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Colditz - Stadtkern

Schwerpunkte: Innenentwicklung,Infrastruktur/ Daseinsvorsorge

Zusammenfassung

Die Stadt Colditz im Landkreis Leipzig in Sachsen ist überregional durch das Schloss Colditz bekannt. Die Stadt fusionierte im Jahr 2011 mit den Gemeinden Zschadraß und Großbothen zu einem grundzentralen Versorgungsbereich. Im Stadtkern Colditz konzentrieren sich viele Einrichtungen der Daseinsvorsorge. Mit der Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm "Kleinere Städte und Gemeinden" werden Maßnahmen zur Infrastrukturanpassung und Sicherung der Daseinsvorsorge im Stadtkern umgesetzt. Damit wird er als überörtliches Versorgungszentrum gestärkt.

Kontext

Colditz, Zschadraß und Großbothen sind vom demografischen Wandel betroffen. Colditz verzeichnete zwischen den Jahren 1990 und 2010 einen Bevölkerungsrückgang um 26 Prozent und Zschadraß zwischen 2003 und 2009 einen Rückgang um 13 Prozent. Der Bevölkerungsverlust, der durch die Alterung der Bevölkerung und den Wegzug der Jüngeren verschärft wird, führt sowohl zu einer Ausdünnung der Infrastruktureinrichtungen als auch zu einer veränderten Nachfrage im Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge und veränderten Anforderungen an den Wohnraum.

Die Stadt Colditz verfolgt das Ziel, durch eine konsequente Innenentwicklung den Stadtkern zu beleben und zu stabilisieren. Die Anpassung der Einrichtungen der Infrastruktur an die veränderten Anforderungen der Gesellschaft ist oberste Priorität.

Projektbeschreibung

Die Stadt Colditz hat mit der Vorbereitung der Maßnahmen im Programm "Kleinere Städte und Gemeinden" ein externes Büro beauftragt, das ein Grobkonzept als Vorstufe für ein integriertes überörtliches Konzept erstellt hat. Es berücksichtigt die Ergebnisse der Evaluierung der Stadtumbauziele für das Stadtumbaugebiet Colditz und ergänzt diese um den Aspekt der Sicherung der Daseinsvorsorge.

Eine wichtige Maßnahme, die im Rahmen des Städtebauförderprogramms "Kleinere Städte und Gemeinden" schon größtenteils realisiert wurde, ist die Modernisierung der Bildungs- und Begegnungsstätte Colditz. Das Gebäude, das zur ehemaligen Porzellanfabrik gehört, wurde von der Stadt gekauft und modernisiert. Der Schultrakt wurde zur Kindertagesstätte und das Hauptgebäude zum Schulhort umgebaut. Derzeit wird die Turnhalle saniert und eine Bibliothek eingerichtet. So dient die Bildungs- und Begegnungsstätte als Zentraleinrichtung der Daseinsvorsorge für die zusammengeschlossenen Gemeinden.

Rathaus Colditz Rathaus ColditzRathaus Colditz Quelle: Plan und Praxis, Berlin

Im Stadtkern wird ein weiteres leer stehendes Gebäudeensemble von einem privaten Investor saniert und umgebaut. Bis 2014 entsteht hier ein medizinisches Versorgungszentrum. Es umfasst Räume für Ärzte und barrierefreie Wohnungen. Die Maßnahme, die durch Fördermittel des Städtebauförderungsprogramms unterstützt wird, schafft ein Zentrum für die gesundheitliche Daseinsvorsorge im Stadtkern und innerstädtisches Wohnen für alle Generationen, insbesondere Senioren.

Auch das Rathaus von Colditz soll energetisch saniert und umgebaut werden. Besonders durch die Zusammenlegung der Verwaltungen der Gemeinden wird der Umbau benötigt. Zukünftig soll unter dem Dach des Rathauses ein Saal für Veranstaltungen und Sitzungen entstehen. Weitere Modernisierungsmaßnahmen in der Gemeinde sind für die Grund- und Mittelschule geplant.

