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Görlitz | Gründerzeit-Brückenpark

Maßnahmenschwerpunkte: Berliner Straße und Jakobstraße | "Brückenpark" | Historische Eckgebäude

Zusammenfassung

Die Stadt Görlitz (ca. 55.455 Einwohner, Stand: 31.12.2015) ist eine "Perle" Ostdeutschlands. Während des Zweiten Weltkrieges kaum zerstört, zeichnet sich die Stadt durch ihre bis heute erhaltene ursprüngliche Stadtstruktur aus. Mit ihren über 4.000 Bau- und Kulturdenkmalen gilt Görlitz als das größte zusammenhängende deutsche Flächendenkmal. Entstanden an der Kreuzung wichtiger europäischer Handelswege, wurde Görlitz im Jahr 1071 erstmals erwähnt. Die mittelalterlichen Türme Nikolaiturm, Reichenbacher Turm und Frauenturm, der Rathausturm und verschiedene Kirchtürme prägen die Silhouette der Stadt und brachten Görlitz die Bezeichnung der "Stadt der Türme" ein. Dank seiner gut erhaltenen Altstadt und der architektonischen Vielfalt ist Görlitz ein beliebtes touristisches Ziel. Die Lage der Stadt an der Lausitzer Neiße zieht nicht nur Architektur-, sondern auch Naturliebhaber in die Stadt. Mit ihrer polnischen Schwesterstadt, die bis 1945 ein östlicher Teil der Gesamtstadt war, bildet sie seit dem Jahr 1998 die Europastadt Görlitz-Zgorzelec. Seit 2012 bewirbt sich die Stadt Görlitz zudem mit ihrer historisch bedeutenden Bausubstanz um die Aufnahme in die Liste der UNESCO-Welterbestätten. Im Mittelpunkt dieses Vorhabens stehen die einzigartigen Hallenhäuser, die heute als erhaltene Wohn-, Geschäfts- und Gesellschaftshäuser des 15. Jahrhunderts die Entwicklung der Stadt und das Leben in ihr authentisch nachempfinden lassen.

1991 wurde Görlitz mit dem Programmgebiet "Historische Altstadt" in das Städtebauförderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz aufgenommen. Seit dem Jahr 2005 ist zudem das Fördergebiet Gründerzeit-Brückenpark im Bund-Länder-Programm. Die Fördergebietsabgrenzung fand am 13. Juli 2005 statt. Am 26. Oktober 2010 wurde das Sanierungsgebiet Innenstadt Ost/Brückenpark mit einer Satzung förmlich festgesetzt. Zum Sanierungsgebiet gehören die gründerzeitliche Innenstadt mit der zentralen Hauptgeschäftsachse, sowie die Villen-Bebauung entlang der Neiße zur Partnerstadt Zgorzelec mit vielen Grün- und Freiflächen. Aufgrund der negativen demografischen Entwicklung gehört der Landkreis Görlitz zu den strukturschwächsten Deutschlands. Diese Entwicklung zeichnet sich auch im Programmgebiet durch wachsenden Leerstand und dem daraus folgenden Funktionsverlust in den ehemals zentralen innerstädtischen Geschäftslagen ab. Als Flächendenkmal der Gründerzeit und des Historismus soll das gesamte Gebiet "Gründerzeit-Brückenpark" gesichert, revitalisiert und langfristig bewahrt werden.

Kontext

Das innerstädtische Fördergebiet Gründerzeit-Brückenpark wird durch Strukturen der Gründerzeit geprägt und liegt in der Görlitzer Innenstadt. Diese wurde überwiegend in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erschlossen und planmäßig bebaut. Görlitz verfügt über einen überdurchschnittlich hohen Denkmalbestand mit wertvollen Gebäuden aus der Zeit von der Spätromanik bis hin zur Zwischenkriegszeitarchitektur mit fast 4.000 eingetragenen Kulturdenkmalen. Darüber hinaus befinden sich in dem Fördergebiet die Stadthalle mit dem umgebenden Garten und die ehemalige Synagoge mit Garten und Einfriedung. Beide Bauten weisen hohe bau- und gartenkünstlerische sowie ortsgeschichtliche Bedeutung auf. Im westlichen Teil des Fördergebietes finden sich wichtige Gebäude und öffentliche Plätze wie der Wilhelmsplatz und der Postplatz sowie die innerstädtische Geschäftsachse Berliner Straße. Sie prägen das Fördergebiet durch städtische Zentrumsfunktionen und bilden das Hauptgeschäftsgebiet der Stadt Görlitz. Im zentralen Bereich des Programmgebiets dominiert die Wohnfunktion. Das Stadtbild ist in diesem Abschnitt von gründerzeitlichen Mietsgebäuden und einer geschlossenen, vier- bis fünfgeschossigen Blockrandbebauung mit Hinter- und Nebengebäuden, geprägt. Im dritten, östlichen Teil entlang der Neiße befinden sich städtische Grünanlagen und Freiflächen sowie freistehende Gründerzeitvillen.

