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Jüterbog | "Altstadt" und "Mittelalterliche Vorstädte und Wallanlage"

Maßnahmenschwerpunkte: Integrationskita "Struppi" und Wohnhäuser Zinnaer Straße 5 und 6 | Sicherung des Kinos "Schauburg" | Umbau der Bundesstraße B 102

Zusammenfassung

Die Stadt Jüterbog (ca. 12.130 Einwohner, Stand: 31.12.2013) ist trotz ihrer günstigen Lage im Umland von Berlin und Potsdam von negativen strukturellen, wirtschaftlichen und demografischen Entwicklungen gekennzeichnet. Die sinkende Bewohnerzahl und die Entstehung von Siedlungen außerhalb des Stadtkernes führen zu Funktions- und Bedeutungsverlusten der Innenstadt sowie zu wachsendem Leerstand in der Altstadt und ihren Vorstädten. Die bis zur heutigen Zeit erhaltenen Stadtmauern mit den reich geschmückten Stadttoren sind Zeugnisse des Mittelalters und weisen, wie viele sich in der Stadt befindenden Bauwerke, einen hohen baukulturellen Wert auf. Der gut erhaltene historische Stadtkern und seine strukturelle Geschlossenheit sind eine große Besonderheit der Stadt. Im Rahmen des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz werden Ziele und Strategien verfolgt, die die Attraktivität der Jüterboger Altstadt als Wohn- und Gewerbestandort erhöhen. Durch verschiedene erfolgreiche denkmalpflegerische Maßnahmen, wie die Sanierung und Modernisierung der historischen Bausubstanz, die Gestaltung öffentlicher Wege und Straßen sowie den unterschiedlichen Aktivitäten, die zur Wiederbelebung des Zentrums führten, wird Jüterbog als "Kulturhauptstadt des Niederen Flämings" bezeichnet. Die Stadterneuerung begann bereits kurz nach der Wiedervereinigung im Jahr 1991, als die Altstadt von Jüterbog in das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz aufgenommen wurde. Mit der Festlegung des zweiten Sanierungsgebietes "Mittelalterliche Vorstädte und Wallanlage" im Jahr 2006 wurde der Fokus erweitert und auch auf die angrenzenden Gebiete außerhalb der ehemaligen Stadtmauer gelegt.

Kontext

Das Stadtbild der Jüterboger Altstadt weist einen ellipsenförmigen Grundriss auf, der sich durch die Anlegung der neuen Stadtanlage um 1180 zwischen den zwei Hauptstraßen (Große Straße-Pferdestraße und Planeberg - Zinnaer Straße - Mönchenstraße) bildete. Charakteristisch sind der großzügig angelegte Marktplatz, das Rathaus sowie das Ensemble mittelalterlicher, eng bebauter Straßenzüge. Die großformatigen, spätgotischen Bauten aus Backstein sind stadtbildprägend - hierzu zählen das Rathaus, die Mönchenkirche mit Kloster und dem Abtshof, sowie die Nikolaikirche. Eine große baugeschichtliche Bedeutung weisen zudem die zahlreichen erhaltenen Fachwerkbauten auf. Im Zuge der Bestrebungen um den Erhalt der historischen Bausubstanz wurde die Stadt Jüterbog im Jahr 1992 Mitglied der Arbeitsgemeinschaft "Städte mit historischen Stadtkernen" des Landes Brandenburg. Seit 2012 ist sie zudem aufgrund ihrer reformationsgeschichtlichen Bedeutung Mitgliedstadt des Städteverbunds "Prediger und Bürger – Reformation im städtischen Alltag".

Plan der Abgrenzung der Jüterboger Sanierungsgebiete "Altstadt" und "Mittelalterliche Vorstädte und Wallanlagen" Abgrenzung der Jüterboger Sanierungsgebiete "Altstadt" und "Mittelalterliche Vorstädte und Wallanlagen"Abgrenzung der Sanierungsgebiete Quelle: Datenbasis: ©GeoBasis-DE/LGB 2012, GB-D 21/14

