Navigation und Service

Augsburg - Hochzoll

Konzepte / Öffentlicher Raum / Mobilität / Mitwirkung und Kooperation

Zusammenfassung

Stadtteil Hochzoll mit den beiden Sanierungsgebieten "Hochzoll-Mitte" (A) und "Zwölf-Apostel-Platz" (B) Stadtteil Hochzoll mit den beiden Sanierungsgebieten "Hochzoll-Mitte" (A) und "Zwölf-Apostel-Platz" (B)Stadtteil Hochzoll mit den beiden Sanierungsgebieten "Hochzoll-Mitte" (A) und "Zwölf-Apostel-Platz" (B) Quelle: Stadt Augsburg

Die Stadt Augsburg im Südwesten Bayerns hat circa 280.000 Einwohner. Seit 2010 wird die Entwicklung des südöstlich der Innenstadt gelegenen Stadtteils Hochzoll im Zentrenprogramm unterstützt. Grundlage für die Programmumsetzung ist ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK). Dieses sieht vor, den Bereich entlang der Hauptverkehrsstraße Friedberger Straße zu einem belebten Stadtteilzentrum zu entwickeln und den südlich gelegenen Zwölf-Apostel-Platz in seiner Funktion als Versorgungszentrum zu sichern und zu stärken. Schwerpunkte im Entwicklungsprozess sind die Beteiligung der Öffentlichkeit und die Aufwertung des öffentlichen Raums.

Kontext

Der Stadtteil Hochzoll liegt östlich des Lechufers, hat circa 20.500 Einwohner und ist ein beliebter Wohnstandort. Die städtebauliche Struktur des Stadtteils ist durch die lineare Hauptverkehrsachse Friedberger Straße geprägt. Hier ist ein Großteil der gewerblichen und öffentlichen Nutzungen im Stadtteil konzentriert. Neben der Friedberger Straße dient der Zwölf-Apostel-Platz als Nahversorgungszentrum für Hochzoll. Beide Orte wiesen zu Beginn der Förderung Gestaltungsdefizite im öffentlichen Raum und eine geringe Aufenthaltsqualität auf. Sie waren von Gewerbeleerständen und weiteren Funktionsverlusten betroffen.

Der Neubau einer Straßenbahnlinie im Jahr 2010 durch die Friedberger Straße hat entscheidende Impulse für eine umfassende Entwicklung des Stadtteils gegeben. Ein Netzwerk aus Akteuren der Stadtverwaltung, dem Bauausschuss, Initiativen sowie Experten und Bürgern koordiniert und begleitet die Entwicklung im Stadtteilzentrum. Sie haben in Gemeinschaftsarbeit das ISEK für den Stadtteil Hochzoll erarbeitet.

Projektbeschreibung

Ziel ist es, den Stadtteil Hochzoll durch die Schaffung von belebten Quartierszentren, die Aufwertung des öffentlichen Raums und die Stärkung der kulturellen und sozialen Netzwerke als attraktiven Wohnort mit vielfältigen Funktionen zu sichern.

Zur Erfassung der aktuellen Situation wurde eine ausführliche Bestandsaufnahme und -analyse im Rahmen Vorbereitender Untersuchungen (nach BauGB) durchgeführt. Auf Grundlage der Ergebnisse wurde das ISEK erarbeitet. In ihm sind die Handlungsfelder, Ziele und Maßnahmen formuliert und die Sanierungsgebiete abgegrenzt. Die Maßnahmen im Zentrenprogramm werden in den zwei Sanierungsgebieten "Hochzoll-Mitte" und "Zwölf-Apostel-Platz" konzentriert, um die Zentrumsfunktion in diesen Teilbereichen zu stärken.

