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Meldorf - Östliche Innenstadt

Schwerpunkte: Handel, Handwerk und Dienstleistungen / Öffentlicher Raum / Wohnen und öffentliche Einrichtungen / Stadtgestalt und Baukultur / Verkehr und Mobilität

Zusammenfassung

Die Stadt Meldorf hat rund 7.300 Einwohner und liegt unweit der Nordseeküste in Schleswig-Holstein. Meldorf ist Unterzentrum mit Teilfunktion eines Mittelzentrums und hat eine wichtige Bedeutung in der Region als Standort für Tourismus, Einzelhandel und Kultur. Zentrale Maßnahmen im Sanierungsgebiet "Östliche Innenstadt" sind die Aufwertung der Fußgängerzone und der stadtverträgliche Umbau von Straßen. Zudem soll die Innenstadt als Wohnstandort für unterschiedliche Zielgruppen gestärkt werden.

Kontext

Das Programmgebiet "Östliche Innenstadt" umfasst ungefähr ein Drittel der Meldorfer Altstadt und wird durch ein- bis zweigeschossige Wohn- und Geschäftshäuser geprägt. Im Gebiet befinden sich sowohl die Fußgängerzone mit kleinteiligem Einzelhandel als auch ein Standort mit großflächigem Nahversorgungsangebot. Große Bedeutung hat das Gebiet zudem als Wohnstandort. Auch konzentrieren sich hier zahlreiche soziale und kulturelle Einrichtungen mit gesamtstädtischer Bedeutung, darunter Stadtbibliothek, Volkshochschule, Museumsweberei und eine Grundschule.

Dem drohenden Bedeutungsverlust der Altstadt, hervorgerufen durch zahlreiche unsanierte Gebäude, zunehmenden Leerstand von Einzelhandelsflächen und erhebliche Gestaltungsdefizite in der Fußgängerzone, soll mit der Sanierungsmaßnahme begegnet werden.

Projektbeschreibung

Auf der Grundlage Vorbereitender Untersuchungen (VU) wurde 2012 das Sanierungsgebiet "Östliche Innenstadt" gemäß § 142 BauGB (circa 17 Hektar) förmlich festgelegt. Im Jahr 2013 wurde begonnen ein integriertes Entwicklungskonzept (IEK) als Grundlage für die weitere Umsetzung der Fördermaßnahme zu erarbeiten. Das IEK wurde 2015 fertig gestellt und 2016 von der Stadtvertretung beschlossen.

Ziel der Sanierungsmaßnahme ist es, die dicht bebaute Altstadt zu revitalisieren und ihre Anziehungskraft als Einzelhandels- und Wohnstandort zu sichern. Wohn- und Geschäftshäuser sollen in Zusammenarbeit mit den Eigentümern modernisiert und unter Berücksichtigung des historischen Erscheinungsbildes instandgesetzt werden. Zur Verbesserung des Stadtbildes und zur Erhöhung der Aufenthalts- und Wohnqualität werden Straßen, Plätze und die Fußgängerzone umgestaltet. Geplant ist auch, das Bahnhofsumfeld in Verbindung mit dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) als Ankunftsort aufzuwerten und die Wegeführung in die Innenstadt zu verbessern. Grundlage für die Gestaltungsmaßnahmen ist ein Gestaltungshandbuch, das 2012 erarbeitet wurde.

Zentrale Maßnahme ist die Aufwertung der Fußgängerzone ("Gehstraßen") in der Roggen-, Spreet- und Zingelstraße. Die aus den 1970er Jahren stammende Gestaltung der "Gehstraßen" wurde in vier Bauabschnitten bis 2015 erneuert. Der Rathausplatz wurde mit in die Umgestaltung einbezogen. Durch ein einheitliches Erscheinungsbild, neues Stadtmobiliar und künstlerische Gestaltungselemente stieg die Aufenthaltsqualität und der Standort gewann an Attraktivität. Bei der Umgestaltung wurden Aspekte der Barrierefreiheit berücksichtigt. Gewerbetreibende und Bewohner waren zuvor intensiv in die Planungen einbezogen worden.

