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Leipzig | Waldstraßen-/Bachstraßenviertel

Maßnahmenschwerpunkte: Erhalt des historischen Bestands | Erweiterung des Standorts des Thomanerchores zum Campus "forum thomanum" | Erneuerung des öffentlichen Raumes | Öffnung des Elstermühlgrabens

Zusammenfassung

Erstmals 1051 urkundlich als "urbs libzi" ("Stadt der Linden") erwähnt, hat Leipzigs Stadtentwicklung mit der günstigen Lage am Kreuzungspunkt der zentralen Handelswege via regia und via imperii bereits seit dem Mittelalter eine besondere Position im Warenhandel inne. Durch die Verleihung des Reichsmesseprivilegs 1497 und 1507 wuchs die Stadt zum damals wichtigsten deutschen Handelsplatz und behauptet sich bis heute als Messestadt. Aufgrund der bereits 1409 gegründeten Universität Leipzig und den zwei ältesten Musik- und Handelshochschulen Deutschlands genießt Leipzig einen weltweiten Ruf als Universitäts- und Musikstadt. Gebäude und Denkmale verschiedener Zeitschichten und Epochen prägen das Stadtgebiet – dazu gehören neben Gründerzeitbauten des 19. und 20. Jahrhunderts zeitgenössische Bauten wie das Neue Augusteum, das in den 1970er Jahren erbaute City-Hochhaus oder das zwischen 1956 und 1960 erbaute Opernhaus sowie Großsiedlungen der 1960er und 1980er Jahre – heute befinden sich rund 16.000 denkmalgeschützte Bauten im Stadtgebiet.

Während des Zweiten Weltkriegs erfuhr die historische Bausubstanz im Leipziger Zentrum erhebliche Verluste. Um die während der DDR-Zeit stark vernachlässigte historische Bausubstanz zu sichern und langfristig zu erhalten, wurde 1991 zunächst für das Waldstraßenviertel und im darauffolgenden Jahr für das Bachstraßenviertel eine Erhaltungssatzung erlassen. Die beiden Viertel zeichnen sich durch ihre geschlossene, homogene gründerzeitliche Blockrandbebauung aus. Im Jahr 2001 erfolgte die Zusammenführung der beiden Gebiete im Rahmen einer neuen Erhaltungssatzung für das "Waldstraßen-/Bachstraßenviertel". Neben dem Erhalt der historischen Bausubstanz und der charakteristischen Stadtstruktur standen der öffentliche Raum sowie die Neuordnung der Verkehrsräume im Vordergrund der Programmumsetzung.

Mit dem Jahr 2017 stand der Abschluss der Gesamtmaßnahme nach 26 Jahren Programmumsetzung bevor. Insgesamt wurden knapp 400 Maßnahmen im Programmgebiet umgesetzt. Das Gebiet "Waldstraßen-/Bachstraßenviertel" konnte als Wohnstandort nachhaltig gestärkt und die zentralörtlichen Funktionen als Stadtteilzentrum konsolidiert werden – dabei wirkt sich aktuell auch das starke Bevölkerungswachstum der Gesamtstadt und die damit einhergehende Nachfrage an Wohnraum auf die beiden innenstadtnahen Viertel aus.

Kontext

Um die erhaltenswerte gründerzeitliche Bausubstanz und Stadtstruktur langfristig zu sichern, war bereits 1991 zunächst für das Waldstraßen- und nachfolgend 1992 für das Bachstraßenviertel eine Erhaltungssatzung erlassen worden. Das nach der gebietszusammenführenden Erhaltungssatzung insgesamt 150 ha große Fördergebiet befindet sich westlich der Leipziger Innenstadt und ist Teil der inneren Vorstädte.

Lage des Fördergebiets in der Stadt Leipzig Lage des Fördergebiets in der Stadt LeipzigLage des Fördergebiets in der Stadt Leipzig Quelle: Stadt Leipzig

Im Osten grenzt das Fördergebiet mit Pfaffendorfer Straße, Goerdelerring, Käthe-Kollwitz-Straße und Friedrich-Ebert-Straße an die Leipziger Innenstadt. Im Süden wird das Gebiet entlang des Paul-Gerhardt-Wegs und der Ferdinand-Lassalle-Straße vom Johannapark begrenzt sowie südwestlich vom Elsterflutbett und dem Zulauf zum Elsterbecken. Im Westen grenzt das Fördergebiet u.a. entlang der Friedrich-Ebert-Straße an das Sportforum mit der Red-Bull-Arena. Im südwestlichen Bereich wird das Gebiet von der Mainzer Straße begrenzt und umschließt den Bereich des Schreberbades. Im Norden wird das Fördergebiet vom Verlauf des Elstermühlgrabens und im Nordosten von der Emil-Fuchs-Straße begrenzt.

