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München-Trudering

Schwerpunkte: Handel, Handwerk und Dienstleistungen, Öffentlicher Raum, Mobilität, Mitwirkung und Kooperation

Zusammenfassung

Das Stadtteilzentrum Trudering im Osten von München ist ein wichtiger Nahversorgungsstandort für die umliegenden Wohnquartiere. Um Funktionsverlusten entgegen zu wirken, wurden ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept erarbeitet, ein Sanierungsgebiet abgegrenzt und ein Geschäftsstraßenmanagement eingerichtet. Es übernimmt Aufgaben zur Aktivierung von Akteuren und Stärkung der partnerschaftlichen Zusammenarbeit, um Maßnahmen zum Ausbau der Funktionsvielfalt gemeinsam mit Bürgern, Eigentümern und Gewerbetreibenden umzusetzen. Dabei spielt die Sicherung traditioneller Gewerbe- und Handwerksbetriebe eine wichtige Rolle.

Kontext

Das Stadtteilzentrum Trudering ist durch eine kleinteilige, zum Teil dörfliche Bebauung entlang der Truderinger Hauptstraße geprägt, die die Funktion der Haupteinkaufsstraße wahrnimmt. Im Norden wird das Stadtteilzentrum von einer Bahnlinie begrenzt, an der sich Standorte für großflächigen Einzelhandel, Gewerbe und Handwerk befinden.
Funktionsverluste im Einzelhandel, Gestaltungsdefizite im öffentlichen Raum, eine hohe Verkehrsbelastung auf der Truderinger Hauptstraße sowie eine fehlende Verknüpfung von Teilbereichen des Stadtteilzentrums führten zur Aufnahme in das Zentrenprogramm. Als Grundlage für den Entwicklungsprozess wurden Vorbereitende Untersuchungen erarbeitet und ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept erstellt. Auf dieser Grundlage wurde im Februar 2013 ein Sanierungsgebiet förmlich beschlossen. Es wird das vereinfachte Verfahren gemäß § 142 Absatz 4 Baugesetzbuch (BauGB) angewendet.

Projektbeschreibung

Zentrales Ziel ist die Stärkung der Funktionsvielfalt durch die Sicherung vorhandener Nutzungen und die Anreicherung mit ergänzenden Funktionen. Neben der Stärkung des Einzelhandels wird besonderes Augenmerk auf Gewerbe und Handwerk gelegt. Hierzu zählen die innerhalb des Fördergebiets liegenden Gewerbeflächen entlang der Bahn. Durch die Sicherung und Weiterentwicklung des Gewerbestandorts soll dieser Bereich zur funktionalen Stärkung und Belebung des Zentrums beitragen und Arbeitsplätze sichern.
Zur Sicherung und Stärkung von Handwerk und Gewerbe im Stadtteilzentrum werden konzeptionelle und kommunikative Ansätze eingesetzt, die ein Geschäftsstraßenmanagement koordiniert. Es wurde 2010 eingerichtet und arbeitet eng mit dem Gewerbe- und Eigentümerverband Trudering (GEVT) zusammen. Der GEVT wurde im April 2011 gegründet, um durch Marketingaktivitäten den Standort zu stärken und den Entwicklungsprozess zu begleiten. In ihm sind neben Einzelhandels- und Dienstleistungsunternehmen auch Handwerks- und Gewerbebetriebe vertreten. Gemeinsam mit dem Geschäftsstraßenmanagement wurde das Bewusstsein für die Bedeutung von Handwerk und Gewerbe im Stadtteilzentrum gestärkt. So findet seit fünf Jahren einmal jährlich der Handels- und Handwerkermarkt statt, der unter anderem auch zum Besuch von Handwerksbetrieben einlädt.

2010 wurde ein Flächen- und Leerstandsmanagement eingerichtet. Das Geschäftsstraßenmanagement koordiniert die Flächenentwicklung und nimmt Einfluss auf die Nutzungen, um die Vielfalt im Stadtteilzentrum zu fördern. Es soll auch vermieden werden, dass neue Handelsbetriebe die vorhandenen klassischen Gewerbebetriebe und Handwerker verdrängen.