Das Einzelhandels- und Gastronomieangebot in der Fußgängerzone soll verbessert und mit Kultur- und Freizeitangeboten angereichert werden. Hierfür wird das vorhandene Flächen- und Leerstandsmanagementsystem dem aktuellen Stand angepasst, um dann aktiv um potenzielle Gewerbetreibende zu werben. Zur Unterstützung dieser Bemühungen soll ein Zentrenmanagement eingerichtet werden. Privat-öffentliche Kooperationen sollen auch durch einen Verfügungsfonds unterstützt werden. Die hierfür erforderliche Richtlinie wurde 2016 erarbeitet, so dass der Verfügungsfonds im Frühjahr 2017 bereitgestellt werden kann.

Einen weiteren Schwerpunkt stellt der Bereich an der Kampstraße und am Zingel dar, da diese Bereiche eine besondere Funktion haben. Der Platz am Zingel verbindet die Innenstadt mit dem Nahversorgungszentrum am Rand des Stadtkerns und dem Stadtgebiet östlich der Bahn. Die Kampstraße dient der Erschließung des Nahversorgungszentrums, wirkt aber aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens als Barriere zwischen Nahversorgungszentrum und Altstadt. Beide Bereiche sollen so umgestaltet werden, dass sowohl die Verbindung zur Altstadt als auch die Aufenthaltsqualität für Wohn- und Gewerbenutzende verbessert wird.

2016 begann der Umbau des Platzes am Zingel. Ziel ist es, eine gestalterische und funktionale Verbindung zwischen der Fußgängerzone und dem Nahversorgungszentrum herzustellen und eine einladende Eingangssituation in die Altstadt zu gestalten. Die Dominanz des Autoverkehrs wird reduziert, indem der Straßenquerschnitt geändert und eine durchgehende, hochwertige Pflasterung verlegt wird. Die Verknüpfung soll dazu beitragen, dass Kunden des Nahversorgungszentrums auch die Innenstadt aufsuchen. Am Nahversorgungszentrum stehen zudem öffentlich nutzbare Parkplätze zur Verfügung, die zukünftig stärker von Innenstadtbesuchern genutzt werden sollen.

Der Umbau der Kampstraße erforderte umfangreiche Verkehrsgutachten. Mehrere Varianten wurden geprüft, um die Verkehrsströme zu verlagern. Vorgesehen ist, entlang des Nahversorgungszentrums eine neue Straße zu bauen, die direkt an eine Umgehungsstraße anschließt. Dadurch wird der Bereich der Kampstraße, an der die Wohnnutzung dominiert, vom Durchgangsverkehr entlastet. Dies eröffnet Möglichkeiten für eine Verkehrsberuhigung.

Handlungsfelder            

  • Öffentlicher Raum
  • Stadtgestalt und Baukultur
  • Einzelhandel, Dienstleistungen und Gastronomie
  • Städtebau, Reaktivierung von Brachflächen und Neuordnung von Grundstücken
  • Wohnen
  • Öffentliche Einrichtungen und soziale Infrastruktur
  • Tourismus, Kultur und Freizeit
  • Verkehr und Umwelt

Einzelmaßnahmen  

  • Erarbeitung Vorbereitender Untersuchungen (VU) und eines integrierten Entwicklungskonzeptes (IEK) (fertig gestellt)
  • Umgestaltung der Fußgängerzone inklusive Rathausplatz und Verbesserung der Aufenthaltsqualität (Erneuerung des Bodenbelags, der Beleuchtung, der Stadtmöbel, punktuelle Begrünung) (fertig gestellt)
  • Weiterentwicklung Einzelhandelsstandort nördlich der Kampstraße mit nicht zentrenrelevantem Einzelhandel und Stellplätzen (auch für die Altstadt) (fertig gestellt)
  • Umgestaltung und Verkehrsberuhigung der Kampstraße (in Vorbereitung)
  • Umgestaltung Platz Am Zingel (in Umsetzung)
  • Umbau und energetische Sanierung der Stadtbibliothek und Erweiterung zum Medienzentrum (geplant)
  • Energetische Sanierung des Rathauses (geplant)
  • Beteiligung, Aktivierung und Öffentlichkeitsarbeit, unter anderem Internetseite, Informationsflyer, Kinder- und Jugendwerkstatt, Planungsspaziergänge (kontinuierlich)

