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Colditz - Stadtkern

Schwerpunkte: Innenentwicklung, Infrastruktur/ Daseinsvorsorge

Zusammenfassung

Die Stadt Colditz im Landkreis Leipzig in Sachsen ist überregional durch das Schloss Colditz bekannt. Die Stadt fusionierte im Jahr 2011 mit den Gemeinden Zschadraß und Großbothen zu einem grundzentralen Versorgungsbereich. Im Stadtkern Colditz konzentrieren sich viele Einrichtungen der Daseinsvorsorge. Die Stadt möchte durch eine konsequente Innenentwicklung den Stadtkern beleben, stabilisieren und als überörtliches Versorgungszentrum stärken. Ziele sind daher die Aufwertung der sozialen Infrastruktur, die Sicherung der zentralen Gesundheits- und Nahversorgung und die Aufwertung des Stadtkerns durch eine konsequente Innenentwicklung sowie den Erhalt der vorhandenen Bildungsangebote.

Kontext

Die Auswirkungen des demografischen Wandels sind im Kooperationsraum bereits heute spürbar. So nimmt die Bevölkerungszahl ab und eine zunehmende Alterung und sinkende Schülerzahlen sind prognostiziert. Dies führt sowohl zu einer Ausdünnung der Infrastruktureinrichtungen und einer veränderten Nachfrage im Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge als auch zu veränderten Anforderungen an den Wohnraum. Zudem ist der Stadtkern von Colditz von Funktionsverlusten und Leerständen betroffen. Die Anpassung der Einrichtungen der Infrastruktur an die veränderten Anforderungen der Gesellschaft hat oberste Priorität.

Projektbeschreibung

Die Stadt Colditz hat mit der Vorbereitung der Maßnahmen im Programm "Kleinere Städte und Gemeinden" ein externes Büro beauftragt, das ein integriertes Konzept ("Grobkonzept") als Grundlage für die Umsetzung des Programms erstellt hat. Es bildet die grundsätzliche Entwicklungsstrategie zur Sicherung der Daseinsvorsorge der Stadt Colditz ab. Das "Grobkonzept" beinhaltet die fachliche Zielstellung, die Benennung der geplanten Maßnahmen sowie der einzelnen Umsetzungsschritte. 2017 wurde das Konzept zu einem umfassenden integrierten Stadtentwicklungskonzept, das auch die neu eingemeindeten Ortsteile mit berücksichtigt, fortgeschrieben.

Eine wichtige Maßnahme im Rahmen der Programmumsetzung in Colditz ist die Modernisierung der Bildungs- und Begegnungsstätte (BBS). Das Gebäude, das zur ehemaligen Porzellanfabrik gehört, wurde von der Stadt gekauft und modernisiert. Der Komplex besteht aus insgesamt drei Gebäuden: dem Hauptgebäude, der Mehrzweckhalle und dem Schul- und Archivanbau. Bei allen Gebäuden wurden in den letzten Jahren Dächer, Fenster und Fassaden mit Mitteln des Programms "Kleinere Städte und Gemeinden" saniert und gedämmt. Die BBS beherbergt eine Kindertagesstätte, einen Schulhort, eine Turnhalle/Mehrzweckhalle und eine Bibliothek. Bis 2020 sollen alle Sanierungsmaßnahmen an der BBS abgeschlossen sein. Ein weiterer Teil der Strategie Colditz als wichtigen regionalen Bildungsstandort im ländlichen Raum zu stabilisieren, sind die Modernisierungen der Grund- und Oberschule. Eine brandschutztechnische Ertüchtigung der Grundschule wurde bereits mit Mitteln aus dem Programm realisiert, die weitere Sanierung erfolgt über Mittel aus der Fachförderung. Die Sanierung und Modernisierung der Oberschule soll bis 2020 erfolgen.

Grundschule Colditz nach der Sanierung Grundschule Colditz nach der SanierungGrundschule Colditz nach der Sanierung Quelle: Plan und Praxis, Berlin

Auch das Rathaus von Colditz soll energetisch saniert und umgebaut werden. Besonders durch die Zusammenlegung der Verwaltungen der Gemeinden wird der Umbau benötigt. Zukünftig soll unter dem Dach des Rathauses ein Saal für Veranstaltungen und Sitzungen entstehen. Ziel ist es, durch die Sanierung die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten grundlegend zu verbessern und das stadtbildprägende Rathaus in seiner Funktionalität zu erhalten. Die Sanierung des Rathauses befindet sich in der Vorbereitungsphase und soll Ende 2018 begonnen werden.

Zudem sollen in einer im Stadtzentrum am Marktplatz gelegenen, leer stehenden ehemaligen Brauerei altengerechte, barrierefreie Wohneinheiten geschaffen werden. Ziel der Stadt ist der Erwerb der Immobilie und eine Umsetzung in Kooperation mit privaten Investoren nach erfolgter Projektentwicklung.