Handlungsfelder 

  • Innenentwicklung
  • Infrastrukturanpassung
  • Daseinsvorsorge mit Schwerpunkt auf

    • Bildung
    • Gesundheit
    • Pflege und Senioren
    • Jugend und Familien
  • Sanierung und Erhalt historischer Bausubstanz

Einzelmaßnahmen

  • 2011 - 2017: Modernisierung der "Bildungs- und Begegnungsstätte" Colditz
  • 2013 - 2014: Sanierung und Umbau eines Leerstands zum medizinischen Versorgungszentrum und Schaffung barrierefreier Wohnungen
  • 2012: Konzept zur Schaffung eines Nahwärmenetzes auf Basis regenerativer Energien für zentrale Gemeindebedarfseinrichtungen

Finanzierung

  • Städtebauförderungsprogramm "Kleinere Städte und Gemeinden"
  • Städtebauförderungsprogramm "Stadtumbau Ost"

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
2011Aufnahme in das Programm "Kleinere Städte und Gemeinden"  und Erstellung eines Grobkonzepts zum Integrierten überörtlichen Entwicklungskonzept
2012Erstellung des Konzepts zur Schaffung eines Nahwärmenetzes auf Basis regenerativer Energien für zentrale Gemeindebedarfseinrichtungen
2013Fertigstellung der energetischen Modernisierung der äußeren Hülle der "Bildungs- und Begegnungsstätte" Colditz / Baubeginn Medizinisches Versorgungszentrum


Besonderheiten

In Colditz werden die Erfordernisse des Klimaschutzes bei den Sanierungsmaßnahmen an Gemeindebedarfseinrichtungen besonders berücksichtigt und großer Wert auf die energetische Erneuerung gelegt. Dafür wurde u.a. ein Konzept zur Schaffung eines Nahwärmenetzes auf Basis regenrativer Energien erstellt. Kommunale Einrichtungen im Fördergebiet werden energetisch saniert und mit Nahwärmeversorgung vernetzt.

Lernerfahrungen

Die besondere Realisierung des städtebaulichen Ziels der "Innenentwicklung vor Außenentwicklung" ist bei den Maßnahmen im Fördergebiet exemplarisch. Es werden keine neuen Flächen in Anspruch genommen. Stattdessen wird leerstehender und sanierungsbedürftiger Bestand modernisiert und umgenutzt. Öffentliche Einrichtungen werden im Stadtkern konzentriert und innerstädtisches Wohnen geschaffen. Um die Erreichbarkeit des Zentrums zu verbessen, werden barrierefreie Kleinbusse eingesetzt, die die Ortsteile mit dem Stadtkern verbinden.

Die sinnvolle Bündelung und Weiterführung der Maßnahmen anderer Städtebauförderungsprogramme durch das Programm "Kleinere Städte und Gemeinden" sind ebenfalls hervorzuheben. Beispielsweise fließen die Ergebnisse der Evaluierung der Stadtumbaumaßnahmen im Stadtumbaugebiet Colditz in das "Integrierte überörtliche Entwicklungskonzept" ein. Das Programm "Kleinere Städte und Gemeinden" trägt dazu bei, Maßnahmen zur Sicherung der Daseinsvorsorge umzusetzen, wodurch der Stadtkern weiter aufgewertet wird.

Zusatzinformationen

Bundesland

Sachsen


Gemeinden

Stadt Colditz


Programmbereich

Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke


Projektbeginn

2011 Aufnahme in das Programm


Größe des Gebietes:

6,5 ha


Volumen der Städtebaufördermittel

bewilligte Bundesmittel bis einschließlich Programmjahr 2013: ca. 1,15 Mio. Euro


Siedlungsstruktureller Typ

dünn besiedelte ländliche Kreise


Kontaktdaten

Herr Bürgermeister Matthias Schmiedel
Markt 1
04680 Colditz
Tel.: +49 (34381) 83810
E-Mail: buergermeister@colditz.de


Frau Gläser
Stadt Colditz
Sachgebietsleitung Bauamt
Hauptstraße 38
04680 Colditz, OT Hausdorf
Tel.: +49 (34381) 83114
E-Mail: bauamt@colditz.de


Link / weitere Informationen

Internetseite der Stadt Colditz


Stand

November 2013

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