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Berlin | Karl-Marx-Allee, II. Bauabschnitt (KMA II)

Maßnahmenschwerpunkte: Funktionale Stärkung der Quartiersachse Schillingstraße und Ergänzung von Pavillon-Bauten entlang der Karl-Marx-Allee | Wiederherstellung der historischen Freiraumqualitäten

Zusammenfassung

Zwischen 1959 und 1965 entstand in Ostberlin nördlich und südlich der Karl-Marx-Allee, zwischen Alexanderplatz und Strausberger Platz der erste sozialistische Wohnkomplex der DDR-Nachkriegsmoderne in Großplattenbauweise. Dieser II. Bauabschnitt der Karl-Marx-Allee ist Ausdruck eines neuen Selbstbildes der DDR, von einer stalinistisch neoklassizistischen Architektursprache (I. Bauabschnitt der Karl-Marx-Allee), hin zu einer modernen Formensprache mit industriell vorgefertigten Elementen. Das Gebiet wurde in einer offenen, aufgelockerten Bauweise im orthogonalen System mit großzügigen, durchgrünten Freiflächen städtebaulich neu geordnet.

Karl-Marx-Allee, II. Bauabschnitt – Gebietsabgrenzung Städtebaulicher Denkmalschutz und Erhaltungsgebiet Karl-Marx-Allee, II. Bauabschnitt – Gebietsabgrenzung Städtebaulicher Denkmalschutz und ErhaltungsgebietKarl-Marx-Allee, II. Bauabschnitt – Gebietsabgrenzung Städtebaulicher Denkmalschutz und Erhaltungsgebiet Quelle: KoSP GmbH

Unmittelbar im Zentrum der Stadt Berlin gelegen und verkehrstechnisch gut angebunden, ist das Wohnensemble „Karl-Marx-Allee, II. Bauabschnitt“ heute von der Überalterung der Bewohner bei gleichzeitig zunehmenden Zuzug von jungen Familien geprägt. Aufgrund der zentralen Lage in unmittelbarer Nähe zum Alexanderplatz ist das Gebiet zudem einem wachsenden Veränderungsdruck ausgesetzt. Weisen die Gebäude einen überwiegend hohen Sanierungsstand auf, besteht insbesondere im öffentlichen Raum bei den Straßen, Wegen und Plätzen ein hoher Erneuerungs- und Modernisierungsbedarf. Das Angebot der sozialen Infrastruktur, der gesundheitlichen Versorgung und öffentlicher Kultureinrichtungen entsprechen nicht mehr den tatsächlichen Bedürfnissen und Anforderungen der Anwohner. Im Mai 2000 wurde die Erhaltungsverordnung für das Gebiet „Karl-Marx-Allee, II. Bauabschnitt“ gemäß § 172 BauGB beschlossen. Im Jahr 2015 erfolgte eine Präzisierung und Erweiterung des Geltungsbereichs der Verordnung. Im Jahr 2016 wurde das Gebiet mit dem Ziel, die charakteristische Stadtlandschaft langfristig zu erhalten und zukunftsfähig weiterzuentwickeln, in das Städtebauförderungsprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz aufgenommen.

Kontext

Das Programmgebiet „Karl-Marx-Allee, II. Bauabschnitt (KMA II)“ umfasst eine Gesamtfläche von ca. 69 ha. Die Abgrenzung des Gebiets entspricht dem Geltungsbereich der „Verordnung über die Erhaltung der städtebaulichen Eigenart aufgrund der städtebaulichen Gestalt“ für das Gebiet „Karl-Marx-Allee, II. Bauabschnitt“ (Erhaltungsverordnung) von 2015. Die Gesamtmaßnahme befindet sich im Bezirk Mitte und wird im Westen von der Alexanderstraße und der Otto-Braun-Straße am Alexanderplatz begrenzt, im Süden von der Holzmarktstraße sowie im Norden von der Mollstraße.

