Navigation und Service

Samtgemeinde Leinebergland

Schwerpunkte: Kooperationen, Innenentwicklung, Infrastruktur/ Daseinsvorsorge

Zusammenfassung

Der Kooperationsraum umfasst die Samtgemeinde Leinebergland mit circa 18.600 Einwohnern (Stand: 2015) im Landkreis Hildesheim, die aus der Fusion der beiden Samtgemeinden Gronau (Leine) und Duingen 2014 hervorgegangen ist. Schon im Rahmen der zunächst eigenständigen Gesamtmaßnahmen und der Erarbeitung der jeweiligen Entwicklungskonzepte hat ein enger Austausch zwischen den Samtgemeinden stattgefunden und Ziele, Handlungsfelder sowie Maßnahmen wurden untereinander abgestimmt. Darauf aufbauend wurde das so entstandene Netzwerk weiter ausgebaut und die Zusammenarbeit im Rahmen der Fusion der Samtgemeinden Gronau (Leine) und Duingen weiter intensiviert.

Die Sicherung und zukunftsfähige Gestaltung der Daseinsvorsorge ist wesentliches Anliegen des Kooperationsraums. Multifunktionale Service- und Treffpunkte für die Dorfgemeinschaft bündeln verschiedene Angebote zentral an einem Ort. Die Steuerung der einzelnen Service- und Treffpunkte soll dabei in Zukunft von der Bürgerzentrale in den beiden Grundzentren der Samtgemeinde – Gronau (Leine) bzw. Duingen – übernommen werden.

Kontext

Die Samtgemeinde befindet sich im Süden Niedersachsens und ist gut an die beiden Oberzentren Hannover und Hildesheim angebunden. Die naturräumlich attraktive Region zeichnet sich durch eine Vielzahl an historischen Fachwerkhäusern, Schlössern, ehemaligen Klöstern und Rittergütern aus und bietet als Naherholungsgebiet viele Möglichkeiten zum Wandern, Radfahren und Verweilen. Die Infrastrukturen der Daseinsvorsorge konzentrieren sich insbesondere in den beiden Grundzentren Gronau (Leine) und Duingen.

Die Auswirkungen des demografischen Wandels begründen die zentralen Handlungserfordernisse des Kooperationsraums. Zunehmende Bevölkerungsverluste und ein Anstieg des Durchschnittsalters erfordern Anpassungen im Bereich der Daseinsvorsorge und des Wohnraumangebots. Um die Daseinsvorsorge dauerhaft zu sichern, gilt es, bestehende Einrichtungen zu bündeln und deren Qualität zu verbessern. Um diese Bedarfe möglichst zielgerichtet zu decken, wird ein interkommunal abgestimmtes Vorgehen in gemeinsamer Wahrnehmung der Verantwortung verfolgt.

Das Hauptaugenmerk der Programmumsetzung liegt auf dem Aufbau eines flächendeckenden Netzes aus zentralen Anlaufstellen für verschiedenste Infrastrukturbereiche. Diese sogenannten Service- und Treffpunkte in den Ortsteilen der Samtgemeinde fungieren als Außenstellen der zentralen Bürgerzentren, die sich in der Stadt Gronau und dem Flecken Duingen befinden. Ziel ist es, mit diesen Einrichtungen die Angebote der Daseinsvorsorge zentral zu bündeln und somit Doppelstrukturen zu vermeiden. Die Einrichtungen setzen einen Schwerpunkt auf Hilfestellungen und Beratungsleistungen für ältere Menschen.

Projektbeschreibung

Multifunktionaler Servicepunkt in Coppengrave Multifunktionaler Servicepunkt in CoppengraveMultifunktionaler Servicepunkt in Coppengrave Quelle: Plan und Praxis, Berlin

Ein gemeinsames überörtliches integriertes Entwicklungskonzept auf Ebene der Samtgemeinde Leinebergland liegt nicht vor, da die damaligen Samtgemeinden Gronau (Leine) und Duingen bereits vor den Fusionsverhandlungen in das Städtebauförderprogramm aufgenommen wurden und ihre jeweils eigenen integrierten Entwicklungskonzepte bereits beschlossen hatten.

Schon während der Erstellung der jeweiligen integrierten Entwicklungskonzepte wurde aber auf eine enge Abstimmung zwischen den beiden Samtgemeinden geachtet, um gemeinsam dem demografischen Wandel und den damit verbundenen Anpassungsbedarfen auch interkommunal begegnen zu können. Die Konzepte basieren auf einer umfassenden Bestandsanalyse sowie daraus abgeleiteten Handlungsbedarfen. Für beide Samtgemeinden wurde ein gemeinsames Leitbild formuliert, das die Schaffung einer qualitativ hochwertigen und bedarfsgerechten Daseinsvorsorge in zukunftsfähig organisierten Infrastruktureinrichtungen unter Berücksichtigung des Angebots und der Nachfrage der Nachbarkommunen vorsieht. Im Fokus stehen die Stärkung des Ehrenamts sowie die Förderung eines flexiblen, sicheren und altersgerechten Mobilitäts- und Versorgungsangebots. Darauf aufbauend wurden für den gesamten Kooperationsraum Maßnahmen formuliert.