Besonders im Waldstraßen- und im Bachstraßenviertel prägt der orthogonale gründerzeitliche Stadtgrundriss bis heute diese beiden markanten Bereiche der historischen Leipziger Innenstadt. Beide Viertel weisen einen hohen Anteil an denkmalgeschützter, qualitativ hochwertiger Bausubstanz mit einem hohen Sanierungsstand auf. Mit derzeit 80 Prozent denkmalgeschützten Gebäuden ist das Waldstraßenviertel gemeinsam mit dem Bachstraßenviertel über die baukulturelle Bedeutung hinaus kunst- und kulturhistorisch enorm relevant. Im Bachstraßenviertel ist eine charakteristische, offene Villenbebauung in den Randbereichen nahe des Elstermühlgrabens zu finden. Das Waldstraßenviertel zeichnet sich besonders durch Wohnbebauung in unterschiedlichen Baustilen aus: Neben spätklassizistischen Bauten im Osten finden sich Gebäude im Stil des Historismus und Jugendstils u.a. in der Livia- und Tschaikowskistraße.

Das Programmgebiet ist überdies geprägt durch seine zentrale Lage zwischen verschiedenen öffentlichen Grünflächen und Freizeitanlagen, wie dem Leipziger Auwald im Norden, dem Johannapark im Süden und dem Sportforum im Westen und bietet Fußgängern und Radfahrern durch die Einbindung in das regionale und überregionale Radwegenetz wichtige Querverbindungen.

Handlungsstrategie

Ziel der Gesamtmaßnahme war der langfristige Erhalt der gründerzeitlichen Stadtstruktur sowie der baukulturellen Charakteristika der Gründerzeitbebauung und die Sicherung des erreichten Sanierungsstandes. Der Schwerpunkt des städtischen Vorgehens lag daher zu Beginn der Programmumsetzung auf öffentlichen Gebäuden und den zu sanierenden Eckgebäuden, die für die Sicherung der geschlossenen Blockrandbebauung ausschlaggebend sind. Hieran anknüpfend galt es für einen langfristigen Erhalt der Stadtstruktur neben der Schließung von Baulücken in der Blockrandbebauung, leerstehende Gebäude zu revitalisieren bzw. Wohnungsleerstände zu beseitigen. Zum Erhalt der Gründerzeitgebiete als prägendes Merkmal der Stadtbaugeschichte Leipzigs und zur Nutzung des Potenzials im Rahmen eines "Gründerzeittourismus" sollten sich Zwischennutzungen und Blockrandschließungen städtebaulich und denkmalpflegerisch adäquat in die gründerzeitlichen Strukturen einfügen. Die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements in Form des Bürgervereins Waldstraßenviertel e.V. trug neben dem baulichen Erhalt auch langfristig zur funktionalen Stärkung des Quartiers bei.

Ein weiteres Schlüsselthema war überdies die Entwicklung der Stadt Leipzig zur "Wasserstadt" durch den Ausbau eines Stadthafens und der Öffnung des verrohrten Elstermühlgrabens. Die ökologische Entwicklung der Kanäle als innerstädtische Gewässer im Allgemeinen sowie die adäquate Gestaltung der Randbereiche im Besonderen werden Impulse für Folgeinvestitionen schaffen. Vor allem die Öffnung des historischen Verlaufs des Elstermühlgrabens leistet einen wesentlichen Beitrag zur Wiederherstellung der historischen Stadtstruktur und setzt zudem touristische Impulse. Insbesondere die Entwicklung der innerstädtischen Wasserwege, die Neuordnung des Verkehrs, die Aufwertung der Verkehrsräume sowie die Vernetzung des Gebiets mit den umliegenden Freiräumen standen im Vordergrund des aktuellen städtischen Handelns. Als Hauptverkehrsstraßen durchqueren die Waldstraße in Nord-Süd-Richtung, die Käthe-Kollwitz-Straße im Süden, die Marschnerstraße im Bachstraßenviertel sowie der Ranstädter Steinweg und die anschließende Jahnallee (B 87) das Programmgebiet von der Leipziger Innenstadt in die Weststadt. Sie wiesen eine teils hohe Verkehrsbelastung auf, die es zu reduzieren und zu beruhigen galt. Die Verkehrsräume wurden im Wesentlichen durch die Begrünung sowie die Neuordnung des Auto-, Rad- und Fußgängerverkehrs umgestaltet und neugeordnet.

