungsinvestitionen zu beschleunigen oder Einfluss auf die Außengestaltung der Einzelhandelsbetriebe zu nehmen.

Handlungsfelder            

  • Öffentlicher Raum und öffentliche Infrastruktur
  • Aufwertung des Stadtbildes
  • Tourismus und Einzelhandel
  • Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Netzwerkbildung
  • Leerstandsmanagement und Investitionsförderung
  • Einsatz eines Verfügungsfonds

Einzelmaßnahmen     

  • Planung und Bau des Kultur- und Kongresszentrums einschließlich Ideen- und Realisierungswettbewerb sowie Bau einer Fußgängerpassage, Gestaltung des städtebaulichen Umfeldes (2010-2013)
  • Aufwertung wichtiger Straßen und Plätze (seit 2011)
  • Förderung privater Sanierungsmaßnahmen (seit 2011)
  • Sanierung und Umnutzung des stadteigenen, denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes (seit 2015)
  • Sanierung der Tiefgarage am Kapellplatz im Hinblick auf die Barrierefreiheit

Finanzierung

  • Bund-Länder-Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren"

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
2008Aufnahme in das Programm Aktive Stadt‐ und Ortsteilzentren / Einrichtung eines Projektmanagements zur Koordination der Maßnahme / Durchführung von Beteiligungs- und Öffentlichkeitsveranstaltungen
2009Durchführung von drei Innenstadtforen / Erstellung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes
2010Beschluss der Sanierungssatzung und des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes / Aufbau eines Informationssystems zum Ladenleerstandsmanagement / Einführung und Beginn der Umsetzung von Maßnahmen aus dem Verfügungsfonds
2011Baubeginn des Kultur- und Kongresszentrums / Durchführung der Qualitätsoffensive Einzelhandel / Erarbeitung eines Standortexposés zum Einzelhandel / Erarbeitung des Einkaufsführers Altötting
2012/ 2013Fertigstellung des Kultur- und Kongresszentrums einschließlich Ideen‐ und Realisierungswettbewerb sowie Bau einer Fußgängerpassage, Gestaltung des städtebaulichen Umfeldes
2014Fertigstellung der umgestalteten Bahnhofstraße
2015Teilfortschreibung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (Teil Einzelhandel) / Beginn Sanierung und Umnutzung des stadteigenen Bahnhofsgebäudes
seit 2016Sanierung der Tiefgarage am Kapellplatz im Hinblick auf die Barrierefreiheit


Besonderheiten

Auf der trägerschaftlichen und der kommunikativen Ebene wird der integrierte Anspruch des Zentrenprogramms durch die intensive Einbindung der Einzelhändler und Gewerbetreibenden (über den Verein Altöttinger Wirtschaftsverband) sowie der Bürgerinnen und Bürger (über die Stadtforen und Anwohnerveranstaltungen) umfassend eingelöst. Dabei ist der Bürgermeister persönlich für die richtungsweisenden Entscheidungen zuständig. Der gesamte Prozess wird durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit begleitet: Diese umfasste in der Anfangsphase vor allem die Sonderbeilagen des Altöttinger Stadtblattes mit Informationen zu den Arbeitsschritten des Entwicklungskonzeptes sowie den Ergebnissen der Innenstadtforen. Die lokale Presse wird über die Stadtverwaltung und das Projektmanagement kontinuierlich über den Umsetzungsstand informiert und berichtet regelmäßig und ausführlich.

Lernerfahrungen

Durch den erfolgreichen Einsatz des Verfügungsfonds wird kooperatives Handeln gestärkt: Der Anteil privater Mittel, die zur Unterstützung der Zentrenentwicklung akquiriert werden konnten, übersteigt den öffentlichen Förderanteil für den Verfügungsfonds. Dies ist ein Erfolg, der auf die kooperative Zusammenarbeit zwischen den Akteuren in der Innenstadt von Altötting mit dem Zentrenmanagement zurück zu führen ist. Die Projekte werden durch die Lenkungsgruppe ausgewählt und die Akquise erfolgt durch den Verein Altöttinger Wirtschaftsverband, der 80 Prozent der Altöttinger Gewerbetreibenden vertritt. Aus dem Verfügungsfonds gefördert wurden bislang Projekte wie das Qualitätssiegel "Qualitätsoffensive Einzelhandel", ein Einkaufsführer, die Neuanschaffung einer Weihnachtsbeleuchtung und Stadtmöblierung, die Beschaffung von Leuchtobjekten, die Einhausung des stadtbildprägenden Brunnens am Kapellplatz (Winterschutz) und Baustellenmarketing im Rahmen der Maßnahmen im Fördergebiet.

Zusatzinformationen

Bundesland

Bayern


Gemeinde

Altötting


Programmbereich

Aktive Stadt- und Ortsteilzentren


Projektbeginn

2008


Projektende

Voraussichtlich 2019


Größe des Gebietes

71,5 Hektar


Volumen der Städtebaufördermittel

Bewilligte Bundesfinanzhilfen bis einschließlich 2015: circa 1,79 Millionen Euro


Gebietstypus

Stadtzentrum


Kontaktdaten

Stadt Altötting
Frau Hannelore Wendt
Kapellplatz 2a
84503 Altötting
Tel. +49 8671 5062-11
E-Mail: hannelore.wendt@altoetting.de


DIS Dürsch Institut für Stadtentwicklung
Herr Dr. Hans‐Peter Dürsch
Rosenbuschstr. 2
80538 München
Tel. +49 89 38898426
E-Mail: info@duersch‐stadtentwicklung.de


Dr. Heider Standort‐ und Wirtschaftsberatung GmbH
Herr Dr. Manfred Heider
Bismarckstr. 5
86159 Augsburg
Tel. +49 821 527853
E-Mail: info@drmheider.de


Link / weitere Informationen

Informationen der Stadt Altötting zur Stadtentwicklung


Stand

Februar 2017

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