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ZukunftsDORF Legden – Leben und Lernen über Generationen

Schwerpunkte: Kooperationen, Innenentwicklung, Infrastruktur/ Daseinsvorsorge

Zusammenfassung

Luftbild vom Ortskern Legden Luftbild vom Ortskern LegdenLuftbild vom Ortskern Legden Quelle: Gemeinde Legden

Die Gemeinde Legden (Kreis Borken, Nordrhein-Westfalen, circa 7.000 Einwohner) besteht aus den beiden Ortsteilen Legden und Asbeck und ist mit dem Projekt "Älter werden im ZukunftsDORF – Leben und Lernen über Generationen" an der Regionale 2016 "ZukunftsLAND" beteiligt. 2014 wurde Legden in das Städtebauförderprogramm Kleinere Städte und Gemeinden aufgenommen. Die Gemeinde hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Vorreiterrolle im Umgang mit den Auswirkungen des demografischen Wandels im ländlichen Raum einzunehmen. Der Schwerpunkt zukünftigen Handelns liegt auf den Themenfeldern Gesundheit und Vorsorge, Pflege, Mobilität, Innenentwicklung sowie generationsübergreifender Austausch und Zusammenarbeit. Ein integriertes Handlungskonzept sowie ein Quartiers- und Flächenmanagement werden bereits umgesetzt. Bei der Umsetzung bindet die Gemeinde gezielt unterschiedliche Akteure wie private Unternehmen, Institutionen und Vereine sowie Bürgerinnen und Bürger ein.

Kontext

Anders als in vielen anderen Kommunen im ländlichen Raum wird für die Gemeinde Legden ein Bevölkerungszuwachs von circa 11 Prozent bis zum Jahr 2030 prognostiziert. Der Anteil der über 65-Jährigen soll um 39 Prozent steigen, der Anteil der unter 18-Jährigen dennoch um 12 Prozent sinken. Diese Verschiebungen innerhalb der Altersstruktur erfordern neue Lösungsansätze insbesondere bei der Anpassung der Infrastruktur (unter anderem medizinische Versorgung), bei der Gestaltung des öffentlichen Raums (Barrierefreiheit) und bei der Qualifizierung der Wohnquartiere.

Um den Herausforderungen aktiv begegnen und den in der Gemeinde lebenden Menschen weiterhin ein lebenswertes Zuhause bieten zu können, ist Legden in inter- und intrakommunalen Kooperationen aktiv. 2010 schloss sich die Kommune mit den Gemeinden Ahaus und Heek zur LEADER-Region Ahaus-Heek-Legden zusammen. Seit demselben Jahr ist die Gemeinde Legden an der Regionale 2016 "ZukunftsLAND" beteiligt. 2014 erfolgte die Aufnahme in das Bund-Länder-Programm "Kleinere Städte und Gemeinden". Im Rahmen des Städtebauförderprogramms sollen die beiden Ortskerne barrierearm gestaltet und neue Wegeverbindungen zwischen wichtigen Anlaufpunkten in den Ortskernen geschaffen werden. Ein integriertes Handlungskonzept sowie ein Quartiers- und Flächenmanagement zur Stärkung der Innenentwicklung werden bereits umgesetzt.

Projektbeschreibung

Mit dem Projekt "ZukunftsDORF Legden – leben und lernen über Generationen" verfolgt die Gemeinde eine ganzheitliche Strategie, deren Schwerpunkt auf den vier Handlungsfeldern "Versorgung", "Service und Betreuung", "Mobilität" sowie "Leben und Lernen" liegt. Legden versteht sich als "Zukunftslabor", von dem auch andere Gemeinden profitieren und lernen können. Übergeordnetes Ziel ist es, älteren Bewohnerinnen und Bewohnern möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen. Hierbei folgt Legden dem Prinzip "Was älteren Menschen und Menschen mit Handicaps hilft, das kommt allen anderen Bürgerinnen und Bürgern ebenfalls zugute." Das ZukunftsDORF soll ein attraktiver Ort für alle Generationen sein. Im Jahr 2014 wurde ein integriertes Handlungskonzept erarbeitet, das den städtebaulichen Handlungsbedarf aufzeigt und konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Ortskerne enthält.