Handlungsfelder

  • Sicherung der gründerzeitlichen Stadtstruktur, u.a. durch Schließung bestehender Baulücken und
    Revitalisierung von Gebäudeleerständen
  • Ausbau des Stadthafens sowie die Revitalisierung der historischen Wasserläufe und ihre Einbindung in das Wasserwegenetz
  • umfeldverträgliche Entwicklung des Verkehrs und die Aufwertung und Neugestaltung von Verkehrsräumen unter Berücksichtigung der historischen Straßenhierarchie
  • dauerhafter Erhalt von Einzeldenkmalen sowie der charakteristischen gründerzeitlichen Quartiersstrukturen
  • Verbesserung der Vernetzung des Quartiers mit den umliegenden Freiräumen
  • Stärkung der sozialen und kulturellen Infrastruktur durch Ausbau des Bildungsangebots

Einzelmaßnahmen

In über 25 Jahren kontinuierlicher Stadtsanierung konnten in Leipzig zahlreiche Einzelmaßnahmen und Projekte initiiert und umgesetzt werden, die die Altstadt zum attraktiven Wohn- und Arbeitsstandort sowie Zentrum für Freizeit und Kultur wachsen ließen. Zu den Schlüsselmaßnahmen gehörten unter anderem:

  • Erhalt des historischen Bestands

    Das Waldstraßen-/Bachstraßenviertel weist derzeit einen Sanierungsgrad von rund 80 Prozent auf. Der Fokus des städtischen Handelns lag bei den rund 400 umgesetzten Maßnahmen in den letzten 27 Jahren vorrangig auf der Sicherung von Eckgebäuden, um eine geschlossene Bebauung der Gründerzeitquartiere und damit die Gesamtstruktur zu erhalten.

    Neben dem langfristigen Erhalt der Stadtstruktur und der Schließung von Baulücken ist die Revitalisierung von Baulücken bzw. die Beseitigung von Wohnungsleerständen bedeutend. Dieses Vorgehen spiegelt sich heute in der Geschlossenheit der beiden aneinandergrenzenden Gründerzeitviertel wider. Einen großen Teil der Maßnahmen im Bereich Modernisierung sowie Instandsetzung nahmen die Hüllen- bzw. Fassadensanierungen nach der Sicherung der Gebäude ein. Wichtige Einzelmaßnahmen waren außerdem der Umbau des Gemeindehauses in Schrebergarten 5 zum Hort der Grundschule des "forum thomanun", die Instandsetzung der Hülle des Eckgebäudes Pfaffendorfer Straße für ein geschlossenes Erscheinungsbild der Blockrandbebauung sowie die Sicherung und Sanierung des Gebäudes Leibnizstraße 11.

  • Schlüsselmaßnahme Campus "forum thomanum"
    Schlüsselmaßnahme für die Funktionsstärkung des Bachstraßenviertels über die Wohnfunktion hinaus war die Erweiterung des Standorts des Thomanerchores zum Campus "forum thomanum". Im Rahmen der Programmumsetzung des Städtebaulichen Denkmalschutzes wurden vom Februar 2007 bis zum Juni 2009 insgesamt 1,2 Mio. Euro Finanzhilfen für die Modernisierung und Instandsetzung der historischen Villa Thomana investiert. Diese ist heute Probenzentrum des Thomanerchores und wird von dem angrenzenden Kindergarten des Bildungsstandorts genutzt. Ebenfalls als Teil des Bildungsstandorts im Bachstraßenviertel wurde das ehemalige Gemeindehaus Schrebergarten 5 zum Hort der Thomasschule umgebaut. Beide Gebäude leisten durch die Erweiterung des Angebots einen wesentlichen Beitrag zur Vervollständigung des Bildungsstandorts und zur Vernetzung der gebietsnahen Sport-, Kultur- und Hochschuleinrichtungen beider Viertel.
  • Erneuerung des öffentlichen Raumes
    In den vergangenen Jahren wurde auf die Begrünung und Bepflanzung der Straßenzüge sowie der Vorgärten sowohl im Waldstraßen- als auch im Bachstraßenviertel Wert gelegt und der öffentliche Raum damit rundum erneuert. Wesentliche Maßnahmen waren die Sanierung des Waldplatzes und der Waldstraße als wichtiger Verkehrsknotenpunkt, die Herstellung der Ufermauern am Elstermühlgraben und die Sanierung der Heiligen Brücke. Mit der Sanierung der Waldstraße zu Beginn der 2000er Jahre wurde eine wesentliche Maßnahme zur Funktionsstärkung im Waldstraßenviertel umgesetzt. Die Neugliederung des Geh- und Radwegstreifens verbessert nicht nur die verkehrliche Nutzbarkeit. Mit der Aufwertung der Straße wurden auch Impulse zur Reaktivierung von Handel und Ladenlokalen gesetzt.

