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Partnerprogramme und weitere ergänzende Bundesprogramme

Das Programm "Soziale Stadt" ist vor dem Hintergrund seines komplexen Aufgabenfeldes bzw. Programmansatzes darauf angelegt, neben den eigenen Programmmitteln weitere Finanzierungsmöglichkeiten aus EU-, Bundes- und Landes- Programmen bzw. kommunale Ressortmittel in die Gebiete der Sozialen Stadt zu lenken, um so Maßnahmen verschiedener Fachpolitiken vor Ort miteinander zu verknüpfen. In besonderem Maße gelingt diese Ressourcenbündelung mit Partnerprogrammen, die sich ausdrücklich auf die Förderkulisse der Sozialen Stadt beziehen.

Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier (BIWAQ)

Mit dem ESF-Bundesprogramm BIWAQ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) werden gezielt arbeitsmarktpolitische Maßnahmen mit den städtebaulichen Investitionen in den Gebieten des Programms Soziale Stadt verknüpft. Ziel ist es, die Qualifikation und soziale Situation der Bewohnerinnen und Bewohner und damit auch deren Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Im Vordergrund stehen die Handlungsfelder Bildung, Beschäftigung, Integration und Teilhabe der Bewohnerschaft sowie Wertschöpfung im Quartier.

In der EU-Förderperiode 2007-2013 konnten mit BIWAQ in zwei Förderrunden (2008-2012, 2011-2014) in rund 221 Projekten rund 60.000 Teilnehmende gefördert werden (Stand Ende 2013). Informationen zu allen Projekten sind zu finden unter www.biwaq.de.

In der neuen EU-Förderperiode 2014-2020 wird BIWAQ fortgeführt. Am 3. November 2014 startete der Aufruf für die dritte Förderrunde (2015-2018).

Gefördert werden (nach wie vor) arbeitsmarktpolitische Projekte, die

  • die nachhaltige Integration von arbeitslosen/langzeitarbeitslosen Frauen und Männern über 26 Jahre in Beschäftigung fördern,
  • zu einer Stärkung der lokalen Ökonomie beitragen,
  • über die Verknüpfung mit weiteren Handlungsfeldern der integrierten Stadtentwicklung einen zusätzlichen Quartiersmehrwert bewirken und die innerstädtische Kohäsion verbessern.

Näheres zum Programm sowie zum neuen Förderaufruf unter www.biwaq.de.

JUGEND STÄRKEN im Quartier

Ein weiteres, neues Partnerprogramm ist das im Sommer 2014 gestartete ESF-Modellprogramm "JUGEND STÄRKEN im Quartier", das gemeinsam vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert wird. Mit dem Programm sollen benachteiligte und/oder individuell beeinträchtigte junge Menschen im Alter von 12 bis 26 Jahren mit und ohne Migrationshintergrund unterstützt werden, die

  • von den Angeboten der allgemeinen und beruflichen Bildung, Grundsicherung für Arbeitssuchende und/oder Arbeitsförderung nicht mehr erfasst/erreicht werden
  • oder bei denen diese Angebote nicht erfolgreich sind,
  • und die zum Ausgleich ihrer sozialen Benachteiligungen und/oder individuellen Beeinträchtigungen in erhöhtem Maße auf sozialpädagogische Unterstützung im Rahmen der Jugendhilfe angewiesen sind.

Das bundesweite ESF-Modellprogramm wird insbesondere in Programmgebieten der Sozialen Stadt umgesetzt. Hier werden Kommunen dabei unterstützt, passgenaue Hilfsangebote für junge Menschen am Übergang von der Schule in den Beruf zu entwickeln. Neben individuellen Unterstützungsangeboten (Case Management, Jugendsozialarbeit, Beratung) können auch Mikroprojekte zur Aufwertung des sozialräumlichen Umfelds von und mit Jugendlichen durchgeführt werden. Zum Einsatz kommen neben Mitteln des Bundes auch solche aus dem Europäischen Sozialfond (ESF).

Näheres zum Modellprogramm "JUGEND STÄRKEN im Quartier" unter Modellprogramm "JUGEND STÄRKEN im Quartier".

