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Neutraubling - Stadtkern

Schwerpunkte: Konzepte / Handel, Handwerk und Dienstleistungen / Mitwirkung und Kooperation / Öffentlicher Raum / Stadtgestalt und Baukultur

Zusammenfassung

Das Projektgebiet ist der Kernbereich der Stadt Neutraubling, die nach dem Zweiten Weltkrieg als Vertriebenensiedlung entstanden ist und sich in der Folgezeit zu einem überregional bedeutenden Industriestandort entwickelt hat. Die Funktionsvielfalt im Stadtkern ist geschwächt, unter anderem aufgrund konkurrierender Entwicklungen am Stadtrand. Durch die Förderung im Programm Aktive Stadt- und Ortsteilzentren sollen die Nutzungsvielfalt, Versorgungssicherheit und Lebendigkeit des Zentrums durch Aktivitäten von Eigentümern, Einzelhändlern, Dienstleistungs- und Handwerksbetrieben sowie Bewohnern gestärkt werden. Dabei steht die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt: An einem zentralen Standort steht ein Projektbüro als Anlaufstelle zur Verfügung.

Kontext

Die circa 13.500 Einwohner zählende Stadt Neutraubling gehört als Mittelzentrum zum Umlandbereich der Stadt Regensburg. Mit rund 13.000 Arbeitsplätzen (sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer) ist die Stadt ein bedeutender Gewerbe- und Industriestandort. Als Nachkriegssiedlung auf einem ehemaligen Flugplatzareal entstanden, weist Neutraubling keine historisch gewachsene Innenstadt auf. Das Gebiet um die Sudetenstraße und die Schlesische Straße entwickelte sich im Laufe der Zeit zum Zentrum mit kleinteiliger Struktur und vielfältiger Funktionsmischung von Einzelhandel, Dienstleistungen, Gastronomie und Wohnen. Im Zuge des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandels der letzten 20 Jahre hat dieser Bereich funktionale Substanz verloren. Verschiedene Funktionen, wie Einzelhandel, haben sich teilweise an den Stadtrand verlagert. Die Geschäftsflächen in der Stadtmitte werden heute teilweise von Dienstleistern genutzt; Leerstände sind eher die Ausnahme. Im Zuge der Verlagerung ist am Stadtrand von Neutraubling unter anderem ein großflächiger Handelsstandort, der Kaufpark, entstanden, der einen sehr großen Einzugsbereich zwischen Regensburg und Straubing bedient. Nicht zuletzt durch diese nahe Konkurrenz haben die kleinteiligen Einzelhandelseinrichtungen in der Sudetenstraße an Bedeutung verloren.

Projektbeschreibung

Ziel der Fördermaßnahme ist es, die Verbindung zwischen dem gut funktionierenden Einzelhandelsstandort Kaufpark und dem Gebiet rund um Sudetenstraße/ Schlesische Straße zu stärken. Städtebauliche Verknüpfungen sollen identifiziert und genutzt, fußläufige Verbindungen geschaffen werden, um durch die Entwicklung des Kaufparks, der weit über die Stadtgrenzen hinaus ausstrahlt, auch positive Effekte für die Neutraublinger Innenstadt zu erzielen. Dazu sind die Empfehlungen der Vorbereitenden Untersuchungen und des integrierten Handlungskonzeptes durch eine Feinuntersuchung und Planungskonzeption vertieft worden. Das Zentrum soll durch die Initiierung unterschiedlicher Aktivitäten und die Erhöhung der Aufenthaltsqualität belebt werden. Durch Erhalt und behutsame Anpassung kleinteiliger Raumstrukturen sowie durch Aktivierung und stadtverträgliche Integration freier Räume und Flächen wird die räumliche und funktionale Vielfalt gestärkt. Die wenigen vorhandenen markanten Gebäude (z.B. die Kirche Sankt Michael und das Wohnensemble "Klosterbau" entlang des Neutraublinger Sees) rücken stärker ins Blickfeld und tragen somit zur Schaffung einer Ortsidentität bei.

