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Münster - Innenstadt

Schwerpunkte: Konzepte / Handel, Handwerk, Dienstleistungen / Wohnen und öffentliche Einrichtungen / Stadtgestalt und Baukultur / Mitwirkung und Kooperation / Einsatz von Verfügungsfonds

Zusammenfassung

Abgrenzung des Programmgebiets Abgrenzung des ProgrammgebietsAbgrenzung des Programmgebiets Quelle: Stadt Münster

Der integrierte Ansatz des Programms "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" spiegelt sich in Münster in einer Vielzahl an Maßnahmen wider, die zur Erhaltung und Weiterentwicklung der Funktionsvielfalt der Innenstadt beitragen sollen. Die gesamte Innenstadt ist Programmgebiet und wird ganzheitlich betrachtet. Sie soll als Standort für Wirtschaft, Kultur sowie als Ort zum Wohnen, Arbeiten und Leben weiter qualifiziert und gesichert werden. Der Schwerpunkt der Maßnahmen liegt auf dem Neubau von Wohn- und Geschäftshäusern sowie auf der Umgestaltung des öffentlichen Raumes. Besondere Kennzeichen der Fördermaßnahme sind ihr präventiver Charakter und der intensive Einbezug von privaten Initiativen aus dem Kontext der Innenstadtentwicklung.

Kontext

Die Stadt Münster, Oberzentrum des Münsterlandes, hat durch den Wiederaufbau des Altstadtkerns nach dem Krieg entsprechend der alten Stadtstruktur bis heute ihr historisches Stadtbild erhalten. Dazu gehört auch die ringförmig um die Altstadt verlaufende Promenade. Das Stadtzentrum besticht durch seine historischen Märkte mit den stadtbildprägenden, giebelständigen Gebäuden (zum Beispiel am Prinzipalmarkt und am Roggenmarkt) sowie durch eine attraktive Funktionsmischung aus Handel, Kultur und Wohnen. Problematisch sind der zum Teil veraltete Zustand und die Ausstattung von Gewerberäumen und Einzelhandelsflächen. Ersten Anzeichen von Trading-Down-Effekten soll durch die Förderung aus dem Zentrenprogramm entgegengewirkt werden.

Grundlage für die Maßnahmen im Zentrenprogramm ist das 2004 verabschiedete strategische Stadtentwicklungs- und Stadtmarketingkonzept. Es verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und wurde unter Mitwirkung aller gesellschaftlichen Gruppen erarbeitet. Ziel dieses dialogorientierten Prozesses war die Entwicklung strategischer Leitlinien und eines zukunftsweisenden Profils für die Stadtentwicklung und das Stadtmarketing in Münster.

Projektbeschreibung

Neubau in der Stubengasse Neubau in der StubengasseNeubau in der Stubengasse Quelle: Stadt Münster

Das Programmgebiet Münster-Innenstadt, festgesetzt als Stadtumbaugebiet (§171b (2) BauGB), umfasst die gesamte Altstadt mit dem Bahnhofsumfeld als Schwerpunktbereich und die Straßenzüge Warendorfer Straße, Wolbecker Straße, Hammer Straße als Ergänzungsbereiche. Durch die Umsetzung des integrierten Konzepts wird der Wirtschafts- und Lebensstandort Münster gestärkt und dessen Profilierung unterstützt.

Eines der ersten Vorhaben, die mit Mitteln des Zentrenprogramms umgesetzt wurden, war die Gestaltung des Picasso-Platzes. Der Platz liegt gegenüber dem Kunstmuseum Pablo Picasso und zeigt seit der Umgestaltung das auf den Boden gepflasterte Abbild Picassos.

Die Maßnahme besitzt vor allem präventiven Charakter. Die Funktionsmischung von Handel, Kultur und Wohnen soll erhalten und ausgebaut werden. Insbesondere wird der Schaffung und Sicherung von preiswertem Wohnraum Bedeutung beigemessen. Wichtiges Element der Gesamtmaßnahme sind die Neuordnung von Flächen und die Neubebauung von Baulücken. Diese ergänzen, zum Beispiel beim Projekt "Stubengasse", durch kleinteilige Bauten die Stadtstruktur, neue Platzräume entstehen, zusätzlicher Wohnraum wird geschaffen und das Einzelhandelsangebot behutsam erweitert.

