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Barrierefreie Unterführung für Fußgänger und Radfahrer in der Stadt Waren (Müritz)

Themenschwerpunkt: Barrierefreiheit

Zusammenfassung

Elegant fügt sich die neue Unterführung in die bestehenden Straßenräume der Friedensstraße/Güstrower Straße ein Elegant fügt sich die neue Unterführung in die bestehenden Straßenräume der Friedensstraße/Güstrower Straße einElegant fügt sich die neue Unterführung in die bestehenden Straßenräume der Friedensstraße/Güstrower Straße ein Quelle: EGS Entwicklungsgesellschaft mbH

Mit einer barrierefreien Unterführung für Fußgänger und Radfahrer ist es in Waren (Müritz) wirkungsvoll gelungen, die nördliche und südliche Innenstadt zusammenzuführen. Das Bauwerk verbindet die beiden, lange Zeit getrennten Stadtteile zwischen der Friedensstraße und der Güstrower Straße. Die Maßnahme hat die Innenstadt belebt, die wirtschaftliche Lage der vorhandenen Einzelhandelsgeschäfte stabilisiert und zugleich dazu beigetragen, dass sich neue Geschäfte ansiedeln.

Kontext

Bis 1974 bildeten die Friedensstraße und die Güstrower Straße eine zusammenhängende Einkaufsstraße, die zwischen dem Bahnhof und dem Neuen Markt entlang führte. Durch den Bau der Verkehrsstraßen B 192 und der Bahn, die Waren (Müritz) mittig durchqueren, wurden der Straßenraum sowie der nördliche und südliche Innenstadtbereich voneinander getrennt. Eine in diesem Zuge neu errichtete Fußgängerbrücke erfüllte die Verbindungsfunktion nur eingeschränkt. Später wurde die Brücke aufgrund baulicher Mängel wieder abgebrochen. Ein wesentliches Ziel in der Stadtentwicklung war es deshalb, den historischen Straßenverlauf der Friedensstraße/Güstrower Straße wiederherzustellen und eine barrierefreie Unterführung zu schaffen. Die Straßen sind Bestandteil des Sanierungsgebietes "Nördliche und südliche Innenstadt".

Projektbeschreibung

Fußgänger und Radfahrer nutzen den neuen Weg, um bequem zwischen den Stadtteilen zu pendeln Fußgänger und Radfahrer nutzen den neuen Weg, um bequem zwischen den Stadtteilen zu pendelnFußgänger und Radfahrer nutzen den neuen Weg, um bequem zwischen den Stadtteilen zu pendeln Quelle: EGS Entwicklungsgesellschaft mbH

In den Projektplanungen wurde großer Wert auf die Barrierefreiheit des Bauwerkes und auf die Beteiligung der Bürger gelegt, deren Hinweise zum Vorhaben bewertet und berücksichtigt worden sind. Die Unterführung wurde barrierefrei errichtet und mit ihren Rampen so geschickt in die Straßenräume eingebunden, dass ein harmonisch gestalteter, bruchloser Übergang zwischen der Friedensstraße und der Güstrower Straße entstanden ist. Das gesamte Bauwerk ist 170 Meter lang; aus funktionalen Gründen knickt die Unterführung an zwei Stellen und ist mit wechselndem Material an Wänden und Böden versehen. Eine Reihe von Leuchtstelen in schlichter Eleganz verbindet die beiden Stadträume optisch miteinander und kennzeichnet Anfang, Verlauf und Ende der Unterführung. Außerdem verfügt das Bauwerk über drei Personenaufzüge, die neben den Rampen zusätzlich die Funktion der Barrierefreiheit erfüllen. Die Treppenbereiche wurden mit Orientierungsleuchten ausgerüstet.

Handlungsfelder

Verbesserung der fußläufigen Verbindung zwischen den Stadtteilen, Gestaltung und Aufwertung öffentlicher Räume sowie bessere Aufenthaltsqualität, Erhalt der historisch gewachsenen städtebaulichen Situation, Belebung der Innenstadt, Ausbau der Infrastruktur

Einzelmaßnahmen und Projektumsetzung

Das Bauvorhaben ist ein Teilprojekt der Gesamtbaumaßnahme "Friedensstraße – barrierefreie Unterführung – Güstrower Straße". Diese drei Vorhaben sind technisch, funktional und gestalterisch aufeinander abgestimmt und bedingen sich gegenseitig.

