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Haldensleben – Historischer Stadtkern

Handel, Handwerk und Dienstleistungen / Öffentliche Einrichtungen / Stadtgestalt und Baukultur / Mitwirkung und Kooperation / Einsatz von Verfügungsfonds

Zusammenfassung

Mehrgenerationenhaus EHFA Mehrgenerationenhaus EHFAMehrgenerationenhaus EHFA Quelle: Plan und Praxis, Berlin

Das nördlich von Magdeburg gelegene Mittelzentrum Haldensleben hat ca. 19.800 Einwohner (Stand: 2015) und ist Kreisstadt des Bördekreises. Trotz einer guten wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt treten Funktionsverluste in der Innenstadt auf. Mit Unterstützung des Zentrenprogramms werden insbesondere Maßnahmen zum Ausbau der Funktionsvielfalt, Stärkung des Einzelhandels und Sanierung stadtbildprägender Bauten umgesetzt. Dabei werden sozial-integrative und kooperative Ansätze verfolgt. Zentrale Maßnahme ist der Bau des Mehrgenerationenhauses "EHFA – Ein Haus für alle".

Kontext

Das Fördergebiet "Historischer Stadtkern" im Zentrenprogramm umfasst die Altstadt von Haldensleben mit dem Haupteinkaufsbereich entlang der Hagenstraße, die sich als Fußgängerzone nach Süden in Richtung Bahnhof erstreckt. Das Fördergebiet entspricht in seiner räumlichen Abgrenzung einem 1991 festgesetzten Sanierungsgebiet. Mit Unterstützung der Städtebauförderprogramme "Städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen" und "Stadtumbau Ost" wurde vor der Aufnahme in das Zentrenprogramm ein Großteil der vorrangig historischen Bausubstanz saniert und der öffentliche Raum aufgewertet.

Aufgrund der demografischen Entwicklung und Konkurrenz durch Einzelhandelsstandorte außerhalb der Altstadt traten dennoch seit Anfang der 2000er Jahre zunehmend Funktionsverluste im historischen Stadtkern auf. Ihnen soll im Rahmen des Zentrenprogramms begegnet werden, indem der Stadtkern als Versorgungsstandort für die Gesamtstadt und die Region gestärkt wird. Neben der Sicherung und dem Ausbau der Einzelhandelsfunktion sollen neue generationengerechte, kulturelle und soziale Einrichtungen die Funktionsvielfalt erweitern, um den Stadtkern dauerhaft zu stabilisieren. Zudem sollen bislang unsanierte Gebäude modernisiert und instandgesetzt werden.

Projektbeschreibung

Die zentralen Ziele der Fördermaßnahme im Zentrenprogramm sind der Ausbau der Funktionsvielfalt und die Stärkung der Kooperation zwischen den Einzelhändlern in der Haldenslebener Innenstadt. Grundlage ist das "Konzept zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Haldenslebener Innenstadt" aus dem Jahr 2010. Das Konzept wurde 2015 fortgeschrieben und zum "Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept Altstadt" weiterentwickelt.

Mit Hilfe eines Innenstadtmanagements, das zwischen 2009 und 2012 tätig war, wurden eine intensivere Kooperation der Händler untereinander sowie zwischen den Händlern und der Stadt angeregt und gemeinsame Projekte umgesetzt. Um dieses Engagement besser unterstützen zu können, wurde 2011 ein Verfügungsfonds eingerichtet.

Das Innenstadtmanagement erarbeitete zusammen mit Vertretern der Händlerschaft eine Gestaltungsrichtlinie für die Ladengestaltung und das Außenmobiliar, um ein einheitliches und hochwertiges Erscheinungsbild in der Fußgängerzone zu erreichen. Das Innenstadtmanagement unterstützte die Umsetzung von Maßnahmen zur Behebung des Leerstandes, die Etablierung eines Regionalmarktes und die Aufwertung des Wochenmarktes sowie Marketingaktionen, Feste und Veranstaltungen in der Innenstadt.

Eine wichtige Maßnahme ist die Entwicklung des überwiegend leerstehenden Rolandkaufhauses, ein zu DDR-Zeiten errichteter, zentral gelegener Plattenbau. Hierfür wurden verschiedene Nutzungskonzeptionen erarbeitet. Derzeit wird ein Investor gesucht. Das Vorhaben soll den bislang schwach frequentierten Bereich am Markt beleben.

Neben der Stabilisierung und Stärkung des Stadtkerns als Ort für Versorgung und Handel sind die Qualifizierung öffentlicher Infrastruktur und die Schaffung von Begegnungsorten von Bedeutung. Zentrale Maßnahme ist das Mehrgenerationenhaus "EHFA – ein Haus für alle". Der Neubau wurde Anfang 2015 eröffnet und beherbergt mehrere soziale Einrichtungen, Beratungsstellen und barrierefreie Wohnungen. Es besitzt ein großzügiges Foyer, das Treffpunkt und Anlaufstelle für Menschen aller Altersgruppen ist. Weiterhin wurden im Stadtkern mehrere Spielplätze geschaffen und Grünanlagen, Fußwegeverbindungen sowie der Schulhof der Grundschule "Otto Boye" umfassend aufgewertet.

Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Sanierung und Umnutzung stadtbildprägender Gebäude. Die Villa Albrecht, ehemals Wohnhaus eines Industriellen, ist nach umfangreicher Sanierung im Jahr 2015 eröffnet worden und dient den Stadtwerken Haldensleben als Firmensitz. Die historische Seifenfabrik wird seit Mitte 2015 saniert, geplant ist eine Nutzung für Wohnen, Gastronomie und Handel.

