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Mittelbereich Templin / "Netzwerk Uckermärker Seenlandschaft"

Schwerpunkte: Kooperationen, Innenentwicklung, Infrastruktur / Daseinsvorsorge, Überörtliche Beteiligung

Zusammenfassung

Der Mittelbereich Templin liegt im Norden Brandenburgs und besteht aus den Städten Templin und Lychen, der Gemeinde Boitzenburger Land und dem Amt Gerswalde (Flieth-Stegelitz, Gerswalde, Milmersdorf, Mittenwalde, Temmen-Ringenwalde). Die Kommunen werden seit 2010 mit dem Programm "Kleinere Städte und Gemeinden" dabei unterstützt, die Herausforderungen des demografischen Wandels zu bewältigen. Die Sicherung der Daseinsvorsorge durch eine dezentrale, wohnortnahe Grundversorgung und die gemeinsame Koordinierung durch die interkommunale Kooperation stehen im Mittelpunkt. Neben der Umsetzung investiver Maßnahmen erfolgte 2016 die Fortschreibung des Entwicklungskonzepts, wodurch eine Anpassung an aktuelle Entwicklungen erfolgte.

Kontext

Das Mittelzentrum Templin und die Kommunen im Mittelbereich sind von einer negativen Bevölkerungsentwicklung betroffen, die sich in den nächsten Jahrzehnten fortsetzen wird. Dies hat erheblichen Einfluss auf die Tragfähigkeit von Einrichtungen, insbesondere im Bereich der Daseinsvorsorge. Die Kommunen des Mittelbereichs haben sich daher entschlossen, ihre interkommunale Zusammenarbeit zu stärken. Ihr Ziel ist die gemeinsame Sicherung der Daseinsvorsorge entsprechend der demografischen Entwicklung. Die Kooperationspartner folgen im Bereich der Daseinsvorsorge der Grundidee, haushalts- und personenbezogene Leistungen der Grundversorgung dezentral in der Nähe zu den Wohnstandorten anzubieten.

Projektbeschreibung

Grundlage für die interkommunale Kooperation im Mittelbereich Templin bilden eine 2011 unterzeichnete Kooperationsvereinbarung und der Kooperationsvertrag aus dem Jahr 2013. Mit dem Kooperationsmanagement wurde ein externes Planungsbüro beauftragt, das in Zusammenarbeit mit den Kommunen ein Entwicklungskonzept für den Mittelbereich (MEK Templin) erstellte. 2016 erfolgte eine Fortschreibung des Entwicklungskonzeptes. Diese bilden die planerische Grundlage für die bereits getroffenen und auch zukünftigen Entscheidungen und Maßnahmen im Bereich der Daseinsvorsorge und benennen die Aufgaben und Verantwortlichkeiten innerhalb des Mittelbereichs.

Eine Vielzahl an Maßnahmen betrifft den Ausbau und die Stärkung der sozialen Infrastruktur. Mit den Maßnahmen werden insbesondere ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen sowie Kinder und Jugendliche angesprochen.

2013 begann die Erneuerung des Grundschulpavillons und der Sporthalle der Grundschule in Gerswalde. Die Außenanlagen wurden neugestaltet und die Sanitär- und Umkleideräume sowie eine Prallwand saniert. Weitere Schul- und Kitastandorte des Mittelbereichs wurden seit Aufnahme in das Programm brandschutztechnisch saniert und barrierefrei ausgebaut oder werden noch saniert.

Grundschule Egelpfuhl in Templin Grundschule Egelpfuhl in TemplinGrundschule Egelpfuhl in Templin Quelle: Plan und Praxis, Berlin

Das Multikulturelle Centrum (MKC) Templin wurde 2016 mit der Unterstützung aller Kooperationspartner saniert. Dabei konnten neben Fördermitteln aus dem Programm "Kleinere Städte und Gemeinden" ebenfalls Mittel aus LEADER sowie private Mittel eingesetzt werden. Das MKC übernimmt eine wichtige Funktion als kulturelle Einrichtung des Mittelbereichs und vereint unter seinem Dach ein Kino, eine Galerie sowie Raum für Veranstaltungen.

