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Gesundheits- und Wellnessregion Müritz

Schwerpunkte: Infrastruktur/ Daseinsvorsorge

Zusammenfassung

Der Kooperationsraum im südlichen Mecklenburg-Vorpommern wird aus dem Mittelzentrum Waren (Müritz) und den Grundzentren Malchow und Röbel/Müritz gebildet und hat circa 32.000 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 20018). Die drei Städte besitzen mit ihren sanierten, historischen Innenstädten eine bedeutsame touristische Attraktivität.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels hat die Gesundheitsversorgung in der Region sowohl für die Bevölkerung als auch für Touristinnen und Touristen an Bedeutung gewonnen. Die bestehenden Infrastrukturen sind jedoch noch nicht auf die zukünftigen Herausforderungen und Bedürfnisse ausgerichtet, wodurch der Region ein Funktions- und Leistungsverlust auch in wirtschaftlicher Hinsicht (Gesundheitstourismus) droht. Aufgrund schlechter Ausstattung besteht hierbei die Gefahr, dass potenzielle Besucherinnen und Besucher langfristig fernbleiben. Neben der Gesundheitsversorgung besteht in weiteren Bereichen der Daseinsvorsorge, v. a. im Bereich der Schulinfrastruktur ein erhöhter Anpassungsbedarf, um ein attraktives Lebensumfeld zu sichern und Arbeitskräfte langfristig in der Region zu halten.

Kontext

Die Städte Waren (Müritz) (circa 21.300 Einwohner), Röbel (Müritz) (circa 5.100 Einwohner) und die Inselstadt Malchow (circa 6.500 Einwohner) liegen im südlichen Mecklenburg-Vorpommern an der Grenze zu Brandenburg. Mit ihren sanierten historischen Innenstädten bilden sie identitätsstiftende Zentren mit allen notwendigen Funktionen eines Grund- bzw. Mittelzentrums. Die nächstgelegenen Oberzentren in der Region sind Neubrandenburg (circa 50 km östlich entfernt von Waren) und Rostock (circa 100 km nördlich entfernt).

In allen Städten steigen das Durchschnittsalter sowie der Bevölkerungsanteil von Menschen, die älter als 65 Jahre sind. Am stärksten von Bevölkerungsrückgängen ist die Stadt Malchow betroffen. Daraus ergeben sich in allen beteiligten Kommunen geänderte Anforderungen an bestehende Einrichtungen der Daseinsvorsorge. Neben Anpassungen für eine älter werdende Bevölkerung, ist parallel die Schulinfrastruktur für den gesamten Kooperationsraum zu qualifizieren. Außerdem soll der Gesundheitstourismus als wichtiger Wirtschaftsfaktor der Region erhalten und ausgebaut werden und an den aktuellen Bedürfnissen angepasste Angebote geschaffen und Arbeitsplätze gesichert werden.

Mit der freiwilligen Arbeitsgemeinschaft "StädteNetz Mecklenburgische Seenplatte" besteht seit 1998 eine interkommunale Kooperation zwischen den Städten Waren (Müritz), Röbel/Müritz, Malchow, Plau am See und Neustrelitz (seit 2004). Thematisch liegt der Fokus seit Beginn der Kooperation überwiegend auf der Stärkung und Qualifizierung der touristischen und gesundheitlichen Infrastruktur. Darauf aufbauend haben sich Waren, Röbel und Malchow im Jahr 2011 zur Kooperation "StädteNetz Mecklenburgische Seenplatte" zusammengeschlossen.

Projektbeschreibung

Grundschule am Papenberg in Waren (Müritz) Grundschule am Papenberg in Waren (Müritz)Grundschule am Papenberg in Waren (Müritz) Quelle: Stadt Waren (Müritz)

Ein erster wichtiger Schritt im Rahmen der Programmumsetzung war die Erstellung des regionalen Entwicklungskonzeptes "Gesundheitsregion Müritz", das 2014 fertiggestellt wurde. Das Konzept umfasst eine Bedarfsanalyse, die Definition der Handlungsfelder sowie die Beschreibung von dazugehörigen Maßnahmen. Es wurden im Konzept drei Handlungsfelder definiert. Handlungsfeld 1, der Gesundheitstourismus, zielt unter anderem auf eine verbesserte gemeinsame Vermarktung der Region, die Schaffung von barrierefreien Unterkünften sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen in diesem Sektor. Als zweites Handlungsfeld wurde "Wohnen im Alter" definiert, um altersgerechte Wohnangebote und qualifizierte Beratungsangebote zu schaffen. Im dritten Handlungsfeld wurde eine barrierefreie Weiterentwicklung der Infrastruktur- und Versorgungsangebote, der öffentlichen Räume sowie des ÖPNV angestrebt.

