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Frankfurt/Oder - Südöstliches Stadtzentrum

Entwicklungsmaßnahme

Zusammenfassung

Das Entwicklungsgebiet "Südöstliches Stadtzentrum" wurde 1997 festgelegt. Die Maßnahme gliedert sich ein in die gesamtstädtische Leitlinie zur Stärkung und Qualifizierung der Innenstadt Frankfurts. Das Gebiet grenzt unmittelbar an das Sanierungsgebiet "Ehemalige Altstadt". Ziel der Maßnahme war, den Bereich städtebaulich zu ordnen, um Bauflächen für verschiedene Wohnformen und Neubauten der Universität anbieten zu können. Insbesondere die im Zuge der Maßnahme entstandenen zahlreichen Reihenhäuser und Einfamilienhäuser zeugen vom Erfolg dieser Handlungsleitlinie und haben den Standort zu einem Quartier mit einem hohen Anteil junger Familien werden lassen.

Kontext

Die Entwicklungsmaßnahme "Südöstliches Stadtzentrum" ist eines der wenigen Beispiele einer innerstädtischen Entwicklungsmaßnahme in den neuen Ländern. In Frankfurt/Oder wurden nach der Wiedervereinigung zahlreiche Fördergebiete unterschiedlicher Städtebauförderprogramme festgelegt. Ziel ist zum einen den Wohnungsüberhang zu reduzieren, zum anderen die Innenstadt aufzuwerten und zu einem Wohn-, Handels- und Dienstleistungsstandortort zu qualifizieren. Die bestehenden Strukturen, meist nach dem 2. Weltkrieg errichtet, werden durch Nachverdichtung, neue Wohnformen und Gestaltungsmaßnahmen im öffentlichen Raum ergänzt und aufgewertet. Ein wichtiger Baustein zur Neudefinition der Innenstadt war die Gründung der Europa-Universität Viadrina, deren Potenziale es zu nutzen gilt – auch im Entwicklungsbereich "Südöstliche Innenstadt", in dem einige der Universitätsbauten errichtet wurden.

Projektbeschreibung

Direkt am Ufer der Oder gelegen, angrenzend an den Bereich der Altstadt Frankfurts und Teil des Universitätsstandortes konnte das Gebiet, trotz dieser Potenziale, durch den Gebäudebestand, die Grundstückszuschnitte und die fehlende Einbindung in den gesamtstädtischen Kontext, nur schwer weiterentwickelt werden. Insbesondere stellten die heterogene Bebauungsstruktur und große Brachflächen die Akteure vor Schwierigkeiten, so dass zur Neugliederung und Qualifizierung des Bereichs 1997 das Entwicklungsgebiet förmlich festgelegt wurde.

Neben der Schaffung von Flächen für zukünftige Universitätserweiterungen lag ein besonderer Schwerpunkt in der Schaffung von Wohnraum. Dieser entstand in Form von Geschosswohnungen, Einfamilien- und Reihenhäusern. Mittlerweile sind über 150 Wohneinheiten entstanden, die zur Stabilisierung der Innenstadt beitragen. Zur Identifikation der Bewohner mit dem Standort trägt bei, dass sie z. T. als Bauherren aktiv in die Gestaltung eingreifen konnten. Auch in den kommenden Jahren wird diese Entwicklung fortgesetzt und noch unbebaute Grundstücke für den Bau von Reihenhäusern genutzt. Eine wichtige Aufwertungsmaßnahme ist die Gestaltung des Uferbereich, die mit dem Bau von Deichanlagen zur Hochwassersicherung verbunden wurde. Die Erlebbarkeit des Wassers und die Zugänglichkeit wurden durch die Anlage von Wegeverbindungen gesichert und tragen zur Attraktivität des Quartiers bei. Die umgesetzten Vorhaben haben zur Steigerung der Nutzungsintensität und -vielfalt beigetragen, die Integration in den Stadt- und Naturraum erhöht und das Gebiet zu einem beliebten Stadtteil Frankfurts werden lassen.

Die Gesamtsteuerung der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme wurde der DSK – Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbh übertragen.

Handlungsfelder

Neuordnung und Qualifizierung zu einem innerstädtischen Wohn- und Arbeitsstandort, Herstellung von Baugrundstücken für selbstgenutztes Eigentum, Qualifizierung zu einem Standort für Wissenschaft und Forschung der Europa-Universität Viadrina, Realisierung von Maßnahmen des Hochwasserschutzes, Aufwertung des Uferbereichs an der Oder

Einzelmaßnahmen

Bau von Instituten der Europa-Universität Viadrina, Bau von Stadtvillen an der Uferpromenade, Bau von Reihenhäusern und Einfamilienhäusern, z. B. in der Lehmgasse, Schaffung einer Uferpromenade

Finanzierung

Durch die klare Definition einiger weniger Ziele (Nutzung der Potenziale als Wohnstandort, Aufwertung des Uferbereichs, Schaffung von Ergänzungsflächen für die Universität) konnten die Fördermittel konzentriert verwendet werden. Durch die Schaffung eines Angebots an attraktiven Bauflächen für die Errichtung selbstgenutzter Reihenhäuser konnten positive und nachhaltige Entwicklungsimpulse angestoßen werden, die im Sinne der Gesamtstrategie Frankfurts zur Stärkung der Innenstadt beitragen.

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
1992Neugründung der Europa-Universität Viadrina
1997förmliche Festlegung des Entwicklungsgebietes
2002die ersten sieben Reihenhäuser in der Lehmgasse werden bezogen
2003/04Fertigstellung der ersten Stadtvillen am Leopoldufer
2006Fertigstellung der Umgestaltung der Uferpromenade
2010vorauss. Abschluss der Maßnahme

Das Gebiet heute

Es ist gelungen neue Nutzergruppen für innerstädtisches Wohnen zu gewinnen. Die angestoßene Entwicklung wird durch die Schaffung weiterer Flächen für Wohneigentum fortgesetzt und zur langfristigen Stabilisierung des Quartiers beitragen. Insbesondere durch den hohen Anteil an jungen Familien ist davon auszugehen, dass in den kommenden Jahren die Entwicklung weiterhin positiv verlaufen wird. Sie ist auch für andere Gebiete Frankfurts vorbildhaft und es wird versucht auch dort durch die Schaffung ähnlicher Angebote eine solche Entwicklung anzustoßen.

Zusatzinformationen

Bundesland

Brandenburg

Gemeinde

Stadt Frankfurt / Oder

Programmbereich

Entwicklungsmaßnahme

Projektbeginn

1997

Projektende

voraussichtlich 2010

Größe des Entwicklungsgebietes

15 ha

Volumen der Städtebaufördermittel

ca. 15 Mio. Euro

Gebietstypus

Innerstädtisches Areal mit Neuordnungsbedarf

Kontaktdaten

Kommune:
Stadt Frankfurt/Oder
Goepelstraße 38
15234 Frankfurt/Oder


Herr Peter Edelmann (Beigeordneter für Wirtschaft und Bauen)
Tel.: +49 335 5529951
E-Mail: peter.edelmann@frankfurt-oder.de


Entwicklungsträger:
DSK – Büro Berlin
Nicolaistraße 9-11
12247 Berlin


Herr Andreas Kniewel (Projektleiter)
Tel.: +49 30 36992430
E-Mail: andreas.kniewel@dsk-gmbh.de


Stand

Januar 2010

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