Historisches Eckgebäude im Programmgebiet "Gründerzeit-Brückenpark" in Görlitz Historisches Eckgebäude im Programmgebiet "Gründerzeit-Brückenpark"Historisches Eckgebäude im Programmgebiet "Gründerzeit-Brückenpark" Quelle: Bundestransferstelle Städtebaulicher Denkmalschutz

Überwiegend als multifunktionales Nebeneinander von Wohnen und Arbeiten entworfen, wurden in den Wohngebäuden und -grundstücken im Fördergebiet ehemals kleine bis mittlere Handwerks- und Gewerbetriebe integriert. Die Erdgeschosse wurden von kleinen Ladenlokalen genutzt. Die Expansion der großen Unternehmen Ende des 20. Jahrhunderts führte jedoch zum Standortwechsel vieler kleiner Geschäfte. Die Wiedervereinigung sowie spätere gesellschaftliche Prozesse, u.a. der demografische Wandel, verstärkten den Prozess der Entmischung. Kleine Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe, die vor der Wiedervereinigung im gründerzeitlichen Stadtgebiet lokalisiert waren, sind heute nur vereinzelt zu finden. Viele einst belebte Erdgeschosse stehen derzeit leer. Das einst multifunktionale Gebiet der gründerzeitlichen Quartiersbebauungen zeigt seit einigen Jahren Entwicklungstendenzen zur Monofunktionalität. Die historische Bausubstanz überstand ohne Schaden den Zweiten Weltkrieg, verfiel aber stark während der DDR-Zeit.

Handlungsstrategie

Die Modernisierung, Revitalisierung und Instandsetzung der zahlreichen historischen Gebäudebestände ist ein wesentliches Ziel im Rahmen der Stadtsanierung. Durch das Einbinden neuer Funktionen in die historische Bausubstanz soll der Erhalt stadtbildprägender Gebäude ermöglicht und so die Sicherung der gesamten Stadtstruktur erzielt werden. Ziel der Stadt ist es, durch Förder-, Hilfs- und Informationsprogramme die Eigentümer davon zu überzeugen, sich mit den erhaltenswerten historischen Objekten auseinanderzusetzen. Bei der Zusammenstellung der Ziele im Kontext des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz sind die Sicherung der Wohnfunktionen und die Entwicklung von Wohnungsergänzungsfunktionen von sehr hoher Priorität. Ein weiteres Bestreben ist einerseits die Erhaltung und Sicherung der historischen gründerzeitlichen Bebauungsstruktur im Sanierungsgebiet von Görlitz, andererseits die Aufwertung und Neuorganisation wichtiger Verkehrsachsen. Um den Verkehr im Sanierungsgebiet fließender zu gestalten, ist daher die Umgestaltung bzw. der Umbau einiger Straßen vorgesehen.

Die verschiedenen, zum Teil bereits durchgeführten Fördermaßnahmen zur Schaffung und Belebung des öffentlichen Raumes zielen auf die Erhöhung der Attraktivität der Innenstadt ab. Maßnahmen der besseren Begrünung, Entsiegelung von Flächen und der Freilegung von Frischluftschneisen tragen außerdem ganz wesentlich zur Verbesserung der klimatischen Bedingungen bei. Mit dem Bestreben, in der Berliner Straße und der zu ihr parallelliegenden Jakobstraße wieder neue Nutzungen einzubringen und damit die ehemals wichtigsten Geschäftsachsen der Stadt wiederzubeleben, soll ihre ursprüngliche Bedeutung zurückgewonnen werden. Diese Maßnahme kann zugleich zur Belebung der gesamten Innenstadt dienen.
Da das Fördergebiet an die Görlitzer Schwesterstadt Zgorzelec angrenzt, kennzeichnet die Zusammenarbeit der beiden Städte auch die Sanierungsbestrebungen im Gebiet. So spiegeln sich die Zusammenarbeit als zentrale Aufgabe, die Überwindung der Grenzen und die funktionelle sowie strukturelle Verknüpfung beider Städte insbesondere im Gebiet um die Neiße wider. Im Jahr 1945 wurde mit der Altstadtbrücke eine wichtige Neißeüberquerung zerstört. Der Wiederaufbau der Altstadtbrücke ermöglichte die Wiederherstellung der bedeutenden historischen Verkehrsverbindung "Via regia", die durch Europa verlief.