Die äußeren Gebietsgrenzen des Sanierungsgebiets "Altstadt" verlaufen entlang der historischen Stadtmauer. Um 1300 entstand diese zusammen mit den drei Stadttoren, dem Dammtor im Westen, dem Zinnaer Tor im Norden und dem Neumarkttor im Osten, die zugleich die zentralen Eingänge in den Stadtkern sind. 2006 wurde das Sanierungsgebiet "Mittelalterliche Vorstädte und Wallanlage" festgelegt, das eine Art Erweiterung des Sanierungsgebietes "Altstadt" darstellt und die zentralen Stadteingänge einschließt. Das Sanierungsgebiet umfasst den Gürtel um die historische Altstadt, sowie den südlichen Teil der Zinnaer Vorstadt, den Bereich der Dennewitzer Straße im Übergang zur östlichen Schlossstraße (Vorstadt Damm) und die westliche Vorstadt des Neumarktes. Die mittelalterlichen Vorstädte Jüterbogs sind überwiegend durch eine Straßenrandbebauung mit großzügigen Gartenbereichen gekennzeichnet. Mit der Festlegung des zweiten Sanierungsgebietes konzentriert man sich auf den Bereich außerhalb der historischen Stadtmauer, womit neue positive Entwicklungsimpulse für die Vorstädte erzielt werden sollen. Die beiden Gebiete unterscheiden sich einerseits hinsichtlich ihrer Funktionalität, Gestaltung und dem Erscheinungsbild der Gebäude deutlich voneinander. Andererseits ergänzen sie sich und bilden gemeinsam das städtebauliche und funktionale Zentrum der Stadt Jüterbog.

Handlungsstrategie

Der denkmalgeschützte Stadtgrundriss von Jüterbog nimmt gemeinsam mit seinen mittelalterlichen Straßen, Plätzen und Raumfolgen einen enormen städtebaulichen Stellenwert ein und soll weiter gesichert werden. Von großer Bedeutung ist dabei der Erhalt der historischen Parzellenstruktur: Haus – Nebenhaus – Scheune – Garten – freie Landschaft. Das Leitbild Jüterbogs, das zur Stärkung und Attraktivität des historischen Stadtkerns beitragen soll, ist gekennzeichnet durch die Entwicklung einer kompakten Stadt kurzer Wege. Dabei soll die aktuelle Schrumpfung auf den ursprünglichen Siedlungskörper konzentriert werden und die vorrangige Entwicklung von außen nach innen erfolgen. So sollen verstärkt neue Bewohner und Nutzungen in das Stadtzentrum ziehen, wodurch der Leerstand beseitigt und damit die Lebensqualität in dem Gebiet erhöht wird. Die Stadt Jüterbog strebt danach, ein überregionales kulturelles und touristisches Zentrum zu werden. Bei der Umsetzung des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz in der Altstadt von Jüterbog liegt der Fokus auf der Instandsetzung und Modernisierung der stadtbildprägenden Gebäude im Sanierungsgebiet. Da sich die Ansprüche von Bewohnern und Nutzern an den historischen Stadtkern geändert haben, ist eine Anpassung der Stadtstruktur unter Berücksichtigung des historischen Erbes angedacht. Vorgesehen ist eine Steigerung der Wohnqualität, z.B. durch die Schaffung von neuen Grünflächen und Parkplätzen, sowie dem Bau von Radwegen.

Die Anpassung der Bauten an die zeitgemäßen Wohnungsstandards hinsichtlich der Grundrisse und Raumaufteilungen ist ebenfalls angedacht. Es soll eine dauerhafte, altstadtgerechte Nutzung ermöglicht werden. So soll das historische Ortsbild verbessert, sowie die zahlreichen Denkmale bewahrt werden. Im Sanierungsgebiet "Mittelalterliche Vorstädte und Wallanlage" stehen, neben dem Erhalt und der Pflege der denkmalgeschützten Bausubstanz, die Qualifizierung von öffentlichen Freiräumen sowie die Erneuerung von Straßen im Vordergrund. Vorgesehen sind der Erhalt und die Umgestaltung von Straßen- und Platzräumen mit historischer und städtebaulicher Bedeutung. Neben der Steigerung der gestalterischen Qualität ist in diesem Rahmen insbesondere die Erhaltung ihrer Funktion von Bedeutung. Ziel ist die Umsetzung von Maßnahmen zur städtebaulichen Aufwertung der Eingangsbereiche zur Altstadt (im Bereich des Eierturms, des Bleichhags/Mönchenstraße und des Frauentores) sowie zur Wiederherstellung der Raumkanten. Um das Wohnumfeld und damit die Altstadt insgesamt attraktiver und nachhaltiger zu gestalten, sollen Grünräume zwischen den dicht bebauten Baublöcken entwickelt werden. Die Freiraumpotenziale sollen für öffentliche Nutzungen zur Verfügung gestellt und mit den Angeboten im Schloßpark vernetzt werden.

