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Wolfhagen - Innenstadt

Schwerpunkte: Öffentliche Einrichtungen / Öffentlicher Raum / Mitwirkung und Kooperation

Zusammenfassung

Wolfhagen strebt mit dem Kernbereichsprozess eine funktionale und städtebauliche Stärkung der Altstadt an und möchte auch Bewohner stärker im Gebiet binden. Damit verfolgt die Stadt einen präventiven Ansatz. Maßnahmen zur Etablierung sozialer und kultureller Angebote sowie zum Ausbau der touristischen Funktion sind Elemente einer fokussierten Entwicklungsstrategie. Für die gesamtstädtische Entwicklung werden eine Profilierung als Tourismusstandort, Energieeffizienz und die Weiterentwicklung als Bildungsstandort angestrebt. Chancen der zukünftigen Entwicklung sieht die Stadt in ihrem baukulturellen Wert und verspricht sich eine funktionale Stärkung durch die Verknüpfung mit dem Lebensmitteleinzelhandel an den Randbereichen. Die Nachnutzung leerstehender Läden und der Ausbau der sozialen und kulturellen Angebote sind an die Sanierung von stadträumlich und baukulturell bedeutsamen Gebäuden gebunden.

Kontext

Das Mittelzentrum Wolfhagen, 30 km westlich der Stadt Kassel gelegen, besteht aus einer Kernstadt sowie aus insgesamt elf dörflich strukturierten Stadtteilen. Das Fördergebiet umfasst den zentral gelegenen mittelalterlichen Stadtkern, geprägt von kleinteiligen Fachwerkgebäuden sowie ein angrenzendes Wohnsiedlungsgebiet mit hohem Einfamilienhausanteil. In Richtung der Nord-, West- und Ostränder besteht topografisch bedingt ein zum Teil starkes Gefälle. Zahlreiche Grün- und Freiräume befinden sich am Altstadtrand. Neben zunehmendem Leerstand von Läden und Wohnungen zeigen sich im Fördergebiet sowohl quantitative als auch qualitative Defizite bei den klassischen innenstadtrelevanten Funktionen, Mängel im öffentlichen Raum und bei der Aufenthaltsqualität. Der Anteil älterer Bewohner steigt kontinuierlich.

Projektbeschreibung

Im Rahmen des Zentrenprogramms wurde ein integrierter Handlungsansatz zur Verbesserung der städtebaulichen Situation im Fördergebiet formuliert. Wolfhagen legt bei der Entwicklung des aktiven Kernbereichs einen Schwerpunkt auf die Schaffung einer attraktiven und vielfältigen öffentlichen Infrastruktur. Die nachfolgenden Projekte auf der Basis einer breiten Beteiligung dienen einer nachhaltigen städtebaulichen Stabilisierung sowie der Schaffung von öffentlicher Aufmerksamkeit für die Innenstadt: Ein Impulsprojekt aus dem Bereich öffentliche Einrichtungen ist das "KuSZ - Kulturelles und soziales Zentrum Wolfhagen", das als Familienzentrum gemeinsam mit der Musikschule in den ehemaligen Räumen des Katasteramtes verschiedene Einrichtungen, Angebote und Beratungsstellen aus dem kulturellen und sozialen Bereich zusammenbringen soll. Bereits im Jahr 2009 lud die Stadt zu Workshops mit allen Wolfhagener Institutionen aus dem Bereich Kinderbetreuung ein. Eine Teilinbetriebnahme des KuSZ erfolgte 2013, im Frühjahr 2015 wurde das komplett fertiggestellte KuSZ eröffnet. Im Bereich Wohnen gilt als Impulsprojekt der Umbau des ehemaligen Amtsgerichtes zu Wohnraum für Menschen mit Behinderung. Nach denkmalgerechter Instandsetzung des ehemaligen Amtsgerichtes durch einen freien Träger (Baunataler Diakonie Kassel) sollen hier barrierefreie Wohnungen in der Altstadt entstehen.

Im Rahmen der Konzeption, konkreten Vorbereitung und Planung sowie der Durchführung von Maßnahmen (z.B. des kulturellen und sozialen Zentrums) baut die Stadt auf eine breite Beteiligung und Mitwirkung der Akteure vor Ort und wird dabei intensiv durch das Kernbereichsmanagement unterstützt. Mit Zukunftswerkstätten, Workshops und mit direkter Ansprache versucht die Stadt möglichst viele Akteure in die Prozesse einzubinden. Die lokale Partnerschaft begleitet als Gremium den Kernbereichsprozess.

