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Sängerstadtregion

Schwerpunkte: Kooperationen, Infrastruktur / Daseinsvorsorge

Zusammenfassung

Die Sängerstadtregion liegt im Süden des Landes Brandenburg und besteht aus drei Städten und zwei Ämtern mit insgesamt rund 40.600 Einwohnern. Die Gemeinden des Mittelbereichs Finsterwalde gründeten 2009 die interkommunale Kooperation "Kommunalverbund Sängerstadtregion – Kulturland mit Energie". Gemeinsam entwickeln die Kommunen Strategien und Maßnahmen zur Bewältigung der Herausforderungen des demografischen Wandels. Im Rahmen des Programms Kleinere Städte und Gemeinden setzen die Kommunen Maßnahmen zur Sicherung der Daseinsvorsorge und zur Anpassung der Infrastruktur in den Bereichen Bildung und Sport sowie zur Stärkung der regionalen Identität um.

Kontext

Die Stadt Finsterwalde hat als Mittelzentrum eine große Bedeutung für die Versorgung des Kooperationsraums. Trotz eines breiten Angebots an Daseinsvorsorge und Kultureinrichtungen, eines Wirtschaftsclusters im Bereich der Metall- und Elektroindustrie sowie eines touristischen Anziehungspunkts mit dem Besucherbergwerk F60 sind die Kooperationsgemeinden stark vom demografischen Wandel betroffen. Zwischen 2000 und 2011 ist die Einwohnerzahl um 16 % geschrumpft. Der Anteil der unter 15-Jährigen ging um ein Drittel zurück, während der Anteil der über 65-Jährigen um fast ein Viertel wuchs. Damit verbunden sind ein Fachkräftemangel und zunehmender Leerstand. Diese Herausforderungen und die notwendige Anpassung an den demografischen Wandel sind Anlass für die Aufnahme in das Programm Kleinere Städte und Gemeinden.

Projektbeschreibung

Ziel der Gesamtmaßnahme ist es, die Stadt Finsterwalde als Mittelzentrum und Anker der Daseinsvorsorge zu stärken, die Nahversorgung aller beteiligten Kommunen zu sichern und die regionale Identität im Mittelbereich zu stärken. Damit wollen die Kooperationsgemeinden dem demografischen Wandel entgegenwirken und sich an die Veränderungen anpassen. Ein Kooperationsmanagement wurde eingerichtet, um die überörtliche Zusammenarbeit zu unterstützen sowie die Erarbeitung und Fortschreibung der konzeptionellen Grundlagen zu koordinieren.

Überörtliche Konzepte als Grundlage für abgestimmtes Handeln haben eine große Bedeutung für die Kommunen der Sängerstadtregion. Das sogenannte Mittelbereichskonzept, das im Jahr 2010 erarbeitet wurde, wird regelmäßig fortgeschrieben und an neue Entwicklungen angepasst. Das Mittelbereichskonzept ist die Grundlage für die überörtliche Zusammenarbeit und die Umsetzung von Maßnahmen. Nachdem in der ersten Fassung die Bestandsanalyse sowie die Formulierung der Zielsetzungen und Handlungsfelder erfolgten, wurden in der ersten und zweiten Fortschreibung Maßnahmen abgeleitet und räumlich sowie zeitlich konkretisiert. Während der Konzepterstellung luden die Gemeinden der Sängerstadtregion lokale Akteure und Bürgerinnen und Bürger aus dem Kooperationsraum zu drei öffentlichen Beteiligungsforen ein, wo sie ihre Ideen und Stellungnahmen einbringen konnten.

Thematisch legt das Konzept einen Schwerpunkt auf die Handlungsfelder Bildung, Sport und Freizeit. So wurde als erste städtebauliche Maßnahme das Lehrausbildungszentrum PILZ in Finsterwalde mit neuen Sanitäranlagen und einer Zwischenwand zur Trennung von Lehr- und Produktionsbereich ausgestattet. Dadurch wird ein wöchentlicher industrienaher Unterricht für die Schülerinnen und Schüler aller Gymnasien und Oberschulen der Sängerstadtregion möglich. Durch dieses Angebot für Jugendliche wird das Problem des Fachkräftenachwuchses angegangen. Zwei weitere Schulen in den Ämtern Elsterland und Kleine Elster werden saniert und mit notwendigen Anlagen (z.B. einer Aula) ergänzt. Bereits realisiert wurde die Weiterentwicklung der Grundschule Rückersdorf, in der neben baulichen Maßnahmen im Schulgebäude auch der Schulhof umgestaltet wurde.

Im Bereich Sport wurde der überörtlich bedeutende Naturrasenplatz auf dem multifunktionalen Sportpark in Finsterwalde durch einen Kunstrasenplatz ersetzt. Der Platz stärkt den Bildungsstandort Finsterwalde und kommt den Vereinen in der Sängerstadtregion zugute. Weitere Maßnahmen im Handlungsfeld Sport wurden in einer Sportentwicklungsstudie ermittelt, die unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger erstellt wurde. Im Mittelpunkt steht die Qualifizierung und Sicherung aller ausgelasteten Sportanlagen im Kooperationsraum. Im Bereich Freizeit und Tourismus wird die Industriebahnstrecke zwischen Finsterwalde und Lichterfeld revitalisiert. So wird die Erreichbarkeit des Besucherbergwerks F60 deutlich verbessert. Darüber hinaus wird der zentrale Marktplatz in Sonnewalde aufgewertet und barrierefrei gestaltet.