Finanzierung

  • Bund-Länder-Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren"

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
2009Aufnahme in das Städtebauförderprogramm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren"
2011Durchführung Vorbereitender Untersuchungen (VU)
2012Förmliche Festlegung des Sanierungsgebiets "Östliche Innenstadt"
2013Beginn Erarbeitung des integrierten Entwicklungskonzeptes (IEK) / Beginn Umgestaltung der Gehstraßen
2015Fertigstellung Gehstraßen
2016Beginn Umgestaltung Platz am Zingel / Beschluss der Stadtvertretung zum integrierten Entwicklungskonzept
2017Fortschreibung Einzelhandelskonzept (geplant) / Einrichtung Verfügungsfonds (Konstituierung Beirat 1. Quartal 2017)


Besonderheiten

Hervorzuheben ist, dass in Meldorf neben der Stärkung der Innenstadt als Standort für Einzelhandel ein Schwerpunkt auf ihre Stärkung als Wohnstandort und den Ausbau und die Sanierung öffentlicher Einrichtungen gelegt wird. Die Stadt verfolgt somit einen ganzheitlichen Ansatz zur Stärkung der Funktionsvielfalt in der Innenstadt. Der Sicherung von Bildungseinrichtungen sowie sozialer und kultureller Infrastruktur wird große Bedeutung beigemessen. Erste geplante Maßnahme im Bereich der öffentlichen Infrastruktur ist die energetische Sanierung und Erweiterung der Stadtbibliothek zum Medienzentrum. Darüber hinaus ist die energetische Sanierung des Rathauses vorgesehen. Zur Stärkung der Innenstadt als Wohnquartier sollen Bestandsgebäude saniert, das Wohnumfeld durch Straßenneugestaltungen aufgewertet und neue, zielgruppenspezifische Wohnungsangebote, zum Beispiel für Senioren, auf Brachflächen und Baulücken geschaffen werden. Damit wird auf die steigende Nachfrage nach Wohnraum in der Innenstadt reagiert.

Lernerfahrungen

Die Stadt hat bewusst einen Standort mit großflächigem Einzelhandel (überwiegend Nahversorgung) nördlich der Kampstraße in das Sanierungsgebiet mit einbezogen. Ziel dieser Abgrenzung ist es, eine gestalterische und funktionale Verknüpfung mit der östlichen Innenstadt herzustellen. Die Investoren an diesem Standort werden in den Innenstadtentwicklungsprozess einbezogen, da der Standort durch die Aufwertungsmaßnahmen an der Kampstraße und in der Fußgängerzone profitiert. Die Abgrenzung des Sanierungsgebietes wird in Meldorf somit strategisch eingesetzt, um die Entwicklung des Nahversorgungsstandortes auch mit Hilfe des sanierungsrechtlichen Instrumentariums zu steuern und für die Erneuerung des Zentrums zu nutzen.

Zusatzinformationen

Bundesland

Schleswig-Holstein


Gemeinde

Meldorf


Programmbereich

Aktive Stadt- und Ortsteilzentren


Projektbeginn

2009


Projektende

Voraussichtlich 2023


Größe des Gebietes

Circa 17 Hektar


Volumen der Städtebaufördermittel

Bewilligte Bundesfinanzhilfen bis einschließlich 2015: circa 2,3 Millionen Euro


Gebietstypus

Stadtzentrum


Kontaktdaten

Amt Mitteldithmarschen
Herr Heiko Kerber
Zingelstraße 2
25704 Meldorf
Tel.: +49 4832 9597173
E-Mail: h.kerber@mitteldithmarschen.de


GOS mbH
Sanierungsträger der Stadt Meldorf
Herr Michael Behrens
Lange Reihe 22-24
24103 Kiel
Tel.: +49 431 9066448
E-Mail: behrens@gos-gsom.eu


Link / weitere Informationen

Informationen der Stadt Meldorf


Stand

März 2017

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