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Essen - Borbeck

Schwerpunkte: Konzepte / Handel, Handwerk und Dienstleistungen / Öffentlicher Raum / Mitwirkung und Kooperation

Zusammenfassung

Das Stadtteilzentrum Essen-Borbeck liegt nordwestlich der Essener Innenstadt. Seit den 1970er Jahren fanden Sanierungsmaßnahmen statt, die dazu beitrugen, dass sich Borbeck über viele Jahre hinweg stabil entwickelte. Durch den Strukturwandel im Einzelhandel (unter anderem Konkurrenz zu mehreren großen Einkaufszentren in den benachbarten Städten und Stadtteilen) steht das Quartier jedoch vor neuen Herausforderungen. Mit der Aufnahme in das Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" wurden vielfältige Umgestaltungsmaßnahmen, zusammengefasst im "Masterplan Borbeck", umgesetzt. Mit ihnen werden die Attraktivität des Stadtteilzentrums erhöht sowie Defizite in der Erschließung, im ruhenden Verkehr und in der Einzelhandelsstruktur behoben. Besonderes Kennzeichen ist die starke Partnerschaft aus privaten Akteuren, Verwaltung und Politik, verbunden mit einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit.

Kontext

Das Stadteilzentrum, circa 5 Kilometer von der Essener Innenstadt entfernt, besitzt eine lange Tradition als Einkaufsstandort für Borbeck und sein Umfeld. Im Stadtteil leben circa 14.000 Menschen (Stand: 2015). Das Fördergebiet ist Mittelpunkt des Stadtbezirks IV (circa 86.000 Einwohner). Mit Unterstützung des Programms "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" wird auf die zunehmenden Herausforderungen durch den Strukturwandel im Einzelhandel reagiert.

Geprägt wird das Zentrum durch eine kleinteilige Bebauungsstruktur mit einer vielfältigen Platzabfolge, überwiegend kleinteiligem Einzelhandel entlang einer Fußgängerzone sowie kulturellen und öffentlichen Einrichtungen. Intensive Bemühungen zur Aufwertung von Borbeck-Mitte gibt es seit 2006 durch eine private Initiative, die im Diskussionsprozess zwischen Gewerbetreibenden, Eigentümern, Verwaltung, Politik und der Öffentlichkeit den Masterplan Borbeck entwickelte. Er stellt das grundlegende Konzept zur Stärkung des Stadteilzentrums dar, bündelt Interessen und ermöglicht koordiniertes Handeln. Der Masterplan wird als dynamisches Produkt verstanden, das durch kontinuierliche Arbeit in einer extern moderierten Lenkungsgruppe und in mehreren Arbeitskreisen stetig an die sich verändernden Rahmenbedingungen angepasst wird.

Projektbeschreibung

Konzept zur Umgestaltung des Germaniaplatzes zu einem Mehrgenerationenpark Konzept zur Umgestaltung des Germaniaplatzes zu einem MehrgenerationenparkKonzept zur Umgestaltung des Germaniaplatzes zu einem Mehrgenerationenpark Quelle: Stadt Essen

Bereits seit 2006 wurde in Borbeck intensiv über Strategien und Maßnahmen zur Aufwertung und Stabilisierung des Stadtteilzentrums diskutiert und ein Bündnis verschiedener privater und öffentlicher Akteure (unter anderem Bürger- und Verkehrsverein, Kaufmannschaft, Einzelhandelsverband, örtliche Politik, Bürger, Verwaltung sowie Essener Marketinggesellschaft EMG) gegründet. Das Bündnis entwickelte den Masterplan Borbeck. Die große Bereitschaft privater Akteure, sich an der Stadterneuerungsmaßnahme zu beteiligen, war ein positives Signal für den Prozess der Stabilisierung und Umgestaltung des Stadtteilzentrums.

Der Masterplan-Prozess setzte Eigeninitiative frei und trug zur Konsensbildung bei. Die Ansatzpunkte sind mit den Bereichen Verkehr, Einzelhandel, Immobilien, öffentlicher Raum, Kultur, Bildung und Jugend breit gefächert. Schwerpunkte liegen auf der Aufwertung des öffentlichen Raumes und der Qualifizierung des Einzelhandels- und Gastronomieangebots.

Zahlreiche Aufwertungsmaßnahmen sind fertiggestellt. Dies zeigt, wie wichtig das koordinierte Handeln auf Grundlage des Masterplans ist, um zügig Projekte umzusetzen. Die Stellplätze am Bahnhof wurden umgestaltet und schaffen ein attraktives Bahnhofsumfeld. Ein Parkleitsystem ist eingerichtet und eine Lichtinstallation in der Bahnunterführung am Neuen Markt wertet die Eingangssituation in die Fußgängerzone auf. Am Standort eines leer stehenden Kaufhauses im Zentrum Borbecks entstand nach Abriss des Gebäudes bis Ende 2012 ein SB-Kaufhaus, das zur Belebung des Stadtteilzentrums beiträgt. Seit 2012 ist auch der Borbeck Platz umgestaltet und durch eine neue Pflasterung, zusätzliche Bepflanzung und Hecken aufgewertet. Neue Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein. Blickfang auf dem Platz ist die Skulptur "Rote Dame".

Im gleichen Jahr fand ein intensiver Beteiligungsprozess zur Grünanlage am Germaniaplatz statt. Sie wurde auf der Grundlage der Ideen und Wünsche aus dem Beteiligungsprozess bis 2014 zu einem Mehrgenerationenpark mit Kurgarten, Spielplatz, Sportgeräten und Ruhezonen umgestaltet. Seit seiner Eröffnung ist der Park ein beliebter Treffpunkt von Kindern, Jugendlichen und Senioren. Geplant ist weiterhin, den Neuen Markt umzugestalten und das Umfeld des Busbahnhofs aufzuwerten, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und ihn als Eingangstor in das Stadtteilzentrum zu qualifizieren.