Im Kooperationsraum trägt das Programm insbesondere dazu bei, die Städte als soziale und kulturelle Ankerpunkte in der Region zu stärken. Dementsprechend liegt der Fokus der Maßnahmen auf der Stärkung der Ortskerne und der Anpassung der Angebote an die zunehmend älter werdende Bevölkerung. Einen Schwerpunkt bilden dabei die barrierefreie Gestaltung öffentlicher Räume sowie die Verbesserung von Tagespflegeeinrichtungen. Ein Beispiel dafür ist eine Tagespflegeeinrichtung, die in einer denkmalgeschützten Villa in Malchow untergebracht wurde. Das Gebäude im Zentrum von Malchow wurde 2014 denkmalgerecht und energetisch saniert sowie durch einen Fahrstuhl barrierefrei erreichbar. Die Außenflächen sind öffentlich zugänglich und ebenfalls barrierefrei gestaltet worden. Das Gebäude bietet 18 Plätze in der Tagespflege.

Zudem wurde in Malchow die Fleesenseeschule und in Waren die Grundschule am Papenberg jeweils durch einen Anbau erweitert, da die vorhandenen räumlichen Kapazitäten der beiden Gebäude nicht mehr ausreichend waren. Der Erweiterungsbau der Fleesenseeschule wurde 2015 eröffnet. Hinzu kommt die Überdachung eines Teils des Pausenhofs, die 2016 fertiggestellt wurde. Die Grundschule am Papenberg wurde ebenfalls baulich erweitert, saniert und um einen Hort sowie einen Jugendclub erweitert. Für die Realisierung des Jugendclubs wurde zusätzlich eine private Spende eingesetzt. Ergänzend dazu wurden die Außenanlagen erneuert.

In Röbel wurde eine frei zugängliche und barrierefreie Grünanlage zur Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität des angrenzenden Altstadt- und Neubaugebietes geschaffen. Die Maßnahme am Töpferwall führt entlang der alten Stadtmauer (Töpferwall) der historischen Innenstadt. Mit barrierefreien Sitzgelegenheiten auf zwei Ebenen bildet sie eine öffentliche Gartenanlage für die Anwohner. Besonders von dem unmittelbar benachbarten "Betreuten Wohnen" wird sie gerne als Treffpunkt und Außensitzplatz genutzt. Die Bepflanzung macht die Jahreszeiten erlebbar und ist thematisch auf die "Ackerbürgerstadt" Röbel ausgelegt. Die Spielangebote und die neue Treppenanlage ziehen Familien und Radfahrer an, die die Abkürzung über die Treppe mit Schiebetrassen für Fahrräder und Kinderwagen für die Einkäufe und Arztbesuche in der historischen Innenstadt nutzen. Zudem ist es mittels der Maßnahme gelungen, die Erlebbarkeit der mittelalterlichen Stadtmauer zu verbessern. Der dazugehörige kostenlose Parkplatz nimmt den Besucherverkehr für das "Betreute Wohnen" und den Einkaufsverkehr für die historische Innenstadt auf.

Des Weiteren wurde in Röbel der Mühlenberg umgestaltet. Dieser ehemalige Burgberg liegt an der bereits zuvor sanierten Straße Am Mühlenberg, die eine wichtige Verbindung zwischen verschiedenen Einrichtungen gemeinnütziger Art und des Gesundheitswesens darstellt. Der Mühlenberg selbst wurde barrierefrei umgestaltet. Die Aufenthaltsqualität wurde durch neu geschaffene Sitzgelegenheiten und Sichtachsen für barrierefreie Aussichtspunkte gesteigert. Der historische Burgberg, die historische Holländermühle und die Aussichten auf die historische Altstadt und den Mönchteich sind nun durch die Errichtung eines barrierefreien Zuganges für alle erlebbar.

Handlungsfelder 

  • Überörtliche Zusammenarbeit / Kooperationen
  • Innenentwicklung
  • Integriertes überörtliches Entwicklungskonzept
  • Infrastrukturanpassung
  • Daseinsvorsorge mit Schwerpunkt auf

    • Bildung
    • Pflege und Senioren
  • Sanierung und Erhalt historischer Bausubstanz
  • Öffentlicher Raum

Einzelmaßnahmen

Waren (Müritz)

  • Erweiterung der Grundschule am Papenberg (2016)

Malchow

  • Sanierung und Umbau zu Seniorenzentrum "Villa August" (2014)
  • Erweiterung und Anbauten der Fleesenseeschule (in der Umsetzung seit 2015)

Röbel/Müritz

  • Freiflächengestaltung am Töpferwall (2011-2015)
  • Barrierefreie Erschließung Mühlenberg (2014)

Finanzierung

  • Bund-Länder-Programm "Kleinere Städte und Gemeinden"