Handlungsfelder            

  • Sicherung des historischen Stadtgrundrisses und der wertvollen Bausubstanz
  • Instandsetzung des Wohnungsbestandes und Förderung neuer Wohnformen
  • Neugestaltung der öffentlichen Räume und Stadteingangsbereiche sowie Verbesserungen des Wohnumfelds
  • Erhalt der historischen Parzellenstruktur
  • Funktionsstärkung der Innenstadt als Zentrum sowie Wohn- und Arbeitsstandort
  • Belebung der Innenstadt: Entwicklung eines differenzierten Innenstadtbereiches

Einzelmaßnahmen (Auswahl)   

In der Altstadt von Jüterbog gibt es 169 Einzeldenkmale (45 Prozent aller Bestandsgebäude). Nach 25 Jahren erfolgreicher Stadtsanierung wurden bereits zahlreiche Schlüsselprojekte im Altstadtgebiet umgesetzt, u.a. die Eröffnung des Kulturquartieres Mönchenkirche als kulturelles Zentrum der Stadt, der Umbau des ehemaligen Molkereigebäudes im Planeberg 10-14 zum Johanniter Seniorenstift, die Sanierung des zweigeschossigen Wohnhauses in der Große Straße 99 und die Instandsetzung und Modernisierung des Fachwerkbaus in der Mönchenstraße 50. Die folgenden Einzelmaßnahmen sind eine Auswahl der Sanierungsvorhaben nach dem Jahr 2009.

  • Integrationskita "Struppi" und Wohnhäuser Zinnaer Straße 5 und 6
    In der Altstadt von Jüterbog wurde im Planeberg 1 am 6. November 2014 eine neue Kindertagesstätte eröffnet. Die Integrationskita "Struppi" ist barrierefrei sowie behindertengerecht und bietet Platz für 80 Kinder. Sie befindet sich in einem im Jahr 1801 errichteten Altbau, der denkmalgerecht saniert wurde sowie dem auf den Grundstücken Planeberg 2-4 errichteten Neubau, der mit dem historischen Gebäude verbunden wurde. Hinter der Kita, die sich zur Straße Am Abtshof öffnet, entstand eine große Freifläche mit einem Spielplatz. Hier befindet sich ein weiterer Zugang zur Kita. Die Integrationskita "Struppi" im Planeberg 1 ist städtebaulich gesehen ein gelungenes Beispiel für die Sanierung eines historischen Gebäudes in Verbindung mit dem Bau eines Ergänzungsgebäudes.

    Der Bereich Ecke Planeberg/Ecke Zinnaer Straße ist zudem ein wichtiger Eingangsbereich in die historische Innenstadt und hat für den Erhalt der Stadtstruktur und für die Funktionsstärkung der Innenstadt eine besondere Bedeutung. Zeitgleich mit dem Gebäude Planeberg 1 (Kita) wurden deshalb die Gebäude Zinnaer Straße 5 und 6 saniert. Mit diesem komplexen Projekt wurde der größte städtebauliche Missstand im Sanierungsgebiet "Altstadt" beseitigt.

    Durch die Verbesserung der Wohnbedingungen nach heutigen Standards sowie die Entwicklung der grünen Blockinnenbereiche wird das Wohnen in der Innenstadt gestärkt. Der Bau der Integrationskita sowie die Schaffung weiterer Spielmöglichkeiten für Kinder und die Sicherung der Schulstandorte in der Innenstadt ziehen verstärkt junge Familien an. Daneben trägt der Neubau der Integrationskita "Struppi" zum Erhalt des mittelalterlichen Stadtgrundrisses von Jüterbog bei.

  • Sicherung des Kinos "Schauburg"
    Das Kino "Schauburg" in der Schillerstraße 51 wurde 1935/36 errichtet. Der Architekt Paul Backes hat das Objekt im Stil der Moderne entworfen. Seit 2002 steht das ehemalige Kino unter Denkmalschutz und wurde im Jahr 2013 von der Stadt Jüterbog gekauft. Danach konnten mit Hilfe der Fördermittel und in enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde erste Sicherungsmaßnahmen des stark beschädigten und seit Jahren leerstehenden Objektes vorgenommen werden. Nachdem die Stadt das Objekt erworben hatte, wurde das Gebäude auch am Tag des offenen Denkmals geöffnet. In diesem Rahmen wurde eine Umfrage durchgeführt, bei der die Bürger sich zur Zukunft des ehemaligen Kinos äußern und ihre Ideen mitteilen konnten. Zukünftig ist geplant, ein neues Nutzungskonzept zu entwickeln und somit das Kino, das einst ein wichtiger kultureller Ort der Stadt war, wiederzubeleben. Das bis dahin negative Image des Gebäudes bei der Bevölkerung konnte durch die Aktion verbessert werden.