Handlungsfelder            

  • Sicherung der das Fördergebiet prägenden gründerzeitlichen Bebauung und der charakteristischen Quartiersstruktur
  • Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen am Gebäudebestand
  • Neuordnung und Gestaltung von städtischen Platzräumen
  • Erhaltung und Aufwertung stadtbildprägender Grünbereiche
  • Aufwertung, Neuorganisation und komplexe Umgestaltung wichtiger Verkehrsachsen
  • Umgestaltung und Entwicklung ausgewählter Quartiersinnenbereiche mit Potenzial für die Schaffung von zusätzlichen Freiraum- und Wohnergänzungsfunktionen

Einzelmaßnahmen (Auswahl)        

  • Berliner Straße und Jakobstraße
    Die Berliner Straße und Jakobstraße sind durch die attraktive Straßburg-Passage verbunden und sollen gemeinsam weiter entwickelt und revitalisiert werden. Schwerpunkt der Revitalisierungsbemühungen stellt die Quartiersentwicklung im Bereich der oberen Berliner Straße dar. Durch Umnutzungen und gezielte Ansiedlung öffentlicher Einrichtungen, z.B. dem Landratsamt, des Senckenberg-Instituts und der freien Schule, sollen die brachgefallenen Quartiersareale wieder einer nachhaltigen Nutzung und damit einer Perspektive dem Markt zugeführt werden. Die Stärkung der Berliner Straße und die komplexe Umgestaltung der Hauptgeschäftsachse werden zum Erhalt der historischen Gebäudestruktur beitragen. Begleitende Maßnahmen zur besseren Vernetzung dieser Quartiere im Stadtraum u.a. durch Umgestaltung des Postplatzes und Sanierung der Fußgängerzone Berliner Straße unterstützen die privaten Investoren/Eigentümer.


    Eine weitere wichtige Achse zwischen dem Geschäftszentrum und dem ruhigen Wilhelmsplatz stellt die Jakobstraße dar. Diese soll attraktiver gestaltet werden. Unter anderem soll künftig ein beidseitiger Radweg entlang der ganzen Straße zur Verfügung stehen. Um die ehemals bedeutenden Geschäftsachsen Berliner Straße und Jakobstraße wieder als Handelsstandort zu stärken, wurde u.a. ein Wettbewerb zu ihrer Belebung und Weiterentwicklung organisiert. Das Görlitzer Wettbewerbsprojekt "Ab in die Mitte!" soll dazu beitragen, die Jakobstraße positiv umzuformen. Aus dem kreativen Wettbewerb gingen unterschiedliche, interessante Ideen hervor, wie die Eröffnung von Läden auf begrenzte Zeit. Die leerstehenden Läden sollen dabei, zunächst ohne teure Investitionen, "auf Probe" vermietet werden. Eine andere Idee sieht vor, dass sich die in den Hinterhöfen oder in ungünstigen Lagen befindenden jungen und kreativen Unternehmen in der Jakobstraße ansiedeln und so zum innovativen Einzelhandels- und Dienstleistungsangebot beitragen, welches sich vom traditionellen Einzelhandel in der Berliner Straße unterscheidet. Die neue Jakobstraße soll künftig auf ihre gesamte Umgebung positiv einwirken, sodass die Gründerzeitbezirke auch für die Altstadtbesucher attraktiver werden. Zudem sind in der Berliner Straße und in der Jakobstraße auch sehenswerte Jugendstilarchitektur, versteckte Gartenhöfe und Remisen zu finden.