Im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft beteiligen sich Immobilieneigentümer, Unternehmer und Bewohner aktiv an der Strukturverbesserung und Aufwertung der Innenstadt. Dadurch wird nicht zuletzt auch die Stärkung des sozialen Zusammenhalts befördert. Um die Zusammenarbeit der Beteiligten vor Ort zu koordinieren und verschiedene Projekte anzustoßen, wurde im Jahr 2010 das "Projektmanagement Stadtentwicklung" installiert, das zunächst die Erarbeitung eines integrierten Stadtentwicklungskonzeptes begleitete. Bereits die Auftaktveranstaltung im Juni 2010 war mit über 80 Personen sehr gut besucht. In unterschiedlichen Projektgruppen, die im Rahmen einer Zukunftswerkstatt im Herbst 2010 gebildet wurden, werden Bürgerinnen und Bürger eng in die Entwicklung ihrer Stadt einbezogen. Das Projektbüro als zentrale Anlaufstelle wurde eröffnet und die Lenkungsgruppe Stadtentwicklung eingerichtet, die bis heute regelmäßig etwa zweimal jährlich zusammentrifft.

Handlungsfelder 

  • Einzelhandel, Dienstleistungen und Gewerbe
  • Wohnen
  • Öffentlicher Raum
  • Verkehr
  • Bürgerbeteiligung
  • Privat-öffentliche Kooperation

Einzelmaßnahmen

  • Wettbewerb Stadtpark
  • Neugestaltung St. Michaelsplatz auf Basis eines Wettbewerbs
  • Aufwertung der Stadtzufahrt an der Regensburger Straße mit Weiterführung der fußläufigen Verbindung Marktplatz-Rathaus-Staatsstraße
  • Gestaltung der südlichen Stadtzufahrt mit Verlegung der Königsberger Straße
  • Koordination der einheitlichen Balkongestaltung im "Klosterbau"
  • Organisation und Durchführung von Veranstaltungen, Beteiligungsangeboten und Öffentlichkeitsarbeit
  • Konzeption von Lösungen für den ruhenden Verkehr
  • Koordination eines Informationsblattes (Standort-Flyer) für die Innenstadt
  • Initiierung einer "Unternehmergemeinschaft Stadtmitte" als Netzwerk der ansässigen Händler und Dienstleister
  • Einrichtung eines Projektfonds (Verfügungsfonds)
  • Informationsveranstaltung und Auflegen eines Flyers zur erhöhten steuerlichen Absetzung von privaten Sanierungsmaßnahmen

Finanzierung

Bund-Länder-Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren"

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
2009Aufnahme in das Förderprogramm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren"
2010Einrichtung eines Projektmanagements / Auftaktveranstaltung und Vorstellung des Integrierten Handlungskonzeptes / Zukunftswerkstatt zur Stadtentwicklung und Eröffnung des Projektbüros / Gründung mehrerer Projektgruppen
2011Einrichtung einer Lenkungsgruppe / Einrichtung eines Projektfonds / Konzepte für die Umgestaltung der Einfahrtssituation Sudetenstraße - Regensburger Straße und für die Einrichtung von Kurzparkzonen / Start von Projekten zur Grünflächenentwicklung, zur Schaffung von Begegnungsmöglichkeiten und zum Leerstandsmanagement / Durchführung einer "Christbaummeile" (Projektgruppe Marketing)
2012Wettbewerb zur Umgestaltung des Sankt-Michael-Platzes / Koordination eines Standort-Flyers für die Stadtmitte / Erstellung einer Übersicht über Freizeit-, Vereins-, Begegnungs- und Sozialangebote / Einrichtung der Projektgruppe "Bürgerfest 2013" / Projektgruppe Radverkehr (Beschilderung; Projektarbeit mit Schule; Schwachstellen im Radnetz dokumentieren)
2013Abendflohmarkt zur Belebung des Marktplatzes / Fotowettbewerb zur Aktivierung des Sees als Ort der Erholung und für Aufenthalt / Fotoausstellung in Leerstand / Christbaummeile / laufende Aktualisierung der Beschilderung der Geschäfte in der Stadtmitte
2014Abendflohmarkt zur Belebung des Marktplatzes (Juni und September) / Christbaummeile / Projektgruppe Radverkehr (Planung und Durchführung von zwei Schülerbefragungen) / Erstberatung zur erhöhten steuerlichen Abschreibungsmöglichkeit im Sanierungsgebiet
2015Projektgruppe Radverkehr (Kartierung Gefahrenstellen aus der Schülerbefragung) / Initiierung einer Unternehmergemeinschaft Stadtmitte / Abschluss der Umgestaltung des Sankt-Michael-Platzes / Fotowettbewerb mit Workshop "Sommer in Neutraubling" (Perspektiven der Stadtlandschaft) / Christbaummeile / Abendflohmärkte zur Belebung des Marktplatzes
2016Intensivierung der Arbeit in der Unternehmergemeinschaft Stadtmitte / Projektgruppe Internetseite Stadtmitte / Bürgerfest 2016: Aktivierung von Unternehmern / Urbanes Gärtnern in der Sudetenstraße / Städtebauliche Entwicklung "Neubau Kulturhaus und Erweiterung Grundschule" / Jugendprojekt "Verbesserung des Streetballplatzes am See" / Abendflohmärkte zur Belebung des Marktplatzes / Planung Christbaummeile

