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Saarbrücken

Typ: Artikel

CongressCultureCity

Das Bild zeigt Saarbrücken von oben mit farbig markierten Flächen und Beschreibungen.

Quelle: Landeshauptstadt Saarbrücken

Zeitschiene: 2018-2026

Städtebauliche Herausforderungen:
Der räumliche Umgriff des Modellvorhabens erstreckt sich über die beiden Innenstadtquartiere „Westliche Innenstadt“ (St. Johann) und „Alt-Saarbrücken-Tallage“. Diese beiden Stadtteile werden durch die Barrierewirkung von Stadtautobahn und Saar funktional und baulich voneinander getrennt. Zentral im Modellgebiet liegt die denkmalgeschützte Kongresshalle aus den 1960er Jahren. Der Standort schließt an den zentralen Geschäfts- und Dienstleistungsbereich Saarbrückens mit einer Vielzahl von Gewerbe-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen an. Die neuen Angebote sollen mit bestehenden Strukturen in den Innenstadtquartieren vernetzt werden, um Funktionsverlusten vorzubeugen. Im Modellgebiet gilt es einerseits die Erreichbarkeit und Übersichtlichkeit des Verkehrsnetzes sicherzustellen und weiter zu optimieren, andererseits aber auch die Attraktivität für Fußgänger und Radfahrer, den Freiraum und die Stadtgestalt zu verbessern.

Ziele des Modellvorhabens:
Ziel des Modellvorhabens ist es, bis 2026 beispielhafte Strategien und Ansätze für zukünftige Herausforderungen der Städtebauförderung, wie zum Beispiel den klimagerechten Umbau, die Nachverdichtung und Qualifizierung von bestehenden Stadtstrukturen sowie das Nebeneinander von Gewerbe, Wohnen, Freizeit und Bildung, modellhaft zu entwickeln und den sozialen Zusammenhalt in den Städten unmittelbar zu stärken.
Mit dem Modellvorhaben in Saarbrücken sollen die bislang durch Fluss und Autobahn separierten Stadtquartiere funktional, verkehrlich und städtebaulich verknüpft werden. Durch das Einbinden neuer Funktionen und das Verbinden bestehender Strukturen und Angebote gilt es, innovative Entwicklungsimpulse zu setzen und die Innenstadt und den Umweltverbund zu stärken. Darüber hinaus sollen mehr öffentliche Räume für Fußgänger und Radfahrer entstehen und die Aufenthaltsqualität in den einbezogenen Stadtteilen gesteigert werden. Die erforderliche Nachverdichtung der Saarbrücker Innenstadt soll verträglich gestaltet und unter Berücksichtigung eines integrierten Maßnahmenbündels durchgeführt werden, das u.a. den Anforderungen an Multifunktionalität, Barrierefreiheit, Grünraumentwicklung und Vernetzung, städtischen Klimaschutz und Klimaanpassung, soziale Teilhabe, Baukultur- und Qualität sowie nachhaltige Mobilität gerecht wird. Die nahegelegenen Geschäfte und Dienstleistungsunternehmen im Zentrum sowie die zahlreichen Bildungseinrichtungen in Alt-Saarbrücken bieten die Möglichkeit, Kooperationen innerhalb des Quartiers anzustoßen und diese breiten Bevölkerungsgruppen zugänglich zu machen.

Geplante Maßnahmen:
Alle geplanten Teilprojekte stehen in einem engen räumlichen Zusammenhang und sind um das denkmalgeschützte Kongresszentrum aus den 1960er Jahren konzentriert. Dabei sehen gleich mehrere Teilprojekte die Neugestaltung von Verkehrsflächen zu öffentlichem Raum vor, um bspw. mindergenutzte Stellplatzareale unter Beachtung von Freiraum- und Klimaaspekten sowie Anforderungen der Barrierefreiheit zu qualifizieren. Somit wird nicht nur die Aufenthaltsqualität im Stadtraum und der nachhaltige Verkehr gefördert, sondern auch ein Beitrag zur Klimaanpassung und zur Verbesserung der Grünraumversorgung im Quartier geleistet. Zudem sollen unterschiedlichen Beteiligungsformate, insbesondere mit Blick auf junge Erwachsene vor dem Hintergrund der Bildungseinrichtungen in Alt-Saarbrücken, entwickelt und erprobt werden. In Anknüpfung an das Digitalisierungskonzept der Stadt sollen verschiedene Nutzungen mit Mobilitätsaspekten digital vernetzt werden.

Im Folgenden werden drei Projektansätze exemplarisch vorgestellt:

Messe-, Kongress-, Kulturforum
Angedacht ist ein Erweiterungshochbau eines Messe-, Kongress- Kulturforums zur bestehenden denkmalgeschützten Kongresshalle der 1960er Jahre in der westlichen Innenstadt im Stadtteil St. Johann. Das Messe-, Kongress- Kulturforum soll als multifunktionale Einrichtung mit einem vielfältigen Angebot konzipiert werden, das überörtliche und lokale Funktionen übernimmt und den Menschen, die in den Innenstadtquartieren leben, lernen und arbeiten, als quartiersbezogenes Forum und Begegnungsort zur Verfügung stehen.

Multifunktions-Hub. Mobilität. Service.Begegnung.
Aufbau neuer innovativer Mobilitäts- und Serviceangebote, zur Stärkung nachhaltiger Mobilität im Quartier und des Umweltverbundes: Es soll ein multifunktionales Gebäude mit Parkhausfunktion, Sharing-System für Autos, E-Scooter, Fahrräder und Lastenräder, Servicestützpunkt – beispielsweise Paketstation, Servicestation und Zentral-Depot für innerstädtische Liefersysteme und Mikro-Depots – und Gemeinschaftsräumen wie einer Stadtteilmensa, Kita und Co-working entstehen.

Rad- und Fußgängerbrücke
Geplant ist eine Rad- und Fußgängerbrücke als städtebaulich funktionales Element und attraktive barrierefreie Verbindung der beiden Innenstadtquartiere zur Stärkung der quartiersübergreifenden Vernetzung und nachhaltigen Mobilität im Quartier. Dabei soll eine Anbindung an das regionale Radverkehrs- und lokale Fußwegenetz hergestellt, die Erreichbarkeit des Bürgerparks verbessert und eine kurze Verbindung zwischen Multifunktions-Hub und Messe-, Kongress-, Kulturforum, der Innenstadt sowie dem nahegelegenen Knotenpunkt des öffentlichen Verkehrs mit Hauptbahnhof, Saarbahn sowie Busbahnhof erreicht werden.