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Städtebauliche Erneuerungsmaßnahme
Allgemeines Kulturdenkmal Kirchgasse 18 in Schorndorfer Weststadt

Themenschwerpunkte: Baukultur und Denkmalschutz

Zusammenfassung

Mit der umfassenden Erneuerung des allgemeinen Kulturdenkmals Kirchgasse 18 in der Schorndorfer Weststadt durch die Hauseigentümer wurden modernste Geschäfts-, Büro- und Wohnräume geschaffen. Das Projekt ist beispielhaft für eine nachhaltige Gebäudeerneuerung, für den würdigen Umgang mit historischer, denkmalgeschützter Bausubstanz und für die Erfüllung höchster qualitativer, energetischer und stadtgestalterischer Standards im Bestand.

Das Gebäude der Kirchgasse 18 ist mit seinem trapezförmigen Grundriss und dem schrägen Dach ungewöhnlich konstruiert Das Gebäude der Kirchgasse 18 ist mit seinem trapezförmigen Grundriss und dem schrägen Dach ungewöhnlich konstruiertDas Gebäude der Kirchgasse 18 ist mit seinem trapezförmigen Grundriss und dem schrägen Dach ungewöhnlich konstruiert Quelle: Ritter Architektenkontor

Kontext

Das Gebäude Kirchgasse 18 ist ein unter Denkmalschutz stehendes Fachwerkhaus. Das ca. 200 Jahre alte Gebäude wurde auf einem nochmals deutlich älteren Gewölbekeller errichtet, der aus der Zeit vor den Stadtbränden im 17. Jahrhundert stammt. Das Gebäude bildet den Kopf eines kleinen Platzes im Herzen Schorndorfs und ist durch seine verschobene Grundrissform und das daraus resultierende verwundene Dach Stadtbild prägend. Vor der Sanierung standen die Wohnungen ab dem Obergeschoss leer, das zweigeschossige Dach war nicht ausgebaut. Lediglich der Buchladen im Erdgeschoss war in Betrieb.

 

Die Herausforderungen vor der Sanierung waren vielfältig. Nicht abgeschlossene Wohnungen mit Bädern, die sich zum Teil im Treppenraum befanden, enge und schwer zugängliche Kellerabgänge sowie dringend sanierungsbedürftige Sanitär-, Elektro- und Heizanlagen kennzeichneten das Innere des Hauses. Der Wärmeschutz der Gebäudehülle war konstruktionsbedingt mangelhaft.

Projektbeschreibung

Das Dachgeschoss wurde ausgebaut, eine neue Loggia ist entstanden Das Dachgeschoss wurde ausgebaut, eine neue Loggia ist entstandenDas Dachgeschoss wurde ausgebaut, eine neue Loggia ist entstanden Quelle: Ritter Architektenkontor

Mit umfassenden Modernisierungsmaßnahmen sollte das Fachwerkhaus wieder aufgewertet und der Leerstand beseitigt werden. Nach der Sanierung befinden sich neben der Ladenfläche im Untergeschoss nun drei Wohnungen und eine zweigeschossige Büroeinheit im Dach. Zwei der Wohnungen sind als Singlehaushalte, eine als Dreizimmerwohnung für eine Familie vorgesehen. Das Gebäude wird von den Eigentümerinnen zum Teil selbst genutzt und ist ansonsten vermietet.

Als Chance wurde begriffen, dass das Gebäude kein Sichtfachwerk hat und schon immer verputzt war. Dies ermöglichte es, in Abstimmung mit dem Denkmalschutz und unter Beibehaltung der Proportionen einen außen liegenden Wärmeschutz anzubringen. In diesem Zuge wurden auch die Fenster erneuert und konstruktiv vor die Fassade gesetzt, um die Proportionen wie im Bestand zu erhalten. Der schmale Zwischenraum, der zum Nachbargebäude besteht, wurde verglast und nach oben durch ein neues Flachdach geschlossen, so dass die beiden Gebäude sich nun gegenseitig wärmen. Neue Lüftungs- und Heizanlagen sowie eine thermische Solaranlage senken den Energieverbrauch ebenfalls deutlich.

 

Gestalterisch wurde der Kontrast aus Alt und Neu bewusst gestaltet. Alte Bauteile sind sorgfältig restauriert und mit neuen, modernen Bauteilen kombiniert worden. Die Materialien sind weitestgehend natürliche Baustoffe. Schieferböden im Bad, Holzbalken und Tonplatten als Bodenbelag ergänzen sich harmonisch.

Handlungsfelder

Modernisierung und Erhaltung historischer, denkmalgeschützter Bausubstanz, Beseitigung von Leerstand, Energetische Sanierung

Einzelmaßnahmen

Wärmeschutzkonzept und Wärmeschutzmaßnahmen im Außenbereich, Fenstererneuerung, Fassadensanierung, Ausbau des Dachgeschosses, kontrollierte Lüftungsanlagen für alle Wohnungen und Ladenbereich, Heizanlage aus Gasbrennwertkessel und thermische Solaranlage im Dach 

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
2006/2007Planung
2007/2008Sanierung
2008 Bezug

Finanzierung

Tabelle: Finanzierung
Gesamtkosten ca. 450.000 Euro
Zuwendungsfähige Herstellungskosten

332.000 Euro
Zuschuss aus Städtebauförderungsmitteln74.700 Euro


Das alte Fachwerkhaus wurde, wie hier im Bereich des Treppenaufganges, mit modernen Elementen versehen Das alte Fachwerkhaus wurde, wie hier im Bereich des Treppenaufganges, mit modernen Elementen versehenDas alte Fachwerkhaus wurde, wie hier im Bereich des Treppenaufganges, mit modernen Elementen versehen Quelle: Ritter Architektenkontor

Das Gebiet heute

Das Fachwerkhaus hat eine neue Wohn- und Nutzungsqualität mit anspruchsvoller Gestaltung erhalten. Entlang der Kirchgasse fügt es sich nun nahtlos und belebend in die bestehenden historischen Fachwerkbauten ein. Direkt gegenüber dem Gebäude Kirchgasse 18 wurde in der Zwischenzeit das Wohn- und Geschäftshaus Kirchgasse 17/19 grundlegend saniert, was zu einer weiteren gestalterischen Aufwertung der Kirchgasse geführt hat.

Insgesamt konnten innerhalb der Erneuerungsmaßnahme "Weststadt" 15  Modernisierungsvereinbarungen mit privaten Gebäudeeigentümern mit einem Investitionsvolumen in Höhe von ca. 13.000.000 Euro abgeschlossen werden.

Zusatzinformationen

Projektname

Städtebauliche Erneuerungsmaßnahme
Weststadt, Allgemeines Kulturdenkmal Kirchgasse 18 in Schorndorf


Bundesland

Baden-Württemberg


Gemeinde

Schorndorf


Programmbereich       

Bund-Länder-Sanierungs- und Entwicklungsprogramm (SEP)


Projektbeginn

01.01.2006


Projektende

31.12.2014


Größe des Sanierungsgebietes

ca. 6,4 ha


Volumen der Städtebaufördermittel

4.458.747 Euro


Gebietstypus

MK-Gebiet

Kontaktdaten
Kommune:
Stadt Schorndorf
Stadtplanungsamt
Archivstraße 4
73614 Schorndorf
Jochen Schäfer
Email: jochen.schaefer@schorndorf.de

Sanierungsträger:
LBBW Immobilien
Kommunalentwicklung GmbH
Fritz-Elsas-Straße 31
70174 Stuttgart 3
Wolfgang Mielitz
Email: wolfgang.mielitz@lbbw-im.de

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