Neben den ESF-Bundesprogrammen "BIWAQ" und "JUGEND STÄRKEN im Quartier" hat der Bund zahlreiche weitere Bundesprogramme aufgelegt, die in den Fördergebieten mit den Maßnahmen der Sozialen Stadt gebündelt werden können, wie zum Beispiel:

  • XENOS – Integration und Vielfalt (Laufzeit: 2007–2013):
    Das ESF-Bundesprogramm XENOS integriert Aktivitäten gegen Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in arbeitsmarktbezogene Maßnahmen an der Schnittstelle zwischen (Berufs-)Schule, Ausbildung und Arbeitswelt. XENOS ist Teil des Nationalen Aktionsplans Integration der Bundesregierung und wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und den Europäischen Sozialfonds gefördert.
    Webseite des Bundesprogramms XENOS
  • Integration durch Qualifizierung – IQ (Laufzeit: 2011–2014):
    Um die Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund zu verbessern, hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) 2005 das bundesweite Netzwerk "Integration durch Qualifizierung" (IQ) ins Leben gerufen. Das Netzwerk hat in den vergangenen Jahren Instrumente, Handlungsempfehlungen sowie Beratungs- und Qualifizierungskonzepte entwickelt und erprobt. Diese sollen jetzt flächendeckend umgesetzt und in Regelangeboten verankert werden. Dazu hat das BMAS 2011 gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Bundesagentur für Arbeit (BA) das Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung-IQ" initiiert.
    Webseite des bundesweiten Förderprogramms "Integration durch Qualifizierung (IQ)"
  • Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser (Laufzeit: 2006–2014):
    Mit Beginn des Jahres 2012 startete das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), in dem die 450 teilnehmenden Mehrgenerationenhäuser gemeinsam mit ihren Standortkommunen passgenaue Antworten und individuelle Lösungen für die kleinen und großen Alltagsherausforderungen der Menschen vor Ort entwickeln. Bundesweit verfügen heute nahezu alle Landkreise und kreisfreien Städte über ein eigenes Mehrgenerationenhaus.
    Webseite des Aktionsprogramms Mehrgenerationenhäuser II
  • Jugend Stärken: Aktiv in der Region (Laufzeit: 2010–2013):
    Das Modellprogramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) setzt an den Strukturen der Initiative Jugend Stärken und ihrer Programme "Schulverweigerung - Die 2. Chance", "Kompetenzagenturen" und "Jugendmigrationsdienste" an. Es zielt auf die Stärkung der Aufgabenwahrnehmung der kommunalen öffentlichen Jugendhilfe (§ 13 SGB VIII), die Erprobung von Strukturen und Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit der Akteure an der Schnittstellen Schule – SGB II/III - SGB VIII sowie auf die Schaffung eines lückenlosen, durchgängigen und passgenauen Fördersystems für benachteiligte Jugendliche und Jugendliche mit Migrationshintergrund.
    Webseite des Programms JUGEND STÄRKEN: Aktiv in der Region
  • Offensive Frühe Chancen: Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration (Laufzeit: 2011–2014):
    Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSF) fördert rund 4.000 Schwerpunkt-Kitas bundesweit. Das Bundesprogramm will dazu beitragen, allen Kindern unabhängig von Herkunft und sozialen Rahmenbedingungen frühe Chancen auf Bildung und Teilhabe zu gewährleisten. In "Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration" soll das sprachliche Bildungsangebot insbesondere für Kinder unter drei Jahren, Kinder aus sozial benachteiligten Familien und aus Familien mit Migrationshintergrund verbessert werden.
    Webseite des Programms "Offensive Frühe Chancen: Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration"
  • Zusammenhalt durch Teilhabe (BMI – Bundesministerium des Innern; Laufzeit: seit 2010):
    Das Programm "Zusammenhalt durch Teilhabe" (ZdT) des Bundesministeriums des Innern (BMI) fördert in den ländlichen und strukturschwachen Gegenden Projekte für demokratische Teilhabe und gegen Extremismus und setzt an bestehenden Strukturen an. ZdT unterstützt gezielt Vereine und Initiativen, die regional verankert sind.
    Webseite des Programms "Zusammenhalt durch Teilhabe"
  • Bildungs- und Teilhabepaket:
    Das Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung unterstützt gezielt 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche, deren Eltern leistungsberechtigt nach dem SGB II sind (insbesondere Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld), Leistungen nach § 2 AsylbLG, Sozialhilfe, den Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen, und eröffnet ihnen so bessere Lebens- und Entwicklungschancen. Auch wer Leistungen nach § 3 AsylbLG bekommt, kann einen Anspruch auf das Bildungspaket haben. Mit dem Bildungspaket können Lernmaterialien und Beförderungskosten bei Besuch einer weiterführenden Schule bezuschusst werden. Eine qualifizierte Lernförderung wird ermöglicht, wenn Kinder und Jugendliche in der Schule nicht mehr mitkommen.
    Webseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zum Bildungs- und Teilhabepaket

Weitere Partnerprogramme zur Sozialen Stadt wurden in der Vergangenheit vor allem vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) aufgelegt; hierzu zählten:

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