Das Städtebauförderprogramm wird in der Samtgemeinde Leinebergland vor allem für die Entwicklung sogenannter multifunktionaler Service- und Treffpunkte in den Ortskernen der Ortsteile eingesetzt. Dazu werden entweder bestehende Einrichtungen, wie Dorfgemeinschaftshäuser erweitert oder leerstehende Gebäude reaktiviert. So werden städtebauliche Missstände beseitigt und das Ortsbild aufgewertet. Alle Service- und Treffpunkte sollen mit einem beheizbaren multifunktionalen öffentlichen Raum mit Toilette ausgestattet sein. Die Räumlichkeiten müssen barrierefrei zugänglich sein und über einen Internetzugang verfügen. Die Erreichbarkeit per Auto, Fahrrad und öffentlichem Personennahverkehr soll gewährleistet werden.

Dorfgemeinschaftshaus mit multifunktionalem Servicepunkt in Banteln Dorfgemeinschaftshaus mit multifunktionalem Servicepunkt in BantelnDorfgemeinschaftshaus mit multifunktionalem Servicepunkt in Banteln Quelle: Plan und Praxis, Berlin

In einigen Ortsteilen konnten bereits Service- und Treffpunkte eingerichtet werden. Dazu gehört auch das Dorfgemeinschaftshaus in der Gemeinde Banteln, das baulich und funktionell nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprach und keine Möglichkeit bot, einen Service- und Treffpunkt einzurichten. Aus diesem Grund entschied sich die Samtgemeinde dafür, eine leerstehende Gaststätte im Zentrum zu sanieren und als neues Dorfgemeinschaftshaus umzunutzen. Mit dem neuen Standort sollen die soziale und kulturelle Infrastruktur in Banteln gestärkt und Raum für Privatpersonen, Vereine, sonstige Organisationen und Gruppen für gemeinnützige, sportliche, politische, kulturelle und jugendfördernde Zwecke geschaffen werden. Das Dorfgemeinschaftshaus bündelt so mehrere Beratungsleistungen an einem zentralen Standort.

Ein weiteres Beispiel ist das Haus der Vereine in Brüggen. Das im Ortskern von Brüggen gelegene ehemalige Schulgebäude wurde bereits in der Vergangenheit zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgestaltet. Allerdings konnte das Gebäude die Anforderungen, die an einen Service- und Treffpunkt gestellt werden, vor der Sanierung nicht erfüllen. Das ortsbildprägende Gebäude wurde saniert und bietet heute Raum für alle Bedarfe der Dorfgemeinschaft.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Entwicklung von Bürgerzentralen in den beiden Grundzentren Gronau (Leine) und Duingen, die als zentrale Anlaufstellen für Bürgerinnen und Bürger dienen. Im historischen Stadtkern der Stadt Gronau (Leine) soll ein leerstehendes, ortsbildprägendes Fachwerkgebäude zu einer solchen Bürgerzentrale ausgebaut werden. Die Angebote der Daseinsvorsorge wie Informations- und Beratungsdienste werden dort für den gesamten Kooperationsraum gebündelt. In den Service- und Treffpunkten in den Ortteilen wird auf die Angebote der Bürgerzentrale hingewiesen.

Bereits fertiggestellt ist die Sanierung der Mehrzweckhalle im Flecken Eime. Die Halle liegt direkt an der Bundesstraße in der Ortsmitte des Flecken Eime und ist damit auch für die Nachbarkommunen gut erreichbar. Aufgrund ihrer Kapazitäten ist sie für den gesamten Kooperationsraum von großer Bedeutung. Mit der Sanierung ist ein flexibel nutzbarer Veranstaltungsort entstanden, der einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der sozialen und kulturellen Infrastruktur für den Flecken Eime und den gesamten Kooperationsraum leistet.

Mehrzweckhalle in Eime Mehrzweckhalle in EimeMehrzweckhalle in Eime Quelle: Plan und Praxis, Berlin

Handlungsfelder 

  • Überörtliche Zusammenarbeit / Kooperationen
  • Innenentwicklung
  • Integriertes überörtliches Entwicklungskonzept
  • Infrastrukturanpassung
  • Daseinsvorsorge mit Schwerpunkt auf

    • Mobilität
    • Gesundheit
    • Nahversorgung
    • Pflege und Senioren
  • Soziale Netzwerke / regionale Identität / Gemeinschaftsleben
  • Sanierung und Erhalt historischer Bausubstanz
  • Beteiligung / Mitwirkung

Einzelmaßnahmen

  • Sanierung der Mehrzweckhalle im Flecken Eime (2013)
  • Sanierung des Hauses der Vereine in Brüggen (2018)
  • Sanierung des Dorfgemeinschaftshaus Banteln (2018)
  • Einrichtung eines multifunktionalen Servicepunkts in Coppengrave (2018)

Finanzierung

  • Bund-Länder-Programm "Kleinere Städte und Gemeinden"
  • Integrierte Ländliche Entwicklung (LEADER): Lokale Aktionsgruppe LEADER Region Leinebergland (2007-2013)
  • Dorferneuerung