Handlungsfelder 

  • Verkehr
  • Einzelhandel
  • Immobilienmanagement
  • Öffentlicher Raum
  • Kultur
  • Jugend

Einzelmaßnahmen

  • Einrichtung eines Parkleitsystems (2008)
  • Verbreiterung der Wüstenhöferstraße (2008)
  • Erhöhung der Aufenthaltsqualität am Busbahnhof durch Änderung der Stellplatzsituation (2009)
  • Lichtinstallation in der Bahnunterführung Marktstraße als Eingangsportal in die Fußgängerzone (2010)
  • Umgestaltung Hülsmannstraße (2011)
  • Wiederbelebung eines ehemaligen Kaufhausstandortes durch ein SB-Kaufhaus (2011-2012)
  • Neugestaltung Borbecker Platz (2012)
  • Anbindung an das großräumige Radwegenetz, unter anderem in die Essener Innenstadt (2012-2013)
  • Umgestaltung der Grünfläche "Germaniaplatz" zu einem generationengerechten Quartierspark (2013-2014)
  • Aufwertung der Fassade des Parkhauses in der Kraftstraße (2016)
  • Erneuerung des Bahnhofseingangs (in Umsetzung seit 2016)
  • Umgestaltung des Neuen Marktes (geplant)

Finanzierung

Bund-Länder-Programm "Städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen"

Bund-Länder-Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren"

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
2006Gründung einer privaten Initiative als Start für die Erneuerung Borbecks
2007Masterplan Borbeck – Phase I: Vorstellung eines ersten Maßnahmenkatalogs
2008Einführung eines Parkleitsystems / Umbau Wüstenhöferstraße
2009Vorstellung des Masterplan Borbeck – Phase II / Umbau der Stellplatzsituation am Busbahnhof
2010Lichtinstallation in der Bahnunterführung am Neuen Markt / Anpassung der Zuwegung zum Bahnhof auf dem Neuen Markt
2011Umgestaltung der Hülsmannstraße als Verbindung zwischen Krankenhaus und künftigem Mehrgenerationenpark / Abbruch des leer stehenden ehemaligen Warenhauses, anschließend Neubau eines SB-Kaufhauses
2012Umgestaltung des Borbecker Platzes als Gastronomie-Standort / Beteiligungsprozess zur Umgestaltung der Grünanlage am Germaniaplatz / Baubeginn des Radwegs in die Essener Innenstadt
2013Beginn der Umgestaltung des Mehrgenerationenparks am Germaniaplatz
2014Eröffnung des Mehrgenerationenparks
2016Gestalterische Aufwertung eines Parkhauses / Beginn der Umgestaltung des südlichen Bahnhofseingangs


Besonderheiten

Der frühe Beginn der Bemühungen um die Stabilisierung des Stadtteilzentrums durch private Akteure, verbunden mit einer intensiven Beteiligung der Öffentlichkeit und Abstimmung mit politischen Entscheidungsträgern, stellt ein beispielhaftes Vorgehen dar. Mit Hilfe der Förderung im Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" werden die erreichten Erfolge der Sanierungsmaßnahme seit den 1970er bis Mitte der 1990er Jahre gesichert und weiterentwickelt. Einsetzenden Abwärtstendenzen konnte frühzeitig entgegnet werden, so dass sich Borbeck-Mitte, trotz struktureller Schwierigkeiten, als ein vitales Stadtteilzentrum präsentiert, das durch die Aufwertungs- und Umbaumaßnahmen an Attraktivität gewinnt.

Der Entstehungsprozess und die Organisationsform der Akteure des Masterplans Borbeck sind ein gelungenes Beispiel für das Zusammenspiel von privater und öffentlicher Hand. Insbesondere die intensive Beteiligung der Öffentlichkeit stellt einen wichtigen Erfolgsfaktor dar. Hervorzuheben ist das finanzielle Engagement privater Akteure, das den Prozess der Stadterneuerung fördert.

Lernerfahrungen

Ein Großteil der Erneuerungsmaßnahmen ist bereits abgeschlossen und es zeigt sich, dass durch die frühzeitige Reaktion auf einsetzende Abwärtstendenzen und das partnerschaftliche Bündnis diverser Akteure eine erfolgreiche Stabilisierung des Stadtteilzentrums erreicht werden kann. Dies verdeutlicht auch den Präventiv-Charakter des Programms "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren".

Zusatzinformationen

Bundesland

Nordrhein-Westfalen


Gemeinde

Essen


Programmbereich

Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen (bis 2011)

Aktive Stadt- und Ortsteilzentren (ab 2012)


Projektbeginn

2008


Projektende

Voraussichtlich 2017


Größe des Gebietes

Circa 32 ha


Volumen der Städtebaufördermittel

Bewilligte Bundes- und Landesmittel (bis September 2011): circa 600.000 Euro
Bewilligte Bundesfinanzhilfen (nur Zentrenprogramm) bis einschließlich 2015: circa 1,35 Millionen Euro


Gebietstypus

Stadtteilzentrum


Kontaktdaten

Stadt Essen
Amt für Stadterneuerung und Bodenmanagement
Frau Margarete Meyer
Telefon: +49 201 8868300
E-Mail: margarete.meyer@amt68.essen.de


Prozesskoordination Masterplan Borbeck
Herr Walter Frosch
Telefon: +49 201 5921724
E-Mail: w.frosch@ppr-essen.de


Link / weitere Informationen

Informationsportal zum Stadtteil Borbeck und zum Masterplan


Stand

Februar 2017

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