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Hamburg-Bergedorf – Bergedorf Süd

Schwerpunkte: Konzepte / Handel, Handwerk und Dienstleistungen / Wohnen und öffentliche Einrichtungen / Öffentlicher Raum / Stadtgestalt und Baukultur / Mobilität / Mitwirkung und Kooperation / Einsatz von Verfügungsfonds

Zusammenfassung

Bergedorf-Süd ist Teil des historischen Bezirkszentrums Bergedorf im Südosten Hamburgs. Es umfasst die Fußgängerzone Sachsentor mit überwiegend kleinteiligem Baubestand und vielen Einzelhandels- und Gastronomieangeboten. Entlang der stark befahrenen Bergedorfer Straße gibt es zahlreiche Geschäfts- und Bürohäuser (z.T. Großbauten). Südlich an diese Straße angrenzend, schließt ein Gebiet mit hohem Wohnanteil an, im dem sich auch soziale und kulturelle Einrichtungen befinden. Gewerbestandorte und Handwerksbetriebe in Hinterhöfen tragen zur Nutzungsmischung bei.

Seit der Aufnahme in das Zentrenprogramm werden insbesondere Maßnahmen zur Stärkung des Stadtteilzentrums (Bezirkszentrums) als Wohn- und Gewerbestandort gefördert. Hierzu zählen die Verbesserung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum und im Wohnumfeld sowie der Ausbau von sozialen und kulturellen Einrichtungen. Lokale Akteure sind sowohl in die Erarbeitung als auch in die Umsetzung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes eingebunden. Ein Zentrenmanagement koordiniert die Gesamtmaßnahme. Der Handlungsansatz ist raum-, funktions- und akteursübergreifend und berücksichtigt alle Ziele des Zentrenprogramms.

Kontext

Das Fördergebiet umfasst einen Teilbereich des Zentrums von Bergedorf. Neben Gebäuden aus den 1920er und 1930er Jahren sowie Nachkriegsbebauung der 1950er bis 1980er Jahre prägen insbesondere die gründerzeitlichen Gebäude aus dem Ende des 19. Jahrhunderts das Gebiet. Außerhalb des Fördergebietes befindet sich ein großes Einkaufszentrum. Die Qualität des Fördergebiets als aktives, nutzungsgemischtes Quartier ist durch zunehmenden Leerstand, Sanierungsbedarf und Handlungsbedarf in der Gestaltung der öffentlichen Räume gefährdet. Sowohl Mietwohnungen als auch der Einzelhandel weisen eine hohe Fluktuation auf.

Projektbeschreibung

Der Bezirk verfolgt eine Entwicklungsstrategie für Bergedorf-Süd, die sowohl die unterschiedlichen Einzelmaßnahmen gebietsbezogen integriert als auch die städtebaulichen und räumlichen Zusammenhänge einbezieht. Im Integrierten Entwicklungskonzept gemäß dem hamburgischen Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) werden Leitziele, Handlungsfelder, Vorgehensweisen, Maßnahmen und Instrumente für die gebietsbezogene Förderung formuliert.

Die Maßnahmen im Zentrenprogramm zielen auf die Stärkung der urbanen Qualitäten des Stadtteils und seiner Nutzungsvielfalt. Der Erhalt und die Weiterentwicklung zu einem attraktiven, konkurrenzfähigen Wohnstandort für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen stehen dabei im Vordergrund. Gleichzeitig sollen die vorhandenen wirtschaftlichen Potenziale im Einzelhandel sowie in den Bereichen wirtschaftsnaher Dienstleistungen gestärkt werden.

Zusammen mit dem Bezirksamt übernimmt ein externer Gebietsentwickler die Verantwortung für die Umsetzung der Stadtteilentwicklungsmaßnahme. Seit 2011 werden Maßnahmen zur Aufwertung des öffentlichen Raums und zur Verbesserung der Attraktivität des Quartiers umgesetzt. Quartiersstraßen in den Wohngebieten und Stichstraßen zur Fußgängerzone wurden aufgewertet und damit die Bedingungen für Radverkehr und Fußgänger verbessert. Der Poolplatz, zuvor ein Parkplatz, ist nun ein attraktiver, städtischer Quartiersplatz.

In den nächsten Jahren ist der Abriss und erweiterte Neubau des Lichtwarkhauses, eines soziokulturellen Zentrums, geplant. Auch mit der Sanierung des historischen Schulgebäudes der Rudolf-Steiner-Schule soll ein Beitrag zur Sicherung der soziokulturellen Infrastruktur und zum Erhalt eines attraktiven Stadtteilbildes geleistet werden.

Seit Sommer 2012 werden die Bürger und Akteure durch intensive Öffentlichkeitsarbeit über die Umsetzung der Maßnahmen informiert und einbezogen. Erste Anlaufstelle ist dabei das Stadtteilbüro. Durch den 2013 eingerichteten Verfügungsfonds werden die lokalen Akteure aktiv beteiligt. Mit dem Verfügungsfonds konnten bereits die Umgestaltung einer Grünfläche an der Holtenklinker Straße und ein Stadtteilfest unterstützt werden.