Handlungsfelder

  • Öffentliche Einrichtungen
  • Kultur und Bildung
  • Öffentlicher Raum
  • Wohnen
  • Mitwirkung und Kooperation
  • Stadtgestalt und Baukultur

Einzelmaßnahmen

  • Nachnutzung des ehemaligen Amtsgerichts (Verkauf des Gebäudes an einen sozialen Träger 2011, Umbau seit 2014)
  • Einrichtung eines Kulturladens (Eröffnung Februar 2012) als Veranstaltungsort in der Altstadt
  • Maßnahmen im öffentlichen Raum (gehfreundliche Wegeverbindungen) (Fertigstellung 2014)
  • Umbau des ehemaligen Katasteramtes zu einem kulturellen und sozialen Zentrum (Fertigstellung 2015)
  • Erstellung eines integrierten Handlungskonzeptes, Einrichtung eines Kernbereichsmanagements und einer Lenkungsgruppe (Lokale Partnerschaft) zur Beteiligung der privaten Akteure

Finanzierung

  • Bund-Länder-Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren"

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
2008Aufnahme in das Zentrenprogramm ("Aktive Kernbereiche in Hessen")
2009Einzelhandelskonzept
2010Beschluss des integrierten Handlungskonzepts; Konstituierung der lokalen Partnerschaft; Start des Kernbereichsmanagements
Mai 2010Zukunftskonferenz mit allen Interessenten des kulturellen und sozialen Zentrums Wolfhagen
2011Verkauf des ehemaligen Amtsgerichtes an einen sozialen Träger
2012Eröffnung des Kulturladens
2013Start kommunales Anreizprogramm zur Unterstützung privater Sanierungsmaßnahmen / Teilinbetriebnahme des KuSZ– Kulturelles und soziales Zentrum Wolfhagen
2014Beginn des Umbaus des ehemaligen Amtsgerichts als Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung / Fertigstellung gehfreundlicher Rundweg durch die Altstadt
2015Eröffnung des KuSZ


Besonderheiten

Wolfhagen strebt eine Profilierung als energieeffiziente und klimaneutrale Stadt an. Die Verschneidung des Zentrenprogramms mit dem Wettbewerb "Energieeffiziente Stadt" sowie mit Erkenntnissen aus der Untersuchung zur Erreichung von Klimaneutralität in Kommunen trägt zur Erreichung dieses Ziels bei. Dieses komplexe und ambitionierte Vorhaben wird seitens der Stadtverwaltung engagiert verfolgt.

Lernerfahrungen

Bei der Umsetzung der Fördermaßnahme wurde weitgehend auf bestehenden Akteursstrukturen und Netzwerken aufgebaut. Das Kernbereichsmanagement übernimmt eine wichtige Koordinationsfunktion durch die Bündelung von Projekt- und Citymanagementaufgaben. Durch die Koordinierung der Innenstadtoffensive sowie des Wettbewerbs "Energieeffiziente Stadt" mit dem Zentrenprogramm wird dieser Kooperationsansatz von der Stadtverwaltung zielgerichtet unterstützt.

Zusatzinformationen

Bundesland

Hessen


Gemeinde

Wolfhagen (Landkreis Kassel)


Programmbereich

Aktive Stadt- und Ortsteilzentren


Projektbeginn

2008

Projektende

2019


Größe des Gebietes

44 ha


Volumen der Städtebaufördermittel

bewilligte Bundesfinanzhilfen bis einschließlich 2014: ca. 1,146 Mio. Euro


Gebietstypus

Stadtzentrum


Kontaktdaten

Magistrat der Stadt Wolfhagen
Burgstraße 33-35
34466 Wolfhagen

Ingo Ziesing
E-Mail: ingo.ziesing@wolfhagen.de


Kernbereichsmanagement
Büro ANP
Hessenallee 2
34130 Kassel
E-Mail: info@anp-ks.de


Link / weitere Informationen:

Stadt Wolfhagen

Förderinitiative "Wettbewerb Energieeffiziente Stadt"


Stand

Juni 2015

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