Das Sanierungsgebiet "Hochzoll-Mitte" umfasst die Friedberger Straße und einen Teil der Hochzoller Straße. Dieser Bereich wurde im Zuge des Straßenbahnbaus fußgänger- und radfahrerfreundlicher umgebaut und die Aufenthaltsqualität durch Begrünung und Sitzmöglichkeiten verbessert. An der Friedberger Straße befinden sich die "Alte Schule" und ein ehemaliges Feuerwehrhaus. Dieses historische Ensemble soll mit Mitteln des Zentrenprogramms zu einem Jugendhaus und Begegnungszentrum umgebaut werden. Weiterhin ist geplant, einen Bereich eines teilweise brachgefallenen Post- und Telekomgeländes an der Hochzoller Straße zu einem Quartiersplatz zu entwickeln. Vorgesehen ist, hier das Einzelhandels- und Dienstleistungsangebot für den Stadtteil zu erweitern und den Platz für Veranstaltungen, Märkte und Feste zu qualifizieren.

Im Sanierungsgebiet "Zwölf-Apostel-Platz" wird die Funktion des Nebenzentrums durch die gestalterische Aufwertung des gleichnamigen Platzes gestärkt. Für die Neugestaltung des Platzes wurde ein Ideen- und Realisierungswettbewerb durchgeführt. Die bereits vorliegende Entwurfsplanung sieht einen Platanenhof auf dem Platz, Wasserfontänen, Baumreihen und -gruppen sowie ein Lichtkonzept vor. Die Realisierung der Planung soll im Jahr 2017 erfolgen.

Für die Koordinierung der Entwicklungsprozesse in Hochzoll, die Vernetzung von Akteuren und das Geschäftsstraßenmanagement wurde ein externes Büro mit dem Stadteilmanagement beauftragt. Zusammen mit den drei lokalen Vereinen "Aktionsgemeinschaft Hochzoll e.V.", "Bürgertreff Hochzoll e.V." und "Interessengemeinschaft Zwölf-Apostel-Platz e.V." initiierte das Stadtteilmanagement unter anderem die Kampagne "Hochzoll blüht auf". Diese dient als Rahmen für eine Reihe von öffentlichkeitswirksamen Aktionen, die seit mehreren Jahren im Fördergebiet durchgeführt werden. Bislang wurden unter anderem die Schaufenster leerstehender Läden künstlerisch bemalt, 32.000 Blumenzwiebeln entlang der Friedberger Straße gepflanzt und die "Hochzoller Sitzblöcke" vor Geschäften und im öffentlichen Raum aufgestellt. "Hochzoll blüht auf" umfasste weiterhin Vermarktungsaktionen, temporäre Kunstaktionen und Informationsveranstaltungen zur Städtebauförderung.

Handlungsfelder            

  • Zentren und städtebauliche Infrastruktur
  • Nahversorgung
  • Mobilität
  • Soziokulturelle Infrastruktur und Zusammenleben
  • Öffentlicher Raum und Grünräume

Einzelmaßnahmen

Temporäre Kunstaktion in der Friedberger Straße Temporäre Kunstaktion in der Friedberger StraßeTemporäre Kunstaktion in der Friedberger Straße Quelle: Dr. Heider

  • Neugestaltung Friedberger Straße (Fertigstellung 2011, ohne Mittel des Zentrenprogramms)
  • Planungswerkstatt "Attraktive Zentren für Hochzoll" (2010)
  • Beauftragung eines Stadtteilmanagements (2011)
  • Gründung der Initiative "Hochzoll blüht auf" (2011) und Umsetzung zahlreicher öffentlichkeitswirksamer Maßnahmen
  • Ideen- und Realisierungswettbewerb Zwölf Apostel-Platz (2012)
  • Neugestaltung Zwölf-Apostel Platz (geplant für 2017)
  • Entwicklung des Post-/Telekomgeländes (geplant)
  • Sanierung und Umbau des "Ensembles Alte Schule" an der Friedberger Straße zu einem Jugendhaus / Begegnungszentrum (geplant für 2017)

Finanzierung

  • Bund-Länder-Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren"

