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Uttenweiler Ortsmitte

Schwerpunkte: Innenentwicklung, Infrastruktur / Daseinsvorsorge

Zusammenfassung

Die Gemeinde Uttenweiler (3.502 Einwohner) liegt im Landkreis Biberach, ist ländlich geprägt und besteht aus den Ortsteilen (ehemals selbstständige Gemeinden) Ahlen, Dietershausen, Dieterskirch, Oberwachingen, Offingen, Sauggart und Uttenweiler. Der Ortsteil Uttenweiler ist Kleinzentrum.

Durch eine überregionale Ortsdurchfahrt war für die Bewohner im Ortsteil Uttenweiler die Wohnqualität erheblich eingeschränkt, die Attraktivität als Versorgungsstandort stark beeinträchtigt. Mit dem Bau der Ortsumgehung (B 312) 2008 begann die Gemeinde damit, umfassende Sanierungsmaßnahmen zur Aufwertung des Ortskerns von Uttenweiler durchzuführen. Städtebauliche Missstände, insbesondere der Leerstand von ehemaligen landwirtschaftlichen Hofstellen und verfallende Bausubstanz werden behoben. Die Funktion Uttenweilers als Kleinzentrum soll dadurch gestärkt werden. Seit 2012 wird dieser Gemeindeentwicklungsprozess mit der Aufnahme in das Bund-Länder-Programm "Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Netzwerke und Kooperationen" unterstützt. Eine wichtige Maßnahme bei der Aufwertung des Ortskerns von Uttenweiler ist die Umnutzung einer ehemaligen Brauerei zu einem Wohngebäude für seniorengerechtes Wohnen. 2016 konnten die ersten Bewohner in das Wohnheim einziehen

Kontext

Während für den Landkreis Biberach bis 2035 ein Zuwachs der Einwohnerzahl um knapp vier Prozent vorausberechnet wird, ist die Gemeinde Uttenweiler aktuell und zukünftig von Bevölkerungsrückgängen über fünf Prozent betroffen. Der demografische Wandel wird auch in der Altersstruktur der Bevölkerung spürbar sein: Bis 2035 wird der Anteil der unter 20-jährigen voraussichtlich um 20 Prozent schrumpfen, während der Anteil der über 85-jährigen wächst. Der demografische Wandel geht mit einem Wandel der Haushalts- und Wirtschaftsstruktur einher.

Innerhalb des Gemeindegebiets hat der Ortsteil Uttenweiler (circa 2.000 Einwohner) eine besondere Bedeutung bei der Gewährleistung der Daseinsvorsorge, da sich dort zahlreiche Einrichtungen zur Deckung der Grundversorgung der Bevölkerung befinden. Die Auswirkungen des demografischen Wandels zeigen sich hier insbesondere in leerstehenden - ehemals für die Landwirtschaft und das Wohnen - genutzten Hofstellen. Besonders der Ortskern von Uttenweiler ist von leerstehenden Hofstellen betroffen (2016: 24 Gebäude), da diese den heutigen Anforderungen an einen landwirtschaftlichen Betrieb oder an eine Wohnnutzung nicht mehr gerecht werden.

Neu gestaltete Außenanlagen Neu gestaltete AußenanlagenNeu gestaltete Außenanlagen Quelle: Gemeinde Uttenweiler

Bis 2008 verlief eine überregionale Straße (B 312) durch den Ortskern, die das Ortsbild stark beeinträchtigte und sich negativ auf dessen Attraktivität auswirkte. Die Eröffnung der Ortsumgehung 2008 führte zu einer wesentlichen Verkehrsentlastung und eröffnete der Gemeinde die Option, den Ortskern städtebaulich aufzuwerten.

Hierzu hat die Gemeinde bereits 2006 begonnen eine Vorbereitende Untersuchung für die "Sanierung Ortsmitte" in Uttenweiler durchzuführen. Folgende Ziele wurden formuliert:

  • Aufwertung des Ortsbildes durch Umgestaltung des Straßenraums und Rückbau der Ortsdurchfahrt (nach Bau der Ortsumgehung B 312),
  • Neuordnung und Neubebauung der Grundstücke brach gefallener landwirtschaftlicher Hofstellen,
  • Verbesserung der Wohnqualität durch Abbruch baufälliger Bausubstanz sowie Instandsetzung oder Modernisierung von Gebäuden.

2012 wurde das Sanierungsgebiet erweitert, die Gemeinde in das Bund-Länder-Programm "Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Netzwerke und Kooperationen" aufgenommen.

Ergänzend zum Bund-Länder-Programm hat die Gemeinde 2016 ein eigenes kommunales Programm aufgesetzt mit dem Ziel Private bei der Schaffung von Wohnungen in den Ortskernen zu unterstützen. Ziel der Gemeinde ist es durch unterschiedliche Förderansätze, einerseits eine nachfrageorientierte Wohnraumversorgung in den Ortskernen zu schaffen und andererseits öffentliche und private Maßnahmen zur Modernisierung aber auch zum Rückbau von Gebäuden zu fördern, um das Erscheinungsbild Uttenweilers aufzuwerten.

