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Bobingen, Innenstadt mit Nord und Süd

Bayern

Ansprechpartner

Gebietsebene

Quartiersmanager
Herr Rainer Hosser
Projektbüro Soziale Stadt
Hochstr. 2
86399 Bobingen
Telefon: +49 8234 904816
Telefax: +49 8234 800280
E-Mail: hosser.r@diakonie-augsburg.de


Kommunalebene

Herr  Rainer Thierbach
Stadt Bobingen
Stadtplanungsamt
Rathausplatz 1
86399 Bobingen
Telefon: +49 8234 800260
Telefax: +49 8234 800269
E-Mail: rainer.thierbach-stadt@bobingen.de


Informationen zum Gebiet Innenstadt mit Nord und Süd

Bobingen ist eine Kleinstadt mit einem hohen Anteil an Migrantinnen und Migranten, die vor allem in den lokalen Programmgebieten der Sozialen Stadt leben. Das innenerstädtische Gebiet wies städtebauliche Mängel auf, die die Erfüllung der Aufgaben beeinträchtigte, die dem Zentrum nach Lage und Funktion zukommen. Das Gebiet Bobingen Nord ist im Kern durch Mehrgeschosswohnbauten geprägt, die von Migranten oder deutschen Senioren bewohnt werden. Soziale Spannungen gab es hier in den Wohnblocks, als auch am Übergang zwischen Blockbebauung und (deutschen) Einfamilienhäusern.

Im Programmgebiet Bobingen Süd siedelten sich, nach Auflösung eines ehemaligen Übergangswohnheims, vor allem Familien aus den Staaten der ehemaligen UdSSR an. Hier entstand ein Dauerkonflikt zwischen den Jugendlichen aus Aussiedlerfamilien und der alt eingesessenen Bevölkerung.

Die Sozialen Stadt Gebiete Nord und Süd wiesen in ihrer Gemengenlage einen erhöhten Anteil an beschäftigungslosen Bewohnern auf, als andere Stadtviertel. Die Integration der Migranten ist eine wesentliche Aufgabenstellung in den Programmgebieten.

Grundlage des Handlungsansatzes im Projekt bildet das "Integrierte Handlungskonzept der Stadt Bobingen". Der Handlungsansatz setzt vor allem auf Information und Bildung der Bewohner und auf eine aktive Beteiligung bei Maßnahmen zur Wohnumfeldverbesserung. Die Besonderheiten der Kleinstadt Bobingen, ermöglichen es, die Handlungsansätze in das Gesamtgeschehen der Stadt einzubinden.

Der zentral im Ort gelegene Bürgertreff "Treffpunkt" führt zu Begegnungen und gemeinsamen Aktionen der alt eingesessenen Bewohner mit den Migranten und fördert so den Dialog und Austausch zwischen den ethnischen und kulturellen Gruppen im Stadtgebiet. Dieser Ansatz soll die Bewohnergruppen in den Programmgebieten aus ihrer teilweise freiwilligen Isolierung herausführen. Durch die Einbindung ins das gesamtstädtische Umfeld in Form von Beteiligungen an Veranstaltungen oder Zusammenarbeit zwischen Vereinen und Organisationen werden die Migranntengruppen als wertvoller Teil der Stadt wahrgenommen. Die Kontakte zwischen türkischstämmiger Bevölkerung, Aussiedlern und Deutschen werden häufiger, Fremdheitsängste und gegenseitige Abgrenzung werden abgebaut.

Bei Maßnahmen zur Wohnumfeldverbesserung werden die Bewohnergruppen als Entscheidungsträger von der Planung bis zur baulichen Umsetzung als aktive Partner eingebunden. Die Bewohner beteiligen sich aktiv an diesen Projekten und leisten viele freiwillige Arbeitsstunden zur baulichen Ausführung. Zusätzlich werden gemeinsam gestalteten Plätze im Quartier von den Bewohnern selbst gepflegt. Die Bewohner der "Sozialen-Stadt-Gebiete" sind in verschiedenen Entscheidungsgremien vertreten, die sich mit der Weiterentwicklung und Verbesserung der Lebenssituation in den Programmgebiete befassen.

Die Bündelung finanzieller und personeller Mittel wird durch den Einsatz von LOS-Projektmitteln im Programmgebiet Bobingen Nord gefördert. Da im Programmgebiet Bobingen Nord vor allem türkischstämmige Familien leben, bei denen die klassische Rollenverteilung noch besteht bzw. durch Heirat immer wieder neu gefestigt wird, sind es dort vor allem Frauen und Mädchen, die in der Wahrnehmung von Bildungs- und Entwicklungschancen beeinträchtigt sind. Ein Schwerpunkt der LOS-Projekte lag deshalb auf dem Abbau von einschränkender Rollenfixierung und dem Aufzeigen von Bildungschancen für die Frauen. Darüber hinaus wird vor Ort ein Integrationskurs, nach den Grundlagen des Bundesamts für Migration, speziell für die Bedürfnisse von Frauen angeboten.

Auf lokaler Ebene bestehen Vernetzungen einzelner Initiativgruppen und der Religionsgrupperungen im Programmgebiet Bobingen Nord. Beteiligte sind z.B.: Ditib - Muslim Gemeinde Bobingen e.V., Kath. Kirchengemeinde St. Felizitas, Evangelische Kirchengemeinde Bobingen, Agenda 21 Gruppe "Netzwerk Verständigung", Initiative Hanimeli, Arbeitskreis Bobingen Nord, Kindergarten St. Felizitas, TSV Bobingen, Türk SV Bobingen, Jugendpflege Bobingen, Streetwork, Bobingen, Schulsozialarbeit, Dr. Jaufmann Hauptschule. Diese Vernetzung, wie die Einbindung des im Stadtviertel gelegenen Kindergartens in das Geschehen vor Ort, kommt vor allem bei baulichen Maßnahmen und bei kulturellen Veranstaltungen im Stadtviertel zum Tragen.

Auf kommunaler Ebene setzt sich die Projektsteuerung aus den Referatsleitern (Hauptamt, Amt für Wirtschaftsförderung, Stadtplanungsamt, Sozialreferat, Kulturamt) der Stadt, einem Vertreter des Projektträgers (Diakonisches Werk Augsburg) und dem Quartiersmanager zusammen.

(Rainer Hosser, Quartiersmanager, August 2007)

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