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Integriertes Handlungskonzept "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" der Stadt Halle (Saale)

Die Universitätsstadt Halle an der Saale im Süden von Sachsen-Anhalt hat ca. 230.000 Einwohner und ist Oberzentrum. Seit 2013 wird die Entwicklung im Fördergebiet "Innenstadt" mit Mitteln des Zentrenprogramms unterstützt. Das Fördergebiet umfasst die Altstadt und angrenzende, überwiegend gründerzeitlich geprägte Geschäftsstraßen (Ergänzungsbereiche). Grundlage für die Umsetzung des Programms "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" ist ein integriertes Handlungskonzept. Es wurde ebenfalls im Jahr 2013 fertiggestellt, nachdem mit der Erarbeitung bereits vor der Aufnahme in das Förderprogramm begonnen worden war.

Das Konzept zeichnet sich durch einen räumlich und funktional integrierten Handlungsansatz aus, der unter Beteiligung der Öffentlichkeit erarbeitet wurde. Potenziale und Defizite, Handlungsschwerpunkte und Einzelmaßnahmen sind verortet und prägnant und anschaulich dargestellt.

Integriertes Handlungskonzept als Baustein der Innenstadtentwicklung

Der integrierte Handlungsansatz zur Stärkung des Zentrums ist abgeleitet aus dem integrierten Stadtentwicklungskonzept 2025 (ISEK 2025) für die Gesamtstadt, greift Ergebnisse eines Einzelhandels- und Zentrenkonzepts auf und ist eng mit einem parallel erarbeiteten Entwicklungskonzept für die Altstadt verzahnt. Dieses Altstadtkonzept definiert Schwerpunkträume innerhalb der Altstadt, die im integrierten Handlungskonzept für die Umsetzung des Zentrenprogramms untersetzt und konkretisiert werden.

Das integrierte Handlungskonzept stellt somit einen Baustein einer umfassend angelegten Innenstadtentwicklungsstrategie dar, bei der unter anderem auch die Bund-Länder-Programme Städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen, Städtebaulicher Denkmalschutz und Stadtumbau Ost eingesetzt wurden bzw. werden. Unterschiedliche Beteiligungsformate und Interaktionen wie beispielsweise Zukunftswerkstätten, Bürgerkonferenzen oder Städtebauwerkstätten unterstützten den Erarbeitungsprozess des Handlungskonzepts.

Funktional und räumlich übergreifender Handlungsansatz

Im Handlungskonzept wird eine Einschätzung des aktuell erreichten Sachstandes und der vorhandenen Rahmenbedingungen im Fördergebiet vorgenommen. Dazu wird das Fördergebiet in fünf Quartiere – Altstadt, Geiststraße, Große Steinstraße, Obere Leipziger Straße, Steinweg – unterteilt. Für diese Quartiere wird jeweils eine Potenzial- und Defizitanalyse in sechs Themenbereichen vorgenommen. Die analysierten Handlungsfelder sind:

  • Funktionsstruktur/Versorgungsicherheit,
  • Soziale Kohäsion,
  • Öffentlicher Raum,
  • Stadtbaukultur,
  • Stadtverträgliche Mobilität,
  • Partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Die Ergebnisse dieser räumlich-funktionalen Analyse für die einzelnen Handlungsfelder werden sowohl textlich als auch in Form von kartografischen Abbildungen dargelegt und abschließend in Form einer Darstellung der Stärken und Schwächen zusammengefasst.

In die Analyse flossen auch die Ergebnisse einer kommunalen Bürgerumfrage ein, unter anderem konnten hieraus Erkenntnisse zur Zufriedenheit mit der Wohnsituation und der Wohnumgebung oder der Verbundenheit mit dem Stadtquartier abgeleitet werden. Die Bürgerumfrage als repräsentative schriftliche Großbefragung mit einer Stichprobe von etwa 6000 Haushalten wird seit 1993 in einem circa zweijährigen Turnus gemeinsam von der Universität Halle und der Stadtverwaltung durchgeführt. Dadurch sind sowohl Längsschnittvergleiche als auch Querschnittvergleiche über mehrere Stadtviertel möglich.

Aufbauend auf den Analyseergebnissen werden Ziele sowie räumliche und inhaltliche Handlungsschwerpunkte benannt. Ziele sind die Stärkung des Zentrums als lebendigen Stadtraum, als Ort des Handels, als Wirtschaftsraum und Arbeitsort, als Wohnort sowie als Ort von Kultur und Stadtleben. Zudem soll die Erreichbarkeit und Mobilität als Voraussetzung für eine lebendige Stadt verbessert werden. Aus diesen Zielstellungen werden Einzelmaßnahmen abgeleitet und definiert.

Diese Einzelmaßnahmen sollen die ganzheitliche Entwicklung und Aufwertung des Zentrums unterstützen. Ein hierfür anschauliches Projekt, das mehrere Zielbereiche unterstützt und derzeit umgesetzt wird, ist die Platzgestaltung am Steintor. Die Maßnahme umfasst unter anderem die Neugestaltung des Steintorplatzes, die Straßensanierung sowie den Ausbau barrierefreier Haltestellen, den Aufbau einer Standortgemeinschaft der ansässigen Händler und die Gestaltung einer Fußgängerpassage vom Steintorvarieté zum Steintorcampus, um die Universität besser in das Stadtgefüge zu integrieren.

Ausdruck des umfassend integriert angelegten Handlungsansatzes ist auch der Zuschnitt des Fördergebiets. Der Einbezug der an die Altstadt angrenzenden Geschäftsstraßen ermöglicht es, funktional und räumlich übergreifend Wechselbeziehungen zwischen der Altstadt und den benachbarten Stadtquartieren zu betrachten. Synergien können identifiziert werden, um insbesondere der mitunter problematischen Entwicklung der Geschäftsstraßen zu begegnen und die Randbereiche der Altstadt mit in den Zentrenentwicklungsprozess einzubeziehen. Die Initiierung und Aktivierung von Standortgemeinschaften in den Geschäftsstraßen wird deshalb als wichtige Maßnahme im Handlungskonzept benannt. Mit ihnen sollen die Geschäftsstraßen stabilisiert, die Zusammenarbeit der Akteure gefördert und die dort geplanten Aufwertungs- und Profilierungsmaßnahmen gemeinschaftlich vorbereitet und umgesetzt werden.

Zusatzinformationen

Bundesland

Sachsen-Anhalt


Gemeinde

Halle (Saale)


Integriertes Stadtentwicklungskonzept

Beschluss 2013


Fördergebiet im Zentrenprogramm

Innenstadt


Gebietstypus

Stadtzentrum


Kontaktdaten

Stadt Halle (Saale)
Fachbereich Planen
Frau Christiane Lütgert
Hansering 15
06108 Halle (Saale)
Tel. +49 345 221 4892
E-Mail: christiane.luetgert@halle.de


Link / weitere Informationen

Integriertes Handlungskonzept Innenstadt Halle(Saale)


Stand

Juni 2015

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