Schwerpunkt der Gesamtmaßnahme ist die Aufwertung des Bahnhofsumfeldes, parallel zum Umbau des Hauptbahnhofes. Wegebeziehungen zwischen Innenstadt und Bahnhof sowie der Bahnhofsvorplatz auf der Westseite (Berliner Platz) wurden neu gestaltet und ein Fahrradparkhaus entstand. Ein Lichtkonzept für den Berliner Platz wurde mit Hilfe einer Ko-Finanzierung der "Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel" (ISG) umgesetzt. Auch der Vorplatz auf der Ostseite des Bahnhofs (Bremer Platz) soll umgestaltet werden und ein neues Eingangsgebäude den Bahnhof aufwerten. In dem Gebäude entstehen unter anderem eine weitere Radstation sowie ein Hotel. Für die geplante Umgestaltung der Windthorststraße, die wichtigste Verbindungsachse zwischen Altstadt und Bahnhof, fand 2016 eine Testphase statt. Erprobt wurde, wie sich die geplanten Maßnahmen, die Wegnahme von Fahrradständern und zusätzliches Stadtmobiliar, auf die Aufenthaltsqualität auswirken.

Die Weiterentwicklung der Innenstadt wird in Münster in Partnerschaft von Händlern, Immobilieneigentümern, Gastronomen und der Stadtverwaltung organisiert. Dies schließt die finanzielle Beteiligung privater Akteure ausdrücklich mit ein. Aufbauend auf dem "Integrierten Stadtentwicklungs- und Stadtmarketingkonzept Münster" sowie als Fortschreibung des bisherigen "Rahmenplans Münster-Altstadt" wurde ein handlungsleitender Orientierungsrahmen als grundlegende Basis für das Fördergebiet erstellt. Die Gebietsabgrenzung bezieht sich auch auf das Einzelhandelskonzept der Stadt Münster. Zur Identifizierung von Handlungsbedarf wurden Passantenbefragungen durchgeführt und Standortprofile erarbeitet, um gezielt und frühzeitig Maßnahmen für jene Bereiche der Innenstadt anzustoßen, in denen Anzeichen für sinkende Passantenzahlen und eine problematische Entwicklung der Einzelhandelsstruktur beobachtet werden.

Einen Verfügungsfonds gibt es seit 2012. Vorgesehen ist, mit den Mitteln aus dem Verfügungsfonds ein Leerstandmanagement zu etablieren, Zwischennutzungen zu fördern und das bestehende Wegeleitsystem weiter zu entwickeln. Außerdem können auch kulturelle Veranstaltungen gefördert werden. So wurde beispielsweise die seit 2015 jährlich stattfindende Kunst- und Architekturschau „Schauraum – das Fest der Museen und Galerien“ mit Mitteln des Verfügungsfonds unterstützt. Derzeit entsteht mit Mitteln des Fonds eine Gestaltungsfibel für das Bahnhofsviertel.

Handlungsfelder 

  • Stadtgestalt und Baukultur (zum Beispiel durch Schließung von Baulücken und behutsame Sanierung von Wohn- und Geschäftshäusern)
  • Sicherung und Ausbau der Funktionsvielfalt unter besonderer Berücksichtigung der Wohnfunktion
  • Aufwertung öffentlicher Räume und Stärkung der Aufenthaltsqualität (zum Beispiel durch Erschließung neuer Plätze und Wegebeziehungen)
  • Stärkung des Handelsplatzes und Sicherung des Geschäftsstrukturen
  • Förderung des privaten Engagements und privat-öffentlicher Kooperationen

Einzelmaßnahmen

  • Aufwertung der Westseite des Bahnhofs (Gestaltung des Berliner Platzes, Umsetzung Lichtkonzept, Bau eines Fahrradparkhauses, Aufwertung der Wegeführung Altstadt-Bahnhof)
  • Aufwertung der Ostseite des Bahnhofs (Gestaltung des Bremer Platzes, Errichtung eines Eingangsgebäudes mit weiterer Fahrradstation und Hotel)
  • Gestaltung des Picasso-Platzes
  • Umbau der Windthorststraße
  • Leerstandmanagement im Bahnhofsviertel
  • Erstellung von Konzepten und Gutachten (Verknüpfung von Kultur, Kunst, Bildung und Wissenschaft, Tages- und Wochenendtourismus, Entwicklung preisgünstigen Wohnraums, Familien- und Generationenfreundlichkeit, Kommunikationskonzept "Initiative attraktive Innenstadt")
  • Evaluation und wissenschaftliche Begleitung der Innenstadtentwicklung
  • Weiterentwicklung eines Wegeleitsystems
  • Begleitung und Förderung der Neuaufstellung einer Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) für die Ergänzungsachsen des Innenstadtbereichs
  • Initiierung eines Verfügungsfonds

Finanzierung

Bund-Länder-Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren"