Handlungsfelder 

  • Wohnumfeld und öffentlicher Raum
  • Wohnen, lokaler Wohnungsmarkt, Wohnungswirtschaft
  • Lokale Ökonomie
  • Soziales, Bildung und Kultur
  • Umwelt und Verkehr
  • Sport und Freizeit
  • Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Netzwerkbildung

Einzelmaßnahmen

  • Erstellung eines Integrierten Entwicklungskonzeptes (2010/2011)
  • Neugestaltung der Stichstraßen Hinterm Graben / Hude und der zentralen Quartiersstraßen (seit 2011)
  • Weihnachtsbeleuchtung im Sachsentor und angrenzenden Straßen (2012)
  • Beauftragung eines Gebietsmanagements und Einrichtung eines Stadtteilbüros (seit 2012)
  • Treppenmodernisierung zwischen Holtenklinker Straße und ehemaligem Friedhof (2013/14)
  • Neugestaltung Poolplatz (2013/14)

Finanzierung

  • Bund-Länder-Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren"
  • KfW-Programm "Energetische Stadtsanierung"

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
2009/ 2010Beschluss zur Einleitung Vorbereitender Untersuchungen und Erstellung eines Integrierten Entwicklungskonzeptes
2010/ 2011Umgestaltung der Quartiersstraßen und der Stichstraßen zur Fußgängerzone / Weihnachtsbeleuchtung im Sachsentor
2012Beauftragung eines Gebietsentwicklers
2013Erstellung einer Internetseite
2014Fertigstellung des Poolplatzes und der Treppenmodernisierung zwischen Holtenklinker Straße und ehemaligem Friedhof


Besonderheiten

Quartiersstraßen nach der Umgestaltung Quartiersstraßen nach der UmgestaltungQuartiersstraßen nach der Umgestaltung Quelle: Plan und Praxis, Berlin

Durch das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung ist die räumliche Integration der Fördermaßnahme in die übergeordneten und parallel laufenden Planungs- und Erneuerungsprozesse auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen gewährleistet. Die Fördermaßnahme Bergedorf-Süd zeigt einen konzeptionell, trägerschaftlich und kommunikativ integrierten Ansatz, der konsequent von der konzeptionellen Phase bis in die Umsetzung verfolgt wird.

Der integrierte Ansatz spiegelt sich sowohl in den Zielen als auch in der Maßnahmenplanung und den bislang umgesetzten Vorhaben wider. So wird die Belebung und Aufwertung des Zentrums durch die Stärkung des Einzelhandels, des Wohnens und der öffentlichen Einrichtungen gleichermaßen vorangetrieben. Der integrierte Ansatz zeigt sich auch in der Beteiligung: Schon während der Konzeption der Fördermaßnahme wurden Bewohner, Eigentümer, lokale Akteure, Vertreter der verschiedenen Fachpolitiken und der Kommunalpolitik zusammengebracht.

Lernerfahrungen

Mit Hilfe des im Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung verankerten Controllings sollen insbesondere die jeweiligen Projektstände und Verfahrensschritte beobachtet werden. Grundlage für das Controlling sind das Integrierte Entwicklungskonzept und die Zeit-Maßnahmen-Kosten-Pläne, die den Rahmen für die veranschlagten Ziele, Strategien, Ressourcen und Ergebnisse des Entwicklungsprozesses geben. Anpassungen der Ziele und Maßnahmen sind kleinteilig dokumentiert und werden jährlich in Maßnahmenblättern zusammengefasst. So ist zu jeder Zeit der Prozess der Programmumsetzung nachvollziehbar und es wird hierdurch eine fundierte Basis für die Evaluierung der Gesamtmaßnahme hergestellt.

Zusatzinformationen

Bundesland

Hamburg


Gemeinde

Stadt Hamburg (Bezirk Bergedorf)


Programmbereich

Aktive Stadt- und Ortsteilzentren


Projektbeginn

2011


Projektende

voraussichtlich 2020


Größe des Gebietes

35 ha


Volumen der Städtebaufördermittel

bewilligte Bundesfinanzhilfen bis einschließlich 2013: 1,2 Mio. Euro


Gebietstypus

Stadtteilzentrum


Kontaktdaten

Bezirksamt Bergedorf
Fachamt Sozialraummanagement
Claudia Messner
Wentorfer Straße 38
21029 Hamburg
Tel: +49 40 42891-3094
E-Mail: claudia.messner@bergedorf.hamburg.de


Stadtteilbüro Bergedorf-Süd
Barbara Kayser
steg Hamburg mbH
Bergedorfer Straße 158
21029 Hamburg
Tel: 040 807911040
E-Mail: bergedorf-sued@steg-hamburg.de


Link / weitere Informationen

Internetseite Bergedorf-Süd

Internetseite der Stadt Hamburg zu RISE


Stand

Januar 2015

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