Weitere Maßnahmen erfolgen im Bereich der gesundheitlichen Versorgung. Für 2017 sind in Lychen im ehemaligen Ratseck, einem stadtbildprägenden Bau in der Lychener Ortsmitte, Sanierungsarbeiten vorgesehen. Entstehen sollen eine Zahnarztpraxis, eine Physiotherapiepraxis, betreutes Wohnen und ein multifunktionaler Bürgersaal. Das Gebäude ist im Besitz der Stadt Lychen, die die Immobilie nutzt, um diese öffentliche Nutzung in unmittelbarer Nähe zu weiteren öffentlichen Einrichtungen ("Altes Kino" und Mehrgenerationenhaus) zu installieren. Durch eine räumliche Nähe von Arzt, Apotheke, Physiotherapie und Zahnarzt sollen Synergieeffekte entstehen. In Gerswalde wurde bereits ein Gebäude in der Ortsmitte mit einer bestehenden Arztpraxis mit Hilfe von Programmmitteln um eine Zahnarztpraxis ergänzt und damit als Ärztehaus qualifiziert.

Handlungsfelder 

  • Überörtliche Zusammenarbeit / Kooperationen
  • Integriertes Entwicklungskonzept
  • Infrastrukturanpassung
  • Daseinsvorsorge mit Schwerpunkt auf

    • Bildung
    • Kultur / Freizeit
    • Gesundheit
    • Jugend und Familien
  • Soziale Netzwerke / regionale Identität / Gemeinschaftsleben

Einzelmaßnahmen

  • Erstellung einer Mittelbereichsentwicklungskonzeption (2012, Fortschreibung 2016)
  • Sanierung und neuer Innenausbau des kombinierten Standorts Kita und Hort Boitzenburg (2013-2014)
  • Sanierung der Sporthalle und Grundschulpavillon der Grundschule Gerswalde und Sanierung der Außenanlagen (2013-2016)
  • Sanierung und brandschutztechnische Ertüchtigung der Grundschule Egelpfuhl Templin (2013-2015)
  • Ausbau eines Bestandsgebäudes mit Arztpraxis zu einem Ärztehaus (2015)
  • Sanierung des Multikulturellen Centrums (MKC) Templin (2016)
  • Erneuerung der Außenanlagen der Kita Bienenhaus in Gerswalde (geplant 2017)
  • Sanierung des Ratseck Lychen (geplant 2017)

Finanzierung

  • Bund-Länder-Programm "Kleinere Städte und Gemeinden"
  • Integrierte Ländliche Entwicklung (LEADER)

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
2010Aufnahme in das Programm  "Kleinere Städte und Gemeinden"
2011Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung
2012Fertigstellung der Entwicklungskonzeption für den Mittelbereich / Umsetzung einer vorgezogenen Maßnahme: Radweg Templin – Milmersdorf – Götschendorf (L23) 13,8 km / Beauftragung eines externen Kooperationsmanagements
2013Unterzeichnung des Kooperationsvertrags / Beschluss einer Geschäftsordnung, Fertigstellung der ersten Teilmaßnahme: Sanierung der Sanitäranlage im Grundschulpavillon Gerswalde / Gründung der interkommunalen Arbeitsgemeinschaft Brandschutz / Sanierung und Umbau der Feuerwehr-Gerätehäuser Storkow und Groß Dölln / Umbau der Kita Spatzennest in Templin zu einer generationsübergreifenden Einrichtung
2014Fertigstellung der Einzelmaßnahme Sanierung des Standortes Kita und Hort Boitzenburg / Beginn der Sanierung der Grundschule Egelpfuhl-Templin / Fortführung der Sanierung der Grundschule Gerswalde / erstes öffentliches Forum des Kooperationsverbundes "Uckermärker Seenlandschaft"
2015Fertigstellung der Sanierung der Grundschule Egelpfuhl / Umbau des Gebäudes Dorfmitte 1 Gerswalde zu einem Ärztehaus
2016Fortschreibung des Entwicklungskonzeptes für den Mittelbereich Templin / Sanierung des Multikulturellen Centrums (MKC) Templin / Sanierung des Sportplatzes der Grundschule Egelpfuhl in Templin / Fertigstellung der Sanierung der Grundschule Gerswalde


