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Gröningen - Stadtbildung - Bildungsstadt

Schwerpunkte: Innenentwicklung, Infrastruktur/ Daseinsvorsorge

Zusammenfassung

Die Stadt Gröningen ist eine ländlich geprägte Kleinstadt in der Magdeburger Börde. Sie ist eine von vier Gemeinden der Verbandsgemeinde Westliche Börde. In dem Grundzentrum Gröningen leben 3.670 Einwohner (Stand: 2012). Jeder vierte Gröninger ist über 65 Jahre alt. Die Bezeichung der Gesamtmaßnahme "Stadtbildung und Bildungsstadt" verdeutlicht das Bestreben der Stadt, den Stadtkern von Gröningen städtebaulich zu stärken und Gröningen als Standort für Bildung und Betreuung dauerhaft zu festigen und auszubauen. Seit 2011 werden mit dem Programm "Kleinere Städte und Gemeinden" Maßnahmen im Stadtkern zur Schaffung von Arbeits-und Ausbildungsplätzen, zum Ausbau der Bildungslandschaft sowie zur Erhaltung ortsbildprägender Bauten gefördert.

Kontext

Die Versorgungsfunktion als Grundzentrum, insbesondere als Schulstandort, verleiht der Stadt Gröningen eine überörtliche Bedeutung in der Verbandsgemeinde. Der Rückgang der Bevölkerungszahlen, vor allem der jüngeren Bewohnerinnen und Bewohner, und die dadurch veranlasste Ausdünnung der Daseins- und Infrastruktureinrichtungen gefährden die langfristige Erhaltung dieser zentralörtlichen Funktion.

Die Stadt Gröningen stellt sich seit vielen Jahren im Rahmen ihrer Möglichkeiten diesen Herausforderungen. Mit Aufnahme der Stadt in das Landesprogramm "Städtebauliche Sanierung im ländlichen Bereich" konnten zwischen 1995 und 2010 bereits Maßnahmen durchgeführt werden, die zur gezielten städtebaulichen Entwicklung des Ortskerns beitragen. Dennoch sind weiterhin erhebliche städtebauliche und funktionale Mängel festzustellen, die die Aufnahme des Stadtkerns in das Städtebauförderungsprogramm "Kleinere Städte und Gemeinden" veranlassten.

Als umfassendes Instrument für die Umsetzung der Handlungsschwerpunkte soll ein integriertes Entwicklungskonzept dienen, das durch die Stadt Gröningen unter Einbeziehung der Mitglieder der Verbandsgemeinde Westliche Börde und weiterer Kommunen aufgestellt wird.

Projektbeschreibung

Die Stadt Gröningen arbeitet als Verwaltungszentrum der Verbandsgemeinde Westliche Börde mit der Stadt Oschersleben in einer "Lokalen Aktionsgruppe" (LAG) im Rahmen der EU-Initiative LEADER zusammen. Diese Aktionsgruppe stellte für den Zeitraum 2007 bis 2013 eine lokale Entwicklungsstrategie auf, deren zentrale Ziele in den Aufnahmeantrag für das Programm "Kleinere Städte und Gemeinden" übernommen wurden. Neben der Sicherung des Grundzentrums als Bildungs- und Wohnstandort und der Schaffung von Arbeitsplätzen soll die identitätsstiftende Bausubstanz des Stadtkerns durch neue Nutzungen der Daseinsvorsorge erhalten werden. Die geplante Erstellung eines integrierten Entwicklungskonzeptes soll die Handlungsschwerpunkte weiterführen.

Die Schließung der Sekundarschule im Jahr 2011 bedrohte die Funktion Gröningens als Bildungszentrum. Deshalb vermietete die Stadt daraufhin das historische Schulgebäude der Sekundarschule an einen interessierten privaten Bildungsträger. Die Neugestaltung des Schulhofes, der Abriss leerstehender Nebengebäude und der Ausbau fehlender Rettungswege sind erforderlich, um den Standort attraktiver für den Schulbetrieb zu gestalten. Auch die Grundschule in Gröningen leidet unter Platz- und Kapazitätsproblemen und erfordert eine bauliche Erweiterung. Ein weiteres Schulgebäude, das einer privaten Wirtschaftsakademie gehört, ist erneuerungsbedürftig und soll modernisiert und instand gesetzt werden. Das Gebäude beherbergt neben den Schulklassen ein Internat, eine Aula sowie zwei Küchen und hat damit eine besondere Bedeutung für die Daseinsvorsorge. Die notwendigen Maßnahmen für die Erhaltung dieser Bildungseinrichtungen sowie die Sanierung und der Umbau der Kindertagesstätte sollen Gröningen als "Bildungsstadt" sichern. Die vier Maßnahmen sollen bis 2016 abgeschlossen sein.

Die städtebauliche Brache "Edelhof" Die städtebauliche Brache "Edelhof"Die städtebauliche Brache "Edelhof" Quelle: Plan und Praxis, Berlin

Um den Stadtkern von Gröningen zu stabilisieren und als Wohnort attraktiv zu machen, ist die Wiederbelebung des brachliegenden, ehemals als Pferdehof genutzten "Edelhofs", geplant. Durch das Programm "Kleinere Städte und Gemeinden" sollen der Erwerb der Grundstücke und der Abriss der leer stehenden Gebäude gefördert werden, damit das Areal zu einem Wohngebiet für Senioren und junge Familien mit Eigenheimbauplätzen entwickelt werden kann.