    Neu gestaltetes Ufer des wiederhergestellten Elstermühlgrabens Neu gestaltetes Ufer des wiederhergestellten ElstermühlgrabensNeu gestaltetes Ufer des wiederhergestellten Elstermühlgrabens Quelle: Bundestransferstelle Städtebaulicher Denkmalschutz























  • Öffnung des Elstermühlgrabens
    Schlüsselmaßnahme mit besonderer Signalwirkung war seit 2005 die Öffnung des Elstermühlgrabens. Bereits 1992 hatte der Leipziger Stadtrat die Öffnung des historischen Kanals beschlossen. Hierdurch werden Impulse für die Wohnqualität vor Ort, die Außenwirkung des Quartiers und die Revitalisierung des angrenzenden Gebäudebestands gesetzt. Der erste Bauabschnitt erfolgte von Mai bis Dezember 2005. Im Juni 2019 wurde der vorletzte Abschnitt des Elstermühlgrabens, der mit Mitteln des Städtebaulichen Denkmalschutzes, des EFRE-Hochwasserschutz und der Allianzstiftung finanziert wurde, eröffnet. Bis zum Jahr 2023 soll die Öffnung des Kanals abgeschlossen sein.
    Mit der Öffnung des Elstermühlgrabens wird ein wesentliches Element der historischen Stadtstruktur, der die Entwicklung beider Quartiere prägte, wiederhergestellt und durch die Gestaltung der Uferbereiche neu erlebbar.

Finanzierung

  • Landessanierungsprogramm Sachsen (ausfinanziert)
  • Städtebaulicher Denkmalschutz
  • Stadtumbau Ost, Programmteile Aufwertung und Rückbau
  • Ausgewählte Maßnahmen, wie die Öffnung des Elstermühlengrabens, werden in Kombination mit anderen Förderansätzen wie Mitteln des EFRE Gewässer- und Hochwasserschutzes, der Allianz-Umweltstiftung oder der Landesdenkmalpflege gefördert.

Meilensteine der Gebietsentwicklung
Jahr/DatumUmsetzungsschritte
12.09.1990Beschluss der Vorbereitenden Untersuchungen gemäß § 141 bzw. § 165 BauGB
04.05.1991Beschluss der "Erhaltungssatzung für den Denkmalschutzbereich Waldstraßenviertel"
1991Aufnahme des Gebiets in das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz
16.03.1992Bekanntmachung der "Erhaltungssatzung für den Denkmalschutzbereich Bachstraßenviertel"
1994Auszeichnung der Stadt Leipzig im Rahmen des Bundeswettbewerbs "Erhaltung des historischen Stadtraums in den neuen Ländern der Bundesrepublik Deutschland, Standortkultur und Städtebaulicher Denkmalschutz"
17.08.1994 Vorbereitende Untersuchungen und Neuordnungskonzept für die Erweiterung des Gebiets der Erhaltungssatzung im Waldstraßenviertel
14.10.1995Bekanntmachung der "Erweiterung des Gebietes der Erhaltungssatzung Denkmalschutzbereich Waldstraßenviertel"
22.05.2001 Beschluss der zusammenführenden Erhaltungssatzung für das Gebiet "Waldstraßenviertel/Bachstraßenviertel" gemäß § 172 BauGB
2002/2003Beschluss des Erhaltungskonzepts für das erweiterte Gebiet
2010Fertigstellung Offenlegung Elstermühlgraben, I. BA
06/2011Fördergebietskonzept für das Erhaltungsgebiet "Waldstraßenviertel/Bachstraßenviertel"
2015Fertigstellung Offenlegung Elstermühlgraben, II. BA und TBA 3.3
2017Abschluss der Gesamtmaßnahme


Besonderheiten

Die Bürgervereine im Waldstraßen- und Bachstraßenviertel sind kennzeichnend für das große bürgerschaftliche Engagement in beiden Vierteln. Im Programmgebiet engagieren sich verschiedene Vereine wie der Waldstraßenviertel e.V. und Neue Ufer Leipzig e.V. für die kulturelle Vergangenheit ihres Viertels und für den Erhalt der historischen, gründerzeitlichen Stadtstrukturen sowie für die Wiederherstellung der historischen Wasserläufe. Mit ihren Aktivitäten fördern und stützen sie die Identifikation mit der Nachbarschaft und sensibilisieren für die Wertigkeit der historischen Gebäude.