Handlungsfelder 

  • Innenentwicklung / Flächenmanagement
  • Infrastrukturanpassung
  • Daseinsvorsorge mit Schwerpunkt auf

    • Bildung
    • Gesundheit
    • Pflege und Senioren
    • Jugend und Familien
  • Sanierung und Erhalt historischer Bausubstanz

Einzelmaßnahmen

  • Modernisierung der Bildungs- und Begegnungsstätte (seit 2011)
  • Konzept zur Schaffung eines Nahwärmenetzes auf Basis regenerativer Energien für zentrale Gemeindebedarfseinrichtungen (2012)
  • Sanierung und Modernisierung der Grundschule (2016)
  • Zentralisierung des Verwaltungsstandorts (seit 2017)
  • Sanierung und Modernisierung der Oberschule "Sophienschule" (2018-2020)
  • Entwicklung der historischen Brauerei, Markt 12 zur Schaffung neuer Wohnangebote (geplant)
  • Modernisierung der Außenanlagen und Schaffung eines barrierefreien Zugangs zur Bildungs- und Begegnungsstätte (geplant)

Finanzierung

  • Städtebauförderungsprogramm "Kleinere Städte und Gemeinden"
  • Städtebauförderungsprogramm "Stadtumbau Ost"
  • Europäischer Sozialfonds (ESF)

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
2011Aufnahme in das Programm "Kleinere Städte und Gemeinden" / Erstellung eines integrierten Konzeptes ("Grobkonzept")
2012Erstellung des Konzepts zur Schaffung eines Nahwärmenetzes auf Basis regenerativer Energien für zentrale Gemeindebedarfseinrichtungen
2016Sanierung und Modernisierung der Grundschule
2017Fertigstellung des Bauabschnitts 4 (Innensanierung des Hauptgebäudes) der Bildungs- und Begegnungsstätte / Zentralisierung des Verwaltungsstandorts - Beginn mit der Vorbereitung Sanierung Rathaus / Fortschreibung des Konzeptes zu einem umfassenden integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (Beschluss 2018)
2018Sanierung und Modernisierung der Oberschule / Fertigstellung des Bauabschnitts 5 (Sanierung der Sport- und Mehrzweckhalle) der Bildungs- und Begegnungsstätte / Beginn Sanierung Rathaus (voraussichtlich Herbst 2018)


Besonderheiten

ehemalige Brauerei  ehemalige Brauereiehemalige Brauerei Quelle: Plan und Praxis, Berlin

Die Realisierung des Ziels der "Innenentwicklung vor Außenentwicklung" ist bei den Maßnahmen in Colditz exemplarisch. Es werden keine neuen Flächen in Anspruch genommen. Stattdessen wird leerstehender und sanierungsbedürftiger Bestand modernisiert und umgenutzt. Öffentliche Einrichtungen werden im Stadtkern konzentriert und neue Angebote innerstädtischen Wohnens geschaffen. Um die Erreichbarkeit des Zentrums zu verbessen, werden barrierefreie Kleinbusse eingesetzt, die die Ortsteile mit dem Stadtkern verbinden.

Darüber hinaus werden in Colditz die Erfordernisse des Klimaschutzes bei den Sanierungsmaßnahmen an Gemeindebedarfseinrichtungen besonders berücksichtigt und großer Wert auf die energetische Erneuerung gelegt. Dafür wurde unter anderem ein Konzept zur Schaffung eines Nahwärmenetzes auf Basis regenerativer Energien erstellt. Kommunale Einrichtungen im Fördergebiet werden energetisch saniert und mit Nahwärmeversorgung vernetzt.

Lernerfahrungen

Die Gemeinde Colditz hat den Funktionsverlust im Ortskern früh erkannt. Bereits mit den Maßnahmen in den Programmen "Städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen" sowie "Stadtumbau Ost" wurde auf die sich abzeichnenden Entwicklungen reagiert. Die Maßnahmen aus dem Städtebauförderungsprogramm "Kleinere Städte und Gemeinden" schließen hier an und reagieren auf die weiteren Einwohner- sowie Funktionsverluste. So konnten wichtige Infrastruktureinrichtungen gesichert und bedarfsorientiert angepasst werden. In Kombination mit weiteren Maßnahmen konnte die Funktion des Stadtkerns gestärkt werden. Auch auf der konzeptionellen Ebene hat die Stadt aus den Erfahrungen der anderen Städtebauförderungsprogramme gelernt: Beispielsweise flossen die Ergebnisse der Evaluierung der Stadtumbaumaßnahmen im Stadtumbaugebiet Colditz in das integrierte Konzept ("Grobkonzept") ein. Mit der Fortschreibung des Konzeptes 2017 zu einem integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept wurde erneut auf den gesammelten Erfahrungen aufgebaut und gleichzeitig auf aktuelle Entwicklungen eingegangen.

Zusatzinformationen

Bundesland

Sachsen


Gemeinden

Stadt Colditz


Programmbereich

Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke


Projektbeginn

2011 Aufnahme in das Programm


Volumen der Städtebaufördermittel

bewilligte Bundesmittel bis einschließlich 2017: ca. 1,3 Mio. Euro


Siedlungsstruktureller Typ

dünn besiedelte ländliche Kreise


Kontaktdaten

Herr Bürgermeister Matthias Schmiedel
Markt 1
04680 Colditz
Tel.: +49 (34381) 83810
E-Mail: buergermeister@colditz.de


Frau Gläser
Stadt Colditz
Sachgebietsleitung Bauamt
Hauptstraße 38
04680 Colditz, OT Hausdorf
Tel.: +49 (34381) 83114
E-Mail: bauamt@colditz.de


Weiterführende Informationen (Links)

Internetseite der Stadt Colditz


Stand

August 2018

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