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
2012Aufnahme der Samtgemeinden Gronau (Leine) und Duingen in das Städtebauförderungsprogramm / Beginn der Kooperation
2013Auftaktveranstaltung zur Erstellung des integrierten überörtlichen Entwicklungskonzeptes für die Samtgemeinden Duingen / Sanierung der Mehrzweckhalle im Flecken Eime
2014/15Auftaktveranstaltung zur Erstellung des integrierten überörtlichen Entwicklungskonzeptes für die Samtgemeinde Gronau (Leine) / Fertigstellung der integrierten überörtlichen Entwicklungskonzepte für die ehemaligen Samtgemeinden Gronau (Leine) und Duingen / Fusion der beiden Samtgemeinde Gronau (Leine) und Duingen zur Samtgemeinde Leinebergland
2018Sanierung des Hauses der Vereine in Brüggen / Sanierung des Dorfgemeinschaftshaus Banteln / Einrichtung eines multifunktionalen Servicepunkts in Coppengrave


Besonderheiten

Um die Erarbeitung des jeweiligen Entwicklungskonzepts in den Samtgemeinden bestmöglich zu unterstützen, wurde in Gronau (Leine) und Duingen jeweils eine Steuerungsgruppe eingerichtet. Diese setzten sich aus Mitgliedern der Mitgliedsgemeinderäte, meist den Bürgermeistern, einem Vertreter je Samtgemeinderatfraktion und mindestens einem Vertreter aus der Samtgemeindeverwaltung zusammen. Die wichtigsten Aufgaben der Steuerungsgruppe waren die Erarbeitung und Festlegung der Handlungsfelder, die Einrichtung von Arbeitsgruppen zur Erarbeitung von zentralen Themenfeldern, die Legitimation des Leitbildes sowie die Abstimmung der beiden Samtgemeinden untereinander. Hervorzuheben ist, dass die Steuerungsgruppen insbesondere auf der Entscheidungsebene agierten, konkrete Inhalte und Maßnahmen wurden hingegen innerhalb der Arbeitsgruppen formuliert.

Mit den Steuerungsgruppen wurde einerseits eine strategische Prozessbegleitung der Konzepterstellung ermöglicht und andererseits wurden wichtige Strukturen der Zusammenarbeit geschaffen. Dadurch entstanden - begleitet durch die Steuerungsgruppen - zwei integrierte und interkommunal abgestimmte Entwicklungskonzepte, die auch nach der Fusion der beiden Gemeinden ihre Gültigkeit haben. So entwickelte sich ein ganzheitlich angelegter Prozess, der sowohl auf bestehende als auch auf zukünftige Handlungsbedarfe aufmerksam macht und entsprechende Maßnahmen formuliert, um Missständen frühzeitig entgegen wirken zu können.

Lernerfahrungen

Die Kommunikation der Akteure untereinander hat von Beginn an einen hohen Stellenwert. Dies zeigte sich bereits während der Erarbeitung der Entwicklungskonzepte, denn die Steuerungs- und Arbeitsgruppen wurden stets über die Zwischenergebnisse des IEK-Prozesses der jeweils anderen Kommune informiert. Dadurch behalten auch nach der Fusion alle Maßnahmen Gültigkeit und auf eine erneute Erarbeitung eines gemeinsamen Konzeptes konnte verzichtet werden. Die entstandenen Kommunikationsstrukturen erleichterten die Fusionsverhandlungen und die Zusammenarbeit in der Samtgemeinde Leinebergland. Die gute Kommunikation wirkt sich sowohl positiv auf die Zusammenarbeit der einzelnen Akteure als auch auf die Umsetzung der Einzelmaßnahmen aus. Auch die Kommunikation mit den Vereinen und Bürgerinnen und Bürgern vor Ort wurde intensiviert. So ist es gelungen, diese bei der Realisierung der Einzelmaßnahmen beispielsweise bei der Sanierung des Hauses der Vereine in Brüggen mit einzubinden.

Zusatzinformationen

Bundesland

Niedersachsen


Gemeinden

Samtgemeinde Leinebergland mit der Stadt Gronau (Leine) sowie den Flecken Duingen und Eime


Programmbereich

Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke


Projektbeginn

2012 Aufnahme in das Programm


Volumen der Städtebaufördermittel

Bewilligte Bundesmittel bis einschließlich 2018: 2.047.480 Euro


Siedlungsstruktureller Typ

Städtischer Kreis


Kontaktdaten

Samtgemeinde Leinebergland
Fachbereich 4 – Bauen und Planen
Maik Götze
Blanke Str. 16
31028 Gronau (Leine)
Telefon: +49 5182 902-660
E-Mail: m.goetze@sg-leinebergland.de


Niedersächsische Landgesellschaft mbH
Geschäftsstelle Hannover
Anika Krystin Beverburg
Arndtstr. 19
30167 Hannover
Tel.: +49 511 123208-205
E-Mail: anikakrystin.beverburg@nlg.de


Weiterführende Informationen (Links):

Webseite der Samtgemeinde Leinebergland


Stand

Januar 2019

Diese Seite