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Westpark Bochum, Jahrhunderthalle

Themenschwerpunkt: Baukultur und Denkmalschutz

Zusammenfassung

Westpark Bochum mit Wasserturm Westpark Bochum mit WasserturmWestpark Bochum mit Wasserturm Quelle: Stadt Bochum

Ein großes Areal im Westen der Bochumer Innenstadt ist für die Bevölkerung wieder erlebbar gemacht worden. Der ehemalige Standort für die Schwerindustrie, der für Werkfremde nicht zugänglich war, kann nun wieder von allen Menschen genutzt werden. Nach umfangreichen städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen konnten die lange brachliegenden Industrieflächen als Kultur- und Naturgebiet renaturiert  und in das Stadtgefüge integriert werden. Das ehemalige Krupp-Gelände lädt als Westpark ein - mit gut ausgebauten Radwegen, modernen Spielplätzen, großen Wiesen und verschiedenen Zeugnissen der Industriekultur die Bevölkerung und Gäste des Ruhrgebietes.

Kontext

Das Gebiet liegt im Westen Bochums und grenzt nördlich an die Cityradiale Alleestraße als Eingangsbereich der Innenstadt. 1968 wurden die Hochöfen und 1985 das Stahlwerk stillgelegt. Nach dem Ende der Produktion wurden fast alle Gebäude abgerissen. Zurück blieb eine Industriebrache mit dichter Vegetation.

Nach rund 150 Jahren industrieller Nutzung des Geländes veräußerte Krupp erste Teilflächen des Areals. Das bedeutete für die Stadt die Chance, durch Flächenrecycling diese Industriebrache für die Stadtentwicklung zu nutzen.

Das Gelände ist in Schichten strukturiert. Gebäudefundamente und Schlacken als Abfallprodukt der Hüttenindustrie waren die Basis für neue Schichten. Der für die Schwerindustrie erforderliche Transport von Massengütern trug zur Gliederung der Fläche in unterschiedliche Niveaus bei. Diese terrassenförmige Topographie des Geländes bildete den Gestaltungsansatz des Westparks.

Projektbeschreibung

Jahrhunderthalle Bochum – Hauptspielstätte der RuhrTriennale Jahrhunderthalle Bochum – Hauptspielstätte der RuhrTriennaleJahrhunderthalle Bochum – Hauptspielstätte der RuhrTriennale Quelle: studio_mh, Bochum

Die städtebauliche Rahmenplanung für den Westpark baut auf den historischen Strukturen von Topographie, Vegetation und Industrierelikten auf und bindet sie in eine nutzungsorientierte, zeitgemäße Architektur neu ein. Es entstand ein Park über drei Etagen, dem besonders die oberste Etage mit dem eindrucksvollen Rundweg und den Brückenbauwerken eine unverwechselbare und markante Gestalt gibt.

Die Hauptpunkte der Blickbeziehungen bilden die Relikte der industriellen Vergangenheit. Dabei handelt es sich beispielsweise um die zum Festspielhaus umgebaute, denkmalgeschützte Jahrhunderthalle Bochum, bestehend aus drei Hallenbereichen sowie den ergänzenden Neubauten des Glasfoyers und der Nordspange. Auf dem mittleren Geländeniveau entstand die Wasserwelt, bestehend aus der ehemaligen Kühl- und Kläranlage sowie dem Wasserturm als weithin sichtbare bauliche Dominante. Nördlich der Jahrhunderthalle Bochum befinden sich die denkmalgeschützten und denkmalgerecht umgebauten Gebäude der Dampfgebläsehalle, des Pumpenhauses und der Turbinenhalle.

Die Einrichtung des Westparks und die damit einhergehende, grundlegend verbesserte Infrastruktur soll den Standort Bochum Innenstadt West für private Investoren attraktiver gestalten. Mit der seit Herbst 2002 jährlich stattfindenden "RuhrTriennale" wurde eine Möglichkeit geschaffen, die Jahrhunderthalle wieder als Veranstaltungsort im Ruhrgebiet zu nutzen.

Weitere Schritte sind vorgesehen, die den Bereich Westpark und Flächen rund um die Jahrhunderthalle ergänzen und als attraktiven Kultur-, Arbeits- und Freizeitstandort weiter erschließen.