Die etwa 80 m breite Karl-Marx-Allee stellt mit der Randbebauung und ihrem weiträumigen, geschlossenen Straßenraum die zentrale Achse und zugleich Grenze für das nördlich und südlich angrenzende Wohngebiet dar. Zusammen mit der Schillingstraße bildet die Karl-Marx-Allee ein zentrales Achsenkreuz im Gebiet, das mit seinen zentral angeordneten Sonderbauten (Kino International, vorgelagerte Pavillonbauten mit Läden, Restaurant etc.) als Zentrum hinsichtlich Versorgung und Kultur fungiert. Die klare Funktionstrennung von Wohnbauten und Zweckbauten ist charakteristisch für das Gebiet. Das Stadtbild ist durch 8- bis 10-geschossige Wohnscheiben zumeist entlang der Randbereiche, 5-geschossigen Wohnhauszeilen in den Innenbereichen und durch 17- und 18-geschossige Wohnhochhäuser im Bereich des südlichen Quartierseingangs gekennzeichnet. Prägend für diese industriell gefertigten, klaren, geometrisch einfachen Baukörper sind die Lochfassaden und die Fliesenverkleidung mit hellen Farben.

Weiterhin nimmt der Freiraum in der städtebaulichen Konzeption des II. Bauabschnitts der Karl-Marx-Allee eine zentrale Bedeutung ein. Als Teil der „Stadtlandschaft“ ergänzt er die stadträumliche Gliederung der einzelnen Gebäude durch fließende Grünräume, Baumreihen und „Wäldchen“, Schmuck- und Kunstelemente sowie eine besondere Auswahl an Mobiliar, Straßenbelag und verschiedenen Gehölzen und Pflanzen. Das Gebiet im Bereich der Karl-Marx-Allee, der Alexanderstraße und teilweise in der Schillingstraße (1963-64) wurde als Denkmalbereich Ensemble in die Berliner Denkmalliste aufgenommen. Weiterhin stehen die Versorgungs- und Kulturbauten an der Karl-Marx-Allee (1961-64) als Gesamtanlage unter Schutz. Das Haus des Lehrers und die Kongresshalle an der Alexanderstraße (1961-64) sind ebenfalls als Gesamtanlage unter Schutz gestellt. Ein weiteres Denkmalensemble mit Einzeldenkmälern befindet sich in der Magazinstraße (1906-1911).

Handlungsstrategie

Mit der Erarbeitung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes für das Fördergebiet Karl-Marx-Allee, II. Bauabschnitt in 2016 und 2017 wurden die wesentlichen Handlungsschwerpunkte definiert. Mit dem geplanten Mitteleinsatz sollen schwerpunktmäßig die soziale Infrastruktur verbessert, bestehende Einrichtungen qualifiziert, der öffentliche Raum und damit das Wohnumfeld angesichts bestehender Überformungen aufgewertet und das Wohn- sowie Versorgungsangebot im Hinblick auf die künftige Bevölkerungsentwicklung ausgebaut und gestärkt werden.
Angesichts der stetig wachsenden Stadt Berlin und des dringend benötigten Wohnraums soll das einzigartige bauliche Zeugnis erhalten und das Wohnungsangebot durch behutsamen Wohnungsneubau erweitert werden. Die klaren, großzügigen und weiträumigen Freiraumstrukturen sollen ebenfalls erhalten werden. In diesem Zusammenhang werden die Erhaltungsverordnung 2015 und die Aufstellung von Bebauungsplänen einer unkontrollierten Verdichtung entgegenwirken. Bei der generationengerechten und familienfreundlichen Entwicklung des Gebiets werden auch die Aspekte des Klimaschutzes und der Barrierefreiheit berücksichtigt.

Handlungsfelder

  • Sanierung, Instandsetzung und Modernisierung von Nahversorgungs- und Kultureinrichtungen sowie öffentlichen Gebäuden
  • Denkmalgerechte Qualifizierung, Aufwertung und Neugestaltung des öffentlichen Raums, so u.a. der Grünflächen, Spielplätze, Stadtplätze und Quartierseingänge
  • Verbesserung der Fuß- und Radwegeverbindungen sowie Herstellung einer durchgehenden Verkehrssicherheit u.a. durch Verminderung des Durchgangverkehrs
  • Erhaltung der gebietstypischen Bebauungsstruktur, u.a. durch Nachverdichtung in Form von bestandsgerechten, an der vorgegebenen Architektursprache orientierten Neubauten

    Plansche an der Singerstraße mit Blick auf den Standort GutMuths-Grundschule Plansche an der Singerstraße mit Blick auf den Standort GutMuths-GrundschuleBlick über die Plansche auf die GutMuths-Grundschule an der Singerstraße Quelle: Bundestransferstelle Städtebaulicher Denkmalschutz