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt

Juni 1998    

Planungsvorbereitung
November 1998Vorstellung Machbarkeitsstudie im Stadtentwicklungsausschuss

Juni 2001     

frühzeitige Bürgerinformationsveranstaltung

September 2001Vorstellung Gesamtkonzept Friedensstraße, Unterführung, Güstrower Straße
Dezember 2001Bürgerbeteiligung/Öffentlichkeitsarbeit
2003

Baubeginn Friedensstraße


Baubeginn Unterführung mit Rampen

2004

Baubeginn angrenzender Erschließungsbereich Güstrower Straße


Fertigstellung Erschließungsbereich Friedensstraße

2005

Fertigstellung Baumaßnahme barrierefreies Unterführungsbauwerk


Fertigstellung Erschließungsbereich Güstrower Straße

Finanzierung

Tabelle: Finanzierung
Gesamtkosten 4.115 TEUR
davon
Städtebauförderungsmittel 947 TEUR
Eigenmittel der Kommune825 TEUR
Zuwendungen gemäß Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz2.046 TEUR
Dritte297 TEUR

Besonderheiten

Der Neubau der barrierefreien Unterführung gliedert sich in bestehende Straßen- und Verkehrsräume ein. Aus diesem Grund gab es bestimmte Längen- und Höhenbegrenzungen für das Bauwerk, auch die Rampen mussten passgenau in die vorhandenen Bereiche eingegliedert werden. Seitens der Deutschen Bahn bestanden Auflagen zur Bahngleisquerung, die einzuhalten waren. Während des Baugeschehens lief der Eisenbahnverkehr wie gewohnt weiter und musste entsprechend abgesichert werden.

Lernerfahrungen

Es gab ein starkes öffentliches Interesse für das gesamte Bauvorhaben, nicht nur für die Unterführung, sondern auch für die angrenzenden Erschließungsbereiche in der Friedensstraße und der Güstrower Straße. Die Anwohner und Interessenverbände wurden deshalb von Anfang an in das Projekt eingebunden und wirkten engagiert mit ihren Ideen und Hinweisen mit. Die Abstimmungen, insbesondere mit dem lokalen Behindertenverband und den ansässigen Gewerbetreibenden, fanden regelmäßig statt und waren äußerst kooperativ. Darüber hinaus erforderten umfangreiche, für das Bauwerk notwendige Umverlegungen von Leitungen, Kabeln und Kanälen die intensive Einbindung der örtlichen Versorgungsträger. Dieser Prozess gestaltete sich, insbesondere bei der Suche nach Problemlösungen, erfreulich effektiv. Um die Auflagen der Deutschen Bahn zu erfüllen, waren jedoch sehr umfangreiche, langwierige Verfahrensabläufe notwendig.

Das Gebiet heute

Der gesamte Innenstadtbereich rund um die neue Unterführung ist heute deutlich belebter als früher. Die Bürger der Stadt Waren (Müritz) pendeln zwischen den Stadtteilen genauso selbstverständlich hin und her wie Touristen. Die Wohn- und Aufenthaltsqualität hat sich erheblich verbessert, wovon wiederum die Gewerbetreibenden profitieren. Vor allem gibt es jetzt einen sicheren und kurzen Weg in den Bahnhofsbereich hinein. Im Ergebnis wurden weitere städtebauliche Zielsetzungen zur Umgestaltung des angrenzenden Bahnhofsumfeldes formuliert, einschließlich des Neubaus von neuen Parkplätzen. Entsprechende Maßnahmen werden bereits durchgeführt und tragen neben den geleisteten Vorhaben zur weiteren Verbesserung der Aufenthaltsqualität und der Infrastruktur bei.

Zusatzinformationen

Projektname

Barrierefreie Unterführung für Fußgänger und Radfahrer in Waren (Müritz)

Bundesland

Mecklenburg-Vorpommern


Gemeinde

Waren (Müritz)


Projektbeginn

Februar 2003


Projektende

Mai 2005


Größe des Sanierungsgebietes

ca. 48,08 ha


Volumen der Städtebaufördermittel

947 TEuro

Gebietstypus

Mischgebiet

Kontaktdaten
Kommune:
Stadt Waren (Müritz)
Amt für Bau-, Umwelt und Wirtschaftsförderung
Zum Amtsbrink 1
17192 Waren (Müritz)
Tel.: +49 3991 177600

Sanierungsträger:
EGS Entwicklungsgesellschaft mbH
Büro Rostock
Biestower Damm 10a
18059 Rostock
Jutta Möller
Tel.: +49 381 49143-13
Email: jutta.moeller@egs-mv.de

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