Navigation und Service

Nebra Stadtkern

Schwerpunkte: Innenentwicklung, Infrastruktur/ Daseinsvorsorge

Zusammenfassung

Die Stadt Nebra (Unstrut) (circa 3.100 Einwohner, Landkreis Burgenlandkeirs) ist eine Mitgliedsgemeinde der Verbandsgemeinde Unstruttal im südlichen Sachsen-Anhalt. Die Randlage der Stadt auch innerhalb der Verbandsgemeinde erschwert die Sicherung der Daseinsvorsorge in der Region. Ziel der Stadt ist es, vorhandene Einrichtungen und Angebote der Grundversorgung, insbesondere der Freizeitangebote und Betreuungsangebote für alle Generationen zu sichern und zu bündeln. Um eine angemessene Wohn- und Lebensqualität zu gewährleisten sowie die Stadt zukunftsfähig zu machen, liegt ein weiterer Fokus im Kooperationsraum auf einer Verbesserung der Erreichbarkeit.

Kontext

Nebra ist Grundzentrum und liegt circa 20 km vom Grundzentrum Freyburg (Unstrut) sowie 38 km vom Mittelzentrum Naumburg entfernt. In Nebra befindet sich eine Außenstelle des Verwaltungssitzes der Verbandsgemeinde mit dem Einwohnermeldeamt.

Seit 1990 verzeichnen die Stadt Nebra sowie die umliegenden Gemeinden einen starken Bevölkerungsrückgang durch Abwanderung und anhaltend niedrige Geburtenraten. Gleichzeitig findet eine Verschiebung der Altersstruktur zu einer immer älter werdenden Bevölkerung statt. Der demografische Wandel führt zu einem Bedarfsrückgang, der im Kooperationsraum vor allem durch die vielen leerstehenden Gebäude sichtbar wird. Aufgrund der demografischen Entwicklung sowie der geringen Arbeitsplatzdichte in Nebra wird die Anzahl untergenutzter Gebäuden in den nächsten Jahren weiter steigen. Die veränderten Rahmenbedingungen führen auch zu einem Anpassungsbedarf bei den Einrichtungen der Daseinsvorsorge. Besonders betroffen sind die Bereiche Kinderbetreuung, Schulen und ganzheitliche Versorgung Älterer. Mit der Aufnahme in das Programm Kleinere Städte und Gemeinden wurde als zentrales Ziel formuliert, die vorhandenen Angebote der Daseinsvorsorge zu stärken und so die Lebensqualität in Nebra und den umliegenden Gemeinden langfristig zu verbessern.

Projektbeschreibung

Übersicht der Handlungsfelder Übersicht der HandlungsfelderÜbersicht der Handlungsfelder Quelle: ISEK Nebra 2014: S. 61)

Mit dem 2014 erarbeiteten "Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept für die Stadt Nebra (Unstrut) in der Verbandsgemeinde Unstruttal mit den Ortsgemeinden Großwangen, Kleinwangen und Reinsdorf" fokussiert die Stadt Nebra die Entwicklung des Stadtkerns, denn die historische Altstadt ist nach wie vor Mittelpunkt des öffentlichen Lebens, bündelt Einrichtungen der Daseinsvorsorge und ist gleichzeitig ein wichtiger Wohnstandort. Mit dem Konzept wird an bereits durchgeführte Sanierungsaktivitäten angeknüpft und Maßnahmenschwerpunkte im Programm "Kleinere Städte und Gemeinden" werden dargestellt. Deren Umsetzung erfolgt im bereits 1997 festgesetzten Sanierungsgebiet "Nebra-Stadtkern", die Belange und Bedarfe der umliegenden Gemeinde werden dabei berücksichtigt. Die im Stadtkern vorhandenen städtebaulichen Strukturen sollen gefestigt und die historische Bausubstanz erhalten werden.

Auf Grundlage einer umfassenden Bestandsanalyse wurden ein gemeinsames Leitbild, übergeordnete Entwicklungsziele sowie Einzelmaßnahmen formuliert. Die Ziele und Maßnahmen der Stadt Nebra werden folgenden Handlungsfeldern zugeordnet, die stets im Zusammenhang betrachtet werden:

  • Daseinsvorsorge und Demografie
  • Städtebau und Wohnen
  • Tourismus und Kultur / Vereinsarbeit
  • (Lokales) Gewerbe
  • Bürgerschaftliches Engagement
  • Energie und Klimaschutz
  • Interkommunale/länderübergreifende Kooperation

Das Handlungsfeld "interkommunale/länderübergreifende Kooperation" wird als Querschnittsthema verstanden, das bei allen Handlungsfeldern mitgedacht wird. Mithilfe interkommunaler arbeitsteiliger Strukturen sollen Ressourcen sinnvoll gebündelt und Einrichtungen der Daseinsvorsorge gesichert und ausgebaut werden.

Unter Berücksichtigung des demografischen Wandels sollen die kommunalen Aufgaben der Daseinsvorsorge insbesondere in den Bereichen Schul- und Bildungsversorgung, Familienversorgung und -betreuung sowie Seniorenversorgung mit den Ortsgemeinden abgestimmt werden. Zudem soll der historische Stadtkern von Nebra durch die Sanierung von Gebäuden weiter aufgewertet und eine ausgewogene Funktionsmischung zwischen Wohnen, Arbeiten und Freizeit herbeigeführt werden. Bereits bestehender Wohnraum soll an den heutigen Bedarf hinsichtlich Ausstattung und Qualität, und auch im Bereich des betreuten Wohnens angepasst werden.