  • Stärkung und Ausbau bestehender Nahversorgungsangebote sowie Schaffung neuer kultureller und bedarfsorientierter Einrichtungen
  • Sicherung und Stärkung der Angebote gesundheitlicher und medizinischer Versorgung
  • Stärkung und Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements, der sozialen Netzwerke sowie Vernetzung von lokalen Nachbarschaften, sozialen Initiativen, Vereinen und weiteren Akteuren vor Ort mit den Akteuren der Wohnungswirtschaft

Einzelmaßnahmen

  • Wiederherstellung der historischen Freiraumqualitäten
    Mit der Sanierung, Erneuerung und Umgestaltung der beiden Planschen im Gebiet werden zwei für die Anwohner identifikationsstiftende Elemente langfristig gesichert. Die Planschen sind nierenartig-geformte, ca. 20 cm tiefe Wasserrückhaltebecken aus gefärbten Betonplatten und mit ihren angrenzenden Grünanlagen zentrale Spielbereiche des Gebiets.

    Es werden zwei unterschiedliche Herangehensweisen zum Umgang mit dem Bestand erprobt. Die Plansche in der Weydemeyerstraße wurde wegen ihres schlechten baulichen Zustands, der hohen Anforderungen bezüglich des Betriebs einer Plansche seitens des Gesundheitsamts (u.a. Trinkwasserqualität und ständiger Austausch) und der daraus resultierenden erheblichen Erhöhung der Betriebskosten zurückgebaut und in Anlehnung an die historische Nierenform neugestaltet. Als vorgezogene Maßnahme im Programm Städtebaulicher Denkmalschutz wurden für den Umbau der Plansche zu einem Wasserspielplatz bereits 2016 mit der Erstellung von Bauplanungsunterlagen vorbereitende Planungen durchgeführt. Neben der Einrichtung eines Wasserspielplatzes mit verschiedenen Spielgeräten wurden die angrenzenden Freiflächen u.a. durch Sitzgelegenheiten, Neupflanzungen und einem Motorik-Parcour ergänzt und erneuert. Die feierliche Eröffnung des Wasserspielplatzes fand im August 2018 statt.
    Die ursprüngliche Funktion und Nutzung der Plansche in der Singerstraße soll hingegen erhalten und die angrenzenden Grünflächen saniert werden. Im Oktober 2017 wurde ein wassertechnisches Konzept für ihre Sanierung und die für den Betrieb und die Unterhaltung notwendigen Kosten und Anforderungen erstellt. Die Gestaltung der Freifläche wird durch ein öffentliches Gutachter-Verfahren begleitet. Zur Teilnahme am Verfahren wurden fünf Landschaftsarchitekturbüros eingeladen, deren Entwürfe zur Sanierung der Plansche Singerstraße und Neugestaltung der Grünfläche während des öffentlichen Ideenworkshops im Oktober 2018 mit den Bewohnern diskutiert und bewertet wurden. Die drei favorisierten Entwürfe wurden darauffolgend überarbeitet und im Januar 2019 bei einem Gutachtergremium, das sich aus Fachleuten und Vertretern der zuständigen Fachämter des Bezirkes Mitte von Berlin sowie zwei ausgewählten Mitgliedern des Nachbarschaftsrates zusammensetzt, vorgestellt. Das Büro des Siegerentwurfs Levin Monsigny Landschaftsarchitekten GmbH wurde mit der weiteren Planung beauftragt. Im Anschluss an die Planungen ist der Baubeginn ab 2020 vorgesehen.
    Nach 1989 hat der Freiraum wenig Beachtung erfahren. Historische Strukturen und prägende gestalterische Elemente wie Fassadenreliefs, Skulpturen, Bänke, Leuchten und Pflanzgefäße, die zwischen Freiflächen und gebauten Strukturen vermitteln, sind vielfach überformt oder erneuerungsbedürftig. Das ungeordnete Wachstum von Sträuchern und Bäumen behindert ursprüngliche Blickbeziehungen. Ebenso bedürfen das inzwischen uneinheitliche Stadtmobiliar und nicht gebietstypische Ergänzungen, wie Fahrradboxen, einer Erneuerung und Neuordnung entlang der ursprünglichen Ausstattungs- und Gestaltungslinien. Der 2017 erstellte Ausstattungs- und Materialleitfaden für den öffentlichen Raum bietet den Eigentümern und Bewohnern einen Überblick und Orientierung über die prägenden Materialien, Formen und Gestaltungsprinzipen der Erstausstattung des öffentlichen Raumes im Gebiet der Karl-Marx-Allee II. Bauabschnitt von 1961 bis 1989.