  • Umbau der Bundesstraße B 102

    In Bezug auf die Programmziele des Städtebaulichen Denkmalschutzes ist der Umbau der Bundesstraße B 102 eine zentrale Maßnahme, um die Qualität des öffentlichen Raums zu stärken. Die zentrale öffentliche Achse wird neu gestaltet, die Bürgersteige saniert sowie Stadtmöbel auf den neu angelegten Freiflächen realisiert. Geplant sind eine neue Asphaltbefestigung der Bundesstraße sowie beidseitige Fuß- und Radwege. Die Neugestaltung der Bundesstraße B 102 am Neumarkttor sowie ihre Erneuerung im Verlauf durch die Altstadt und Vorstädte tragen zur Reduzierung von Verkehrsbelastungen, der Entwicklung des Rad- und Fußwegenetzes und der Aufwertung der Umgebung und Stadtgestaltung bei. Durch die Inwertsetzung des Neumarkttores entsteht ein Platz mit Aufenthaltsqualität.

Finanzierung

In den Fördergebieten des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz erfolgt keine Bündelung mit Bundesfinanzhilfen aus anderen Programmen der Städtebauförderung, da sich die Programmgebiete nicht überschneiden.
Weitere Förderprogramme in der Stadt:

  • Kleinere Städte und Gemeinden (KLS)
  • Soziale Stadt
  • Städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahme ("SG Kloster und Webersiedlung" im Ortsteil Kloster Zinna)
  • Städtebaulicher Denkmalschutz (Gebietskulisse "Kloster und Gut Kaltenhausen" im Ortsteil Kloster Zinna)

Meilensteine der Gebietsentwicklung

Tabelle: Programmgebiet "Altstadt"
JahrUmsetzungsschritt
01/1991Beschluss zum Beginn der vorbereitenden Untersuchungen
06/1991Aufnahme in das Städtebauförderprogramm und Beginn der Sanierungsmaßnahmen
10/1992Rechtskraft Gestaltungssatzung, sowie förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes
05/1993Rechtskraft Sanierungssatzung
08/2001Beschluss – Gestaltungssatzung
08/2005Einweihung Kulturquartier Mönchenkirche nach den umfänglichen Sanierungsmaßnahmen
11/2010Neugestaltung Klostergarten
03/2011Überarbeitung und Beschluss der Rahmenplanung Fortschreibung des städtebaulichen Rahmenplanes für das Sanierungsgebiet Jüterbog "Altstadt"
04/2013Erster Spatenstich der Integrationskita "Struppi", Planeberg 1
05/2014Start des Internetportals zur Stadtentwicklung
11/2014Fertigstellung Integrationskita "Struppi"
Programmgebiet "Mittelalterliche Vorstädte und Wallanlage"
JahrUmsetzungsschritt
02/2004Städtebaulicher Ideenwettbewerb "Am Neumarkttor"
2006Aufnahme in das Städtebauförderprogramm (Zuwendungsbescheid)
02/2007Beschluss zum Beginn der vorbereitenden Untersuchungen
01/2008Rechtskraft Sanierungssatzung und förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes
2009-2010Freifläche Schloßstraße 44
2010-2012Barrierefreie Gestaltung Damm 1
2011Beginn der Planung: Durchlass Zinnaer Vorstadt
2013Erwerb Schauburg
2013Sanierung Stadtmauer – Neumarkttor
2013-2014Sicherung des Kinos "Schauburg"
2014Start des Internetportals zur Stadtentwicklung
2014Beginn der energetischen Sanierung, Um- und Ausbau Kita "Spiel mit"
2014Start des Umbaus B 102 / Gestaltung Neumarkttor
2016Fertigstellung Kita "Spiel mit" und Gestaltung Neumarkttor

Besonderheiten

Die Stadt erlebte eine wechselvolle Geschichte, was sich heute in ihrer Bausubstanz widerspiegelt. So haben verschiedene Zeitschichten, wie die Slawische Siedlung, das mittelalterliche Handelszentrum sowie die Zeit als Garnisons- und Handwerksstadt ihre Spuren in der Stadt hinterlassen. Die Spuren verschiedener Architekturepochen – vom Mittelalter, über die Gotik, die Neuzeit und bis hin zur Moderne – machen die Stadt Jüterbog städtebaulich erhaltenswert. Eine Besonderheit ist der gut erhaltene Stadtbaukörper und seine strukturelle Geschlossenheit.