Besonderheiten

Das Mittelbereichsentwicklungskonzept Templin stellt die planerische Grundlage für die zukünftigen Entscheidungen bezüglich der Daseinsvorsorge dar, sowohl für die Förderung im Programm "Kleinere Städte und Gemeinden" als auch darüber hinaus. Zur Ermittlung des Nachfragepotenzials wurden die Bevölkerungsentwicklung und die in den Gemeinden vorhandenen Funktionen bewertet, um Bereiche einer potenziellen interkommunalen Zusammenarbeit aufzuzeigen, erforderliche Änderungen von Angeboten zu benennen und Empfehlungen für die Weiterentwicklung vorzunehmen. 2016 erfolgte eine Fortschreibung des Entwicklungskonzepts. Hiermit wird durch eine Anpassung an aktuelle Entwicklungen, wie einer Berücksichtigung bereits erfolgter Maßnahmen, die kontinuierliche Weiterentwicklung des Mittelbereichs ermöglicht.

Lernerfahrungen

Die interkommunale Kooperationsarbeit im Mittelbereich Templin baut auf feste Strukturen auf. Seit Anfang 2011 treffen sich die Verwaltungsspitzen der Kommunen des Mittelbereichs Templin regelmäßig zur thematischen Abstimmung, zur Definition von Handlungsbedarfen und Zielen sowie zur Abstimmung von Maßnahmen. Am 18. März 2013 unterzeichneten die Kommunen einen Kooperationsvertrag. Neben der Bestimmung eines steuernden Organs, dem Kooperationsrat, hält der Kooperationsvertrag auch inhaltliche Vereinbarungen fest. Am 28. Oktober 2013 beschloss der Kooperationsrat eine Geschäftsordnung. Der Kooperationsrat trifft sich zwei Mal jährlich, parallel finden regelmäßig Arbeitssitzungen der Bürgermeister zu verschiedenen Themen statt.

Neben den formalen Strukturen, die in der interkommunalen Kooperation fest etabliert sind, erfolgt die Zusammenarbeit im Mittelbereich Templin auf Augenhöhe. Die beteiligten Kommunen haben gelernt, dass dieses eine wichtige Grundlage für eine funktionierende Kooperation ist. Die Kooperation findet daher nicht nur auf Ebene des Programms "Kleinere Städte und Gemeinden" statt, sondern wird auch in anderen Handlungsfeldern der Kommunen, wie dem Brandschutz, Tourismus oder der Verwaltungszusammenarbeit gelebt. Besonders hervorzuheben ist die Bereitschaft der Stadt Templin bei Bedarf Maßnahmen vorzufinanzieren, um so den kleineren beteiligten Kommunen die Möglichkeit zu geben ebenfalls zügig Maßnahmen im Programm umsetzen zu können.

Zusatzinformationen

Bundesland

Brandenburg


Gemeinden

Templin, Lychen, Boitzenburger Land, Gerswalde


Programmbereich

Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke


Projektbeginn

2010 Aufnahme in das Programm


Volumen der Städtebaufördermittel

Bewilligte Bundesmittel bis einschließlich 2016: 5,25 Millionen Euro


Siedlungsstruktureller Typ

dünn besiedelte ländliche Kreise


Kontaktdaten

Stadt Templin
Bürgermeister Detlef Tabbert
Prenzlauer Allee 7
17268 Templin
E-Mail: stadt@templin.de


LPG Landesweite Planungsgesellschaft mbH
Kooperationsmanagement Mittelbereich Templin
Frau Vivien Kuhn
Gaudystraße 12
10437 Berlin
Tel.: +49 30 816 16 03 90
E-Mail: v.kuhn@lpgmbh.de


Link / weitere Informationen

Mittelbereichsentwicklungskonzept

Netzwerk Uckermärker Seenlandschaft

Stand

Mai 2017

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