Handlungsfelder 

  • Überörtliche Zusammenarbeit / Kooperationen
  • Integriertes Entwicklungskonzept
  • Infrastrukturanpassung
  • Daseinsvorsorge mit Schwerpunkt auf

    • Bildung
    • Kultur / Freizeit
    • Jugend und Familien
  • Soziale Netzwerke / regionale Identität / Gemeinschaftsleben
  • Wirtschaft / Tourismus
  • Beteiligung / Mitwirkung

Einzelmaßnahmen

  • Ausbau der Lehrstätte PILZ (Fertigstellung 2012)
  • Schulprojekt Rückersdorf (Fertigstellung 2013)
  • Neubau eines Bahnsteigs und Instandsetzungsarbeiten auf der Finsterwalder-Sallgaster Industriebahnstrecke (Fertigstellung 2014)
  • Bau eines Kunstrasenplatzes für die Sängerstadtregion in Finsterwalde (Fertigstellung 2014)
  • Barrierefreie Umgestaltung des Marktplatzes in Sonnewalde (Fertigstellung 2014)

Finanzierung

  • Bund-Länder-Programm "Kleinere Städte und Gemeinden"
  • Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)
  • Städtebauförderprogramme "Städtebaulicher Denkmalschutz", "Stadtumbau Ost", "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" und "Sanierung und Entwicklung"
  • Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (Infrastrukturförderung)

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
2009Gründung des Kommunalverbunds "Sängerstadtregion – Kulturland mit Energie"
2010Aufnahme ins Programm "Kleinere Städte und Gemeinden" / drei Bürgerforen für Projektideen / Erstellung des Mittelbereichskonzepts
2012erste Fortschreibung des Mittelbereichkonzepts / Fertigstellung Umbau Lehrstätte PILZ
2013Fertigstellung des Schulprojekts Rückersdorf
2014zweite Fortschreibung des Mittelbereichkonzepts / Fertigstellung des ersten Bauabschnittes der Finsterwalder-Sallgaster Industrieeisenbahn / Fertigstellung der Sportentwicklungsstudie Sängerstadtregion / Fertigstellung des Kunstrasenplatzes in Finsterwalde


Besonderheiten

Ertüchtigter Bahnsteig am Besucherbergwerk F60 in Lichterfeld Ertüchtigter Bahnsteig am Besucherbergwerk F60 in LichterfeldErtüchtigter Bahnsteig am Besucherbergwerk F60 in Lichterfeld Quelle: Plan und Praxis, Berlin

Die Kommunen der Sängerstadt haben einen eigenen "Kooperationsmodus" entwickelt, um eine finanzielle Basis für gemeinsame Projekte zu schaffen und die ideelle Absicht zur interkommunalen Kooperation auch finanziell zu unterstreichen. Jeder Partner zahlt seit 2011 jährlich je Einwohner einen Euro. Der "Einwohner-Euro" war ein Starter-Projekt zur Initiierung der Kooperation und wichtiger erster Projekte. Er sichert für einzelne Maßnahmen im Rahmen der Programmförderung den kommunalen Eigenanteil. Mit diesen Mitteln werden zum Beispiel die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit, Studien und Konzepte oder das Kooperationsmanagement finanziert.

Eine weitere Besonderheit im Mittelbereich Finsterwalde ist die Schwerpunktsetzung auf das Thema Sport und die Erarbeitung einer integrierten Sportentwicklungsstudie. In der Studie werden alle Sportstätten im Kooperationsraum erfasst und Handlungsbedarfe ermittelt. Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie waren, dass es ein Überangebot an Sportaußenflächen und ein ausgeglichenes Angebot an Sportinnenflächen gibt. Aus diesen Erkenntnissen wurden Schwerpunkte für die Umsetzung investiver Maßnahmen abgeleitet. Erhalten und ausgebaut werden sollen sportliche Einrichtungen und Flächen, die gut erreichbar sind und deren zukünftige Nutzung gesichert ist.

Lernerfahrungen

Für die kooperierenden Kommunen ist die Fortschreibung der überörtlichen Konzepte Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Die Konzepterarbeitung für den Kooperationsraum wird als fortlaufender Prozess verstanden. Das Mittelbereichkonzept wird daher als Grundlage für die Entwicklung der Sängerstadtregion alle zwei Jahre fortgeschrieben. So können aktuelle Entwicklungen berücksichtigt und die Maßnahmen passgenau umgesetzt werden. Die regelmäßige Fortschreibung stärkt die interkommunale Kooperation, weil sie eine dauerhafte Zusammenarbeit der beteiligten Kommunen und Akteure erfordert.

Zusatzinformationen

Bundesland

Brandenburg


Gemeinden

Stadt Finsterwalde, Stadt Doberlug-Kirchhain, Stadt Sonnewalde, Amt Elsterland, Amt Kleine Elster


Programmbereich

Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke


Projektbeginn

2010 Aufnahme in das Programm


Volumen der Städtebaufördermittel

bewilligte Bundesmittel bis einschließlich 2014: 814.000 Euro


Siedlungsstruktureller Typ

dünn besiedelte ländliche Kreise


Kontaktdaten

Bürgermeister Jörg Gampe
Stadtverwaltung Finsterwalde
Schloßstraße 7 / 8
03238 Finsterwalde
Telefon: +49 3531 783101
E-Mail: Assistenz-bgm@finsterwalde.de


Kooperationsmanagement
ContextPlan GmbH
Michael Pinetzki, Ralf Hoppe
Köpenicker Straße 154A
10997 Berlin
Tel.: +49 30 61401744
E-Mail: mail@contextplan-gmbh.de


Link / weitere Informationen

Internetauftritt des Kommunalverbunds Sängerstadtregion


Stand

März 2015

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