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Kassel - Friedrich-Ebert-Straße

Schwerpunkte: Konzepte / Öffentlicher Raum / Mobilität / Mitwirkung und Kooperation

Zusammenfassung

Das Gebiet mit seiner hohen Nutzungsmischung von Wohnen und Arbeiten, aber auch Kultur und Erholung soll als an die Innenstadt angrenzendes Stadtteilzentrum bewahrt und in seinen Funktionen gestärkt werden. Die Ziele der Sanierung ergeben sich sowohl aus einem zunehmenden Leerstand und Fluktuation von Büro- und Einzelhandelsflächen als auch durch Funktions- und Nutzungsdefizite der Straßen- und Grünräume. Bei der Umsetzung der Maßnahme wird ein integrierter Beteiligungs- und Kooperationsansatz verfolgt, der die zahlreichen im Quartier existierenden Anwohnerinitiativen umfassend einbezieht.

Kontext

Das Programmgebiet "Friedrich-Ebert-Straße" grenzt westlich an das Stadtzentrum an und ist aufgrund der Bebauungsstruktur in zwei Teile geteilt. Die Friedrich-Ebert-Straße ist das verbindende Element zwischen dem östlichen, nach dem Zweiten Weltkrieg neu aufgebauten Teil bis zur Annastraße und dem westlichen, durch gründerzeitliche Bebauung geprägten Teilquartier. Sie bildet das Rückgrat dieses hochverdichteten Stadtteils und zeichnet sich durch viele inhabergeführte Ladengeschäfte aus. Das Quartier ist ein wichtiger Standort für Arbeitsplätze, Dienstleistungen jeder Art und für bekannte Cafés, Restaurants und Kneipen. Der Stadtteil "Vorderer Westen" ist insgesamt ein attraktives Wohnquartier mit teils historischer Bausubstanz. Trotz dieser Stärken nehmen Leerstand und Fluktuation immer mehr zu, das Straßenbild wirkt teilweise vernachlässigt und die Laufkundschaft der Geschäfte geht zurück. Vor allem im Ostabschnitt stellt die breite Verkehrsachse eine behindernde Barriere dar.

Projektbeschreibung

Der bereits 2007 gegründete Runde Tisch zwischen den beiden Ortsbeiräten Mitte und West, der Stadt Kassel und dem Stadtteilverein regte früh eine Bürgerbeteiligung und Diskussionen an. Auf dieses Netzwerk zurückgreifend wurde zügig ein Arbeitsprogramm entwickelt, welches sich zum einen auf bauliche Maßnahmen wie die Aufwertung der Straßen- und Grünräume, die Wiedernutzung von Brachflächen und einzelne Neubauprojekte konzentriert, zum anderen mit einem Leerstandsmanagement und einem Marketingkonzept für das Sanierungsgebiet darauf ausgelegt ist, positive Impulse für das Viertel zu setzen. Mit Modellprojekten wie "Eigentümer helfen Eigentümern" und "Leerstand als Chance" soll privates Engagement im Quartier angestoßen werden.

Handlungsfelder

  • Neuordnung des Verkehrs
  • Aufwertung der öffentlichen Räume
  • Sicherung und Ausbau des Einzelhandels
  • Stärkung des Wohnens
  • Sicherung und Ausbau der Kulturszene
  • Sicherheit, Ordnung, Sauberkeit
  • Privat-öffentliche Kooperation
  • Standortvermarktung (Marke Friedrich-Ebert-Straße)

Einzelmaßnahmen

  • Umgestaltung des Straßenraums und der Kreuzungsbereiche
  • Vernetzung von Grünflächen
  • Erstellen eines Gesamtkonzeptes "Ruhender Verkehr" für das Quartier
  • Einrichten von Bürgerräumen in kirchlichem Gemeindehaus
  • Aufwertung der Innenhöfe im westlichen Bereich des Quartiers
  • Neues Wohnen und Arbeiten an der Samuel-Beckett-Anlage
  • Wiedernutzung verschiedener Brachflächen durch Aufwertung und Nachverdichtung
  • Einrichten von Wirtschaftsgärten für die Gastronomie
  • Aufbau eines Leerstandsmanagements und eines Marketingkonzeptes

Finanzierung

  • Bund-Länder-Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren"
  • Fördermittel für kommunale Verkehrsprojekte (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz)

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
2007"Runder Tisch Friedrich-Ebert-Straße" zwischen lokalen Akteuren und der Stadt Kassel
2008Aufnahme in das Förderprogramm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren"
2009Bestandsaufnahme, Akteursgespräche, Perspektivenwerkstatt, teilräumliche Projektwerkstätten, Erarbeitung eines integrierten Handlungskonzeptes, Initiierung einer "lokalen Partnerschaft",
2010Beauftragung eines Kernbereichsmanagements, Umsetzung von Startermaßnahmen (öffentlich hoch wirksam)

Besonderheiten

Das Programmgebiet Friedrich-Ebert-Straße in Kassel ist eines der bislang wenigen Beispiele für ein Stadtteilzentrum im Rahmen des Programms "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren". Eine weitere Besonderheit ist das bereits vor Aufnahme in das Programm sehr breite bürgerschaftliche Engagement in Gestalt von unterschiedlichen Anwohnervereinen und Initiativen. Die Berücksichtigung möglichst aller vorhandenen Gruppierungen und die Bündelung ihrer jeweiligen Einzelinteressen stellt eine besondere Herausforderung für den Kommunikations- und Beteiligungsprozess in diesem Fördergebiet dar.


Lernerfahrungen

Das Projekt steht beispielhaft für die strukturierte Erstellung eines integrierten Handlungskonzeptes unter Einbeziehung eines breiten Akteursspektrums. Der angestoßene Kommunikations- und Beteiligungsprozess umfasst zahlreiche bereits zuvor bestehende Anwohnerinitiativen und bezieht auch andere Gruppierungen sowie weitere Akteure, wie z.B. im Gebiet ansässige Einzelhändler und Behörden mit ein.

Bereits in der Diskussionsphase zum Integrierten Handlungskonzept zeigen sich schon erste Erfolge: Die Nachfrage nach Ladengeschäften bzw. gewerblich nutzbaren Flächen nimmt deutlich zu, lange leerstehende Flächen werden jetzt wieder genutzt und die Neunutzung von freiwerdenden Läden erfolgt nahezu umgehend.

Am gewählten Kommunikations- und Beteiligungsprozess zeigt sich, dass ein frühzeitiges, umfassendes und transparentes Verfahren die privaten Potenziale und deren Gestaltungswillen schnell aktiviert.

Zusatzinformationen

Bundesland

Hessen


Gemeinde

Kassel


Programmbereich

Aktive Stadt- und Ortsteilzentren


Projektbeginn

2008


Projektende

voraussichtlich 2015


Größe des Gebietes

60 ha


Volumen der Städtebaufördermittel

1,7 Mio. Euro (Stand 31.12.2009)


Gebietstypus

Stadtteilzentrum


Kontaktdaten

Stadt Kassel
Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz
Obere Königsstraße 8
34117 Kassel

Carlo Frohnapfel
E-Mail: carlo.frohnapfel@stadt-kassel.de


Stadtteilverein Kassel-West e.V.
Goethestraße 42
34119 Kassel
E-Mail: kontakt@vorderer-westen.net


Link / weitere Informationen:

Stadt Kassel


Stadtteilverein Kassel-West


Stand

Januar 2010


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