Zentrale Maßnahme ist die Umgestaltung der Truderinger Hauptstraße. Sie soll verkehrsberuhigt werden, um die Aufenthaltsqualität im Stadtteilzentrum zu verbessern und mehr Raum zum Verweilen zu schaffen. Der Umbau der Straße wird derzeit vorbereitet. Bereits fertig gestellt ist eine neue Grünfläche mit Spielplatz, die die Attraktivität des Stadtteilzentrums für Familien erhöht. In Zusammenarbeit mit Grundstückeigentümern sollen Wegeverbindungen im Stadtteilzentrum neu geschaffen oder aufgewertet werden, um Teilbereiche des Zentrums miteinander zu verknüpfen und den Fuß- und Radverkehr attraktiver zu gestalten. Hierzu zählt die Anbindung mehrerer Kultur‐, Freizeit‐ und Bildungseinrichtungen im Süden des Stadtteilzentrums an die Truderinger Hauptstraße, indem eine Rad- und Fußwegeverbindung auf dem Gelände eines neuen Wohngebiets entsteht.
Die neuen Wohnungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Stadtteilzentrums als Wohnstandort. Die Wohnqualität und das Angebot an generationengerechten Wohnungen soll auch durch Investitionen privater Eigentümer in den Gebäudebestand steigen. Ein wichtiges Handlungsfeld ist deshalb die Beratung von Eigentümern, um sie für die Neuordnung von Grundstücken, Investitionen in den Gebäudebestand und die Weiterentwicklung von Wohn- und Gewerbestandorten zu gewinnen. In Trudering wird seit Frühjahr 2016 als Instrument zur Aktivierung der Eigentümer das kommunale Förderprogramm „aktiv.gestalten“ eingesetzt. Eigentümer erhalten eine kostenlose Beratung zu möglichen Maßnahmen zur Aufwertung und energetischen Sanierung von Fassaden, Begrünung, Schaffung von barrierefreien Zugängen und Aufwertung der Gebäudevorflächen. Das Programm dient auch der Aufwertung von Gebäuden für Gewerbe und Handwerk. Mit Mitteln des Förderprogramms wird die Umsetzung dieser Maßnahmen finanziell unterstützt.

Die partnerschaftliche Zusammenarbeit der Akteure wird zudem durch Stadtteilmarketingprojekte gefördert. Hierzu zählen Feste und Aktionen, ein Logo und eine Internetseite für das Stadtteilzentrum sowie ein digitaler Stadtteilführer. Er verdeutlicht die Vielfalt der Angebote im Stadtteilzentrum. Auf einer neu eingerichteten Internetplattform werden sämtliche Betriebe im Stadtteilzentrum verortet und thematisch sortiert präsentiert. Der Stadtteilführer ist auch als gedruckte Version erhältlich.
Seit 2010 gibt es die Projektgruppe Trudering. Das Gremium begleitet den Umsetzungsprozess und setzt sich aus Bürgern, Vertretern der Lokalpolitik und der Stadtverwaltung, der lokalen Vereine und sozialen Einrichtungen sowie dem Stadtteilmanagement zusammen. Auf den regelmäßig stattfindenden Treffen der Projektgruppe wird auch über Anträge für den Verfügungsfonds entschieden. Bislang wurden Projekte in einem Umfang von 40.000 Euro privater Mittel mit 10.500 Euro aus der Städtebauförderung unterstützt. Hierzu zählen unter anderem eine Weihnachtsbeleuchtung, Stadtteilfeste und Aktionen für Kinder.