Handlungsfelder 

  • Innenentwicklung / Flächenmanagement
  • Infrastrukturanpassung
  • Daseinsvorsorge mit Schwerpunkt auf

    • Bildung
    • Pflege und Senioren
    • Jugend und Familien
  • Sanierung und Erhalt historischer Bausubstanz

Finanzierung

  • Bund-Länder-Programm "Kleinere Städte und Gemeinden"

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
1995Vorbereitende Untersuchungen im Sanierungsgebiet "Gröningen – Stadtkern", Ratsbeschluss
1996Förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes "Gröningen-Stadtkern", Ratsbeschluss
2011Änderung der Sanierungssatzung zur Gebietsneuabgrenzung, Stadtratsbeschluss
2011Festlegung des Fördergebietes zur Aufnahme in das Förderprogramm
2011Abgabe des Antrages auf Förderung im Programm "Kleinere Städte und Gemeinden" und Aufnahme in das Programm
2012Beginn der brandschutztechnischen Ertüchtigung der Sekundarschule, Vergabe eines Bodengutachtens und Beginn der Schulhofgestaltungsplanung


Besonderheiten

Dem Antrag zur Aufnahme in das Städtebauförderprogramm "Kleinere Städte und Gemeinden" im Jahr 2011 ging eine Abstimmung mit den Bürgermeistern der Verbandsgemeinde Westliche Börde voraus. In den Gesprächen wurde deutlich, dass die aktuelle Situation durch Abwanderung, Stagnation von Wirtschaft und beruflicher Ausbildung, Ausdünnung des Kulturangebotes und durch einen wachsenden Sanierungsstau in den Stadtkernen geprägt ist. Die Gespräche mündeten in der gemeinsamen Erkenntnis, dass nur durch weiterführende Maßnahmen zur Beseitigung von Defiziten in der sozialen Infrastruktur ein positiver Wandel eingeleitet werden kann. Da die Finanzierungsquellen für die Stabilisierung aller Stadtquartiere in der gesamten Verbandsgemeinde nicht gegeben sind, wurde die Förderung des Stadtkerns von Gröningen zur Sicherung der örtlichen Daseinsvorsorge für den gesamten Vernetzungsraum von allen Mitgliedsgemeinden befürwortet und mit getragen. Dem Antrag zur Programmaufnahme liegt eine entsprechende Erklärung jedes Bürgermeisters aus der Verbandsgemeinde bei.

Lernerfahrungen

Die Maßnahme knüpft an Sanierungsaktivitäten im Rahmen eines Landesprogramms Sachsen-Anhalts an. Das 1996 förmlich festgelegte Sanierungsgebiet "Gröningen -Stadtkern" wurde seit 1995 im Landesprogramm Städtebauliche Sanierungsmaßnahmen im ländlichen Bereich gefördert und 2011 in das Bund-Länderprogramm "Kleinere Städte und Gemeinden" überführt. Eine Gebietsänderung erfolgte mit Beschluss vom 24.01.2011. Es zeigte sich, dass die zuvor realisierten Maßnahmen wie der Ausbau der öffentlichen Wege und Plätze, die Schaffung eines Markt- und Festplatzes sowie die Instandsetzung und Modernisierung des Gemeinschaftshauses zwar die zentralörtliche Funktion des Gröninger Stadtkerns stärkten. Jedoch bestehen weiterhin funktionale und städtebauliche Missstände im Sanierungsgebiet. Ein Ziel der Gesamtmaßnahme im Städtebauförderprogramm "Kleinere Städte und Gemeinden" ist es nun, die Profilierung der Stadt als Bildungsstandort mit der geplanten Neuordnung der großen innerstädtischen Brachfläche zu verbinden. Gröningen soll so an Attraktivität für die Bevölkerung gewinnen und Unternehmen und Bürger zu Investitionen in den Gebäudebestand animieren.

Zusatzinformationen

Bundesland

Sachsen-Anhalt


Gemeinden

Gröningen, Verbandsgemeinde Westliche Börde


Programmbereich

Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke


Projektbeginn

2011 Aufnahme in das Programm


Volumen der Städtebaufördermittel

bewilligte Bundesmittel bis einschließlich 2013: 246.600 Euro


Siedlungsstruktureller Typ

dünn besiedelte ländliche Kreise


Kontaktdaten

Frau Ines Philipp
Leiterin Bauverwaltung der Verbandsgemeinde Westliche Börde
Marktstr. 7
39397 Gröningen
Tel.: +49 39403 91145
E-Mail: i.philipp@verbgem-westlicheboerde.de


SALEG mbH
Sanierungsträger
Herr Jürgen Meinert
Turmschanzenstraße 26
39114 Magdeburg
Tel.: +49 391 8503448
E-Mail: meinert@saleg.de


Link / weitere Informationen

Internetseite der Verbandsgemeinde Westliche Börde

Stand

Dezember 2013

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