Lernerfahrungen

Das gesicherte Gebäude des ehemaligen Kinos "Schauburg" Das gesicherte Gebäude des ehemaligen Kinos "Schauburg"Das gesicherte Gebäude des ehemaligen Kinos "Schauburg" Quelle: Bundestransferstelle Städtebaulicher Denkmalschutz

Seit mittlerweile 25 Jahren befindet sich die Stadt Jüterbog im Programm Städtebaulicher Denkmalschutz. Es zeigt sich, dass die hohe Kontinuität maßgeblich zum Erfolg der Programmumsetzung beiträgt, da die schrittweise Umsetzung der Maßnahmen einen langen Atem erfordert und sich die Erfolge häufig erst nach einer längeren Laufzeit zeigen. Positiv für die Programmumsetzung ist auch die Flexibilität, mit der im Rahmen der laufenden Gesamtmaßnahme auf Unvorhergesehenes reagiert werden kann – dies betrifft beispielsweise den Umsetzungszeitraum oder auch die zeitliche Einordnung von Einzelvorhaben (z.B. bei Eigentümerwechsel). Innovative Ansätze wie Leerstandskataster zur Mobilisierung von potenziellen Eigentümern sind gute Möglichkeiten für die Aktivierung derzeit noch unsanierter und ungenutzter historischer Gebäude. Den Investitionen im öffentlichen Raum folgen häufig Privatinvestitionen.

Das Gebiet heute

In dem Sanierungsgebiet "Altstadt" befinden sich 430 Gebäude. In Folge der Aufnahme der Altstadt in das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz im Jahr 1991 konnte (bis zum Jahr 2012) über die Hälfte der Gebäude im Fördergebiet vollständig saniert werden. Im Sanierungsgebiet "Mittelalterliche Vorstädte und Wallanlage" wurden im Rahmen des Programmes Städtebaulicher Denkmalschutz fünf von 201 Gebäuden saniert. 20 Prozent der Objekte wurden teilsaniert. Auch die Leerstandproblematik wurde deutlich eingedämmt. Die mittelalterliche Baukultur, die in Jüterbog noch erlebbar ist, macht die Stadt einzigartig und soll auch zukünftig als historisches Erbe erhalten werden. Nach 25 Jahren erfolgreich umgesetzter Stadtsanierung gibt es weiterhin Herausforderungen, die die Stadt zu bewältigen hat. Der langjährige Leerstand führt zu erhöhtem Investitionsbedarf und erfordert eine verstärkte Akquise von Akteuren. Mit Unterstützung der Fördermittel soll die Lebensqualität in der Innenstadt weiter erhöht und das Erscheinungsbild entsprechend aufgewertet werden.

Zusatzinformationen

Bundesland

Brandenburg


Gemeinde

Jüterbog


Programm

Städtebaulicher Denkmalschutz


Programmaufnahme

1991 / 2006


Realisierungszeitraum (geplant)

2020 / 2026


Größe des Gebietes

ca. 35,19 ha / 27,5 ha


Volumen der Bundesfinanzhilfen

1991–2016: 14.588.014 €
2006–2016: 2.140.000 €


Gebietstypus

Historischer Stadt- und Ortskern | Stadterweiterung


Kontaktdaten


Ansprechpartner bei der Stadt

Stadt Jüterbog
Frau Kira Wenngatz
Leiterin Bauamt
Mönchenkirchplatz 1
14913 Jüterbog
Telefon: +49 3372 / 46 33 00
E-Mail: bauamt@jueterbog.de


Sanierungsträger

Bruckbauer & Hennen GmbH
Schillerstraße 45
14913 Jüterbog
Telefon: +49 3372 / 43 32 33
E-Mail: info@bruckbauer-hennen.de


DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG
Büro Berlin-Brandenburg
Axel-Springer-Straße 54B
10117 Berlin
Telefon: +49 30 / 31 16 97 453
E-Mail: info@dsk-gmbh.de


Stand

2016

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