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Burg – Burg erleben – lebendig – aktiv

Schwerpunkte: Konzepte / Öffentlicher Raum / Wohnen und öffentliche Einrichtungen / Stadtgestalt und Baukultur

Zusammenfassung

Das Mittelzentrum Burg in Sachsen-Anhalt liegt in einer ländlich geprägten Region, die starken Schrumpfungsprozessen ausgesetzt ist. Die Stadt mit circa 24.000 Einwohnern (Stand 2015) liegt etwa 25 Kilometer nordöstlich der Landeshauptstadt Magdeburg und blickt zurück auf eine über 1000-jährige Geschichte, die sich in zahlreichen Baudenkmälern widerspiegelt.

Zu Beginn der 1990er Jahre wurde eine umfassende Altstadtsanierung eingeleitet. Mit der Aufnahme in das Städtebauförderprogramm Stadtumbau Ost erstellte Burg ein gesamtstädtisches integriertes Entwicklungskonzept (ISEK), in das die Rahmenplanung für die Altstadtsanierung eingebettet ist. Die Maßnahmen im Zentrenprogramm leiten sich aus diesem gesamtstädtischen Konzept ab und zielen auf die Stärkung der Funktionsvielfalt der Altstadt. Mit sämtlichen Maßnahmen der Programme Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen, Stadtumbau Ost und dem Zentrenprogramm verfolgt die Stadt Burg eine konsequente Strategie der Stärkung der Innenstadt.

Kontext

Das Fördergebiet im Zentrenprogramm umfasst die historische Altstadt, die geprägt ist durch eine kleinteilige mittelalterliche Struktur, Handwerker- und Ackerbürgerhäuser und die Fußgängerzone Schartauer Straße. Burg ist zudem vor allem als traditioneller Industriestandort von Bedeutung. Nach 1990 erfasste ein tiefgreifender Strukturwandel die Stadt: Bis 2002 sank die Einwohnerzahl der Stadt um 18 Prozent. Die Stadt rechnete 2010 mit einem weiteren Bevölkerungsverlust von 25 bis 30 Prozent bis zum Jahr 2025.

Der Einkaufsbereich mit Fußgängerzone in der Burger Altstadt ist kompakt, gut saniert, verkehrsberuhigt und gleichzeitig gut zu erreichen. Zunehmende Leerstände von Läden und Wohnungen sowie viele Niedrigpreisangebote zeigen jedoch, dass die Bedeutung der Altstadt als regionales Handelszentrum sowie als Wohnstandort nicht gesichert ist. Der anhaltende Schrumpfungsprozess der Stadt macht zudem die Frage der Gestaltung und Zwischennutzung von Baulücken zu einem Dauerthema. Trotz umfangreicher Sanierungstätigkeit seit 1991 weist die Burger Altstadt insgesamt nach wie vor erheblichen Sanierungsbedarf sowohl bei straßenbegleitenden Altbauten als auch bei öffentlichen Gebäuden (ehemalige Stadtbibliothek, ehemalige Clara-Schwab-Schule, St. Petrikirche) und bei zahlreichen Gewerbeobjekten und -brachen auf.

Projektbeschreibung

Der Stadtentwicklungsansatz der Stadt Burg ist stark auf die Stärkung der historischen Altstadt – also des Fördergebietes im Zentrenprogramm – fokussiert. Dadurch bieten sich gute Voraussetzungen für die räumliche Einbindung der Fördermaßnahme in die gesamtstädtische Entwicklungsstrategie. Die zentralen Einrichtungen der Infrastruktur sollen in der Kernstadt konzentriert und das bestehende Investoreninteresse auf die Innenentwicklung gelenkt werden.