Handlungsfelder

Abbruchmaßnahmen, Altlastensanierung, Instandsetzung denkmalgeschützter Bausubstanz, Grünflächen- und Parkgestaltung, Erschließungsmaßnahmen, Ausweisung und Einrichtung von Gewerbeflächen, Neubau, Vernetzung des angrenzenden Wohngebietes mit den Grünflächen des Westparks

Einzelmaßnahmen und Projektumsetzung

1. Phase: 1987 – 1996, vorbereitende Maßnahmen

  • Grunderwerb
  • Abbruch, Gebäudesanierung
  • Denkmalgerecht, nutzungsneutrale Instandsetzung, Jahrhunderthalle (1. Stufe)
  • Ab 1993 Projekt der IBA Emscherpark
  • Langfristig angelegte Rahmenplanung

2. Phase: 1997 – 2000, 1. Bauabschnitt

  • Abbruch Herrichtung
  • Westpark (inkl. Brücken, Beleuchtung, u.a.m.), oberer Park
  • Erschließung
  • Denkmalgerecht, nutzungsneutrale Instandsetzung, Jahrhunderthalle (2. Stufe)
  • Sommer 1999 Eröffnung Westpark und IBA-Endpräsentation

3. Phase 2001 – 2007, 2. Bauabschnitt

  • Westpark, unterer Park
  • Eröffnung Jahrhunderthalle nach Umbau durch das Büro Petzinke Pink Architekten, Eröffnungspremiere im Rahmen der Veranstaltung "RuhrTriennale" 2003
  • Brücke Erzbahnschwinge durch den RVR
  • Baumaßnahme Jahrhunderthaus der IG Metall
  • Eröffnung der Wasserwelt mit Kühltürmen Herbst 2007

4. Phase 2008-2010, 3. Bauabschnitt

  • Westliche Eingangsfläche des Westparks "Grüner Rahmen"
  • Erschließung des Gewerbegebietes im Bereich der westlichen Eingangsfläche
  • Eröffnung Colosseum
  • Fertigstellung Dach- und Fachsanierung, Dampfgebläsehalle, Turbinenhalle
  • Eröffnung der Wasserwelt mit Kühltürmen Herbst 2007

Weitere Maßnahmen

  • Pumpenhaus Fertigstellung 2011
  • Bau Parkhaus für Jahrhunderthalle
  • Baugrundherrichtung Stahlwerksplateau für Dienstleistungsnutzung
  • Vermarktung Baufelder

Finanzierung

  • Komplexe Förderung über verschiedene Förderprogramme wie ÖPEL, RWP, Städtebauförderung
  • Gesamtvolumen: ca. 107,8 Mio. Euro (davon noch nicht bewilligt: ca. 11,6 Mio. Euro)
  • Maßnahmen der Städtebauförderung: ca. 65,2 Mio. Euro (davon noch nicht bewilligt: ca. 7,1 Mio. Euro)

Besonderheiten

Relikte der industriellen Vergangenheit im Westpark Bochum Relikte der industriellen Vergangenheit im Westpark BochumRelikte der industriellen Vergangenheit im Westpark Bochum Quelle: Stadt Bochum

Die Spuren der Montanindustrie mit Relikten der Industriekultur bilden den Ausgangspunkt für eine neue Stadtentwicklung westlich der Bochumer Innenstadt mit der Jahrhunderthalle als zentralem und überregionalem Veranstaltungsort der „RuhrTriennale”. Diese "Kathedrale der Arbeit" ist Anker der Industriekultur-Route. Sie bietet mitten im Westpark, wo sich die Natur neue Lebensräume erobert hat, einmalige Naturerlebnisse. Zugleich ist die Innenstadt mit dem Westpark Anziehungspunkt für die Menschen der umliegenden Stadtteile.

Lernerfahrungen

Die Entwicklung des Geländes war geprägt durch den offenen Prozess, kleine Schritte und von Zwischennutzungen der Teilbereiche.

Das Gebiet heute

Industriekultur und Natur sind Grundpfeiler dieses hochwertigen Veranstaltungsortes mit überregionaler Strahlkraft. Auf dieser Grundlage sollen die Bauflächen für einen zukünftigen Dienstleistungs-, Büro- und Wissenschaftspark an private Investoren vermarktet werden.

Zusatzinformationen

Projektname

Bochum Innenstadt West – Westpark, Jahrhunderthalle


Bundesland

Nordrhein-Westfalen


Gemeinde

Bochum


Programmbereich

Sanierungsmaßnahme, umfassendes Verfahren


Projektbeginn

1987, Grundstückserwerb über Grundstücksfonds


Projektende

offen


Größe des Sanierungsgebietes

ca. 35 ha


Volumen der Städtebaufördermittel

ca. 65,2 Mio. Euro (davon noch nicht bewilligt: ca. 7,1 Mio. Euro)


Gebietstypus

innenstadtnahe, altindustrielle Fläche


Kontaktdaten

Kommune:

Stadt Bochum
44777 Bochum


Sanierungsträger:

NRW.URBAN GmbH & Co. KG
Projektmanagement
Karl-Harr-Str. 5
44263 Dortmund

Burkhardt Bahrenberg
Tel. 0231 4341280
burkhardt.bahrenberg@nrw-urban.de


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