  • "Brückenpark"
    Im Fördergebiet befinden sich bedeutende Freiflächen, wie der Stadtpark und der einzigartige Uferbereich der Neiße. Der sogenannte Brückenpark, der die Nachbarstädte Görlitz und Zgorzelec und ihre Innenstädte verbindet, dehnt sich auf rund zwei Kilometern entlang des Flusses aus und belebt das Neißeufer neu. Dabei bilden der Brückenpark und seine gesamte Umgebung einen zentralen Ort der Begegnung und Kommunikation für die Bewohner der Europastadt Görlitz-Zgorzelec. Die Neugestaltung des Parks als grüne Achse und die Verbesserung seiner kulturellen Funktionen sollen einen wesentlichen Beitrag zur Überwindung der Landesgrenzen leisten. Im Mittelpunkt der Europastadtidee stehen gemeinsame Maßnahmen zu Kultur, Bildung und Kommunikation. Deswegen ist es von wechselseitiger Bedeutung, dass die markanten Kulturgebäude der Synagoge und der Stadthalle sowie Dom Kultury auf der polnischen Stadtseite und darüber hinaus der Hochschulcampus mitten im "Brückenpark" liegen. Entlang der Neiße wurden beidseitig attraktive öffentliche Uferwege geschaffen. Vorhandene Brachflächen wie u.a. das sogenannte Massa-Gelände wurden neugestaltet und in den Brückenpark integriert (liegt nicht im Fördergebiet). Eine Verlängerung des uferbegleitenden Radweges in südliche Richtung ist geplant. Die neue Qualität des Ortes wird schon heute durch die neugestalteten Uferseiten bestimmt: der Griechische Boulevard auf polnischer Seite und der Uferpark auf deutscher Seite der Neiße. Die nächsten gemeinsamen Vorhaben, wie z.B. der Bau neuer Brücken, sollen zur Erlebbarkeit der anderen Teile des Neißeufers beitragen. Als Entwicklungsflächen für das Vorhaben des Brückenparks genannt und als sinnvoll angesehen werden das Gebiet der ehemaligen Wäscherei in der Brückenstraße und die Brache an der Uferstraße.

  • Historische Eckgebäude
    Um die gründerzeitliche Quartiersstruktur bzw. die typische geschlossene Straßenbebauung zu erhalten, wurden einige Gebäude mithilfe der Fördermittel gesichert. Hierbei standen insbesondere die Eckgebäude im Fokus der Maßnahmen. Sie prägen die gesamten Blockstrukturen und sind insbesondere aufgrund ihrer Lage und den Anforderungen der heutigen Wohnbedürfnisse eine Herausforderung im Rahmen der Stadtsanierung. Für den Zeitraum der noch ausstehenden Sanierung werden sie daher gesichert. Trotz der erfolgreichen Umsetzung vieler Modernisierungsmaßnahmen sind in Görlitz noch heute zahlreiche sanierungsbedürftige Gebäude im Bereich des Programmgebietes sichtbar, u.a. aufgrund von Vernachlässigungen während der DDR-Zeit, des Strukturwandels und der Abwanderung nach der Wende im Jahr 1990. Die meisten Objekte müssen nicht nur saniert, sondern auch für die neuen Ansprüche der Bewohner und gemäß der Anforderungen des Baugesetzes umgebaut werden. Mit Hilfe des Zuschusses aus der Städtebauförderung werden die privaten Investitionen im Sanierungsgebiet unterstützt. Die Wohnräume werden an generationsübergreifendes Wohnen angepasst, d.h. es werden Aufzüge und Balkone eingebaut, die Sanitäranlagen werden baulich verändert und die veralteten Leitungen gewechselt. Je nach Möglichkeit werden die Vorhaben mit umweltfreundlichen Technologien und Materialien umgesetzt.

Finanzierung

  • Stadtumbau Ost: Erhaltungsgebiet Innenstadt
  • EU-Fördergebiet: EFRE Gründerzeit – Stadtmitte

Weitere Städtebauförderprogramme in der Kommune:

  • Stadtumbau Ost (Erhaltungsgebiete Innenstadt, Aufwertungsgebiet Innenstadt)
  • Städtebaulicher Denkmalschutz Historische Altstadt, Historische Altstadt-West
  • Städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen Innenstadt Ost, Nikolaivorstadt, Historische Altstadt, Gründerzeitviertel, Innenstadt Ost/Brückenpark

Meilensteine der Gebietsentwicklung

Tabelle: Meilensteine der Gebietsentwicklung
JahrUmsetzungsschritt
01/2005Beschlussfassung des Stadtrates über die Durchführung der Vorbereitenden Untersuchungen für das Gebiet - anschließend an die historische Altstadt bis zur Bahnhofstraße, von der Neiße bis zur Berliner-/Salomonstraße.
12/2005

Vorbereitende Untersuchungen

Antragstellung auf Aufnahme in das Förderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz. Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse wurde die Erarbeitung eines Neuordnungskonzeptes als informelle Rahmenplanung für das künftige Sanierungsgebiet in Auftrag gegeben.