Die Maßnahmen im Zentrenprogramm zielen auf die Aktivierung von brachliegenden Grundstücken und die Aufwertung des öffentlichen Raumes als generationsübergreifender Erlebnis- und Begegnungsraum. Privates Engagement soll für die Erneuerung und Belebung der zentralen Bereiche aktiviert und freie Träger zur Schaffung von generationsübergreifenden Begegnungsorten gefördert werden. Im Jahr 2009 wurde beispielsweise die Sanierung des Gemeindehauses in der Grünstraße als zentrales Begegnungszentrum der evangelischen Gemeinden der Stadt Burg  mit Mitteln aus dem Zentrenprogramm unterstützt. Das Kino in der Magdeburger Straße 4 stand vor der Schließung, war verschuldet, sanierungsbedürftig und ohne bedarfsgerechtes / ansprechendes Film- und Kulturangebot. Mit den Mitteln der Städtebauförderung konnte das Kino mit seiner über 100-jährigen Geschichte in kürzester Zeit und trotz Bauphasen zu einer Kulturstätte nicht nur für die Kreisstadt entwickelt werden. Es sind jedoch für einen tragfähigen Betrieb weitere Sanierungsmaßnahmen erforderlich.

Mit dem Bau eines Mehrgenerationenspielplatzes zur Verbesserung des Wohnumfeldes zielt die Stadt Burg auf den sukzessiven Wiederzuzug der Bevölkerung in die Innenstadt. Auf dem Gelände ist sowohl sportliche Betätigung, aber auch ein Verweilen unabhängig von Alter, Geschlecht oder körperlicher Verfassung möglich. Zur Finanzierung dieser Maßnahme wurden Fördermittel mehrerer Städtebauförderprogramme gebündelt. Punktuelle Sanierungs-, Modernisierungs- und Neubaumaßnahmen an Wohngebäuden und an gemischt genutzten Wohn- und Geschäftshäusern sind ebenso Teil der Zentrenentwicklung. Seit 2016 gibt es einen Verfügungsfonds und ein Geschäftsstraßenmanagement, um Gewerbetreibende zu vernetzen und zu aktivieren. Damit soll das Zentrum funktional stabilisiert und attraktiver werden.

Im Jahr 2018 ist die Stadt Burg Ausrichter der Landesgartenschau in Sachsen-Anhalt. Die Konzeption für das Gelände der Landesgartenschau ist eng verzahnt mit dem Ziel, die Wohn- und Zentrumsfunktionen der historischen Altstadt nachhaltig zu stärken. Unter Einsatz von Mitteln des Zentrenprogramms werden mehrere innerstädtische Brach- und Grünflächen reaktiviert. Ziel ist es, entlang der Ihle, die das Zentrum durchzieht, eine Grünraumverbindung zwischen Flickschuhpark und Weinberg zu schaffen. Der Weinberg ist eine Erhebung im Zentrum der Stadt. Hier sollen Spielflächen, eine Uferpromenade, ein Plateau auf der Spitze des Weinbergs als Stadtbalkon sowie Weinanbauflächen am Hang entstehen. Zwischen Flickschuhpark und Weinberg werden die Ihlegärten mit Obstwiesen, Sitzterrassen am Flussufer und einer Brücke über der Ihle angelegt. Es besteht für Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit auf dem Gelände kleinere Bauerngärten, Bürgergärten, Kräuter- und Gemüsegärten anzulegen.

Handlungsfelder            

  • Wohnen
  • Infrastruktur
  • Öffentlicher Raum, Grün- und Freiflächen
  • Stadtgestalt und Baukultur
  • Einzelhandelsangebot in der Fußgängerzone, Geschäftsstraßenmanagement

