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Finanzierung

Fassaden in Lübeck LübeckFassaden in Lübeck Quelle: complan

Im Jahr 2017 stellt der Bund den Ländern für Maßnahmen des Städtebaulichen Denkmalschutzes Finanzhilfen in Höhe von rd. 110 Millionen Euro (Verpflichtungsrahmen) bereit. Insgesamt stellte der Bund für das Programm in den neuen Ländern von 1991 bis Ende 2016 etwa 2,328 Mrd. Euro zur Verfügung. Da das Programm in den alten Ländern erst im Jahr 2009 eingeführt wurde, sind es hier bis einschließlich 2016 insgesamt rund 290 Mio. Euro.

Der Bund beteiligt sich am Programm Städtebaulicher Denkmalschutz an der Finanzierung förderfähiger Kosten in den neuen Ländern mit 40 v.H.. Die Länder verpflichten sich zu einer Beteiligung mindestens in derselben Höhe. Damit reduziert sich der Eigenanteil der Gemeinden auf 20 v.H. der förderfähigen Kosten. In den alten Ländern beteiligt sich der Bund an der Finanzierung der Maßnahmen mit 33 1/3 v.H. der förderfähigen Kosten.

Die Gemeinden erhalten die Fördermittel des Bundes und der Länder als Zuschuss. Die endgültige Höhe des Zuschusses setzt das Land aufgrund einer Abrechnung der Gemeinde über die Gesamtmaßnahme fest.

Bund-Länder-Programm Städtebaulicher Denkmalschutz

Wichtigste Akteure für die Umsetzung des Bund-Länder-Programms Städtebaulicher Denkmalschutz sind die Kommunen. Als gemeinsame Träger der Stadterneuerung sind die Städte Empfänger der in der Verwaltungsvereinbarung und Städtebauförderrichtlinien von Bund bzw. Ländern vereinbarten Fördergelder. Private EigentümerInnen der im Fördergebiet befindlichen Bauten und Grundstücke können über die Städte Zuschüsse für die Sanierung ihrer Häuser erhalten. AnsprechpartnerInnen für die Kommunen sind die zuständigen Landesministerien und Landesbehörden.

Förderung von Denkmalschutz und Denkmalpflege

Unabhängig vom Programm Städtebaulicher Denkmalschutz fördern die meisten Länder auch den Erhalt von einzelnen Bau- und Gartendenkmalen nach ihren jeweiligen Richtlinien. Während Stadterneuerung und Städtebaulicher Denkmalschutz im Aufgabenbereich der jeweiligen Bundes- und Landesministerien mit Baubezug angesiedelt sind, sind bei der Denkmalförderung meist die Ministerien des Aufgabenbereichs Kultur und die Landesdenkmalämter federführend. Trotz dieser unterschiedlichen Zuständigkeiten lassen sich beide Fördermöglichkeiten in ihren Anwendungen gerade bei herausragenden Einzelobjekten sinnvoll ergänzen.

Allerdings sollte auch darauf hingewiesen werden, dass der finanziellen Ausstattung der Denkmalförderung in den meisten Ländern enge Grenzen gesteckt sind. Die aktuellen Möglichkeiten sind bei den Landesdenkmalämtern zu erfragen.

Ergänzende Programme

Auch außerhalb der direkt auf städtebauliche Ziele ausgerichteten Programme ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten für anteilige Förderungen von Baumaßnahmen. Auch kommunale Aufgaben im Stadterneuerungsprozess können durch weitere Förderprogramme ergänzt werden. Die Palette reicht hierbei von Kulturförderung bis hin zur Förderung von Energieeinsparung und CO₂-Reduktion bei der Altbausanierung. Eine zielgerichtete Koppelung von passenden Förderprogrammen für einzelne Teilmaßnahmen könnte so die Gesamtkosten einer Altbausanierung erheblich reduzieren.

Die Eignung der jeweiligen Programme bleibt im Einzelfall individuell zu prüfen. Ansprechpartner sind beispielsweise die Programmverantwortlichen in den Bundesländern oder die Sanierungsbeauftragten in den jeweiligen Programmstädten.

Einen guten Einblick bieten Datenbanken zu Förderprogrammen, z. B.:

Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie

Eine wesentliche Funktion in der finanziellen Betreuung der Förderprogramme haben die Investitionsbanken von EU, Bund und Ländern inne. Sie übernehmen die finanziellen Transaktionen und bieten eventuell ergänzende, projektbezogene Kredite zu günstigen Konditionen an. Auf Grund ihrer besonderen Erfahrung im Bereich öffentlicher Förderprogramme sind sie wichtige Ansprechpartner für Investoren und Eigentümer.

Europäische Investitionsbank

Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW - Förderbank

L-Bank Baden-Württemberg

LfA Förderbank Bayern

Investitionsbank Berlin

Investitionsbank des Landes Brandenburg

Hamburgische Investitions- und Förderbank

Bremer Aufbaubank GmbH

Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen

Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern

Investitions- und Förderbank Niedersachsen – NBank

NRW Bank

Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB)

Saarländische Investitionskreditbank Aktiengesellschaft

Sächsische Aufbaubank

Investitionsbank des Landes Sachsen-Anhalt

Investitionsbank Schleswig-Holstein

Thüringer Aufbaubank


Steuerliche Anreize

Das Steuerrecht sieht für die Eigentümer von Denkmalen oder von Gebäuden in förmlich festgelegten Sanierungsgebieten mehrere Möglichkeiten vor, Steuervergünstigungen geltend zu machen. Eine individuelle Beratung bei Angehörigen der steuerberatenden Berufe oder bei den Finanzämtern wird empfohlen. Grundsätzliche Hinweise zum Verfahren können auch Programmkommunen, deren Sanierungsbeauftragte oder -träger geben.

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