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Bexbach – Stadtmitte

Konzepte / Wohnen und öffentliche Einrichtungen / Öffentlicher Raum / Mobilität / Mitwirkung und Kooperation

Zusammenfassung

Logo Aktive Stadt Bexbach Logo Aktive Stadt BexbachLogo Aktive Stadt Bexbach Quelle: Zentrumsmanagement Bexbach

Die saarländische Stadt Bexbach hat circa 18.000 Einwohner und ist Unterzentrum. Die bestehende Konkurrenzsituation mit den nahegelegenen Mittelzentren Homburg und Neunkirchen und der Strukturwandel in der Bergbauindustrie führten in Verbindung mit hohen Verkehrsbelastungen zu funktionalen und städtebaulichen Missständen in der Stadtmitte. Zusätzlich nahmen die Einwohnerzahlen ab und der Anteil älterer Bewohner stieg an. Seit 2008 wird ein integrierter Zentrenentwicklungsprozess unter intensiver Beteiligung der Öffentlichkeit umgesetzt, der von einem Zentrenmanagement begleitet wird. Schwerpunkt ist die Neuorganisation des Verkehrs im Stadtkern, um dadurch die Dominanz des Verkehrs zu reduzieren und die Standortattraktivität für Einzelhandel, Gastronomie und Wohnen zu stärken.

Kontext

Das Zentrum von Bexbach umfasst die Bahnhof- und Rathausstraße mit überwiegend kleinteiliger Bausubstanz unterschiedlichen Baualters sowie den Aloys-Nessler-Platz. Hier befinden sich der Marktplatz, mehrere Wohn- und Geschäftshäuser aus den 1980er Jahren und eine Freifläche, die nur für die Kirmes genutzt wird. Weiterhin gibt es einen großzügigen Grün- und Erholungsraum entlang des Bexbachs ("Grüne Lunge"). Diese Teilbereiche sind nur unzureichend verknüpft. Zudem waren die Bahnhof- und Rathausstraße zu Beginn der Fördermaßnahme stark vom Durchgangsverkehr geprägt und es gab nur wenig Raum für Radfahrer und Fußgänger, was sich negativ auf die Aufenthaltsqualität und die Standortbedingungen für Handel, Gastronomie und Wohnen auswirkte. Fehlende Investitionen in den Gebäudebestand und Gestaltungsmängel im öffentlichen Raum führten zu sinkender Attraktivität, zunehmendem Leerstand und Funktionsverlusten.

Handlungsgrundlage für den integrierten Entwicklungsprozess ist das "Handlungskonzept Aktives Zentrum", ein teilräumliches Entwicklungskonzept (TEKO) für die Stadtmitte. Es wurde abgeleitet aus einem integrierten Gemeindeentwicklungskonzept (GEKO) für die Gesamtstadt und unter Beteiligung der Öffentlichkeit erarbeitet. Das TEKO wird ergänzt durch sektorale Fachgutachten, darunter ein Verkehrsgutachten und ein Einzelhandelskonzept.

Projektbeschreibung

Um die Anziehungskraft und Funktionsvielfalt des Zentrums zu stärken werden Flächenpotenziale aktiviert und Verkehrsräume neu strukturiert. Ziel ist es, die bestehenden öffentlichen Räume miteinander zu verknüpfen, um ein zusammenhängendes und attraktives Stadtbild herzustellen. Handel, Gewerbe und Nahversorgung sollen gestärkt und die Bausubstanz aufgewertet werden. Ein Schwerpunkt liegt außerdem darin, die inhabergeführten Geschäfte für Einzelhandel, Dienstleistungen und Gastronomie zu stärken und ein individuelles und qualitativ hochwertiges Angebot zu entwickeln.

Zentrale Maßnahme ist die Neuordnung der Verkehrsströme auf Grundlage eines Verkehrskonzeptes. Im Zuge der Erarbeitung des Verkehrskonzeptes wurden zahlreiche Umgestaltungsvarianten entwickelt und intensiv öffentlich diskutiert. Nach Maßgaben des Konzeptes wurde die bislang in beide Richtungen befahrene Bahnhofstraße 2015/16 zu einer einspurigen Einbahnstraße umgebaut und Parkplätze an die parallel zur Bahnhofstraße verlaufende Güterstraße verlagert. Die Güterstraße wurde ausgebaut, da sie nun einen Teil des Verkehrs aufnimmt, der zuvor durch das Zentrum floss.

