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Amt Wachsenburg – Ortsteil Ichtershausen

Schwerpunkte: Innenentwicklung, Infrastruktur/ Daseinsvorsorge

Zusammenfassung

Das Amt Wachensburg im Ilm-Kreis liegt zwischen der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt und der Kreisstadt Arnstadt. Das Amt besteht aus zwölf Ortsteilen mit insgesamt knapp 6.500 Einwohnerinnen und Einwohnern. Im zentralen Bereich des Hauptortes Ichtershausen wurde das unter Ensembledenkmalschutz stehende Alte Nadelwerk seit der Übernahme durch die Kommune im Jahr 2000 zur sogenannten Neuen Mitte entwickelt. Im Zuge dessen fand unter anderem ein Verwaltungsumzug auf das Gelände und der Neubau eines Mehrzwecksaales statt. Seit dem Jahr 2014 wurden mit Mitteln des Städtebauförderungsprogrammes "Kleinere Städte und Gemeinden" die Freiflächen gestaltet und ein Gebäude des Ensembles saniert. Dadurch konnte ein barrierefreies Gesundheitszentrum eingerichtet werden.

Kontext

Der Ortsteil Ichtershausen ist der Hauptort der Gemeinde Wachsenburg. Die Gemeinde liegt im nordwestlichen Teil des Ilm-Kreises in Thüringen. In Richtung Norden liegt in 16 Kilometern Entfernung die kreisfreie Stadt Erfurt, die Kreisstadt Arnstadt im Süden ist vier Kilometer entfernt. Aufgrund der räumlichen Nähe zum Oberzentrum Erfurt und zum Mittelzentrum Arnstadt wurde dem Amt keine zentralörtliche Funktion zugewiesen, die Gemeinde nimmt aber faktisch Aufgaben mit zentralörtlicher Bedeutung wahr. Neben den (sozial-)infrastrukturellen Angeboten im Zentrum Ichtershausen und Angeboten im Einzelhandels- und Dienstleistungsbereich teilt sich das Amt mit Arnstadt das Industrie- und Gewerbegebiet "Erfurter Kreuz", das größte Gewerbegebiet in Thüringen. Die "Wirtschaftsregion Erfurter Kreuz" befindet sich um das Autobahnkreuz A4/A71.

Die Nähe zu Erfurt sorgte insbesondere durch die Ausweisung von Einfamilienhäusern nach der Wende für einen Bevölkerungsanstieg, auch die verkehrlich zentrale Lage und die damit verbundenen Gewerbeansiedlungen sorgen für Stabilität und stärken die wirtschaftliche Struktur der Gemeinde. Durch die Abwicklung des VEB Nadelwerks Ichtershausen entstand nach der Wende großflächiger Leerstand in denkmalgeschützten Gebäuden in zentraler Lage der Gemeinde. Die Kommune nahm dies zum Anlass, um in einer "Neuen Mitte" zentrale Angebote der Daseinsvorsorge zu bündeln und gleichzeitig die Ortsmitte nachhaltig städtebaulich zu sichern und zu stärken.

Projektbeschreibung

Rückansicht Gebäude B2 (rechts) mit angebautem Fahrstuhl. Links schließen sich die Räume der Verwaltung an. Rückansicht Gebäude B2 (rechts) mit angebautem Fahrstuhl. Links schließen sich die Räume der Verwaltung an.Rückansicht Gebäude B2 (rechts) mit angebautem Fahrstuhl. Links schließen sich die Räume der Verwaltung an. Quelle: Plan und Praxis, Berlin

Die Gemeinde Amt Wachsenburg ist seit dem Jahr 2000 Eigentümerin des Industrieareals des ehemaligen Nadelwerks im Ortsteil Ichtershausen, dem Hauptort des Amtes. Das Ensemble des ehemaligen Nadelwerkes steht unter Denkmalschutz. In mehreren Bauabschnitten wurde das Gelände beräumt und die verbliebenen Gebäude wurden neuen Nutzungen zugeführt. Neben den Hochbaumaßnahmen wurde das Freigelände des ehemaligen Nadelwerkes insgesamt neugestaltet, unter anderem mit einem Stadtplatz und einem Stadtgarten. Als letzter Bauabschnitt der sogenannten "Neuen Mitte" wurde ein weiteres Gebäude (B2) saniert und umgenutzt. Die Umnutzung wurde möglich, da bisherige Funktionen wie das Trauzimmer des Standesamtes und der Jugendklub in ein anderes Gebäude auf dem Areal umgezogen waren. Für die zwei freigewordenen Etagen des insgesamt dreigeschossigen Gebäudes konnte die Gemeinde ortsansässige Ärzte und Therapeuten als Mieter gewinnen, so dass das Konzept eines Gesundheitszentrums aufging. Ein wesentlicher Bestanteil des Umbaus zu einem Ärztehaus war der Anbau eines Aufzuges, der so errichtet wurde, dass neben dem Ärztehaus auch die angrenzende Gemeindeverwaltung barrierefrei erreichbar ist.