Besonderheiten

Die Stadt Neutraubling hat nach Aufnahme in das Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" sehr schnell und offensiv einen umfassenden Beteiligungs- und Öffentlichkeitsprozess initiiert und damit positive Impulse ausgelöst. Daraus ist eine Kooperationskultur entstanden, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass sich neben den im Fördergebiet angesiedelten Akteuren auch Unternehmer für das Stadtzentrum engagieren, deren Betriebe am Stadtrand angesiedelt sind. Kerngedanke dieser gemeinsamen Aktivitäten ist, dass nicht nur die öffentliche Hand für Fragen der Stadtentwicklung zuständig ist, sondern dass auch Engagement der Unternehmerschaft gefragt ist, damit diese letztlich von einer positiven Zentrenentwicklung profitieren kann. Denn ein attraktives Stadtzentrum ist auch ein wichtiger Standortfaktor für die lokale Ökonomie.

Lernerfahrungen

Aus dem intensiven thematischen Austausch und durch Aktivierung des Projektmanagers ist die "Unternehmergemeinschaft Stadtmitte" entstanden, die sich als Netzwerk für den Austausch der ansässigen Händler und Dienstleister versteht und in enger Kooperation mit dem Projektmanagement Diskussionsveranstaltungen mit externen Referenten sowie öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen (z. B. einen gemeinsamen Info-Stand sowie eine Soccer-Arena für Kinder beim Bürgerfest) durchführt. Dabei arbeitet die Unternehmergemeinschaft Stadtmitte eng mit der traditionsreichen "Aufbaugemeinschaft Neutraubling" zusammen, in der vor allem die im weiteren Stadtgebiet angesiedelten größeren Betriebe organisiert sind.

Zusatzinformationen

Bundesland

Bayern


Gemeinde

Neutraubling (Landkreis Regensburg)


Programmbereich

Aktive Stadt- und Ortsteilzentren


Projektbeginn

2009


Projektende

Voraussichtlich 2020


Größe des Gebietes

Circa 12 ha


Volumen der Städtebaufördermittel

bewilligte Bundesfinanzhilfen bis einschließlich 2015: 1.222.500 Euro


Gebietstypus

Stadtzentrum


Kontaktdaten

Stadt Neutraubling
Ute Frank
Regensburger Str. 9
93073 Neutraubling
Tel. +49 9401 80024
E-Mail: frank.kaemmerei@stadt-neutraubling.de

Projektmanagement Stadtentwicklung
Büro PLANWERK
Thomas Kuhnt
Sudetenstraße 3 a
93073 Neutraubling
Tel.: +49 9401 9570214
E-Mail: stadtentwicklung@neutraubling.net


Link / weitere Informationen

Stadtentwicklung Neutraubling


Stand

November 2016

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