Der Bürgerverein des Waldstraßenviertels wurde von Beginn der Programmumsetzung an seitens der Verwaltung unterstützt. Er zeichnet sich durch eine sehr engagierte Bürgerschaft aus, die sich neben einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit, auch der Revitalisierung leergefallener Ladenlokale gewidmet hat. Durch die finanzielle Unterstützung des Vereins konnte dieser als einer der bedeutendsten Akteure im Quartier verstetigt und damit ein Verknüpfungspunkt zwischen Bürgerschaft und Planung geschaffen werden.

Der Erfolg der Leipziger Strategie, die Bürgervereine und Initiativen als Kooperationspartner in der Stadtsanierung zu fördern, spiegelt sich im hohen Sanierungsstand und dem weitestgehend geschlossenen Stadtbild von Waldstraßen- und Bachstraßenviertel wider. Neben der Förderung privater Bauherren mittels des Selbstnutzer-Programms sanierte die Stadt selbst wichtige öffentliche Gebäude, Wege, Straßen und Plätze. Diese Maßnahmen im öffentlichen Raum regten wiederum private Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen an.

Lernerfahrungen

Die nachhaltige Strategie der Stadt, die Eigentümer frühzeitig in den Sanierungsprozess einzubinden und über mögliche Förderansätze zu beraten sowie aktiv für den Erhalt des wertvollen baukulturellen Bestands zu werben, hat zum hohen Sanierungsstand der beiden Viertel geführt. Mit dem Selbstnutzer-Programm förderte die Stadt Leipzig zudem nicht nur erfolgreich die Bildung von Eigentum im Waldstraßen- und Bachstraßenviertel und damit den langfristigen Erhalt der gründerzeitlichen Altbauten, sondern auch die Schließung von Baulücken durch moderne Stadthäuser. Positiv bewertet wird zudem die Priorisierung der Gebäude im Rahmen des Gebäudesicherungsprogramms. Über das Programm wurden die Gebäude gelistet, die Sicherungsbedarf aufweisen und daher für Sicherungsmaßnahmen vorgesehen wurden. Mit dieser Priorisierung konnte die Stadt gezielt auf die notwendigen Maßnahmen eingehen und diese umsetzen.

Das Gebiet heute

Die Stadt Leipzig hat seit der Aufnahme von Waldstraßen- und Bachstraßenviertel in das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz im Jahr 1991 große Erfolge bei der Sicherung, der Wiederherstellung und der Weiterentwicklung der historischen Bausubstanz erzielt. Mit dem Jahr 2017 stand der Abschluss der Gesamtmaßnahme nach 26 Programmjahren bevor. Mit etwa 400 umgesetzten Maßnahmen wurde ein hoher Sanierungsgrad erreicht sowie die Funktionalität des Fördergebiets als Wohnstandort und Stadtteilzentrum konsolidiert. Vielfältige Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen an Gebäuden und im öffentlichen Raum, die zum wesentlichen Erhalt des städtebaulichen Profils und der Stärkung der Gründerzeitviertel als innerstädtischen Wohnort beitrugen, konnten erfolgreich umgesetzt werden. In der aktuell stark wachsenden Stadt Leipzig ist das Fördergebiet heute ein nachgefragtes Wohnquartier und Anziehungspunkt für den Wasser- und Gründerzeittourismus.

Zusatzinformationen

Bundesland

Freistaat Sachsen

Gemeinde
Leipzig

Programmbereich
Städtebaulicher Denkmalschutz

Programmaufnahme
1991

Realisierungszeitraum
2017

Größe des Gebiets
150 ha

Volumen der Bundesfinanzhilfen
1991-2017: 17.785.593 €

Gebietstypus
Historischer Stadt- und Ortskern

Kontaktdaten
Stadt Leipzig
Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung
Stadterneuerung Mitte/sanierungsrechtliche Verfahren
AG Städtebaulicher Denkmalschutz
Prager Straße 118-136
04092 Leipzig
Telefon: +49 (0)341 12 35 423

Ansprechpartnerin: Jana Kochan
E-Mail: jana.kochan@leipzig.de

Stand

2017

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