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Neugestaltung des Unteren Marktes in Würzburg

Themenschwerpunkte: Baukultur und Denkmalschutz

Zusammenfassung

Platzfläche vor dem Portal der Marienkapelle Platzfläche vor dem Portal der MarienkapellePlatzfläche vor dem Portal der Marienkapelle Quelle: Stadt Würzburg

Inmitten der malerischen Altstadt von Würzburg liegt der Marktplatz. Historische Sehenswürdigkeiten, wie die gotische Marienkapelle und das berühmte Falkenhaus, sowie Straßencafés und Marktstände tragen zum einzigartigen Charakter des Platzes bei. Der Marktplatz gliedert sich in den Oberen und den Unteren Markt. Um beide Teile zu verbinden und ein einheitliches städtisches Gesamtbild zu erreichen, wurde der Platz grundlegend erneuert. Mit der Umgestaltung des Unteren Marktes im zweiten Bauabschnitt, inklusive der Schließung der Spindel vor der Marienkapelle, der Verlegung der Tiefgaragenzufahrt und des Neubaus eines Geschäftshauses, wurde die Sanierung des Würzburger Marktplatzes nach über einem Jahrzehnt abgeschlossen.

Kontext

Die Geschichte des Würzburger Marktes geht in das Jahr 1349 zurück. Der Marktplatz, früher Judenmarkt genannt, wandelte sich im Laufe der Zeit zum Bauernmarkt bzw. Grünen Markt. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges wurden große Teile von alliierten Bombern zerstört, insgesamt lagen sogar 85 Prozent der Stadt in Schutt und Asche. Seither zeigte sich der Marktplatz als städtebaulich unvollendet, denn die westliche Raumkante des Marktes, der ehemalige Standort des Petrinigebäudes, wurde in der Nachkriegszeit nicht mehr aufgebaut.

 

Auf der Grundlage eines Architektenwettbewerbes von 1994, der neben einer neuen Platzoberfläche und der Neuerstellung von Marktständen auch die städtebauliche Planung einer historisch stimmigen westlichen Marktplatzabgrenzung zur Aufgabe hatte, hat die Stadt Würzburg 1998/99 die östliche Teilfläche des Marktplatzes in einem ersten Bauabschnitt erneuert. Dabei sind auch neue Marktstände unter einem Glasdach erstellt worden.

Projektbeschreibung

Der zweite Bauabschnitt führt die Gestaltung der ersten Erneuerungsphase fort. Wie im oberen Marktbereich ist auch der untere Teil mit einem einfarbigen Muschelkalkpflaster, einem Naturstein aus der Region, befestigt worden. Neue Sitzbänke verschönern den Platz, so genannte Energie-Terminals und Bodenhülsen für Veranstaltungen und andere Gelegenheiten sind integriert. Selbstverständlich sind auch die Belange behinderter Menschen umfassend berücksichtigt worden. So gibt es am Unteren Markt  nun einen behindertengerechten Personenaufzug und eine öffentliche, barrierefreie WC-Anlage.

 

Ein Schwerpunkt des Projektes war die Verlegung der Zu- und Abfahrt der Marktgarage in die Karmelitenstraße. Autofahrer nutzen jetzt die vorhandene Tiefgarage unter dem Rathaushof als Durchfahrt zur Marktgarage. Neue Erschließungsrampen verhindern, dass sich die Verkehrsströme  im Inneren der Garage kreuzen. Dieses Konzept ist für den Unteren Markt eine Bereicherung: Die Spindel vor der Marienkapelle konnte geschlossen und Verkehrsströme vom Marktplatz weggelenkt werden.

 

Mit der Errichtung eines neuen Geschäftshauses durch die VR-Bank an der westlichen Seite des Marktplatzes, genau an der Stelle des ehemaligen Petrinibaus, wurde die Platzgestaltung vollendet.

Neue Tiefgarageneinfahrt in der Karmelitenstraße Neue Tiefgarageneinfahrt in der KarmelitenstraßeNeue Tiefgarageneinfahrt in der Karmelitenstraße Quelle: Stadt Würzburg

Handlungsfelder

Neuentwicklung und gestalterische Aufwertung des Marktplatzes und angrenzender Straßenbereiche, einheitliches Gesamtbild des Marktes, neue westliche Platzbegrenzung, Reduzierung der Verkehrsbelastung vor dem Portal der Marienkapelle, Minderung des starken Parksuchverkehrs im Bereich von Langgasse und Schenkhof


Einzelmaßnahmen und Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
Februar 2007 bis April 2008Bau der neuen Tiefgaragenzufahrt
März 2007 bis April 2008Bau des Geschäftshauses "Forum"
November 2008Fertigstellung und Übergabe des Unteren Marktes

Finanzierung

Tabelle: Finanzierung
Gesamtkosten (2. BA)6,8 Mio. Euro
Zuwendungsfähige Kosten im Rahmen des Bund-Länder-
Grundprogrammes
5,2 Mio. Euro
Städtebauförderungsmittel des Landes und des Bundes3,3 Mio. Euro

Besonderheiten und Lernerfahrungen

Zeitgleich mit der Platzgestaltung des Unteren Marktes und der Verlegung der Tiefgaragenzufahrt errichtete die VR-Bank ihr neues Geschäftshaus "Forum". Daher waren eine enge Abstimmung aller Beteiligten und ein erhöhter Koordinierungsaufwand während der gesamten Planungs- und Bauzeit zwingend erforderlich. Schon am Anfang der Projektentwicklung war es wichtig, alle Ziele detailliert zu definieren, mit Kosten zu hinterlegen und deren Finanzierung zu sichern, Fördermittel zu akquirieren und die Kostenübernahme/-beteiligung der Projektbeteiligten wie VR-Bank und Tiefgarageneigentümerin zu überwachen.

Das Gebiet heute

Für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Würzburg ist die Neugestaltung des Oberen und Unteren Marktes ein großer Gewinn. Der Marktplatz ist ein beliebter Treffpunkt, der im Zuge der Umgestaltung sogar um etwa 1.000 Quadratmeter gewachsen ist. Das ganze Jahr über finden zahlreiche, multifunktionale Veranstaltungen statt, wie das Würzburger Weindorf, saisonale Verkaufsmessen und andere Attraktionen. Die harmonische Platzgestaltung, die Verkehrsberuhigung  und die elegante Verbindung zwischen den Bereichen tragen wesentlich dazu bei.

Zusatzinformationen

Projektname

Neugestaltung des Unteren Marktes in Würzburg

Bundesland

Bayern


Gemeinde

Würzburg


Programmbereich

Sanierungsgebiet Innenstadt/Bund-Länder-Programm – Grundprogramm


Projektbeginn

1997


Projektende

November 2008 (Einzelmaßnahme Unterer Markt)


Größe des Sanierungsgebietes

ca. 27,4 ha


Volumen der Städtebaufördermittel

3,3 Mio. Euro (Unterer Markt, 2. BA)

Gebietstypus

Innerstädtisches Wohnquartier

Kontaktdaten
Kommune:
Stadt Würzburg
Baureferat
Beim Grafeneckart 1
97070 Würzburg
Wolfgang Fey
Tel.: +931 372765
Fax: +931 373900
Email: wolfgang.fey@stadt.wuerzburg.de

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