Gebäudeensembles "Breite Straße 34/36" Gebäudeensembles "Breite Straße 34/36"Gebäudeensembles "Breite Straße 34/36" Quelle: Stadt Nebra

Eine Schlüsselmaßnahme befindet sich im historischen Stadtkern von Nebra. Dort soll in der Breiten Straße 34/36 ein leerstehendes Gebäudeensemble in eine Begegnungsstätte umgestaltet werden. Der Komplex besteht aus insgesamt fünf Gebäuden, wobei sich im hinteren Teil die ehemaligen Nebengebäude befinden. Die beiden Hauptgebäude des Ensembles stehen straßenseitig. In den Gebäuden wird eine Gemeinschaftseinrichtung (soziokulturelles Zentrum) entstehen, die multifunktional genutzt wird und Raum für Vereine, ein Museum, eine Bibliothek, eine Touristeninformation sowie ein Lesecafé bietet. In einem Nebengebäude konnte bereits der städtische Bauhof sowie eine Rettungsstelle der Johanniter integriert werden. In der Nebraer Innenstadt soll so ein generationenübergreifender Ort geschaffen werden, an dem unterschiedliche Betreuungs-, Freizeit- und Kulturangebote gebündelt werden, die auch zu einer besseren Stadt-Umland-Vernetzung mit den Ortsgemeinden (z. B. gemeinsamer Bauhof) beitragen. Bei der Umsetzung der Maßnahme werden zudem die Aspekte des Denkmalschutzes sowie der Barrierefreiheit berücksichtigt. Die Sanierung erfolgt in mehreren Abschnitten, erste sind bereits umgesetzt.

Handlungsfelder 

  • Innenentwicklung
  • Integriertes überörtlich abgestimmtes Entwicklungskonzept
  • Infrastrukturanpassung
  • Daseinsvorsorge mit Schwerpunkt auf

    • Bildung
    • Kultur / Freizeit
    • Gesundheit
    • Jugend und Familien
  • Sanierung und Erhalt historischer Bausubstanz

Einzelmaßnahmen

  • Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (2014)
  • Umbau des Gebäudeensembles "Breite Straße 34/36" zu einer Begegnungsstätte (in Umsetzung)

Finanzierung

  • Bund-Länder-Programm "Kleinere Städte und Gemeinden"
  • LEADER

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
2014Aufnahme in das Programm "Kleinere Städte und Gemeinden" / Fertigstellung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts
2016Beginn der Sanierung des Geäudeensembles "Breite Straße 34/36"


Besonderheiten

Bauhof in einem sanierten Nebengebäude in der Breiten Straße 34/36 Bauhof in einem sanierten Nebengebäude in der Breiten Straße 34/36Bauhof in einem sanierten Nebengebäude in der Breiten Straße 34/36 Quelle: Stadt Nebra

Im Gebäudeensemble der Breiten Straße 34/36 wurde eine Rettungsstelle der Johanniter eingerichtet, die 24 Stunden besetzt ist. Damit kann eine schnelle medizinische Versorgung der Bevölkerung im Kooperationsraum gewährleistet werden. Dazu wurde eine Scheune im hinteren Bereich des Komplexes umgebaut und bietet Raum für die Einsatzfahrzeuge, Aufenthaltsräume und Sanitäranlagen der Einsatzkräfte. Von der Rettungsstelle profitiert nicht nur die Stadt Nebra, sondern die gesamte Region. Durch die geplante multifunktionale Nutzung des Gebäudes, können zukünftig mehrere Einrichtungen der Daseinsvorsorge an einem zentralen Standort gebündelt werden.

Lernerfahrungen

Die überörtliche Zusammenarbeit erfolgt in Nebra im Rahmen der Verbandsgemeinde Unstruttal, der die Stadt Nebra seit 2010 angehört. Mit dem integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept sollen weitere Impulse für interkommunale Kooperationen in unterschiedlichen Bereichen gesetzt werden. Beispielsweise soll ein Gebäudemanagement auf Verbandsgemeindeebene zum Abbau von Leerständen beitragen, indem mittels einer sogenannten Leerstandsbörse geeignete Nutzer gefunden werden. Vor allem in Bereich Tourismus soll die überörtliche beziehungsweise regionale Zusammenarbeit weiter ausgebaut werden.

Zusatzinformationen

Bundesland

Sachsen-Anhalt


Gemeinden

Stadt Nebra


Programmbereich

Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke


Projektbeginn

2014 Aufnahme in das Programm


Volumen der Städtebaufördermittel

Bewilligte Bundesmittel bis einschließlich 2018: 891.650 Euro


Siedlungsstruktureller Typ

dünn besiedelter ländlicher Kreis


Kontaktdaten

Manuel Jasef
Bauleitplanung / Stadtsanierung
Verbandsgemeinde Unstruttal
Telefon: +49 34464 / 30055
E-Mail: m.jasef@verbgem-unstruttal.de


Weiterführende Informationen (Links):

Informationen der Stadt Nebra


Stand

März 2019

Diese Seite