04/2008 – 07/2010Arbeit am Neuordnungskonzept
07/2010Veröffentlichung des Neuordnungskonzeptes Innenstadt Ost/Brückenpark
09/2010Satzungsbeschluss Sanierungsgebiet
10/2010Förmliche Festlegung des fünften Sanierungsgebietes der Stadt Görlitz mit der Bezeichnung Innenstadt Ost/Brückenpark

Besonderheiten

In Görlitz sind alle für Mitteleuropa typischen Phasen der Siedlungsentwicklung bis heute weitgehend in der Stadtstruktur ablesbar. Innerhalb der Görlitzer Innenstadt wechseln sich im Bereich der Altstadt die verschiedensten Bauwerke aus der Zeit der Spätgotik, der Renaissance und des Barocks ab. Gründerzeitliche Baustrukturen und Jugendstilgebäude prägen das Stadtbild südwestlich der Altstadt, bis zur Bahntrasse und darüber hinaus. Das Fördergebiet grenzt an die historische Altstadt und ist Teil des Görlitzer Gründerzeitgebietes, das durch sehr hochwertige Architektur, die sich aus den Wohn- und Gewerbebauten aus der Zeit des Historismus und Jugendstils zusammensetzt, geprägt ist. Während des Zweiten Weltkriegs kaum zerstört, präsentiert sich die Stadt heute als städtebauliches Gesamtkunstwerk mit erhaltenen Bauensembles.

Das Gebiet heute

Uferbereich der Neiße als zentraler Kommunikationsstandort für die Bewohner der Europastadt Görlitz/Zgorzelec Uferbereich der Neiße als zentraler Kommunikationsstandort für die Bewohner der Europastadt Görlitz/ZgorzelecUferbereich der Neiße als zentraler Kommunikationsstandort für die Bewohner der Europastadt Görlitz/Zgorzelec Quelle: Bundestransferstelle Städtebaulicher Denkmalschutz

Nach der Aufnahme Görlitz in das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz war es aus denkmalpflegerischer Sicht besonders wichtig, die unzerstörte Stadtstruktur zu erhalten. So begannen zahlreiche Sanierungen im Programmgebiet der Historischen Altstadt. Mit der Festlegung des Fördergebiets in der gründerzeitlichen Innenstadt im Jahr 2005 begann man diesen Bereich der Stadt entsprechend aufzuwerten. Nachdem die Altstadt von Görlitz über 40 Jahre ein baufälliges Areal mit einem Leerstand von 60 Prozent gewesen ist, gilt sie heutzutage als städtebauliches Gesamtkunstwerk. Trotz der erfolgreich umgesetzten Sanierungs-, Modernisierungs- und Neugestaltungsmaßnahmen bleibt die Innenstadt für das Leben und Wohnen aus der Sicht vieler Görlitzer unattraktiv. In den letzten Jahren werden dahingehend jedoch positive Entwicklungen für die Görlitzer Innenstadt festgestellt. Entgegen der prognostizierten Bewohnerentwicklung nimmt die Zahl der Einwohner leicht zu und die Wohnmöglichkeiten im Stadtkern werden von jungen Leuten nachgefragt. Die jüngere Generation schätzt das Wohnen in den historisch gewachsenen Strukturen und nimmt die Veränderungen in der Stadt wahr. So findet sich derzeit auch das niedrigste Durchschnittsalter aller Görlitzer Stadtteile in der historischen Innenstadt.

Zusatzinformationen

Bundesland

Freistaat Sachsen


Gemeinde

Görlitz


Programm

Städtebaulicher Denkmalschutz


Programmaufnahme

2005


Realisierungszeitraum (geplant)

2020


Größe des Gebietes

92,23 ha


Volumen der Bundesfinanzhilfen

2014-2016: 1.358.000 €


Gebietstypus

Historischer Stadt- und Ortskern | Stadterweiterung


Kontaktdaten

Ansprechpartner bei der Stadt
Hartmut Wilke, Uwe Berndt
Amt für Stadtentwicklung
Hugo-Keller-Straße 14
02826 Görlitz
Telefon +49 3581 / 67 21 10
Fax +49 3581 / 67 20 01


Stand

2016

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