Projektumsetzung

Tabelle: Projektumsetzung
JahrUmsetzungsschritt
1998Gründung der freiwilligen kommunalen Arbeitsgemeinschaft "StädteNetz Mecklenburgische Seenplatte" (4 Städte: Waren (Müritz), Plau am See, Röbel/Müritz, Inselstadt Malchow)
2011Erstellung des Regionalen Raumentwicklungsprogramms Mecklenburgische Seenplatte / Aufnahme der Städte Malchow und Röbel/Müritz in das Förderprogramm als "Gesundheits- und Wellnessregion Müritz"
2014Erstellung eines regionalen Entwicklungskonzeptes "Gesundheitsregion Müritz" / Abschluss der Maßnahmen Barrierefreie Erschließung Mühlenberg (Röbel/Müritz) und "Villa August"
2015Aufnahme von Waren (Müritz) in das Förderprogramm / Abschluss der Freiflächengestaltung am Töpferwall in Röbel/Müritz
2016Abschluss der Erweiterung der Grundschule am Papenberg


Besonderheiten

Hervorgerufen durch den demografischen Wandel wird der Anteil der älteren Bevölkerung und damit auch der Anteil an Pflegebedürftigen im Kooperationsraum weiter steigen. Dies macht eine Anpassung bei den Einrichtungen der Daseinsvorsorge notwendig. Im Kooperationsraum soll das Angebot von Wohnraum für Ältere auch mit neuen Wohnmodellen und spezialisierten Angeboten, wie beispielsweise Intensivpflege, Demenz, Wohngemeinschaften, betreutes Wohnen verbessert sowie der barrierefreie Ausbau von Infrastruktureinrichtungen vorangetrieben werden. Im Rahmen dessen wurde in einem ehemaligen Fabrikanten-Wohnhaus, der denkmalgeschützten Villa Auguste, eine Tagespflegeeinrichtung realisiert (siehe Projektumsetzung).

Lernerfahrungen

Bereits vor der Aufnahme in das Städtebauförderprogramm arbeiteten die drei Kommunen im sogenannten "StädteNetz Mecklenburgische Seenplatte" zusammen. Auf diese Strukturen konnte mit Aufnahme in das Städtebauförderprogramm zurückgegriffen werden. Damit baut die Kooperation einerseits auf der eingeübten Abstimmung der Mitarbeiter der Verwaltungen untereinander sowie andererseits auf dem starken Engagement der Bürgermeister der drei Kommunen auf. Im Rahmen der Konzepterstellung trafen sich die Bürgermeister, Bauamtsleiter sowie die Sanierungsbeauftragten regelmäßig, um die gemeinsame Strategie zu erarbeiten. Im alltäglichen Verwaltungshandeln erfolgen bedarfsorientierte Abstimmungen zwischen den Gemeinden. Auch erfolgten im Rahmen der Antragsstellung Treffen und Abstimmungen.

Nach der Konzepterstellung erfolgte die Zusammenarbeit auf interkommunaler Ebene stärker außerhalb des Programms, wie z. B. beim Projekt eines gemeinsamen Nationalparktickets von Waren (Müritz) und Röbel/Müritz oder beim von allen drei Städten angestrebten einheitlichen Fahrplan der Dampfschiffe. Auch im touristischen Bereich findet Zusammenarbeit weiterhin statt, wie beispielsweise bei der Vermittlung von Buchungsanfragen über ein gemeinsames System, dem gemeinsamen Gastgeberverzeichnis, und dem Verkauf von Veranstaltungstickets in der Region. Das Projekt Busticket "MüritzRundum", mit dem der ÖPNV gegen Vorlage der Kurkarten kostenlos genutzt werden kann, haben die touristisch intensiv zusammenarbeitenden Kommunen Waren, Röbel/Müritz und Rechlin selbst initiiert. Es wird über die Kurabgaben-Einnahmen der Städte anteilig finanziert.

Zusatzinformationen

Bundesland

Mecklenburg-Vorpommern


Gemeinden

Waren (Müritz), Malchow und Röbel (Müritz)


Programmbereich

Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke


Projektbeginn

2011 Aufnahme in das Programm


Volumen der Städtebaufördermittel

bewilligte Bundesmittel bis einschließlich 2018: 2.384.000 Euro


Siedlungsstruktureller Typ

dünn besiedelter ländlicher Kreis


Kontaktdaten

Stadtverwaltung Waren (Müritz)
Frau Daedelow
Zum Amtsbrink 1
17192 Waren (Müritz)
Telefon: +49 3991/ 177610
E-Mail: planung-wifoe@waren-mueritz.de


LGE Mecklenburg-Vorpommern GmbH
Dr. Birgit Nolte
Bertha-von-Suttner-Straße 5
19061 Schwerin
Telefon: +49 385/3031782
E-Mail: birgit.nolte@lge-mv.de


Weiterführende Informationen (Links):

Informationen der Stadt Waren

Webseite des Amtes Röbel-Müritz

Webseite der Stadt Malchow


Stand

März 2019

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