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
2010Umbau Friedberger Straße / neue Straßenbahnlinie nimmt Betrieb auf / Aufnahme ins Zentrenprogramm / Fertigstellung der Vorbereitenden Untersuchungen und des ISEK / Planungswerkstatt "Attraktive Zentren für Hochzoll" / Informationsveranstaltung "Entwicklungskonzept Hochzoll"
2011Beginn des Stadtteilmanagements / Beschluss der Sanierungsgebiete "Hochzoll-Mitte" und "Zwölf-Apostel-Platz" / erste Aktionen der Initiative "Hochzoll blüht auf"
2012Auslobung Ideen- und Realisierungswettbewerb zur Neugestaltung des "Zwölf-Apostel-Platzes"
2014Projektbeschluss zur Neugestaltung des "Zwölf-Apostel-Platzes" / Beschluss zum Umbau des Ensemble "Alte Schule" zum Jugendhaus und Begegnungszentrum


Besonderheiten

Den Anstoß für die Gesamtentwicklung von Hochzoll gab der Neubau der Straßenbahn auf der Friedberger Straße, die den Stadtteil seit 2010 mit der Innenstadt verbindet. Solch eine Verkehrsmaßnahme verändert maßgeblich die Struktur und den Status quo in einem Stadtteil. Eine Planungswerkstatt mit lokalen Akteuren führte zur Erkenntnis, dass ein integrierter ressortübergreifender Ansatz notwendig ist, um die Potenziale aus der Verkehrsbaumaßnahme für eine ganzheitliche Entwicklung des Stadtteilzentrums zu nutzen. Darauf aufbauend wurde das ISEK erstellt, um diese Aufgabe zu erfüllen.

Lernerfahrungen

Hervorzuheben ist die intensive Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern bei der Erarbeitung des ISEK. Die Vernetzung und Einbeziehung der Akteursgruppen ist in Hochzoll beispielhaft und hat dazu beigetragen, das kooperative Handeln im Stadtteil zu stärken. Engagement von Vereinen und Bürgerinnen und Bürgern wurde aktiviert und für den Zentrenentwicklungsprozess genutzt. Unter anderem konnten sich Bewohnervertreter im Rahmen von Planungswerkstätten aktiv an der Bestandsaufnahme sowie der Formulierung von Zielen und Handlungsfeldern beteiligen. Es besteht weiterhin eine Lenkungsgruppe, die als Informations- und Leitungsgremium fungiert. Sie setzt sich aus Vertretern der Stadtverwaltung, des Bauausschusses, dem Stadtteilmanagement und Vertretern des Stadtteilarbeitskreises zusammen. Die Projektleitung und -steuerung übernimmt der Baureferent.

Ein weiterer wichtiger Akteur ist das Stadtteilmanagement, das für die Maßnahmen zur Aufwertung der Stadtteilzentren zuständig ist und an den regelmäßigen Besprechungen der Lenkungsgruppe und des Stadtteilarbeitskreises teilnimmt. Der Stadtteilarbeitskreis wird vom Stadtteilmanagement geleitet und stimmt seine Aufgaben mit dem Stadtplanungsamt sowie Vertretern von Aktions- und Interessengemeinschaften ab.

Zusatzinformationen

Bundesland

Bayern


Gemeinde

Augsburg


Programmbereich

Aktive Stadt- und Ortsteilzentren


Projektbeginn

2010


Projektende

2018


Größe des Gebietes

ca. 14 ha


Volumen der Städtebaufördermittel

bewilligte Bundesfinanzhilfen bis einschließlich 2015: ca. 689.050 Euro


Gebietstypus

Stadtteilzentrum


Kontaktdaten

Stadt Augsburg
Stadtplanungsamt
Herr Helmut Seibold
Rathausplatz 1
86150 Augsburg
Telefon: +49 821 3246528
E-Mail: Helmut.Seibold@augsburg.de


Stadtteilmanagement Augsburg-Hochzoll
Büro für Standort-, Markt- und Regionalanalyse
Dr. Manfred Heider
Bismarckstraße 5
86159 Augsburg
Telefon: +49 0821 527853
E-Mail: hochzoll@drmheider.de


Link / weitere Informationen

Stadtplanungsportal der Stadt

Stand

März 2016



Diese Seite