Durch diese Umstrukturierung steht nun deutlich mehr Raum für Fußgänger und Außengastronomie im Ortskern zur Verfügung. Der Straßenumbau wird mit einer Aufwertung des öffentlichen Raums verbunden, zudem werden die Flächen barrierefrei gestaltet (bodengleiche Gehwege und Fahrbahnen). Baumpflanzungen, Beleuchtungen, Bänke und ein neuer Oberflächenbelag schaffen ein attraktives Erscheinungsbild und erhöhen die Aufenthaltsqualität. Am Bahnhof entstand eine neue barrierefreie Verbindung zum Aloys-Nessler-Platz. Die Umgestaltung der Verkehrsräume wird derzeit in der Rathausstraße fortgesetzt. Sie wird ebenfalls eine Einbahnstraße, so dass hier Bürgersteige verbreitert werden können und die Dominanz des Autoverkehrs sinkt.

Zur Belebung der Innenstadt soll auch der Marktplatz aufgewertet werden. Entstehen soll ein multifunktional nutzbarer Platz und Kommunikationsort. Auf dem Bereich des Aloys-Nessler-Platzes, der nur als Kirmes genutzt wird, sollen neue Wohnungen entstehen. Eine weitere Attraktivitätssteigerung erfährt der Grünzug entlang des Bexbachs, der sich vom Zentrum bis in den Randbereich der Stadt erstreckt. Mit der Aufwertung soll er als Sport- und Erholungsraum qualifiziert und besser mit den umliegenden Quartieren vernetzt werden.

Die Funktionsvielfalt wird auch durch ein neues Familienhilfezentrum erweitert. Ein ehemaliges Schulgebäude wurde zu diesem Zweck saniert, barrierefrei umgebaut und die Außenanlagen wurden neu gestaltet. Geplant ist weiterhin, das leerstehende Postgebäude am Bahnhof für ein Ärztehaus mit seniorengerechten Wohnungen umzubauen und das Bahnhofsgebäude zukünftig als "Kulturbahnhof" zu nutzen.

Seit 2011 koordiniert ein Zentrumsmanagement den Entwicklungsprozess und aktiviert Engagement. Ein Vor-Ort-Büro wurde in einem leerstehenden Ladenlokal im Zentrum eingerichtet. Hier wird über Maßnahmen der Zentrenentwicklung informiert. Das Büro ist auch Treffpunkt der Lenkungsgruppe, die unter anderem konkrete Vorhaben diskutiert und Vorschläge für die Weiterentwicklung der Projekte entwickelt. In der Lenkungsgruppe ist ein breites Spektrum unterschiedlicher Akteursgruppen vertreten. Hierzu zählen Einzelhändler und Gewerbetreibende, Immobilienbesitzer, Gastronomen, Ärzte sowie Vertreter von Vereinen und der Kirche. Die Lenkungsgruppe entscheidet auch über die Vergabe von Mitteln aus dem Verfügungsfonds. Die aus dem Fonds umgesetzten Projekte dienen der Stärkung der Identität und sind gemeinnützig orientiert. Hierzu zählen kulturelle Zwischennutzungen leerstehender Ladenlokale, die Erneuerung der Weihnachtsbeleuchtung und die Durchführung von Festen und Aktionen.

Handlungsfelder            

  • Ausbau der Funktionsvielfalt
  • Einzelhandel, Dienstleistungen, Gastronomie
  • Wohnen und öffentliche Einrichtungen
  • Öffentlicher Raum und Vernetzung von Teilräumen
  • Stadtverträgliche Mobilität
  • Erholung und Freizeit
  • Stadtgestalt und Baukultur
  • Aktivierung und Beteiligung

Einzelmaßnahmen

  • Erarbeitung des teilräumlichen Entwicklungskonzeptes (TEKO) für die Stadtmitte Bexbach (2011)
  • Erarbeitung eines Verkehrskonzeptes (2011)
  • Einrichtung Zentrumsmanagement mit Vor-Ort-Büro (seit 2011)
  • Verfügungsfonds (seit 2011)
  • Umbau eines ehemaligen Schulgebäudes zum Familienhilfezentrum (2013-2015)
  • Ausbau der Güterstraße und Schaffung von Parkplätzen (2013-2014)
  • Umbau der Bahnhofstraße (2015-2016)
  • Neugestaltung der Rathausstraße (in Umsetzung)