Projektbeschreibung

Schlüsselmaßnahme im Rahmen des Programms "Kleinere Städte und Gemeinden" ist die Umnutzung des ehemaligen, leerstehenden Brauereigebäudes auf dem "Schlosshofareal". Ziel dieser Maßnahme ist die Bereitstellung eines zeitgemäßen, nachfrageorientierten Wohnangebotes mit positivem Ausstrahlungseffekt auf den Ortskern. Mit Blick auf den demografischen Wandel wurde das Areal in ein Gebäude für seniorengerechtes Wohnen umgebaut. Bauherr und Eigentümer des Projekts ist die Gemeinde. Das Angebot umfasst neun seniorengerechte Wohneinheiten mit Service-Wohnen und elf Einzelzimmer in einer Wohngemeinschaft mit einem gemeinsamen Wohn-, Ess- und Küchenbereich. Die Service-Wohnungen sind mit eigener Küchenzeile und Hausnotruf ausgestattet und alltägliche Dienstleistungen (Haustechnik, Hausmeisterleistungen) sind inbegriffen. Die Mieter werden von einem lokalen Bürgerverein bei Bedarf rund um die Uhr betreut. Die Fachpflege wird von ambulanten Pflegediensten gewährleistet. Neben dem Wohnen ist in die Anlage eine Arztpraxis integriert, die sowohl den Mietern als auch den Bewohnern von Uttenweiler eine medizinische Versorgung gewährleistet. Weiterhin soll ein Brauereimuseum entstehen, um das Areal auch für Besucher und Touristen zu öffnen.

Auch die Außenanlagen des Schlosshofareals wurden neugestaltet. Ein Beleuchtungskonzept ermöglicht eine sichere Nutzung des Geländes bei Nacht und setzt zudem einen Akzent für das Ortsbild. Weiterhin wurden die Grünanlagen gestaltet und ein sogenannter Demenzgarten angelegt. Dieser ist mit Hochbeeten ausgestattet, die es auch Personen im Rollstuhl ermöglichen, sich gärtnerisch zu betätigen.

Eine rückseitige Freifläche steht zusätzlich für Veranstaltungen der Gemeinde zur Verfügung, die insgesamt zu einer Belebung des Ortskernes beitragen. Es wurde bereits ein Advents- und Nikolausmarkt durchgeführt, weitere Veranstaltungen sind im Rahmen von Faschingsfeiern oder Frühlingsfesten geplant.

Ein angrenzendes Grundstück, auf dem sich ein eingestürztes Gebäude befand, wurde freigelegt. Hier entstand ein öffentlicher Parkplatz für die Arztpraxis und Besucher des Schlosshofareals sowie des Ortes.

Handlungsfelder 

  • Innenentwicklung / Flächenmanagement
  • Leerstandsmanagement
  • Daseinsvorsorge mit Schwerpunkt auf

    • Pflege und Senioren
  • Sanierung und Erhalt historischer Bausubstanz
  • Öffentlicher Raum

Einzelmaßnahmen

  • Umbau eines ehemaligen Brauereigebäudes in ein Gebäude für seniorengerechtes Wohnen ("Schlosshofareal"), Altbausanierung durch Gemeinde (2012-2016)
  • Gestaltung der Außenanlagen des Schlosshofareals (2015-2016)
  • Erwerb und Freilegung eines ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesens (2015)
  • Bau einer Anlage für den ruhenden Verkehr (2015)

Finanzierung

  • Bund-Länder-Programm "Kleinere Städte und Gemeinden"
  • Landessanierungsprogramm (LSP) des Landes Baden-Württemberg

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
2006Durchführung von Vorbereitenden Untersuchungen nach § 141 BauGB / Aufnahme in das Landessanierungsprogramm (LSP) des Landes Baden-Württemberg
2012Aufnahme ins Bund-Länder-Programm "Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Netzwerke und Kooperationen" / Beginn des Umbaus des ehemaligen Brauereigebäudes für seniorengerechtes Wohnen
2016Eröffnung des Gebäudes für seniorengerechtes Wohnen: "Schlosshofareal"


Besonderheiten

Der Ausbau der ehemaligen Brauerei zu seniorengerechtem Wohnen entstand in enger Abstimmung mit dem Verein Bürgergemeinschaft Schlosshof Uttenweiler. Dieser hatte bereits zuvor im Ort an zwei Tagen in der Woche eine niederschwellige Tagesbetreuung in Räumen des Rathauses angeboten. Die Betreuung findet nun in den Räumen des Schlosshofs statt. Mit der Sanierung des Brauereigeländes eröffnete sich die Chance, den Verein konzeptionell weiter zu entwickeln und das Ziel pflegebedürftigen Personen eine Betreuung vor Ort, in ihrem gewohnten Umfeld zu ermöglichen, auszubauen. Der Verein ist nun zusätzlich Träger der Assistenzdienstleistung in der Wohngemeinschaft.

Zusatzinformationen

Bundesland

Baden-Württemberg


Gemeinde

Uttenweiler


Programmbereich

Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke


Projektbeginn

2012 Aufnahme in das Programm


Volumen der Städtebaufördermittel

Bewilligte Bundesmittel bis einschließlich 2016: circa 1,8 Millionen Euro


Siedlungsstruktureller Typ

Ländliche Kreise mit Verdichtungsansätzen


Kontaktdaten

Gemeinde Uttenweiler
Herr Bürgermeister Werner Binder
Hauptstraße 14
88524 Uttenweiler
Telefon: +49 7374 9206 - 12
E-Mail: werner.binder@uttenweiler.de


Gemeinde Uttenweiler
Herr Alexander Preuß
Hauptstraße 14
88524 Uttenweiler
Telefon: +49 7374 9206 - 16
E-Mail: alexander.preuss@uttenweiler.de


Link / weitere Informationen

Schlosshofareal Uttenweiler


Stand

Februar 2017

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