Handlungsfelder            

  • Handel, Gastronomie und Dienstleistungen
  • Vernetzung und Kooperation der Akteure
  • Soziale Infrastruktur
  • Stadtgestalt und Baukultur
  • Standortmarketing
  • Verbesserung der Erreichbarkeit der Innenstadt

Einzelmaßnahmen

Parkanlage "Weißer Garten" Parkanlage "Weißer Garten"Parkanlage "Weißer Garten" Quelle: Plan und Praxis, Berlin

  • Stärkung des Wochenmarktes, u.a. durch Einrichtung eines Regionalmarktes (umgesetzt)
  • Neubau Mehrgenerationenhaus EHFA (umgesetzt)
  • Aufwertung Außenanlagen der Grundschule "Otto Boye" (umgesetzt)
  • Spielgeräte für Kinder im öffentlichen Raum (umgesetzt)
  • Barrierefreie Fußwegeverbindung zwischen Marktplatz und Parkplätzen nördlich des Stadtkerns (umgesetzt)
  • Sanierung und Umnutzung der Villa Albrecht für die Stadtwerke (umgesetzt)
  • Einrichtung Verfügungsfonds (seit 2011)
  • Einrichtung eines Innenstadtmanagements (2009-2012, Fortsetzung ab 2016 geplant)
  • Aufstellung neuer Straßenmöblierung (in Umsetzung)
  • Sanierung und Umnutzung der ehemaligen Seifenfabrik für Wohnen, Gastronomie und Handel (in Umsetzung)
  • Aufwertung des "Weißen Gartens", einer von Anwohnern gestalteten und gepflegten Parkanlage (in Vorbereitung)
  • Entwicklung des Standortes "Rolandkaufhaus" (geplant)
  • Abriss und Neubau des Gasthauses "Löwenstein" (geplant)

Finanzierung

  • Bund-Länder-Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren"
  • Bund-Länder-Programm "Stadtumbau Ost"
  • Bund-Länder-Programm "Städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen"

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
2008Aufnahme in das Zentrenprogramm
2009Einrichtung des Innenstadtmanagements
2010Erstellung des "Konzepts zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Haldenslebener Innenstadt"
2011Einrichtung des Verfügungsfonds und Umsetzung erster Maßnahmen mit Mitteln des Verfügungsfonds
2012Fertigstellung der Aufwertung der Außenanlage der Grundschule "Otto Boye"
2013Einführung des monatlichen Regionalmarkts/ Fertigstellung einer neuen Fußwegeverbindung vom nördlichen Altstadtrand zum Marktplatz
2015Eröffnung der Villa Albrecht und des Mehrgenerationenhauses EHFA / Beginn Sanierung Seifenfabrik / Fortschreibung des "Konzepts zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Haldenslebener Innenstadt" zum "Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept Altstadt"


Besonderheiten

Hervorzuheben sind die sozial-integrativen Ansätze, die in Haldensleben bei der Umsetzung des Zentrenprogramms von Bedeutung sind. Damit soll der Stadtkern nicht nur als Einzelhandelsstandort gestärkt werden sondern auch als Treffpunkt für unterschiedliche Generationen. In der Umsetzung ist das Mehrgenerationenhaus EHFA entstanden. Es wurde durch die Kooperation von verschiedenen privaten und öffentlichen Akteuren und mit Hilfe der Bündelung von Förderprogrammen (Städtebauförderung und EU-Programme) ermöglicht.

Lernerfahrungen

In Haldensleben haben die lokalen Einzelhändler ein hohes Maß an Eigenverantwortung übernommen, um zu einer einheitlichen und qualitativ hochwertigen Gestaltung der Innenstadt beizutragen. Die Erarbeitung und Entscheidung über eine Gestaltungsvereinbarung für die Ladengestaltung und das Außenmobiliar im Haupteinkaufsbereich erfolgte durch die Gewerbetreibenden selbst. Wichtiger Akteur und Multiplikator war dabei die lokale Vereinigung der Einzelhändler. Begleitend moderierte das Innenstadtmanagement die Diskussionen und entwickelte darauf aufbauend Entwürfe der Gestaltungsleitlinien. Die kooperative Herangehensweise bei der Erarbeitung der Leitlinien hat einen wichtigen Beitrag zur Verstetigung geleistet. Obwohl das Innenstadtmanagement und die lokale Vereinigung der Einzelhändler derzeit nicht aktiv sind, orientieren sich die Händler nach wie vor an den gemeinsam getroffenen Vereinbarungen.

Zusatzinformationen

Bundesland

Sachsen-Anhalt


Gemeinde

Haldensleben


Programmbereich

Aktive Stadt- und Ortsteilzentren


Projektbeginn

2008


Projektende

2020


Größe des Gebietes

ca. 39 ha


Volumen der Städtebaufördermittel

bewilligte Bundesfinanzhilfen bis einschließlich 2014: 903.000 Euro


Gebietstypus

Stadtzentrum


Kontaktdaten

Stadt Haldensleben
Rathaus | Markt 20
39340 Haldensleben

Amtsleiter Bauamt
Herr Ralf Krupp-Aachen
Tel.: +49 3904 479-360
E-Mail: krupp-aachen@haldensleben.de


Link / weitere Informationen

Internetseite der Stadt

Stand

Januar 2016



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