Handlungsfelder 

  • Innenentwicklung
  • Infrastrukturanpassungen
  • Daseinsvorsorge mit Schwerpunkt auf

    • Gesundheit
    • Pflege und Senioren
  • Sanierung und Erhalt historischer Bausubstanz
  • Öffentlicher Raum

Einzelmaßnahmen

  • Umgestaltung des Nadelwerkes zur "Neuen Mitte" Ichtershausen (2012-2018)
  • Hofentwässerung, Hofgestaltung/Freianlagen "Rosengarten" im Hof des ehemaligen Nadelwerks (2012-2016)
  • Umbau und Modernisierung des Gebäudes B2 als Teil des Denkmalensembles Altes Nadelwerk zum Ärztehaus (2014-2018)

Finanzierung

  • Bund-Länder-Programm "Kleinere Städte und Gemeinden"

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
2012Start der Planungsphase für Freiflächenentwicklung mit Entwässerungsmaßnahmen
2014Start der Planung für Gebäude B2 des Denkmalensembles (Ärztehaus)
2016Fertigstellung der Freifläche "Rosengartens"
2018Fertigstellung der Maßnahme Ärztehaus


Besonderheiten

Freifläche im Hofbereich Freifläche im HofbereichFreifläche im Hofbereich Quelle: Plan und Praxis, Berlin

Das denkmalgeschützte Ensemble im Zentrum Ichtershausen ging nach Abwicklung des Alten Nadelwerks im Jahr 2000 in kommunalen Besitz über. Zunächst wurde das Areal neu geordnet und teilweise geräumt, um eine "Neue Mitte" als Zentrum der Begegnung für Jung und Alt zu konzipieren. Um die Bedarfe für das Gebäude B2, einem typischen Industriebau aus der Gründerzeit, zu eruieren, wurde vor der umfassenden denkmalgerechten Sanierung ein Fragebogen an Vereine, Gewerbetreibende und alle 1.600 Haushalte in Ichtershausen verteilt. Im Ergebnis wurde der Wunsch nach einem Ort für Wellness und einer Tagespflegestation formuliert. Diesem Wunsch konnte mit der Nutzung des Gebäudes als Gesundheitszentrum teilweise Rechnung getragen werden. In Kombination mit dem Umzug der Verwaltung in das angrenzende Gebäude, das ebenfalls über den mit Städtebauförderungsmitteln aus dem Programm "Kleinere Städte und Gemeinden" gebauten Fahrstuhl erschlossen ist, dem Bau eines Mehrzwecksaales (ohne Städtebaufördermittel) und anderen Maßnahmen konnte so das Areal revitalisiert und präventiv Leerstand und drohender Verfall denkmalgeschützter Substanz verhindert werden.

Lernerfahrungen

Im Verhältnis zu seiner Größe hat das Amt Wachsenburg ein finanziell und in seiner räumlichen Dimension sehr ambitioniertes Projekt verwirklicht. Mit einer ganzheitlichen Planung zur Revitalisierung des Zentrums Ichtershausen und dem Einsatz von Fördermitteln konnte das städtebaulich prägende Ensemble des Alten Nadelwerkes denkmalgerecht saniert und mit zeitgemäßer Nutzung gefüllt werden. Mit der Bündelung verschiedener Einrichtungen von Verwaltung, Kultur und Gesundheit konnten wichtige Ankernutzungen am Standort etabliert werden. Die Planung und Umsetzung multifunktionaler Nutzung hat es vereinfacht, Ansiedlungen im Bereich Gesundheit zu verwirklichen.

Zusatzinformationen

Bundesland

Türingen


Gemeinden

Amt Wachsenburg, Ortsteil Ichtershausen


Programmbereich

Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke


Projektbeginn

2014 Aufnahme in das Programm


Volumen der Städtebaufördermittel

bewilligte Bundesmittel bis einschließlich 2018: 515.577 Euro


Siedlungsstruktureller Typ

dünn besiedelter ländlicher Kreis


Kontaktdaten

Amt Wachsenburg
Erfurter Straße 42
99334 Amt Wachsenburg
Telefon: +49 3628 911 – 0
E-Mail: info@amt-wachsenburg.de


Link / weitere Informationen

Webseite der Gemeinde Amt Wachsenburg

Architekturführer Thüringen


Stand

März 2019

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