Handlungsfelder 

  • Einzelhandel, Handwerk und Dienstleistungen
  • Wohnen
  • Stadtverträgliche Mobilität
  • Öffentlicher Raum / Grün- und Freiflächen
  • Verknüpfung von Teilräumen des Zentrums
  • Aktivierung und Beteiligung
  • Geschäftsstraßenmanagement und Stadtteilmarketing

Einzelmaßnahmen

  • Durchführung Vorbereitender Untersuchungen und Erarbeitung eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (2011-2012)
  • Geschäftsstraßenmanagement (seit 2010)
  • Verfügungsfonds (seit 2010)
  • Stadtteilführer (analog und digital, seit 2013)
  • Truderinger Gewerbe- und Handwerkermarkt (seit 2011)
  • Stadtteilmarketingkonzept (2015)
  • Gestaltung einer neuen Grünfläche mit Spielplatz (Fertigstellung 2016)
  • Umgestaltung Truderinger Hauptstraße (in Vorbereitung)
  • Wegeverbindung zwischen Truderinger Hauptstraße und Bildungs- und Kulturstandort (private Maßnahme, in Umsetzung)

Finanzierung

Bund-Länder-Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren"

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
2009Aufnahme in das Zentrenprogramm
2010Einrichtung des Geschäftsstraßenmanagements mit Stadtteilladen vor Ort / Gründung der Projektgruppe Trudering / Einrichtung des Verfügungsfonds
2011Gründung des Gewerbe- und Eigentümerverbands Trudering (GEVT) / Erster Handels- und Handwerkertag (seitdem einmal jährlich)
2011-2012Durchführung Vorbereitender Untersuchungen und Erarbeitung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK)
2013Förmliche Festlegung des Sanierungsgebiets / Veröffentlichung des Stadtteilführers Trudering (1. Auflage)
2014Freischaltung der Internetseite mit dem digitalen Stadtteilführer
2015Erarbeitung eines Stadtteilmarketingkonzepts / Veröffentlichung des Stadtteilführers Trudering (2. Auflage)
2016Eröffnung der Grünfläche mit Spielplatz an der Truderinger Straße / Start des Förderprogramms „"ktiv.gestalten"

Besonderheiten

Hervorzuheben ist die explizite Stärkung von Gewerbe und Handwerk als Bestandteil der Funktionsvielfalt. Sie tragen zur Belebung des Zentrums durch spezifische Angebote und Arbeitsplätze bei und prägen das individuelle Profil des Zentrums. Die vielschichtigen Aktivitäten in München-Trudering zeigen, wie diese Potenziale für die Stabilisierung des Zentrums genutzt werden können. Durch Aktionen und Maßnahmen des Geschäftsstraßenmanagements und eine koordinierte Zusammenarbeit der Akteure entsteht Bewusstsein für die Bedeutung dieser Betriebe. Durch den Einsatz des kommunalen Förderprogramms werden Eigentümer zudem gezielt bei der Sicherung und Weiterentwicklung der Standorte für Handwerk und Gewerbe unterstützt.

Lernerfahrungen

Durch das Flächen- und Leerstandsmanagement in Kombination mit den Beratungs- und Kommunikationsangeboten des Stadtteilmanagements gelingt es, Einfluss auf die Art und Qualität der Nutzungen im Stadtteilzentrum zu nehmen und ihre Entwicklung im Sinne einer ausgewogenen Nutzungsmischung zu steuern. Dies dient der Profilierung des Zentrums als Nahversorgungsstandort mit ergänzenden Angeboten in den Bereichen Handwerk, produzierendes Gewerbe und Gastronomie.

Zusatzinformationen

Bundesland

Bayern


Gemeinde

München


Programmbereich

Aktive Stadt- und Ortsteilzentren


Projektbeginn

2009


Projektende

Voraussichtlich 2017


Größe des Gebietes

Circa 80 ha


Volumen der Städtebaufördermittel

Finanzhilfen des Bundes bis einschließlich 2015: 670.500 Euro


Gebietstypus

Stadtteilzentrum


Kontaktdaten

Geschäftsstraßenmanagement Trudering
Frau Katharina Sigl
Truderinger Str. 302
81825 München
Tel. +49 89 452 407 46
E-Mail: info@aktive-zentren-trudering.de


Link / weitere Informationen

Aktive Zentren Trudering

Stadtteilführer Trudering


Stand

Oktober 2016

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