Finanzierung

  • Bund-Länder-Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren"

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
2007Erarbeitung des integrierten Gemeindeentwicklungskonzepts (GEKO)
2008Aufnahme in das Zentrenprogramm / Beschluss des Fördergebiets durch die Gemeinde
2011Entwicklung des teilräumlichen Entwicklungskonzeptes (TEKO) "Aktives Zentrum Bexbach" / Erarbeitung des Verkehrskonzepts für die Ortsmitte / Beschluss des Einzelhandelskonzeptes
2012Einrichtung des Zentrumsmanagements mit Vor-Ort-Büro / Einrichtung der Lenkungsgruppe und des Verfügungsfonds
2014Fertigstellung der ausgebauten Güterstraße
2015Eröffnung des Familienhilfezentrums / Beginn des Umbaus der Bahnhofstraße
2016Eröffnung der umgestalteten Bahnhofstraße / Beginn des Umbaus der Rathausstraße


Besonderheiten

In Bexbach spielt die Aktivierung, Beteiligung und Mitwirkung der Akteure am Entwicklungsprozess für die Stadtmitte eine große Rolle. Hierbei kommt dem Zentrenmanagement eine wichtige Funktion zu. Es sichert in Zusammenarbeit mit der Stadt die Programmumsetzung auf der Grundlage des teilräumlichen Konzeptes (TEKO) und ist zentraler Ansprechpartner für die Akteure im Zentrum. Das Zentrenmanagement ist eine wichtige Schnittstelle zwischen der Kommune, der Lenkungsgruppe und weiteren Akteuren. Es wirkt vermittelnd und unterstützt Kommunikationsprozesse. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit wird insbesondere durch die Lenkungsgruppe gefördert, die durch das Zentrumsmanagement koordiniert wird. Durch die Lenkungsgruppe ist die direkte Einbeziehung von unterschiedlichen Akteursgruppen aus dem Fördergebiet in die Planung und Umsetzung von Maßnahmen gegeben. Dadurch gelingt es, dass der Entwicklungsprozess für die Ortsmitte gemeinsam von Politik, Verwaltung, Gewerbetreibenden und Öffentlichkeit getragen wird.

Lernerfahrungen

Die Stärkung des Zentrums ist eng mit einer grundlegenden Neuorganisation des innerörtlichen Verkehrs verknüpft. Es ist gelungen, Lösungen zu erarbeiten, um stark befahrene Durchgangsstraßen zu einspurigen Einbahnstraßen zurückzubauen und neue Aufenthaltsqualitäten im Zentrum zu schaffen. Die intensive und kontinuierliche Einbeziehung relevanter Akteure in den Prozess der Zentrenentwicklung erweist sich als wichtige Grundlage, um Rückhalt für eine derart komplexe Maßnahme zu erzielen. Hierbei haben sich insbesondere das Zentrumsmanagement und die Lenkungsgruppe bewährt, die als wichtige Partner den Prozess aktiv begleiten.

Zusatzinformationen

Bundesland

Saarland


Gemeinde

Bexbach


Programmbereich

Aktive Stadt- und Ortsteilzentren


Projektbeginn

2008


Projektende

voraussichtlich 2018


Größe des Gebietes

circa 27,5 Hektar


Volumen der Städtebaufördermittel

bewilligte Bundesfinanzhilfen bis einschließlich 2015: circa 1,8 Millionen Euro


Gebietstypus

Stadtzentrum

Kontaktdaten

Stadt Bexbach
Herr Bürgermeister Thomas Leis
Rathausstraße 68
66450 Bexbach
Tel.: +49 6826 529 0
Fax: +49 6826 529 166
E-Mail: info@bexbach.de

Zentrumsmanagement Aktive Stadt Bexbach
Frau Dorothée Pirrung
Rathausstraße 39
66450 Bexbach
Tel.: +49 151 15197160
E-Mail: pirrung@pirrung-lebensraeume.de


Link / weitere Informationen

Informationen der Stadt Bexbach

Stand

Dezember 2016

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