  • Funktionale Stärkung der Quartiersachse Schillingstraße und Ergänzung von Pavillon-Bauten entlang der Karl-Marx-Allee

    Die Schillingstraße soll mit sechs neuen Baukörpern und die Holzmarktstraße 66 mit einem Baukörper bebaut werden. Entlang der Schillingstraße dürfen maximal fünf Geschosse gebaut werden, für die im Erdgeschoss ausschließlich Gewerbe vorgesehen ist. In den vier Obergeschossen sollen Wohnungen untergebracht werden. Ziel des Bezirksamts Mitte ist, die Schillingstraße wieder als Nahversorgungsachse für das Fördergebiet zu etablieren und den öffentlichen Raum zu beleben. Hierfür wurde u.a. ein Standortentwicklungskonzept für die Schillingstraße erarbeitet, welches der Bewohnerschaft im September 2018 vorgestellt wurde.

    Es ist beabsichtigt, entlang der Schillingstraße neben den fehlenden Nahversorgungsangeboten (Supermarkt, Bäcker, Fleischer, Cafeteria etc.) auch Arztpraxen sowie weitere gesundheitliche oder medizinische Einrichtungen unterzubringen, welche im Gebiet die Nachfrage vor allem der älteren Bewohnerschaft decken sollen. Hierfür wird das Bezirksamt über das Planungsrecht die nötigen Rahmenbedingungen definieren. Entlang der Karl-Marx-Allee ist im Bereich zwischen Schillingstraße und Alexanderplatz der Neubau von sechs Pavillonbauten vorgesehen. Ende 2017 und Anfang 2018 wurden im Werkstattverfahren erste städtebauliche Ideen und Entwurfskonzepte entwickelt. Zu den Werkstätten waren fünf Architekturbüros sowie Vertreter der Stadt Berlin, des Bezirks und des Nachbarschaftsrates eingeladen. Im Mai 2018 fand zu den ersten Ergebnissen aus den Werkstattverfahren eine Bürgerinformationsveranstaltung statt, die die Frage nach der künftigen Nutzung der Pavillons und ihrer Integration in den Stadtraum thematisierte.

Finanzierung

Das Programmgebiet „Karl-Marx-Allee II. BA“ grenzt an das Programmgebiet des Städtebauförderungsprogramms Stadtumbau Ost „Friedrichshain-Kreuzberg Friedrichshain-West“ und überschneidet sich mit diesem an verschiedenen Stellen im Grenzbereich. Mit dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg besteht ein Austausch zu möglichen Kooperationen im Hinblick auf die Verbesserung der Wegebeziehungen zwischen den Gebieten.

Eine Bündelung oder Überschneidung mit Mitteln aus anderen Städtebauförderprogrammen findet nicht statt. Darüber hinaus werden ausgewählte Maßnahmen über die Investitionsplanung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (u.a. Umbau der Karl-Marx-Allee und der Holzmarktstraße) sowie des Bezirks Berlin-Mitte und dem Wohnungsbauförderungsprogramm (u.a. Neubau der WBM an der Ifflandstraße) finanziert.

Meilensteine der Gebietsentwicklung
JahrUmsetzungsschritt
1999Senatsbeschluss der Rahmenplanung Planwerk Innenstadt
2000Beschluss der Festsetzung der Erhaltungsverordnung aufgrund der städtebaulichen Eigenart für das Gebiet KMA II
2011Senatsbeschluss des Planwerks Innere Stadt, Weiterentwicklung und methodische Ergänzung des Planwerks Innenstadt (1999)
2011Konsensplan, gemeinsame Strategie des Senats und des Bezirks Mitte für das Gebiet KMA II
2011Aufstellungsbeschlüsse von Bebauungsplänen im gesamten Gebiet
2015Beschluss der überarbeiteten und präzisierten Erhaltungsverordnung mit erweiterten Geltungsbereich
2015Senatsbeschluss für die Aufnahme des Gebiets in das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz


Besonderheiten

Als erster Wohnkomplex der DDR-Nachkriegsmoderne ist das Gebiet Ausdruck eines neuen Selbstbildes der DDR, von einer stalinistischen hin zur modernen, industriellen Formensprache. Dabei stellt der II. Bauabschnitt u.a. durch die Fliesenverkleidung gestalterische Bezüge zum I. Bauabschnitt her.