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
2004Integriertes Stadtentwicklungs- und Stadtmarketingkonzept
2008Integriertes Handlungskonzept Münster Innenstadt
2010Aufnahme in das Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" / Fertigstellung Neubauvorhaben "Stubengasse" / Umsetzung Lichtkonzept "Bahnhofsstraße"
2012Einrichtung des Verfügungsfonds
2015Beginn der Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes auf der Westseite
2016Fortschreibung des integrierten Handlungskonzept Münster Innenstadt / Testphase für die Umgestaltung der Windthorststraße / Beginn der Erarbeitung einer Gestaltungsfibel für das Bahnhofsviertel


Besonderheiten

In Münster wird das Zentrenprogramm bewusst präventiv eingesetzt. Bereits erzielte Erfolge der Stadterneuerung zur Stärkung der Innenstadt sollen gesichert werden. Gezielt werden Bereiche, die durch die Verlagerung von Passantenströmen durch neue Einzelhandelsstandorte erste Ansätze einer problematischen Entwicklung aufweisen, in ihrer Profilierung unterstützt. Dazu werden unter anderem Gutachten erarbeitet und Passantenbefragungen durchgeführt. Intensiv werden dazu die bereits bestehenden privaten Initiativen einbezogen, die zum Ziel haben, die Entwicklung der Innenstadt zu unterstützen sowie Projekte und Maßnahmen zu initiieren. Dazu zählen die "Initiative Starke Innenstadt" (ISI) und die "Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel" (ISG). Diese Initiativen haben bereits funktionierende Partnerschaften aufgebaut, was die Kooperation der Stadt mit Privaten im Rahmen des Zentrenprogramms erleichtert.

Die "Initiative Starke Innenstadt" erhielt im Jahr 2008 den Innovationspreis der NRW Bank und kann als Modell für freiwilliges, privates Engagement bei der Innenstadtentwicklung gelten.

Lernerfahrungen

Als Instrument, mit dem die Baukultur gestärkt werden kann, haben sich in Münster Wettbewerbe bei Neubauvorhaben etabliert. Sie tragen entscheidend dazu bei, eine Diskussionskultur über die Weiterentwicklung der Innenstadt anzuregen sowie die Stadtgestalt und die architektonische Qualität zu sichern. Eng damit verbunden ist die kritische Begleitung der Ausweisung neuer Handelsflächen durch öffentliche und private Akteure. Ziel ist, die durch neue Quartiere und größere Ansiedlungen von Handel und Gastronomie entstehenden Veränderungen städtebaulich und funktional in die Innenstadt zu integrieren.

In Münster ist es auch schon vor der Aufnahme in das Zentrenprogramm gelungen, eine gute Zusammenarbeit zwischen privaten und öffentlichen Akteuren zu etablieren. Daran wurde angeknüpft und beispielsweise in privat-öffentlicher Kooperation ein Lichtkonzept für den Berliner Platz erarbeitet und umgesetzt. Die politischen Entscheidungsträger unterstützen mit ihren Vorgaben das bürgerschaftliche Engagement und sichern das Verwaltungshandeln ab.

Zusatzinformationen

Bundesland

Nordrhein-Westfalen


Gemeinde

Stadt Münster


Programmbereich

Aktive Stadt- und Ortsteilzentren


Projektbeginn

2009


Projektende

voraussichtlich 2021


Größe des Gebietes

249 Hektar


Volumen der Städtebaufördermittel

Bewilligte Bundesfinanzhilfen bis einschließlich 2015: circa 2,14 Millionen Euro


Gebietstypus

Stadtzentrum


Kontaktdaten

Stadt Münster
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung
Herr Andreas Thiel
Albersloher Weg 33
48155 Münster
Tel.: +49 251 492 6180
E-Mail: thiel@stadt-muenster.de


Stadt Münster
Citymanagement
Frau Anja Hitzler-Spital
Clemensstraße 10
48143 Münster
Tel.: +49 251 492 2756
E-Mail: hitzler-spital@stadt-muenster.de


Initiative starke Innenstadt (ISI) Münster
Frau Susanne Niermann
Alter Steinweg 6-8
48143 Münster
Tel.: +49 172 2658000
E-Mail: susanne.niermann@isi-muenster.de

 

Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Bahnhofsviertel Münster
c/o büro frauns kommunikation | planung | marketing
Frau Elke Frauns
Schorlemerstraße 4
48143 Münster
Tel.: +49 251 534870
E-Mail: info@bahnhofsviertel-muenster.de


Link / weitere Informationen

Stadterneuerung der Stadt Münster

Initiative starke Innenstadt (ISI) Münster e.V.

Bahnhofsviertel Münster e.V.


Stand

Februar 2017

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