Entwurf des neu gestalteten Dahliengartens Entwurf des neu gestalteten DahliengartensEntwurf des neu gestalteten Dahliengartens Quelle: Gemeinde Legden

Im Ortskern von Legden wurde ein bisher brachliegendes Grundstück in einen integrativen Begegnungsgarten für alle Generationen, den "Dahliengarten", umgewandelt. Durch diese nun begehbare circa 4000 Quadratmeter große Fläche werden im Ortskern nicht nur neue Wegeverbindungen geschaffen, sondern auch die Aufenthaltsqualität deutlich erhöht. Seit Mai 2015 ist der Dahliengarten öffentlich zugänglich und nutzbar. Entstanden ist ein von Bürgerinnen und Bürgern mitgestalteter, generationenübergreifender Begegnungsort, der nicht nur zum Besuch, sondern auch zum Mitmachen und gemeinsamen Gärtnern einlädt. Neben den Beeten mit circa 160 Dahliensorten sind Rasenflächen, eine Pergola, ein Fontänenfeld und eine Multifunktionsfläche eingerichtet worden. Im zweiten Bauabschritt soll 2016 ergänzend ein Informationszentrum gebaut werden, das unter anderem einen Besucherpavillon, einen Lagerraum für Gartengeräte und ein Bistro beinhaltet. Außerdem ist ein Pfad der Sinne geplant.

Eine weitere Maßnahme zur Umsetzung des integrierten Handlungskonzeptes ist die barrierefreie Gestaltung der Ortskerne von Legden und Asbeck: Durch die Neugestaltung der Hauptstraße in Legden sollen die öffentlichen, medizinischen und kirchlichen Einrichtungen sowie die Nahversorger im Ortskern besser fußläufig erreichbar werden. Zudem ermöglicht die Umgestaltung eine bessere Anbindung des Dahliengartens an das Ortszentrum. Die konkrete Planung erfolgte im Rahmen einer mehrstufigen Planungswerkstatt mit großer Bürgerbeteiligung. Die Umgestaltung des Ortskerns von Asbeck umfasst die Neugestaltung des Umfeldes um die Stiftskirche St. Margareta und Teile der Asbecker Stiftsanlage. Die Anforderungen des kulturhistorisch bedeutsamen und denkmalgeschützten Ortes sind besonders zu berücksichtigen. Bei der Erarbeitung des Gestaltungskonzeptes soll auf die Erfahrungen aus Legden zurückgegriffen werden. Die Umsetzung der Maßnahme ist für den Zeitraum 2017 bis 2020 vorgesehen.

Mit einer älter werdenden Bevölkerung geht auch ein steigender Bedarf an barrierefreien Immobilien einher. Um ältere Einwohner in ihrem Alltag zu unterstützen und ihnen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, sollen barrierefreie Wohnungen im Ortskern von Legden eingerichtet werden. Durch die Aktivitäten der Gemeinde konnten bereits private Investoren für die Umsetzung der barrierefreien Wohnungen gewonnen werden. Die ersten barrierefreien Wohnungen entstanden 2012 und weitere sollen in den nächsten Jahren folgen.

Der Einsatz eines Flächenmanagements beruht auf einem Projektansatz aus der LEADER-Region Ahaus-Heek-Legden. Das Gutachten "RegionAHLes Flächenmanagement" (2014) zeigt Möglichkeiten zur Innenentwicklung und zur Nutzungsänderung von Flächen und Gebäuden auf. Diese sollen mit Hilfe der Förderung aus dem Städtebauförderprogramm in den nächsten zwei Jahren konkretisiert und umsetzt werden. Ziel ist es, die Ortskerne in ihren Funktionen als Einzelhandels-, Nahversorgungs-, Wohn- und Erholungsstandort zu stärken. So sollen zunächst vorhandene Baulücken genutzt bevor neue Flächen ausgewiesen werden, um die Ortsmitten zu stärken und die Flächeninanspruchnahme nicht unnötig auszuweiten.

Die Umsetzung der Gesamtmaßnahme wird durch unterschiedliche Foren und Veranstaltungen umfassend begleitet und durch die Öffentlichkeit mitgestaltet. So fand im Oktober 2014 eine Bürgerversammlung zum Integrierten Handlungskonzept "ZunkunftsDORF Legden - Orstkerne Legden + Asbeck" statt. Für die Sammlung von Projektideen für den Ortskern von Legden wurde die Planungswerkstatt "Barrierefreier Ortskern" durchgeführt. Unter dem Projektbaustein "Gesund älter werden" hat sich das Kompetenznetzwerk Demenzprävention und -früherkennung gegründet. In den Jahren 2014 und 2015 fanden zudem zahlreiche Treffen im Rahmen des ersten Wissens-Camps statt. Das Wissens-Camp dient dem Ziel, generationenübergreifend voneinander zu lernen und sich auszutauschen.