Bis heute ist der zwischen 1959 und 1969 errichtete II. Bauabschnitt der Karl-Marx-Allee mit seinem im Gesamten erhaltenen Ensemblecharakter ein bedeutendes Abbild der Nachkriegsmoderne und der frühen DDR-Städtebaukunst. Die in Plattenbauweise errichteten Gebäude waren Vorreiter der industriellen Serienproduktion; die Kombination aus räumlich-funktional gegliederten Gebäuden des Wohnens, der Nahversorgung und Dienstleistungen mit offenen, großzügigen Grün- und Freiräumen war ausschlaggebend für die Wohn- und Aufenthaltsqualität des Gebiets.

Der Wettbewerbsbeitrag „Die Planschen im Förder- und Erhaltungsgebiet KMA II“, der das Konzept zur Bewahrung und Belebung der städtischen Planung der Nachkriegsmoderne am Beispiel der Planschen im Förder- und Erhaltungsgebiet Karl-Marx-Allee, II. Bauabschnitt präsentierte, wurde im Rahmen des Bundeswettbewerbs "Europäische Stadt - Wandel & Werte" mit einer Anerkennung ausgezeichnet.

Das Gebiet heute

Der – trotz vereinzelter Eingriffe in die Gebietsstruktur – bis heute unzerstört erhaltene Ensemblecharakter des II. Bauabschnitts der Karl-Marx-Allee macht das Gebiet als Zeugnis der Nachkriegsmoderne der DDR besonders erhaltens- und denkmalwert. Mit dem Beschluss der Erhaltungsverordnung im Jahr 2015 wurde dem zunehmenden Investitions- und Veränderungsdruck Rechnung getragen – mit der Aufnahme in das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz wird über den Erhalt hinaus die Weiterentwicklung des Gebiets als zeitgemäßes Wohngebiet angestrebt.

Feierliche Eröffnung des Wasserspielplatzes Weydemeyerstraße Feierliche Eröffnung des Wasserspielplatzes WeydemeyerstraßeFeierliche Eröffnung des Wasserspielplatzes Weydemeyerstraße Quelle: KoSP GmbH

Angesichts der wachsenden Anteile von Haushalten mit Kindern oder Senioren ist die Entwicklung und Konsolidierung des kulturellen, sozialen und gesundheitlichen Versorgungsangebots wesentlich. Die grundlegende Aufgabe wird darin bestehen, das Gebiet behutsam, an Qualität und dem Bestand orientiert sowie unter aktiver Einbeziehung der Schlüsselakteure wie Eigentümer und Anwohner zukunftsfähig zu gestalten. Insbesondere der Freiraum hat in der Nachwendezeit wenig Beachtung gefunden. Um das Wohn- und Lebensumfeld den aktuellen Bedarfen entsprechend ansprechend zu gestalten, gilt es, die ursprünglichen, gebietstypischen Freiraumqualitäten im Einklang mit den Ansprüchen und Wünschen der Eigentümer und Nutzer wiederherzustellen.

Zusatzinformationen

Bundesland

Berlin

Gemeinde
Berlin-Mitte

Programmbereich
Städtebaulicher Denkmalschutz

Programmaufnahme
2016

Realisierungszeitraum
2025

Größe des Gebiets
ca. 69 ha

Volumen der Bundesfinanzhilfen
2016-2018: 390.000 €

Gebietstypus
Großwohnsiedlung

Kontaktdaten
Bezirksamt Mitte von Berlin
Stadtentwicklungsamt
Fachbereich Stadtplanung
Müllerstraße 146
13353 Berlin

Frau Birgit Nikoleit
Tel.: (030) 901845799
E-Mail: birgit.nikoleit@ba-mitte.berlin.de


Stand

2018

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