Einzelmaßnahmen  

  • Sanierung und Ausbau des evangelischen Gemeindehauses in der Grünstraße 2 (2009-2010)
  • Bau eines Parkplatzes an der Deichstraße (2010)
  • Fertigstellung des Mehrgenerationenspielplatzes an der Deichstraße (2012-2013)
  • Abriss- und Neubaumaßnahme am Markt 28 (Elektronik-Fachmarkt und sechs Wohnungen) (2012-2013)
  • Sanierung Kino Magdeburger Straße (2. Bauabschnitt 2016 fertig gestellt, 3. Bauabschnitt geplant)
  • Straßensanierungen zur Attraktivierung der "historischen Meile" an der historischen Gerberei (2013-2016)
  • Gestaltung der Ihlegärten (in Umsetzung)
  • Gestaltung des Areals am Weinberg (in Umsetzung)

Finanzierung

  • Bund-Länder-Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren"
  • Bund-Länder-Programm "Stadtumbau Ost"
  • Bund-Länder-Programm "Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen"

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
2008Aufnahme in das Förderprogramm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren"
2009Sanierung des evangelischen Gemeindehauses (Grünstraße 2)
2010Bau eines Parkplatzes an der Deichstraße
2011Beschluss des gesamtstädtischen integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) einschließlich Fortschreibung des Rahmenplans für das Sanierungsgebiet Altstadt / Fertigstellung des Mehrgenerationenspielplatzes in der Deichstraße / Sanierung Kino Magdeburger Straße (1. Bauabschnitt)
2012Abriss- und Neubaumaßnahme Markt 28
2014Ergänzung des ISEK um spezifische Belange des Zentrenprogramms
2015Beginn der Gestaltung der Ihlegärten
2016Sanierung Kino Magdeburger Straße (2. Bauabschnitt) / Beginn der Umgestaltung des Weinbergs / Einrichtung eines Geschäftsstraßenmanagements / Einrichtung eines Verfügungsfonds


Besonderheiten

Die Stadt Burg verfolgt einen gesamtstädtischen integrierten Handlungsansatz. Die für die unterschiedlichen Plangebiete formulierten Leitbild- und Zielformulierungen des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes von 2011 sowie der darin enthaltenen städtebaulichen Rahmenplanung Altstadt sind untereinander sowie mit dem Flächennutzungsplan abgestimmt.

Die Stärkung der Funktionsvielfalt in der Altstadt ist erklärtes Ziel des integrierten Stadtentwicklungsansatzes der Stadt Burg. Durch bereits umgesetzte oder geplante Schlüsselmaßnahmen (zum Beispiel Sanierung des evangelischen Gemeindehauses und des Kinos, Bau des Mehrgenerationenspielplatzes) werden hier wichtige Impulse gesetzt.

Lernerfahrungen

Die Maßnahme im Zentrenprogramm knüpft an parallel laufende Fördermaßnahmen an und ergänzt diese zielgerichtet. Mit der Aufnahme der Altstadt in das Zentrenprogramm wurde die Bedeutung der Zentrenentwicklung als gesamtstädtische Entwicklungsstrategie der Stadt Burg intensiviert. Dies drückt sich auch in der entsprechenden Fokussierung und Ergänzung des ISEK 2014 aus.

Zusatzinformationen

Bundesland

Sachsen-Anhalt


Gemeinde

Stadt Burg (Landkreis Jerichower Land)


Programmbereich

Aktive Stadt- und Ortsteilzentren


Projektbeginn

2008


Projektende

Voraussichtlich 2021


Größe des Gebietes

Circa 75 ha


Volumen der Städtebaufördermittel

Bewilligte Bundesfinanzhilfen bis einschließlich 2015: circa 2,14 Mio. Euro


Gebietstypus

Stadtzentrum


Kontaktdaten

Stadt Burg
Fachbereich Stadtentwicklung
In der Alten Kaserne 2
39288 Burg

Frau Sonnhild Noack
Tel.: +49 3921 921 236
E-Mail: Sonnhild.Noack@stadt-burg.de

Herr Sven Wagener
Tel.: +49 3921 921 504
E-Mail: Sven.Wagener@stadt-burg.de


Link / weitere Informationen

Informationen der Stadt Burg


Stand

Januar 2017

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