Handlungsfelder 

  • Innenentwicklung / Flächenmanagement
  • Infrastrukturanpassung
  • Daseinsvorsorge mit Schwerpunkt auf

    • Mobilität
    • Gesundheit
    • Nahversorgung
    • Pflege und Senioren
    • Jugend und Familien
  • Soziale Netzwerke / Gemeinschaftsleben
  • Öffentlicher Raum
  • Beteiligung / Mitwirkung

Einzelmaßnahmen

Blick auf den neu gestalteten Dahliengarten Blick auf den neu gestalteten DahliengartenBlick auf den neu gestalteten Dahliengarten Quelle: Gemeinde Legden

  • Integriertes Handlungskonzept 2014
  • Anlegen des Dahliengartens (erster Abschnitt umgesetzt, 2014-2017)
  • Quartiers- und Flächenmanagement (2015-2017)
  • Schaffung der barrierefreien Ortskerne Legden und Asbeck (in Umsetzung, 2014-2020)
  • Schaffung von barrierefreiem Wohnen (2014-2015, private Investitionen)
  • Stärkung von Nahmobilität (2016-2017)
  • Umnutzung des Pfarrhauses Asbeck als Bürgerhaus (2017-2020)
  • Neugestaltung des ehemaligen Küchenplatzes Asbeck (2016-2017)
  • Umbau und Sanierung von öffentlichen Gebäuden (2017-2020)

Finanzierung

  • Bund-Länder-Programm "Kleinere Städte und Gemeinden"
  • EU- Programm LEADER
  • private Investitionen

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
2006ILEK der Region Ahaus-Heek-Legden
2010Beginn der Kooperation im Rahmen der LEADER-Region Ahaus-Heek-Legden / Teil der Regionale 2016
2014Aufnahme in das Bund-Länder-Programm "Kleinere Städte und Gemeinden", Erarbeitung des Integrierten Handlungskonzeptes / Untersuchung zur Innenentwicklung
2015Eröffnung des 1. Bauabschnittes Dahliengarten / Durchführung des Wettbewerbs für den barrierefreien Ortskern Legden
2016Weitere Umsetzung mit Hilfe des Quartiers- und Flächenmanagements


Besonderheiten

Der demografische Wandel und seine Auswirkungen sind ein wichtiger Ausgangspunkt für die Gemeinde Legden, um in der Daseinsvorsorge stärker aktiv zu werden. Hierbei liegt das Hauptaugenmerk nicht nur auf einer Altersgruppe, vielmehr steht die Umsetzung generationsübergreifender Projekte im Vordergrund. Durch die Einrichtung sogenannter Wissens-Camps soll der Wissensaustausch zwischen den Generationen gefördert und der gesellschaftliche Zusammenhalt in der Gemeinde gefestigt werden. Das erste Wissens-Camp fand von 2014 bis 2015 statt. Innerhalb eines Jahres trafen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger regelmäßig und konnten sich zu selbst gewählten Themen austauschen.

Lernerfahrungen

Die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in den Gestaltungsprozess "ZukunftsDORF" ist stark ausgeprägt. Dies spiegelt sich in den zahlreichen Foren und Veranstaltungen wider, in denen sich die Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde sowie Akteure aus der Region einbringen konnten. Hierdurch wird ein gemeinsames Bewusstsein für Zukunftsthemen entwickelt und ein hoher Identifizierungsgrad mit den Projekten erreicht. Beispielhaft ist das regionale Kompetenznetzwerk Demenzprävention und -früherkennung, bestehend aus medizinischen Fachkräften rund um das Thema Vorsorge und Behandlung von Demenz. Aber auch als Bürgerin und Bürger kann man sich einbringen: es gibt die Möglichkeit sich als ehrenamtlicher Fahrer des BürgerAutos einzubringen oder als Gärtner bzw. Spender den Dahliengarten aktiv zu unterstützen.

Zusatzinformationen

Bundesland

Nordrhein-Westfalen


Gemeinde

Legden


Programmbereich

Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke


Projektbeginn

2014 Aufnahme in das Programm


Volumen der Städtebaufördermittel

bewilligte Bundesmittel bis einschließlich 2015: 314.000 Euro


Siedlungsstruktureller Typ

Städtische Kreise


Kontaktdaten

Friedhelm Kleweken
Bürgermeister der Gemeinde Legden
Amtshaustraße 1
48739 Legden
Tel.: 02566 / 910-0
Fax: 02566 / 910-0
E-Mail: kleweken@legden.de


Link / weitere Informationen

Internetportal zum Zukunftsdorf Legden


Stand

Februar 2016

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